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Full text: Adressbuch für Berlin und seine Vororte Issue 1902

Sch euswiirdigkcitcn 
— 203 — 
Sehenswürdigkeiten Theu II. 
Mineralogisches Museum bet Kgl. Technische» 
och schule, Gijarloltcitburg, Berlinerst!’. 151. Borst.: Pros. 
r. Hirschwald. Geöffnet täglidj Hon 12—2 mit Ausnahme des 
Montags. 
Botanisches Museum, Gruuewaldstr. 6—7. Besuchs¬ 
zeit: Mai bis Seilt. Montag ». Donnerstag v. 3—0, Mittwoch 
o. 9—0. Herbarium (mit für Botaniker) u. 0—2 lägt. altftcr 
©oim» «. Festtagen (s. Minist, d. geisll. Angeleg.). 
Pergamoii-Museum, Museumsiiisel. Das in antikem 
Stile auigefühtle Bauwerk enthält in seinem Hauplfaalc ten 
großen pergameuischen Allar, welchen der dculichc Sngciiicitr 
Humauu auf det Burg uon Pergamon entdeckt hat. Sluficrdcm 
beherbergt dieses Museum eine grosse Anzahl Architektur-Pfeiler 
uon andere» Tempeln zu Pergamo», ferner den Tempel uon 
Piiene und Magnesia. 
fiüuigl. Saminlnng aller Musikinstrumente, 
Schinkel-Platz 0 (in der alle» Bauakademie). Geöffnet-: Diensiaz 
u. Freitag u. 12—2 iiuciitgeltlid]. Während der UniverfilälS- 
fcricit geschloffen. Enthält iUlufirmitruuicule Hont Mittelalter bis 
zur Jcyizeit, (ämmilich fpiclbar; ii. n. auch Jnstriiinente von 
Bach, Friedrich d. öv„ Mozart, Bcetlioucii, (£. M. i>. Lieber, 
Mcyerbecr, Mendelssohn ii. f. ro., sowie kunstgewerblich imö 
ethnologisch intereffanle ^uilnintcnlc. Ausfuhilich gedruckler 
Katalog uoii Pros. Dr. Fleischer <s. Minist, d. geistl. Angeleg.). 
St ii ii i g I. Zeughaus, Play am Zeughaus. Besuchszeit: 
wocheuiäglich. ansgcn. Sonnabends, Sommer 10-3 Uhr, Wiiiiet 
10-2 Uhr, Sonntags und an den zweiten Feierlagen der hohe» 
- Feste 12—3 Uhr.GefchlosseinSoiiiiabendS, an den ersten Feiertagen 
der hohen Feste, am Renjahrstagc, Charsreitage, Hininielfahils- 
tagt und am Geburtstage St. Maj. d. ItaifciS »nd ilöttigS. 
(s. KriegS-Minifl.) 
Deutsches Kolon tat-Mus euin, am Lehrtet Bahnhos. 
Reichhaltige ethnologische Saiitmlnngen aus unsere» Srimt;- 
gebiete». GröfttcS Freilicht-Panoraina Teulschlands und fünf 
Dioramen. Ansstelliingeii der Missionen. KriegssdiiffS-Mobelle. 
Otroftartigcr Felseubau. Arabisches (£afu. Täglich — auch 
Sonntags — geöffnet von Morgen» 9 Uhr ab. 
Deutsches Schul-Mnsenm, Btumenstr. 03n. Besuchs¬ 
zeit: Sommer: Montag 3—0, Sinter: Montag 2-1. — Bor¬ 
stand: ,6. (liniier, Meinelerstr. 44. — Bit'liolhetar: Rebhuhn, 
Markus>tr. 12. 
Städt. Schu[inuseilm und Lefeztmnter, Stallfchreiber- 
slr. 54. Geöffnet Äiiliu. 3—4, Tonnab. 4—0, Somit. 11—1. 
Leiter Slctlor Bäblich. 
Das Otient - HandelSntufennt. Wilhelm-User, 
Seljrter-llasiiiljof. — Abth. A. Permanente SiiificmusilcUmig :c. 
— Abth. 15. Einsnht uon Früchten, Gemüsen :t. - Abth. ('. 
Geichäfll. Auoküuste jeder Art :c. — Abth. 1). Beil. d. Zeit¬ 
schrift „Der Cricitt". 
Bolkd iiiuscum „BetLliua", Maiiauiiciistt. 12. Natnr- 
historischc und biologische Sammlung. — Nalnihistorische Lehr- 
niitlcISnmmliiug. Besuch niuf) vorher angemeldet weide». 
6! cmälde-Galerie des Grasen RaezinStt i» der National- 
Galerie. 
