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Full text: Berliner Adreßbuch (Public Domain) Issue1936 (Public Domain)

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Der Richtkranz über Berlins modernstem Bau 
Das sichtbare Zeichen der neu gewonnenen Wehrfreiheit 
ist der imposante Bau des Reichsministeriums für Luft¬ 
fahrt. Eine Straßenfront von 280 Meter gibt der alten 
Wilhelmstraße ein neues Gepräge 
Anlnalimr Schert 
Am Askanischen Platz 
So zeigt sich Berlin dem aus dem Süden kommenden 
Reisenden beim Verlassen des Anhalter Bahnhofs. Der 
Name des Platzes gemahnt an die Gründer der Mark 
Brandenburg  .\u\nuhme  Schert 
reicht aus, um alle Einwohner von Kassel oder Halle 
gleichzeitig durch Berlin spazierenzufähren. Die 
Stadtbahn, die der Reichsbahn gehört, und die 
städtische Untergrundbahn haben insgesamt 242 
Bahnhöfe. Alle Verkehrsmittel zusammen befördern 
täglich dreieinhalb Millionen Fahrgäste: beinahe also 
alle Einwohner der Schweiz. 
In der Innenstadt aber soll man viel zu Fuß gehen: 
vorn Potsdamer Platz die Ladenstraßen hinauf, durch 
die Leipziger Straße, vorbei an dem gewaltigen 
Gebäude des Luftfahrtministeriums, bis zur Ecke der 
Friedrichstraße und, links umbiegend, zu den Linden; 
oder schon beim Luftfahrtministerium umbiegend, 
durch die stille Wilhelmstraße, hinter deren Fenstern 
Weltgeschichte geschaffen wird: vorbei am Wilhelm¬ 
platz, an der Reichskanzlei, am Auswärtigen Amt — 
bis zu den Linden, der Straße der großen Welt, 
die zur Universität führt, zur Staatsoper und zum 
Schloß: hier stehen, in klassischen, klaren, nüchternen, 
großen Formen die Zeugen des alten schlichten 
Preußen, das diese Stadt geschaffen und gehalten hat. 
Am Schloß aber kann man sich entscheiden: ent¬ 
weder man verliert sich, hinter dem Schloß, in die 
Gassen des alten Berlin, zur Nicolaikirche vielleicht, 
und taucht am Rathaus und am Alexanderplatz 
wieder auf, wo die Berolina steht und der weite 
Osten beginnt; oder man wendet sich vorn Schloß 
aus links, wo, auf einer Insel in der Spree, die Schätze 
der Museen warten, die Nofretete und der Pergamon- 
Altar. Oder man wendet sich zurück, über die Linden, 
durchs Brandenburger Tor, zur Gedächtniskirche, 
zum Brennpunkt des Westens, zur Tauentzienstraße 
und zum Kurfürstendamm: zur Straße des nach¬ 
mittäglichen und abendlichen Bummels, wo das Leben 
weit über Mitternacht hinaus, bis in die Stunde des 
Hochhaus und Park in der Potsdamer Straße 
Die grünen Inseln im steinernen Häusermeer sind ein 
Kennzeichen von Berlin. Wenige Städte hoben soviel 
Baumbestand, Grün- und Blumenanlagen Aufnahme Schert 
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