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Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin / Borrmann, Richard

Nicolai-Kirche. Epitaphien. 
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f 1665 (neben der südl. Thurmtreppe) mit den 
flott gearbeiteten Wappen, gegenüber, am fünften 
Pfeiler, der Denkstein für Katharina Elisabeth 
v. Schönaich (Karlat-Beuthen), geb. v. Puttlitz, 
f 1656, mit den Wappen der v. Schönaich und 
v. Puttlitz, am dritten Pfeiler rechts Gedenk 
tafel für den Consistorial-Rath P. Vehr') (f 1656). 
— Marmordenkstein für das 1679 verstorbene 
Töchterlein Sabina Eleonore des Geh. Raths 
Bodo v. Gladebeck und seiner Frau, geb. 
v. Münchhausen, mit beiderseitigem Wappen. Die 
Inschrift von einem Lorbeerstab umwunden (rechts 
neben der Schnitterschen Kapelle). — Reicher ge 
staltet ist das Denkmal für den 1665 verstorbenen 
kurfürstlichen Rath Erasmus Seidel aus Sand 
stein (neben der Orgel). Die Inschriftplatte aus 
Marmor innerhalb einer Pilaster-Architektur. In 
der Lünette über dem Gebälk das auf einer Metall 
platte gemalte Portrait, am Sockel die Wappen. 
Zahlreich sind seit der Mitte des XVII. Jahr 
hunderts die Grabsteine mit farbigen oder ver 
goldeten Blumengewinden und Lorbeerblattwerk 
am Rande, mit Wappen oder Embleme halten 
den Genien, so unter der Orgelempore der Grab 
stein der Margarethe Sasse, f 1672, nach Küster 
einst auf dem Kirchhofe befindlich. Aehnlich be 
handelt sind die mit vergoldetem Blattwerk oder 
Lorbeerstäben eingefassten Sandstein - Epitaphien 
für den Apotheker Bartholomäus Zorn, f 1667, 
den Bürgermeister Michael Zar lang, f 1673, den 
Probst Lilien, f 1666 und seine 1687 verstorbene 
Ehefrau, unter der Orgelempore, endlich die 
Sandstein-Grabplatte des Rathskämmerers David 
Reez, f 1672 (neben der Treppe zur Biblio 
thek) mit der Inschrift auf einer von Putten ge 
haltenen, von Blumen und Blattwerk umrahmten 
Draperie. 
Eine andere Gruppe von Grabsteinen aus der 
zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts ist, nach 
Art von geschnitzten Bildrahmen, eingefasst von 
dichten vergoldeten und von Putten belebten 
Akanthusranken, mit den Medaillonporträts der Ver 
ewigten auf Kupfertafeln. 
Epitaph des Stadtrichters Joachim Dittmar, 
f 1686 (nördl. Chorumgang), aus Holz, Sandstein 
monument des Albert Rantz, f 1673, am vierten 
Chorpfeiler links und gegenüber, an der Chorwand 
hinter dem Altar, die Epitaphien seiner Frau 
Katharina geb. Stuck f 1682, und der Frau Anna 
Maria geb. Cramer, verehel, Westarph, + 1691. 
*) Vergl. Vehrs Epitaphium in der Marienkirche. 
In diese Reihe gehören noch das Epitaph der 
Margarethe Toll, Frau des Münzmeisters Lieb 
mann, an der Wand unweit der Sakristeithür, mit 
kupferner, von krausem Akanthus-Ornament aus 
Holz umgebener Inschrifttafel, ferner die von 
langen Palmzweigen, am Kopfende mit Wappen 
und Strahlenglorie verzierte Inschriftplatte für 
Ursula Maria, f 1711, Gattin des Apothekers Zorn 
(neben der Schindlerschen Kapelle). 
Den Einfluss Schlüterscher Kunst zeigt im 
Ornament das in Holz geschnitzte Epitaphium 
des Dr. Georg Sultze (f 1707) und seines ältesten 
Sohnes (f 1708), im Chorumgang; neben-der In 
schrifttafel stehen zwei trauernde Genien, auf der 
Verdachung das Wappen, unten, zwischen Voluten 
und Akanthusranken, der geflügelte Kronoskopf 
mit Hippe und Stundenglas. 
Mit dem Beginn des XVIII. Jahrhunderts wird 
der Typus der an der Wand oder an den 
Schiffspfeilern angebrachten Grabmonumente ver 
breitet, deren Haupttheil immer die auf einem 
Sarkophage oder einer Gesimsplatto fussende, von 
allegorischen Figuren oder Genien umgebene In 
schrifttafel bildet. Hierzu gehören das Marmor- 
Epitaphium der Ursula Elisabeth Koppen, 
f 1707 und ihrer Tochter Sophie; neben der In 
schrifttafel zwei schwebende Genien, darüber die 
von trauernden Putten gehaltenen Reliefköpfe der 
Verstorbenen (zwischen dem Bewertschen und Cu- 
lemannschen Erbbegräbnisse). 
Monument für den 1716 verstorbenen Apotheker 
Friedrich Zorn (zweiter Chorpfeiler rechts), aus 
Sandstein, bunt bemalt. Die Inschrift, an deren 
Fussende ein trauernder Genius gelagert ist, von 
einer Pilasterarchitektur mit Voluten-Verdachung 
eingerahmt, darüber das von Putten gehaltene ge 
malte Medaillon-Brustbild des Verstorbenen, unten 
Kartusche mit Widmungsinschrift. 
Monument für den Kammergerichtsadvocaten 
J. Vollrath Didde, f 1719 (erster Chorpfeilcr 
rechts), aus bemaltem Sandstein, die Figuren aus 
Marmor (zum Theil in Stuck ergänzt). Die In 
schriftkartusche zwischen zwei allegorischen Fi 
guren, darüber das von Putten gehaltene Marmor- 
Reliefbildniss. Den Hintergrund bildet eine Dra 
perie. 
Epitaphium aus Sandstein für die 1735 ver 
storbene Wittwe des Hofküchenmeisters Matthias 
Crüger. Inschriftplatte aus Schiefer, darüber 
Namenszug und Krone, auf dem Fussgesimse zwei 
Genien mit Anker und Lamm (zwischen Bewertscher 
und Puffendorfscher Kapelle). 
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