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Full text: Berliner Adreßbuch (Public Domain) Issue1873 (Public Domain)

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V.T. 
10 - 
Statistik. 
3 Schauspielerinnen; in der Oper: 5 Sänger und 3 Sängerin¬ 
nen; im Ballet: 3 Fignranten imb 1 Figuwtttiit. 
GS schieden aus im Schauspiel: 1 Sdi.ntipieler und 1 ©d'ait- 
spieleriunen; in der Oper: 4 Säuger imb 3 Säiycriimcir, im 
Ballet: 3 Tänzer und 1 Tänzerin. 
Beethoven 5, Weber 15, Möhul 3, int Ganzen 49. 
fflcta'd fträfrluiti, der am 18. Jnui 18-J1 junt ctfu-ii Male 
auf der Königl. Büh,ie gegeben worden n\if, lviivtc zur Feier 
des 50 jährigen IilbilänniS am 18. December am (^ebuitstage 
des SDiciftct« mit unten D«oratwne» und itcttiimm neu eimtu* 
Birt ,ur ültiüiibnitiii tiebrad't. Die Oper „Tannluiiier" wurde 
am 17. Mär^ zum 100. Male gestehen. Die Oper „Mintirin" 
am 25. April znm 50. Male. Da« Mtivicl „Die Siemtbi-teti" 
am 27. Dcteber zum l(K). Male und tat? Ballet „Flut u. Floci" 
am 15. Inni zuin 3(1(1. Male. 
Die ÄL'iiifll. jkapclle veranstaltete 0 Sninphonie-Zoireen zum 
Besten ihrer Sittirctt* und Waisen Kasse. 
Presse. Im2ahre 1871 erschienen in Berlin an Zeitungen 
und Zeitschriften: 
1) Amtliche 35 
2) Niä't amtliche 
a) l'L'lttiitt'cn miD socialen Inhalts 38 
b) für Wissenschaft, Handel, Landwirthschast. . 15» 
c) für Sunft 13 
(l) für Gewerbe 17 
c) für religiöse und fird'lirte Angelegenheiten . 25 
f) Untecb altinvflSfdjriftcu 17 
295 
Von den Zeitschriften fiiv Kunst bciiclien sich die meisten auf 
Musik und Theater; bei den Zeitschriften für Gewerbe sind ver¬ 
treten: yaulxmtivevtcr, Buäibindcr lind (iarti'ttagefabrirauten, 
Färber und Drucker, Friwnre, Gerber und Sattler, Weißgerber 
int» .{'andichtihfabrifatiteu, ■'>utiuad'cr, äd'uljmad'cr, Tapezierer, 
Töpfer und Ziegler. 
Die Zahl der Aboniieuten.bei den Ta-iesblätterii gestaltet 
sich in folgender Weise: 
1) SSüfsifd’e Zeitung 17,füll 
2) Srenersd'e Zeitung 4, Um 
31 ;Vatioual-Zeituug 13,000 
4) Neue Preußische (f) Zeitung . . . 11,00(1 
5) 'Germania 7,(100 
6) 9(L'tlbtittid’c allgemeine Zeitung . . 10,700 
7) Berliner Fremden - und Anzeigeblatt 10,(100 
8) Die Post 0.500 
9) Berliner Tageblatt 7,000 
1(1) BolkSzcititiig 35,1(110 
11) SlktcNMrgcr-Zcititiig (alte •V'cld’icln') 17,01)0 
12) Stiatsbiirger-Zeitttng öaitbih) . . 15,1 >00 
13) Berliner Börsen-Zenniig 11,100 
14) Berliner i0örien-(H'Uricr. . . . 3.500 
15) Saling'S $ • vseubtatt  3,OUO 
16) Bank- und HandelS-Zeitmig . . 5,500 
17 Gerichlö-Zeiimig ‘->1,(100 
18) Tribüne tüi/KKi 
19) Publicist 6,000 
2i)) IScinnuinalMatt der Stadt Berlin . 3,500 
21) Berliner Montags,Zeitn»g. . . 2,000 
22) Berliner Jiitelligenzblatt (>,700 
23) Kladderadatsch 50,01X1 
Städtisches Arinenwesen. 1. Almosen - Empfän¬ 
ger und Armen - Krankeiipslege 3k1 Zahl der Alino- 
im-Empfänger betrug im Jahre 1871 8078, ve» denen 7635, 
also 88° - über 50 Zahr alt sind. 5571 derselbe« bestehen an« 
separirteu oder eheverlasseuen Krauen und ilBittwen. 
