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Die Bau- und Kunstdenkmäler

Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin / Borrmann, Richard

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Opernhaus. 
ersetzt worden ist, sowie die noch erhaltenen Re 
liefs zwischen den Pilastern: Apoll und Daphne, 
Schindung des Marsyas, Apoll unter den Hirten, 
Bestrafung des Midas. Die alten Statuen auf 
den Pilasterrisaliten der Langseiten und auf dem 
hinteren Giebel: Musen, Dichterfiguren und die 
drei Grazien darstellend, sind 1844 durch neuere 
Arbeiten der Rauchschen Schule ersetzt. Die 
Nischen zwischen den Pilastern, welche einst an 
tike Musiker und Schauspieler enthielten, sind 
jetzt leer, die Reliefs dagegen noch vorhanden, 
und zwar am Opernplatz: Pan die Hirten unter 
geschaffen, der mit Recht als einer der schönsten 
auch in den neueren Theatern betrachtet wird. 
Die Decoration in Weiss und Gold mit Roth für 
die Hintergründe, Vorhänge und Möbelstoffe lehnt 
sich mehr an die Kunst des XVIII. Jahrhunderts 
als an den damaligen klassischen Geschmack der 
Schinkelschen Schule an. Von bedeutender 
Wirkung ist namentlich das etwa doppelt so tief 
wie früher gebildete, dreitheilige Proskenium mit 
seiner Pilasterarchitektur, zwischen welche Logen, 
der ersten und zweiten Gallerie entsprechend, ein 
geordnet sind, während das Gebälk der Brüstung 
Fig. 61. 
Nordfront des Königl. Opernhauses (ursprünglicher Zustand). 
weisend, Pan und Syrinx, Bestrafung der Pieriden, 
Verwandlung der Echo; an der Ostseite: Amphion 
und die thebanischen Mauern, Arion, Achill durch 
die Leyer besänftigt und Sappho. Ebenso ist das 
Giebelrelief der Südseite: Orpheus die Thicre, 
Felsen und Bäume bewegend, noch am Platze, 
die Statuen römischer Dichter aber und die Re 
liefs der Orpheussage sind durch den Anhau von 
1869 verdrängt worden. 
Im Innern sind durch die Wiederherstellung 
vom Jahre 1844 namentlich Bühne und Saal er 
neuert worden und in diesem letzteren ein Raum 
des dritten Ranges entspricht. Eine mächtige 
Voüte, welche zur Decke des Proskeniums über 
leitet, bildet den oberen Abschluss. So erhält die 
weite Bogenöffnung des Proskeniums eine ihrem 
Maassstabe entsprechend gross gehaltene architekto 
nische Umrahmung und wird doch überall der 
Einklang mit den geringen Höhenverhältnissen der 
umlaufenden Ränge hergestellt. Diese sind durch 
weg als offene, weit vorgekragte Gallerieen aus 
gebildet und nur in ihrer hinteren Hälfte, zwischen 
den tragenden Stützen, durch niedrige Schranken 
in besondere Logen abgetheilt. Neu ist die An-
        
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