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Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin / Borrmann, Richard

Klosterkirche. Epitaphien. 
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einfache Sandsteinplatte mit dem Wappen und 
stark abgetretener Umschrift im Fussboden des 
Vorchors (abgeb. in Chronik des Berl.Geseh.-Ver. 
S. 159). 
Grabstein des Grosscomthurs des deutschen 
Ritterordens in Preussen, Claus v. Bach, 
• 1521. Sandsteinplatte mit eingelassenem Bronze 
wappen und bronzener Inschrifttafel (gothische 
Minuskeln): anno dm. MCCCCCXXI am abendt 
Albani starb der vielwurdig Erber und Geistlich [ 
Herr Clas vom Pack weylanndt Grosskommetor des 
ritterlichen teutschen ordens dem got geruch genedig 
und barmhertzig zu sein Amen. 
Inschriftstein von dem in weiblicher Linie 
mit den Blanckenfelde verwandten Bürgermeister 
Joh. Tieffenbach dem Andenken seines Ahns 
Wilke Blanckenfeld (f 1474) gewidmet. In der 
Mitte des Steins befindet sich in einem Vier 
pass das Bronzewappen des Wilke Blanckenfeld 
mit der Inschrift: „ Wilke Blanke/eld verschied 
am Sonntag vor Laurenti anno dom. MCCCC vn. 
im LXXIIIl“-, an den vier Ecken die Wappen der 
Tieffenbach und der an verwandten Familien, 
Straube, Mauritz und Reichardt. Die lange In 
schrift gedenkt ausführlich der Verwandtschafts 
verhältnisse und der von Tieffenbach auch in der 
Marien- und Nicolaikirche seinen Eltern und Vor 
fahren errichteten Gedächtnissmäler. 
In den Fussboden des Vorchors eingelassen: ein 
facher Grabstein mit Wappen und Inschrift des 
Sigismund Oesterling, geb. zu Halle 1630, f zu 
Berlin 1680. 
Sandstein-Epitaphium des Samuel Rodegast, 
t 1708, Rektors am grauen Kloster von 1698—1708, 
in Form einer Kartusche, die von reich und male 
risch bewegten Akanthusranken umschlossen wird; 
am Kopfende ein in grünem Bronzeton bemaltes 
Medaillonrelief mit Genien (n. Nebenschiff). 
Epitaphium des Chr. Friedr. Bodenburg, 
f 1728 (von 1708—1726 Rektors der Anstalt). | 
Die Inschriftplatte steht auf einem Sockel von der 
Förm eines Sarkophags. Ueber der Verdachung 
das von Putten gehaltene Brustbild des Verstor- ' 
benen mit der Krone (n. Nebenschiff). 
Diesem sehr ähnlich ist der Grabstein des j 
Ober-Mühlen-Inspektors Joh. Christoph Egers, | 
t 1721. 
Denkstein des am 5. Febr. 1759 verstorbenen 
Kirchenvorstehers und Chronisten Michael Her- j 
furth mit dem Medaillon-Portrait in Oel auf Kupfer 
(n. Nebenschiff). 
Grabstein der verw. Gräfin v. Abensberg, I 
geb. Reichsgräfin v. Ruber (f 1719), der verw. 
! Gräfin v. Promnitz, geb. v. Ruber (f 1720) und 
der Anna Maria Reichsgräfin v. Windischgrätz, 
i f 1736 (Westwand des n. Nebenschiffes). 
An derselben Wand das Epitaphium des Amt 
manns Joh. Andreas Bodenburg, Bruders des 
Rektors; ein Inschriftstein mit sargartigem Sockel, 
umgeben von Todtenköpfen und Vasen, auf der 
Gesimsverdachung zwei Genien mit dem gemalten 
I Brustbilde. 
Von geschicktem Aufbau ist, an der Westwand 
des südlichen Nebenschiffes, das Epitaphium des 
Kaufmanns Sam. Tschirner, f 1732, und seiner 
zwei Töchter, f 1733. Die von barocken Voluten 
eingefasste Inschriftplatte zeigt am Kopfende zwei 
Genien mit einer Urne. 
In die Aussenmauern der Kirche, vornehm 
lich des s. Nebenschiffs, sind mehrere, jetzt z. Th. 
sehr beschädigte Epitaphien eingelassen. Die 
Leichen waren unweit davon, unter den Bäumen 
des Kirchhofs, bestattet; so meldet die im Winkel 
zwischen Chor und Nebenschiff befindliche Grab 
schrift des Kurfürstlichen Hofzinngiessers Christoph 
Haeseler, dass sein „entseelter Körper im Sande 
zwischen diesen von ihm gepflanzten 2 Linden be 
graben lieget 
An der Ostwand des südlichen Nebenschiffs 
befindet sich eine von einem Grafen Golofkin 
seinem rassischen Diener (f 1706) gesetzte In 
schrift (Diterich a. a. O. S-. 29), an der Südwand, 
rechts neben der Eingangspforte, ein Sandstein 
epitaph der Margarethe Schwartzholz, f 1718, 
und zweier Kinder. Die Umrahmung der Inschrift 
bilden Blumen und Knochenbündel, auf der Ge 
simsverdachung das Monogramm mit der Krone 
von einem Putto gehalten. 
Reizvoll und flott durchgeführt ist das Sand 
steinepitaphium der Margarethe Vogeler, geb. 
I Schletzer, t 1751, in Form einer mit Blumenge- 
| winden und Draperien geschmückten Inschrift 
kartusche, am Kopfende zwei Genien mit Kreuzen, 
! die Strahlenglorie mit dem Lamme, auf dem Gc- 
J simse die Krone. 
Gefällige Rococo-Örnamcnte zeigt ferner das 
Epitaphium dos Georg David Taucher, f 1754, 
| und seiner Frau. 
In die Spätzeit des XVIII. Jahrhunderts gehört 
ein Sandsteinmonument (an der Südseite des Chors), 
J das einen Säulenstumpf mit der Inschrift und da 
neben eine lebensgrosse trauernde weibliche Figur 
J darstellt.
        
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