Rechnet — — " ■' ' 
Pflegekinder 
Empfänger 
ausgabt wurden. ... ... . 
Wohnungen behandelt: 50,020 Kranke mit 46,700 Thlrn. Koste»; 
in Krankenhäusern tvitvten behandelt: 14,213 Kranke mit2H2,:J0o 
Thlrn. Kosten, zusammen 01,239 ftranfe mit 249,000 Thlrn. kosten. 
Auferlegte Kur- miß Berpflegungskosten winden wieder eingezo¬ 
gen: 51,395 Thlr. Außerdem wurden an '-liatutal-ltutcrsiütumgeu 
gewährt: 
3474 Thlr. *mn Kartcsfelban an arme Familien 
3229 „ für Arnicnsuppeu iit den Win!ernn.'uaten 
7985 „ ;ur Bekleidung armer (icnfirminbeit und 
Schulkinder 
20,687 „ für Unterstützung zur Heizung. 
2. @nchcit()äuier und Hospitäler. In dein städti¬ 
schen Siechem ause befanden ssch Ultimo 1871 110 Sieche, deren 
Verpflegung 9579 Thlr. Zuschns! au» der Stadt-Hc»tpt-!ia„, 
erforderte. 
Für Pfleglinge der Gemeinte in Vereins- und Parod'i.'i 
Sicchenanstalten wurden (üiS!) Thlr. gemahlt. 
Im Friedrich WilheliN^-H^spilal desanven sich 51(3 Personen, 
für welche die Stadt Haupt-Kasse einen Verpflegm.gS'ZitschiisiVon 
30,990 Thlr. in zahlen hatte. 
3. Waisenhäuser, (freisinnig«« 1111b B e ii evtt 11 
Eli statten. In Haus pflege befanden sich 471 Wai'en, in kn 
Pflege 2609 Kinder, sedaß 11t Ziminta 3080PerioneN jit VerfU: 
gen waren. Ausjerdeui n'arrn 92 Waisenkinder an! Kosten t v 
ilniummc in Pereinü-Anstalten, dein grünen Hanse, der (Vi 
ner’schcn Erzielutugv Anstalt, der Dr. Hetier'ichcn Ivio!en°Ansi. > 
11. s. iv. imtergebnd't imb sind beitrage au» städtischen 3)(ittv!r, 
gewährt worden an die Kniial. Taiibsiummcn = Anstalt, an tin 
Hierein ;nr Wüiserge für ciaMdiieiie Blinde, an da« cvanaeli'*c 
Iohauuisstift am Plopeii'ec und an das (Sliialv’tli - Lti't 
Pankow. 
4. Da» Arbeitshaus, für tViltfcS 109,851 Thlr. Ziiulin, 
geleistet wuree, hat auigeuomnien: an Arrestanten und Corrigend», 
2181 Männer, 392 Frauen, miammnt 2573 Personen; a» ib 
daä'losen Familien 416 Männer, 781 Frauen, insammen 12v7 
Personen; an deögl. einieliie Personen 394 3)fäimer, 183 Frauen, 
zusammen 577 Personen. Durchschnittlich wurden im Arbeitt 
Hause täglich 518 Personen verpflegt gegen 558 im 35erj.ihr.\ 
5. Gesautnitkoste 11 der Armcn-Lcrwaltnng. Die 
selben betrugen 1871 iuel. 107,0,82 Thlr. personelle Kosten r<>t 
1,165,000 Thlr., wodou 196,8(1(1 Tblr. durch eigene Einnahme!: 
der i-iititliicii Zweige und 9i.8,UKI T>'lr. aus der Statt-Haupt\'t.i"r 
als Ziisd'itH getedt wurden. 
6. DaS Bermögen sanimrlicher Kassen und Anstalten foirei: 
solche daö städtische Armenwesen betreffen, betrug 1,448^)00 Tbir 
gegen l,-14l,OOO im Aorjahre. 
