14. Jahrgang.
Berlin, Freitag, 11. Februar 1881.
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Einzelnummern
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Alluftrirtes humoristisches Wochenblatt.
Verantwortlicher Aedactenr: Julius Stettenhei«. — Jffustrirt vo« K. Keil.
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bemerkt,
Sitzung des Abgeordnetenhauses. Unter
den Mitgliedern herrscht noch immer große
Aufregung, da der Abg. ». Ludwig unentwegt
in seinem Entschluß, das Leben des
Abg. v. Bennigsen zu schonen, verharrt, und
somit noch an einem zweiten und dritten Diner
zu Ehren des Letzteren theilzunehmen fein dürfte.
Andererseits aber steht zu befürchten, daß die Freunde
des Abg. v. Ludwig sich veranlaßt sehen werden,
zu Ehren desselben ein Hungern zu veranstalten, an n elchem
kann auch, wie bei jenen Diners, die politischen Gegner des
Gefeierten theilnehmen müßten.
Die neuesten Nachrichten über das Duell lauten, beiläufig
dahin, daß als Ort, wo dasselbe zum Austrag zu bringen,
Seitens des Abg. v. Ludwig eine Spalte der Deutschen Landes-Zeitung
gewählt worden ist, indem er betont, daß man dort am wenigsten von
Abonnenten und Lesern gestört zu werden pflege.
Am Ministertisch: der Reichskanzler. Abg. Richter ergreift das
Wort. Der Reichskanzler bleibt. (Bewegung.) Hieraus ist indeß nicht
zu schließen, daß der Reichskanzler sich mit dem genannten Abgeordneten
ausgesöhnt hat. Er sucht demselben im Gegentheil dadurch eine Niederlage
zu bereiten, daß er erklärt, mit dem Vorredner nach langer Zeit
zum ersten Mal einverstanden zu fein. Schon jetzt übt dies im 4. Wahlkreis
Berlin (Rechtes Spree-Ufer, obere Stadt) eine üble Wirkung auf
die Wähler aus.
Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betr. Bewilligung
von 16 Millionen Mark für die nothleidenden Theile des Regierungsbezirks
Oppeln.
Abg. v. Ludwig. Meine Herren, ich fordere — (Hört! Hört!) ich
fordere Sie auf, die Regierung zu veranlassen, diesen Betrag alljährlich
für uothleidende Landestheile disponibel zu machen.
Abg. Holtze. Meine Herren, ich bin gegen diesen Antrag, sondern
will, daß die Frage stets von Fall zu Fall entschieden werde. Denn,
meine Herren, wo sollen wir alljährlich einen Nothstand hernehmenwenn
keiner vorhanden wäre? (Sehr richtig!) Ich bitte, den Antrag abzulehnen.
Abg. Schröder (Lippstadt). Meine Herren, ich erkläre, daß der Derfasser
eines Artikels, welcher in der Vosstschen Zeitung den Bitter'schen
Nothstandsbericht besprach, Plattfüße hat. Denn in diesem Artikel
wird gesagt, daß die römische Propaganda, das revolutionäre Polenthum
die Obcrschlester heruntergebracht habe. Meine Herren, alle Redakteure
der fortschrittlichen Presse haben Plattfüße.
Die Redaktion der Vosstschen Ztg. erklätt, der Verfasser des be-Dicke
Freunde.
(In der Sitzung am 4.)
Allerdings, jedoch werden sich der Reichskanzler und der Reichs-Richter
so dick — kriegen, daß eine Annäherung unmöglich bleibt.
tteffenden Artikels habe mindestens ebenso schöne und christlich geformte
Füße, als Herr Schröder (Lippstadt) selbst, dieser habe nur größere.
(Ruf des anwesenden Schusters des Abg. Schröder (Lippstadt): Sehr gut!)
Nachdem noch von dem Abg. Kantak verlangt worden ist, daß, wenn
die Summe bewilligt sei, die Regierung verpflichtet werden solle, dafür auch
die deutsche Sprache in Oberschlesien auszurotten, wird das Gesetz angenommen.
Nächste Sitzung: Nr.
7 der Berliner Wespen.
Nach Schluß unstrfs Berichts eiugegange«.
Aus der Hleserve.
v. Ludwig. Bitte, stark zu klingeln!