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Volume Olympia- Stadt Berlin 1936 Die Metropole der Wirtschaft

Full text: Berliner Adreßbuch (Public Domain) Issue1936 (Public Domain)

verkehr zu bewältigen. Berlin ist aber darüber hinaus auch 
Durchgangs- und Umschlagplatz für riesige Warenmengen, die 
nicht für seinen eigenen Bedarf bestimmt sind. Auf Schiene, 
Landstraße, Fluß und Kanal und neuerdings auch durch die 
Luft kommt es und geht es ständig nach und von Berlin, gar 
nicht zu reden von dem Menschenstrom, der durch die Haupt¬ 
stadt flutet und dem Wirtschaftsleben immer neuen Auftrieb gibt. 
VERKEHR 
Zahlenverdeutlichungen auf der Landkarte gelten als etwas 
plump, sie sind dennoch lehrreich. Nimmt man etwa das Ver¬ 
gleichsbeispiel, daß das Berliner Verkehrsnetz in seiner Gesamt¬ 
länge weiter reicht als vorn äußersten Zipfel Ostpreußens bis zu 
dem am weitesten südwestlich gelegenen Punkt der deutsch- 
französisch-schweizerischen Grenze, so kann der Berliner noch 
immer in bekannter Schlagfertigkeit bemerken: „Det kann mir 
als Berliner noch lange nich imponieren, nich wa!“ Denn die 
Berliner Straßenbahn weist rund 640 Streckenkilometer, die 
Berliner Hoch- und Untergrundbahn rund 80 Kilometer und 
das Berliner Omnibusliniennetz rund 370 Streckenkilometer 
auf, ganz zu schweigen von dem fahrplanmäßigen Omnibus- 
Ausflugsverkehrsnetz von rund 250 Kilometer Länge und von 
dem weit größeren Streckennetz der Stadt-, Ring- und Vorort¬ 
bahn. 
Berlin und Berliner Verkehr — beides steht in der Vorstellung 
des Besuchers unlösbar und imponierend nebeneinander 
als Inbegriff modernen, leidenschaftlich bewegten und über¬ 
legen organisierten Großstadtlebens. Wer in Berlin wohnt, ist 
jedoch weit mehr „Passant“ als jeder Fremde. Denn seine 
Wohnung liegt in den meisten Fällen „draußen“, kilometerweit 
von seiner Arbeitsstätte „in der Stadt“ entfernt. Und wie er 
morgens möglichst rasch zur Arbeitsstelle eilt, so will er abends 
rasch zu seinen ruhigen vier Wänden zurückkehren. Die 
Strecke zwischen beiden, also auch die Verkehrsmittel, bedeuten 
für ihn mehr oder minder ein notwendiges Übel, über das man 
schimpft und das man schätzt, weil es nun einmal zum Berliner 
Leben gehört. 
Daher die rastlose Eile, die man dem Berliner nachsagt. Aber 
es ist ja auch kein Kinderspiel, wenn in einer einzigen Stadt 
jährlich rund 396 Millionen Menschen mit Stadt-, Ring- und 
Vorortbahn, 540 Millionen Menschen mit der Straßenbahn, 
202 Millionen Menschen mit der U-Bahn und 140 Millionen 
Menschen mit den Autobussen fahrplanmäßig pünktlich be¬ 
fördert werden müssen. Neben aller gebotenen Eile, um bei 
den weiten Entfernungen pünktlich sein zu können, steht 
dennoch bei dem Berliner seine humorige Gemütlichkeit. 
Rund 1800 Trieb- und 1300 Anhängewagen der Berliner 
Straßenbahn verkehren auf 72 Linien. Und doch hat jeder 
Berliner nur ein paar Straßenbahnlinien, die ihn etwas angehen, 
auf deren Netz er die typischen Fahrgäste kennt. Genau so 
ergeht es ihm mit „seinem“ Autobus von rund 600 Kraft¬ 
omnibussen. Er erkennt da etwa sofort „seinen" Schaffner 
„mit dem Srhnäuzchen“, bei dem in den Gesichtern aller Fahr¬ 
gäste ein Schmunzeln wach wird wegen seiner original Berliner 
Bemerkungen für jedermann. Und er hat „seine“ Fahrkarten- 
dame und „seinen“ Knipser auf einem der 94 U-Bahnhöfe oder 
auf einem der 148 „S-“ und Vorortbahnhöfe. Es ist gewiß nur 
ein Vorbeigehen oder ein Griff während weniger Sekunden 
täglich, die ihn menschlich mit seinen Verkehrsmitteln ver¬ 
binden. Es ist daraus doch allmählich ein nichtgreifbares Band 
entstanden, von denen so viele über unserem Alltag flattern, 
die man kaum zu beachten scheint und die doch zum Leben 
gehören. 
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