Sittenpolizei/) Audi im vorigen Ial>r>' hat man, tu, 
gcwöhnlid', die ©ittciiroliiei, für das inablo>e Umsichgreifen ta- 
Prostitution Vcrantivvrtlidi genrad't. ohne dabei in Beiradi! vi 
liehen, dajj tiitdi die neunte Gesehgebung der Befnguiii tw 
Polizei dem excedireudeu Publicuni gegenüber engere Äre»' :i 
gezogen worden sind. Äeun man wüßte, mit we^en 5d'iv„ 
ligkeiien die Polizei in ihrer nur sel,r beschränkten Lesugnik tu 
Prostitution und deren Aiifan>z gegenüber vt kämpfe» hat, n 
würden die Wü»sd'e um Besserung der sittlidicit Zustände an 
die rid'tige Adrene gerichtet werden »nd das sind: die Gesell 
sckaft selbst, die Ge'eygebnng und der erkennende Richter. 
Wenn die Demiinonde auf der Bühne gern gesehen 1i'ir' 
und bort so viel Anziehungskraft ju haben scheint, so ivare e.> 
eilt Wieder, wenn sie sieh iiirf't auf der (ctrafie nitd den ihr 
durch die GewerbesreUie' ^'losseiten viele« Tanz-^ocaleu zeigte 
und sid, dort Bemn« ad Lezahlcr zu engagiren fnrt 1: 
Nun ist e« aber für l. ^tttenpolnei eine ihrer id'wersttn 3txn- 
gaben, die (ÜTciitivb.’ainten über ihre Befugni!! deiu Prostiti; 
tiviiLweseil gegenüber zu unterweisen. Auf der einen Seite ictr: 
verla igt. ta§ die Poliiei keine Frauensperson auf der Öturn’ 
dulde, die inöglid'erwe>>'c sur eine Prostitnirte gehalten werke» 
konnte, an! der andere,: Leite wird dem Beamten Las Damoflev- 
td'wert der ftd'terltd'cit Anklage gezeigt, wenn er eine liederliche 
Dirne Verhaltet. 
Bon ciitvi' Berringerniig der Prostitution im Allgemeine.! 
kann allerdings leider iii»t berichtet w'erdeii. Zu tief liegen die 
Zchädeu der (Sesellfd'nft, als das, lediglich hier, und um ernt 
besseren Zustand l)trbei<u;übren, dies durch »olueilid'e Maxre 
listn zu bewirken ist. So wurden beispielsweise seht wieder 
Frauenspersonen, welchem der Absicht einer moralischen Umkehr 
bei (iijjiUTeiimnd'eni Beschäftigung gesucht »nd gefiinden hatten, 
durch die ArbeitseinsteUimMi der Üigarrenmaä'er brotlos und 
der Prostitution wieder in die Arme getrieben. Interessant m 
noch der Umstand, das sich die Lerniehrung von Sa'bredvn, 
welche Von deu sog. Louis begangen werden, immer in einem 
gewissen Verhältniß zn der Saljl der Frauenspersonen häl', 
die auf dem Wege der administrativen (rxecution in’3 Getäugiii>> 
beförbert worden, weil die ersteren durch diese polizeiliche Mai; 
regel sich ihrer 5111-fistelt; beraubt sehen. Durch die der Sitten 
Polizei iu neuerer Zeit zur Disposition gestellte vermehrte luv 
eutivkrair hat dein Uiiilierschireifen liederlicher Tinten am 
Straßen und Plätzen bestimmter eittgegen getreten werden H'N 
neu. Die Erfolge sind schon seht wahrnehmbar und tuten 
bcmniidi aiid> bi; Be.a-werden teS Publikums nach dte'cr üiiu' 
kuiig hin sich erheblich vermindert, l'ingcjeid'vet und unter 
regelmäßiger (ieninte waren Ansang December 1871: 11112 
Personen, 06 kamen im V'ause des Monats hinzu, w daß am 
©d'lu'iK' des Jahres vorhanden waren. Davon wurden 
dispensirt und gingen ab: 
bad 
■) 'Jlad) dein oviueüm 'i'ciiiiitc tro ‘Peliici-Sircctciü 
Sönigl. Potizn-Prafidnim Dom 18. äptil 1872. 
V'CMrid'tn ‘Vi 
--C7- J' " ''
	        
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