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Volltext: Band 5, 2 (Sammlung Friedlaender) (Public Domain)

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wurden in der Bibliothek über der Schlofsapotheke auf bewahrt, bis der Kurfürst sie 
im Jahre 1680 mit der Kunstkammer vereinigte, welche nun aus vier Abtheilungen 
bestand: den Antiken, den Münzen, den Kunstsachen und »Raritäten«, und den 
Naturalien. 
Nicht lange vor des Grofsen Kurfürsten Tode hatte eine dieser Abtheilungen, 
das Münzkabinet, eine wesentliche Bereicherung, ja eine Verdoppelung an Zahl und 
an Werth erhalten durch die Kurpfalzische Sammlung, welche der letzte Kurfürst der 
evangelischen Simmern’schen Linie, Karl, dem Grofsen Kurfürsten, als seinem Vetter, 
vermacht hatte, dessen Mutter eine Schwester des Winterkönigs gewesen ist. Diese 
Sammlung des in England am Hofe des kunstverständigen Karls I. gebildeten vorletzten 
Kurfürsten Karl Ludwig, bei deren Gründung der berühmte Ezechiel Spanheim wesent 
lich mitgewirkt hatte, wurde 1686 durch ihren bisherigen Vorsteher, den gelehrten 
Lorenz Beger überbracht, welcher in Brandenburgischen Dienst trat, wie vorher schon 
Spanheim und Pufendorf. 
Es war ein Glück für Deutschland und für die Wissenschaft, dafs diese Pfälzischen 
Schätze damals von Heidelberg entfernt wurden, sie wären sonst einige Jahre später 
bei der Verheerung der Pfalz und der Zerstörung des Heidelberger Schlosses durch 
die Franzosen zerstreut und vernichtet worden. 
In demselben Jahre 1686 gelangten auch die Kunstsammlungen des ausge 
storbenen Pommerschen Herzogshauses durch Vermächtnifs an den Kurprinzen, und 
nach einer Nachricht Leti’s scheint ihm der Grofse Kurfürst damals seinen ganzen 
Besitz an Alterthümern übergeben zu haben. Der Kurprinz nahm, gleich dem Vater 
mit einer gelehrten Bildung ausgestattet, lebhaften Antheil an den Alterthümern und 
Künsten. 
Auch eine andere Erbschaft von Kunstwerken fiel diesem Kurprinzen zu. Seine 
Grofsmutter, die Prinzessin Amalie von Nassau-Oranien, die Gemahlin Friedrich 
Heinrichs, theilte 1675 ihre Gemäldesammlung unter ihre vier Töchter; da die eine 
derselben, Luise Henriette, die Gemahlin des Grofsen Kurfürsten, schon 1667 ge 
storben war, so traten deren beide Söhne, der Kurprinz Friedrich und Markgraf 
Ludwig (Karl Emil, der älteste, war schon todt) an die Stelle ihrer Mutter. Sie 
erhielten 20 bis 25 Gemälde, mehrere Bildnisse von Willem van Honthorst (wohl 
No. 1008, 1009, 1017), das grofse Jagdbild von Rubens und Snyders (No. 774), die 
Kinder Karls I. von van Dyck (No. 790). Auch das als kostbarstes Bild der Sammlung 
der Prinzessin Amalia am höchsten geschätzte: Cloelia über den Tiber flüchtend, von 
Rubens (jetzt nennt man Diepenbeeck als den Maler, No. 964), gelangte hierher; doch 
erst später, da es einer anderen Tochter der Amalia zugefallen war, welche es erst 
1697 dem Kurfürsten Friedrich III. vermachte.
	        
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