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Die Baugeschichte des Reichtagshauses Die Bearbeitung der Baupläne

Full text: Das Reichstagshaus in Berlin / Rapsilber, Maximilian (Public Domain)

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Die Gründungs-Urkunde, Welche Fürst Bismarck verlas, hat 
folgenden Wortlaut: 
„Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König 
von Preußen, thun kund und zu wissen, daß Wir beschlossen haben, 
im Namen der Fürsten und Freien Städte des Reichs und in Ge 
meinschaft mit den verfassungsmäßigen Vertretern des Deutschen 
Volkes den Grundstein zu einem Hause zu legen, in welchem der 
gemeinsamen Arbeit der gesetzgebenden Körper eine würdige Stätte 
bereitet werden soll. 
„Unter den glorreichen Waffen-Erfolgen der vereinten Deutschen 
Stamme ist durch Gottes Fügung das Deutsche Reich zu ungeahn 
ter Macht und Herrlichkeit erstanden. Aus der Begeisterung des 
Volkes und aus dem gegenseitigen Vertrauen der Bundesregierun 
gen ist für Deutschland die Kraft erwachsen, seine Verfassung und 
seine nationale Entwicklung aus eigner Macht zu schützen und die 
Pflege seiner Wohlfahrt in die eigne Hand zu nehmen. Diesem 
Schutz und dieser Wohlfahrt soll die Arbeit in dem Hause dienen, 
dessen Grundstein Wir legen. 
„Wir blicken, dankbar gegen Gott, auf das zurück, was die Ver 
bündeten Regierungen, in gemeinsamer Thätigkeit mit dem Reichs 
tage, während der verflossenen Jahre Unseres kaiserlichen Waltens 
für Deutschland geschaffen haben, und sehen der Zukunft mit der 
Hoffnung entgegen, daß unter Uns wie unter Unseren Nachfolgern 
die gemeinsame Arbeit für das Vaterland von Einigkeit getragen 
und von Segen begleitet sein wird. Der Ordnung, der Freiheit, 
der Gerechtigkeit, der gleichen Liebe für alle Kreise Unseres Volkes 
sei unverbrüchlich diese Arbeit gewidmet. 
„Möge Friede nach Außen und im Innern den Bau dieses 
Hauses beschirmen! Auf immerdar sei das Haus ein Wahrzeichen 
der unauflöslichen Bande, welche in großen und herrlichen Tagen 
die Deutschen Länder und Stämme zu dem Deutschen Reich ver 
einigt haben! 
„Dazu erflehen Wir den Segen Gottes. 
„Gegenwärtige Urkunde haben Wir in zwei Ausfertigungen mit 
Unserer Allerhöchst eigenhändigen Namensunterschrift vollzogen und 
mit Unserem größeren Kaiserlichen Jnsiegel versehen lassen. Wir 
befehlen, die eine Ausfertigung mit den dazu bestimmten Schriften
	        
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