Pfad:
156. bis 175. Sitzung (22. September bis 15. November 1920) 158. Sitzung. Dienstag den 28. September 1920

Volltext: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Ausgabe 10.1919/21 156. bis 175. Sitzung (22. September bis 15. November 1920) (Public Domain)

12485 Berfassunggebende Preußische Landesversammlung 158. Sizung am 28. September 1920 12486 
[Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung herauskommt, und höhere Milc<- und Butterpreise werden 
usw] die Folge des Abschlachtens von Milchvieh sein müssen. 
== Tritt das aber ein, dann ist eine weitere logische Folge 
ILeinert, Fragesteller (Soz.-Dem.)] eins Erhonunn er hne und M eme Weitene1989 
; ; R Ge Shaltung unserer Bevölkerung. Sta 1ei3= 
weiß ganz genau, daß die Städte große Einrichtungen 2er Leven Ute re . ' 
getroffen haben für die Schlachtung von Vieh, für die Her- abbau wird auch ier Wwicher ein Preinaushet erfülgen: 
je en Wurst usw. Au diese Furien Sinn: (Sehr wahr! bei der Sozialdemokratischen Partei) 
tungen sind jekt mit einem Male wertlo8 geworden. Die : . . : 
Regierung gibt keinerlei Anordnungen, wie hier die Inter- Mn mn ent ntinen: daß u Se omnng 
essen der Städte gewährt werden jollen. Auch darüber ist das private Geldinteresse maßggbend ist. Der Handel. ist 
man zur Tagesordnung Übergegangen, hat statt dessen ein 166 sozial gewesen und kann gär nicht sozial sein; denn 
privates Monopol geschaffen, das allein zu verfügen hat sein Interesse ist nur, den Verdienst zu steigern. Er 
mit Zustimmung des Reichskommissars über die Einfuhr, wird si nie darum bekümmern, ob er eine hungernde 
über die Verteilung des Fleisches. Alle die Aufgaben, die Bevölkerung versorgen muß; wenn er bei einer satten 
die 'Reichsfleischstelle hatte, sind jeht dem privaten Mono- Bevölkerung mehr verdienen kann, so wird er deren Ver- 
pol übertragen, ohne daß diese Monopolgesellshaft an sorgung vorziehen 5 
97129: Anvedbangen Ir Verteilt der Bote Endlich hat ie htöliche Anhebung der Zwangs- 
R mi. 5 ja sehr xen im: aß iese ji 2U0p0s wirtschaft erheblihen Widerstand in der Bevölkerung ge- 
EE En NE T. De Pas" funden. E85 ist eine unerfreulihe Erscheinung, daß die 
feine Gefahr für die Fleishernährung eintreten soll * Die Eisenbahner in die Transporte von Kartoffeln und anderen 
ise: 16" UBE D T89ZHGTD >, - SLebenzmitteln selbst eingreifen. Wir können nicht billigen, 
Ni es NENTEN" oer R EIE daß aus örtlichen Interessen heraus Arbeiter, die nun 
arbeiten wird, etwa diese Versorgung übernimmt, um gerade beim Transport der Lebensmittel vejehuftigt sind, 
Hunderte von Millionen zu verlieren, ist nicht ihre Absicht, M ex rohen Beirich ver Sinuhrung eisern Bebi 
und wenn unsre Valuta sich bessert und der Einkauf bei g | - ! 
Fehtedierer Basit 558 5 Kanu ve man jegunjien (fehr richtig! bei der Sozialdemokratischen Partei) 
es privaten Monopols die Grenze sperren, weil er 01.1084 
das feuere Afeish am Die Bevlferung gebracht werden and wer Fat fe denn gesoffen. Sie find. dog mur 
muß. „39 kann mir nicht denken, daß dadurch eine | 
ermninnng des Fleisches en em E3 ist au ehr richtig! bei der Sozialdemokratishen Partei) 
wohl kaum jemand vorhanden, der annimmt, daß . . 0.5 
diese nopolnesel mai billiger eintäusen könnte. =» Rt PENN DENDEN UE EN HATUN 
Mei Sie werden sic) no<h entsinnen, als die Z. E. G. die die Ausfuhr von Kartoffeln, Vieh und Fleisch verhindert 
guemmige Einfuhr aus dem Auslande hatte, erklärten die wird und daß die Gemeinden feine Lebensmittel mehr 
Pate Biehhändler und WImportenne: die behördliche verteilen, sondern private Organisationen dies tun, die 
Oroanisotion kann es gar nicht leisten, sie hat das sih nicht darum befümmern,' ob die Kleinen ruiniert 
Mu u ann ele. ia hi anvlanijmen werden, die sich nicht darum bekümmern, ob die Versorgung 
Ü ' TEM WLE Ch Der eit der von ihnen nicht versorgten Bevölkerung den Gemeinden 
Stelle werden sie alles los. Jett schafft man diese ganz enorme Geldopfer auferlegt. 
