Path:
[Kapitel 1]

Full text: Das Berliner Geschäftshaus der Freiherrl. Tucher'schen Brauerei in Nürnberg

Freiherr!, von Tucheeschen Srauerei in Nürnberg. 
2 
Franken ju einer mächtigen Fandesherrschaft gl erheben, verband sich der her 
vorragendste der deutschen Fürsten, Markgraf Albrecht Achilles von Grandenbürg 
zu Mergentheim mit anderen Fürsten. Der Adel schloß sich ihnen an. Gegen 
Nürnberg, an welches der Markgraf eine Reihe von Ansprüchen zu stellen hatte, 
die vom Rathe aber llicht anerkannt wurden, richtete sich der Hauptstoß. Roch 
im Raufe des Jahres erfolgte eine Einigung zwischen den kriegführenden Par 
teien, aber lange dauerte es lroch, bis es zum wirklichen Friedensschluß kanr. 
Als cill Zeichen der vollständigen Aussöhnung des Markgrafen, der sich durch 
die Schärfe feines Geistes, wie seine Kühnheit und Gewandtheit vor allen andern 
deutschen Fürsten auszeichnete, nrit der Reichsstadt, gilt der Gesuch derselben 
durch den Fürsten nach erfolgtem Friedensschlüsse. Der Markgraf selbst war es, 
der hiezu die Initiative ergriff, und denr Rathe, wie er es auch früher schon 
gethan und wie seine Nachkommen es ebenfalls thateir, geschrieben, daß er die 
Fastnacht in Nürnberg feiern und dort fröhlich sein wolle. Die Stadt antwortete 
in entgegenkommendster Weise, und der Einzug des Fürsten iit Nürnberg ist es, 
den sich der Künstler zum Vorwurf genommen. 
Eine monumentale, dreibogige Ehrenpforte, geschnrückt nrit dem Nürnberger 
Jungfrauenadler, den Wappen van Hohenzollern, des Gurggrafenthumes Nürnberg 
von Grandenburg und Pommern, bildet den Rahmen des Empfanges des fürst 
lichen Paares durch die Väter der Stadt. Ehrfurchtvollst begrüßen he die hohen 
Gäste und bringen ihnen ihre Huldigungen durch Rcberreichung der üblichen 
Geschenke dar. Rechts und links werden die Geräthe herbeigebracht, nrit welchen 
hch der Fürst, dessen Hof eiire hohe Schule aller ritterlichen Künste war, eine 
vergnügte Fastnacht bereiten wollte. Durch die Gagen sieht man im Hintergründe 
die vornehmsten Gandenkmäler Nürnbergs,- in der Mitte grüßt die Kaiserburg, 
zu Füßen das Rathhaus, zu dem Fürsten herunter, dessen männlich schöne Gestalt 
den Mittelpunkt des Gemäldes bildet,- links erhebt sich die altchrwürdige Kirche 
des heiligen Sebald, rechts sieht man den prächtigen Marktplatz mit dem schönen 
Grunnen. Aber der Kirche ist durch zwei reizende streitende Putten der Krieg, 
auf der anderen Seite durch andere zwei, sich die Hand reichende, die Versöhnung 
sinnbildlich dargestellt. In den offenen Säulenhallen, zu den Seiten, begrüßen 
den Geschauer zwei Wahrzeichen Nürnbergs, beide originelle Grnnnensiguren: die 
eine das weltberühmte Gänsemännchen, die andere der „Hieserla" genannt, im 
heiligen Geistspital, welche den Einheimischen wohl eine vertraute Erscheinung, 
den Fremden aber nur selten bekannt ist. Den Originalen dieser Figuren entströmt 
das alles belebende Element, die Grundbedingung des Gieres!
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.