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Volltext : Pankgrafen und Kumperkaten und ihre Beziehungen zu Berlin, zu Frankfurt am Main und zum alten Vater Rhein / Bautz, Rudolf (Public Domain)

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Was war geschehen, daß der Hochmeister die
Pankgräfliche Tafelrunde so plötzlich im Stiche ließ?
Niemals sonst trennte der Seßhafte sich von ihr vor
dem letzten Hahnenschrei: Od est la femme?, fragte
man sich unwillkürlich. Und so war es denn auch.
Dreimal schon hatte Graf Achim die zarten
Rosenfesseln des verheirateten Eheglücks getragen,
als ihm zum vierten Male danach gelüstete. Wohl
war er schon ziemlich angejahrt, und der Druck des
federbeschwerten Sturmhutes hatte seinen Schceitel
mit der Zeit gelichtet. Aber die Liebe höret nimmer
auf, das ist ein alter Pankgräflicher Wahlspruch,
dem auch Achim bis an sein Lebensende treu zu
bleiben gelobet hatte. Und so ging er denn aber—
mals auf Freiersfüßen, der Pankgräfliche Recke,
nachdem Kathinka, sein drittes Ehegespenst vor
kaum Jahresfrist ihn und das Zeitliche gesegnet
hatte. Just um dieselbe Zeit hatte auch seine einzige
Base, die ehrsame Wittib Ursula von Schmachten—
hagen zu Kalbau bei Tangermünde ihre tränen⸗—
feuchten Augen geschlossen. Da sie weiter nichts hin—
terließ als Kunigunde, ihr jugendfrisches, mit allen
Reizen der Neuzeit ausgestattetes Töchterlein, so
trat Achim diese Erbschaft mit Vorbehalt an. Fast
nackt und blos nahm der Edle die verwaiste Maid
in die Kemenate seiner „seeligen Kathinka“ auf.
Vertrauensvoll überantwortete er ihr des Hauses
Schlüssel zu Keller, Küche und Silberschrank. Nach
Belieben konnte sie schalten und walten in all die—
sen Räumen. Und das tat sie redlich hier wie dort,
voll Grazie, Anmut und Geschick. Gar bald gedieh
            
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