- 258
sein tot ganz und gar. Ist e38 wahr, bitte ich Sie, Herr
Doktor, daß die gewöhnlichen Ärzte werden geben an
eine natürliche Tode3ursache und werden nicht erkennen
den Mord?"
„Das ist höchst wahrscheinlich,“ sagte wieder mit
einem scheuen Seitenbli> auf Cremmen der magnetische
Doktor. „Es3 ist sehr wahrscheinlich, wenn man ihnen den
Hergang nicht freiwillig erzählt.“ GSägebo> stellte sich
ans Fenster und wischte an seinem Gesicht herum. Er
schien milder gestimmt, wollte sich offenbar an den heimlichen
Unterhandlungen nicht beteiligen.
„Herr Assessor,“ nahm Cssexon wieder da8 Wort.
„Wir haben alle das gleiche Interesse, zu verschweigen
den Mord von der armen Schwester Serafine. Bruder
Sägebo> will sie nicht lassen nennen entlarvt. Wir
Spiritisten wollen nicht gewinnen einen Beweis durch
einen Skandal, und Sie wollen nicht kommen ins Zuchthaus.
Ihr Interesse wird sein das größte. Sie werden
geben dem Bruder Sägebo> in die Hand eine größere
Summe, daß er kann verwischen den Mord von das Medium.“
Cremmen hätte in diesem Augenblick jede Verpflichtung
auf sich genommen, um nur die furchtbare Geschichte
lo8 zu sein. Sägebo> aber schrie vom Fenster her:
„Bezahlen soll i> mir lassen? Natürlich die Auslagen.
Und meinen Schmerz soll ich herunterfressen?
Und wer wird mir zu essen geben? Schwester Serafine
hat mir ernährt, als ob ich ihr leiblicher Sohn gewesen
wäre. Auf Schadenersaß klage i> auch. Alimente muß
er mir zahlen. Aus dem Zuchthaus raus muß er mir
Alimente zahlen. J> nehme mir 'n Rechtöanwalt.“
. 259 --Beruhigend
trat Essexon an Sägebo> heran und
legte ihm die Hand auf die Schulter:
„Beruhigen Sie sich, armer Mann. Ihnen soll Ihr
Recht werden. Das müssen Sie doch sagen selbst, daß
es nicht geschehen ist gerne. I< werde mit dem Assessor
festsezen die Summe, und Sie werden fortschaffen den
Körper,“
„Die Leiche!“ heulte Sägebock.
„Den Körper noc< diese Nacht. Lassen wir jekt
allein Schwester Serafine und gehen wir jeht zur
Ruhe.“
Die Herren schickten sich an, den Pavillon zu verlassen.
Auch Sägebo> steckte sein Schnupftuch ein, rief
aber noch in der Thür:
„Schlafen? Der Mörder wird schlafen! I> aber
nich, i> armer, verwaister Bruder.“
Draußen schloß Sägebo> wieder zu und steckte
den Schlüssel zu sich. Der magnetische Arzt empfahl
sich melancholisch. Der Lehrer ging mit einem herablassenden
„gute Nacht“ ruhig seiner Wege. Mr. Cssexon
begleitete den Assessor nach Hause. Bis drei Uhr morgens
hörte Frau Buschhardt erregte Gespräche zwischen den
beiden Herren.
Kaum aber hatten die Leidtragenden den Pavillon
verlassen, so schlich auch shon Fahlke an das offene
Fenster der Nebenstube. Er trug ein Körbchen mit Tellern
und Vorräten in der Hand und schmunzelte vergnügt.
Bei Karline angekommen, ließ er sich es nicht nehmen,
selbst den Tisch zu deen. Dann seßte er sich still selig
neben sie und mit jedem Bissen Schinken, den sie aß,
id