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Full text: Adressbuch für Berlin und seine Vororte Issue 1902

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sollendes« 3abnpfleg«. 
ernt auch bei regelrechter Zahnpflege mittelst 
Odol und Zahnbürste der Gebrauch eines Zahn¬ 
pulvers nicht unbedingt erforderlich ist, so 
f. erscheint doch seine zeitweise Anwendung (etwa jeden 
dritten Tag) zur mechanischen Beseitigung des unsauberen 
Belages der Zahne wünschenswert. 
f' Exakte wissenschaftliche Untersuchungen der Stoffe, 
k die heutzutage als Zahnpulver verkauft werden, haben 
t das überraschende Resultat ergeben, daß kein einziges der 
verbreiteren Handels-Zahnpulver (es sind ca. SO Marken 
untersucht worden) den Anforderungen entspricht, die an 
ein tadelloses Zahnpulver gestellt werden müssen. Einige 
c Fabrikanten seyen ihren Zahnpulvern sogar chlorsaures 
« Rali, Borax, Sauren uns dergleichen zu. Solche Zahn- 
pulver sind direkt schädlich für die Zahnsubstanz und da- 
| her unbedingt zu verwerfen. Andere Präparate enthalten 
- als Grundstoff gemahlene Rreide, die aus mehr oder 
^ weniger feinen, scharfkantigen, glasharten Rrystallen besteht. 
| Diese ritzen beim putzen den Zahnschmelz und können 
l dadurch großen Schaden anrichten. Geradezu als Unfug 
i muß man es aber bezeichnen, wenn, wie dies vielfach ge- 
K schieht, den Zahnpulvern Austernschalcn, Holzkohle, Bims« 
tr stein und dergleichen Stoffe zugesetzt werden. Solche 
grobwirkende Mittel benutzt man wohl mit Vorteil zum 
; Scheuern von Holzdielen und zum putzen von Metall» 
> gegenstanden, aber nicht für das kostbare Email der Zähne. 
Da ist es dann kein Wunder, daß zahlreiche Mensche« 
trotz sorgsamster Pflege und gewissenhaftester Behandlung 
durch den Zahnarzt doch schadhafte Zähne bekommen. 
Dieser Stand der Dinge führte uns schon vor einigen 
Jahren zu dem Entschlüsse, ein hygienisch einwandfreies 
Präparat zur Vervollständigung der Odol- Zahnpflege 
herzustellen. Zahnpasten - oder Zahnseifen konnten nicht 
in Frage kommen, weil diese Präparate nicht völlig un¬ 
schädlich für die Mundschleimhaut herzustellen sind; es 
konnte sich nur um ein Zahnpulver handeln. 
Die Aufgabe war weniger einfach, als wir anfäng» 
lich annahmen. Erst nach mehrjährigen Versuchen ist es 
uns gelungen, mit unserem Gdol-Zahnpulver ein Präparat 
herzustellen, das wir getrost als ein Ideal-Präparat 
bezeichnen können. Es ist das beste derzeitige Zahnpulver, 
wie jeder Zahnarzt und Fachmann, der sich die Mühe 
nimmt, das Gdol-Zahnpulver zu untersuchen, zugeben 
wird. 
Auch die Schachteln, Büchsen rc., in denen die Zahn¬ 
pulver des Marktes in der Regel verpackt werden, sind 
im höchsten Grade unvollkommen und entsprechen nicht 
den bescheidensten Anforderungen, die man an derartige, 
für den täglichen Gebrauch bestimmte Behälter zu stellen 
berechtigt ist. Durch schlechte, undichte Verpackungsweise 
verduftet das Parfum der Pulver nach kurzer Zeit, und 
das wiederholte Eintauchen der angefeuchteten Bürste 
ist höchst unappetitlich. 
Unser Patent-Behälter gestattet eine Abgabe des 
Vdol-Zahnpulvers, ohne daß die Bürste mit der Pulver¬ 
menge direkt in Berührung kommt. Der Behälter öffnet 
sich gerade nur in dem Moment, wo das Pulver abge¬ 
geben wrrd und schließt sich darauf sofort wieder auto¬ 
matisch. Beim Aufdrücken auf ein besonderes Tellerchen 
(Odol-Zahnpulver-Schaufel) entleert die Büchse immer 
nur soviel Pulver, als zum einmaligen Gebrauche gerade 
nötig ist. Die Aufnahme des Gdol-Zahnpulvers durch 
die Zahnbürste findet also außerhalb der Dose statt. Auf 
diese weise bleibt das Gdol-Zahnpulver stets frisch und 
kann bis zum letzten Rörnchen ausgenutzt werden. 
Wir glauben, mit dieser Patent-Pulverdose eine 
reizende und sehr zweckentsprechende Neuheit für den 
Toilette-Tisch geschaffen zu haben. 
Eine Dose Vdol-Zahnpulver (Inhalt ca. 120 Por¬ 
tionen Zahnpulver, also ca. 3—4 Monate ausreichend) 
kostet 1,25 Mk. in allen Drogen- und Parfümeriehand- 
lungen.
        
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