Path:
Die Bau- und Kunstdenkmäler

Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin / Borrmann, Richard

318 
Schloss Monbijou. 
gelegten Räume, sowie die Porzellangallerie 1 ), 
deren eine Fensterwand durch jenen Anbau zur 
Innenwand wurde. Den bis zur Erde reichenden 
Bogenfenstern entsprechen auf dieser Seite ebenso 
viele Wandnischen, die, wie der ganze Raum, mit 
einer Holztäfelung von hellgrünem Ton verkleidet 
sind. Ueber dieselbe sind reich geschnitzte und 
vergoldete Consolen und Consoltischchen von zier 
lichen phantastischen Formen vertheilt, zur Auf 
nahme von Porzellanen, darunter alten chinesischen 
und japanischen Stücken von grossem Werth. 
Ganz die gleiche Ausschmückung zeigt das Eck- 
ziertem Gebälk aus weissem Stuckmarmor. — Der 
Wintergarten besteht aus zwei durch Säulenstel 
lungen geschiedenen Ovalräumen mit Wandnischen 
und einem halbrunden Ausbau. Nördlich grenzt 
daran das sog. Arabeskenzimmer mit einer 
leidlich erhaltenen, im Stil der Titusthermen be 
malten Decke. 
Die Vordergebäude (Fig. 42) mit den im 
Bogen zurücktretenden Säulenhallen, welche die 
offene Einfahrt umrahmen, bilden eine geschickt 
entworfene malerische Anlage. Eine Pilasterarchi 
tektur fasst das niedrige Untergeschoss und Wohn- 
Fig. 42. 
Schloss Monbijou. Vordergebäude. 
gemach neben der Gallerie. — Einfach und j 
geschmackvoll ist der mittlere der drei an die 
Gallerie stossenden Räume mit seiner Cedern- 
kolzvertäfelung und sparsamen vergoldeten 
Rococoornamenten. — Das Schlafzimmer rechts 
daneben mit dem Alkoven enthält blaugestrichene 
Holzvertäfelung mit vergoldeten Zierleisten und | 
Kartuschen über den Thüren und an den Schranken 
zur Bettnische. 
Von den Einrichtungen im neuklassischen Stil 
bieten noch die grosse westliche Gallerie, der j 
damalige Tanzsaal, sowie der Wintergarten 
Reste. Jene 1 ), ein Raum von 46 m Länge, zeigt j 
eine quadratische, durch Säulen von den Flügeln 
abgetrennte mittlere Abtheilung mit reich ver- 
') Hohenzollern-Museum: Monbijou, 12 Taf. Lichtdruck. 
Berlin, Wasmuth. 1878. Taf. 8. 
geschoss der Flügelbauten zusammen. Auf das 
Gebälk folgt eine hohe Attika mit ovalen Fenstern. 
Innerhalb der äusseren Säulenhalle liegen die 
Treppen zu den Wohnräümen. Das Brustgeländer 
der Hallen trägt Statuen der klassischen Sagen 
welt, Werke der Bildhauer Bardou, Bettkober, 
Boy, Melzer, Meyer des Jüngern und Unger 
(Rumpf a. a. 0. S. 133). Die breiten, von Pilastern 
gegliederten Thorpfeiler tragen Gruppen einer 
Flora und Pomona mit Kinderfiguren von Bett 
kober. An der Gartenseite befindet sich eine 
mit der äussern concentrische Säulenhalle. Die 
Flügel zeigen Bogenfenster, zwischenein Wand 
felder mit dem jener Zeit so geläufigen Relief- 
schmuck von Geräthen des Fischfangs, Land- und 
Gartenbaues. 
Im Innern des linken Flügelgebäudes finden
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.