Monopolgesellschaft auf privater Grundlage, und da jollen N die" Rent tis Aufhebungd . 
die Einwendungen auf einmal nicht mehr gelten. Da sagt ; ün hat | ic egierung 8 (nihe ung der Swans: 
man auf einmal: diese private Monopolgesellschaft wird wir [ai veriigk wir aussen Ai dn fügen, wir können 
imstande sein, die Bevölkerung mit billigem Fleisch zu be- 656 agegen | un. s an die enen missen wir 
liefern. I< möchte die Frage an die Regierung richten, die Frage richten, nachdem sie gesehen hat, we De. e- 
warum sie nicht den einfachen Weg, den die Landwirte so unruhigung in der Bevölkerung vorhanden ist: welche 
oft für die Versorgung mit Vleisch vorgeschlagen. haben, 5 ara nt eE.Xanmn di : Re 97 erung T it? re zt. 
betreten hat, daß nämlich durch Lieferungsverträge NE Sr nt geht in Se inter, 
der Gemeinden die örtliche Versorgung der Bevölkerung was. 90 ie eiern uns a 2 : zUhig ung sagen, 
mit Fleisch sichergestellt werden soll. Das hat man auch mit ie. Bevölkerung wenigs: en Del zaun uf= 
beiseite Feihoben, aud wan ve die privaten Geldinteressen gebung der Sengrinio hat? Ä ve it . u 
in den Vordergrund gestellt. : 
; . ieges. Die Et ; 
Die Aufhebung der Zwangswirtschaft hat noch andere serchtöar M ehen Walken 21 M Wat, Fen 
bedenkliche Folgen. Es werden nämlich auch alle aus dem Jriedensvertrages, die Etappen von Versailles bis Spa 
Vieh. und den Kartoffeln hervorgehenden Produkte im ins über Spa hinaus versihlechtern lediclih die Lebens 
Preise entspreihend steigen. Man will für „Milch und lage unseres Volkes, und infolgedessen haben in unserm 
Butter die Zwangsbewirtschaftung beibehalten; Man hält Volke die radikalen Strömungen großen Zulauf gefunden 
es sogar für ganz unmöglich, für Milch, Butter und Brot- und werden immer größer zum Sc<aden unsereres ganzen 
getreide jeht die Zwang msg aufheben. Die Folge Volkes ; 
wird nun aber doch sein, daß wir höhere Milc<- und Eien ; . III . 
Butterpreife bekommen, und da ii Regierung den Forde- sehr richtig! bei der Sozialdemokratischen Partei) 
rungen derjenigen, die die Aufhebung der Zwangswirt- weil bei ihnen kein Interesse an der Aufrechterhaltung 
schaft verlangt haben, so s<nell nachgekommen ist, jo wird des Lebens und der Gesundheit des Volkes vorhanden ift. 
man mit denselben Mitteln auch die Aufhebung der Be- Tors 
wirtshaftung von Milch und Butter erzwingen. * (Sehr richtig! rechts) 
- Wenn Kartoffeln und Vieh eine größere Rentabilität Es nimmt die Erwerbslosigkeit beängstigend überhand 
ergeben, so wird viel Vieh abgeschlachtet werden, weil und die gefährliche Agitation, die die Aufhebung der 
„dabei ein höherer Gewinn als bei der Mil<wirtihaft ZwangS3wirtschaft gebrac<t hat, führt zu einer maßlosen
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.