W rohe B erliner it u » st-AnS stell n » g,All-Moabit 4—10 
(AiiSstelliings-Gebäiidej. Gewöhnlich findet die Ausstellung uom 
Mal bis Ottober statt. 
Künstlet Haus, Bclleviteftr. 3. Eigenes Heim deS BeteiuS 
Bctliucr Künstler, winde m den Iahten 1807,08 uom Pros. Sl\ 
Hoffacker erbaut. Am 15. Oktober 1808 eiösfuet, soll daS lifinstler- 
1)11116 in den groftanig ausgestatteten iflnimteii eine permanente 
Kunstausstellung aitsiielinicii. 
•Haueuü’idje (ikmälbodalcrie, äSallflr. 5—8. Be¬ 
sichtigung Dienstags imb Freitags 10—2 Uhr. 
Gciiiälbc-AiiSftellung des Preuss. KuuftvereiuS, 
iUtlfir. 15. Direktor St. l£hcualier. Besichtigung 11—3 Uhr. 
Zoologischer Garten, 81 m üiitsom-llfcr. Direetor: 
Dr. [ilill. Ü. Heck, Knrfürstenbanini 0. (Eiiitiitt wocheuiäglich 
1 ä)!., AbdS. nach 7 Ihr, 00 Ps. Soiiittau« 50 Pf.; am Sonn¬ 
tag »ach dem 1. eine« jeden Monats 25 Pf. 
Die Parlamente. 
Das Neue ReichStagsgebäude am Köuigs-Platz vor 
dem Brandenburger Thor, nach Entwürfen uom Geh. Baurath 
Pros. Dr. Paul Wallot 1884-04 mit ca. 30 iliill. M. «Osten 
eibaitt. Duo jlcuftcre i>t im Stile der Hochrenaissance gehalten. 
Höhe der Uicuzfptye der Kuppel 70 m, d. 1). 14,5 m höher 
als die äusserste Spitze bet Siegessäule. DaS Gcbaubc besteht 
aui einem Erbgesdioft, einem ,Hauptgeschäft, einem Zwiichengeschoft 
imb einem Cbcrgcidjoft. Man betritt bassclbc in ber Mitte bor 
Westseite, wo eine Freitreppe in Verbindung mit einer Rampe 
zum Hauptgeschäft cinpoistihrt, durch eine Borhalle, einen acht¬ 
eckigen Mnppelrmtiu von ca. 21 m Durchmesser und 25 in Hohe. 
Au diesen Raum anfchlieftciid, sind mit Tonneitgewölbeit uber- 
fpaiuite Ln;igl)allcii angelegt, welche zustimmen mit dem Kuppel- 
raunt eine Wandelhalle von 00 in Länge bildet, und welche eine 
bequeme Verbindung ber Erfrifchuugsräuine »nd bet Schreib- und 
Lesesale mit dem grojjeit Sltzungsfaale und den anderen GeschästS- 
räuiiteii herstellt. Der Sitzungssaal, Übet beit sich bas bei. Bau 
Überragenbe in Eisen, Stupset' uub GlaS iiioiiuiiieiital ausgetobete 
Oberlicht erhebt, liegt im Herze» des Gebäudes. Die Abmeffnngeii 
des Saales sind dieselben wie im alten RcichSlcgSgebäude, boch 
weist der neue Saat mancherlei Verbesserungen auf, hauptsächlich 
find Mt akustischen Sierliätlnisie günstiger gestaltet und zwar da¬ 
durch, daft die Durchbildung bes SaalciJaaiiz in Holz erfolgte. 
DaS neue NcichstagSgcbäiibe wurde im December 18U4 iit Be¬ 
nutzung genommen. 
Preiift. Herrenhaus, Leipzigerstr. 75. 
Ptenft. Abgeordnetenhaus, Piinz-Mbrechtstrafte 5. 0, 
nach Entwürfen des Geh. Bauraths F. Schulze, unter Mit¬ 
wirkung der Reg. Banntstr. (£. Bohl und A. Fischer in den 
Iahten 1803—08 mit einem Äostenauswande von ü'k Milk. M. 
(einjchl. der iiincteii Giiuidiluiig) erbaut. Das Äebande ist in 
allen seinen Theilen in italienischer illeiutlffctncc ausgeführt. Der 
vordere Theil enthält in einem Sockelgeschosse und zwei Haupt- 
geschossen die Eingangshalle und die Treppenhalle mit den 
beiden Haupttreppen, die -Wandelhalle und au diese sich au- 
idsticftciio die NeslaurationS- imb fiefefäle, sowie bic Schreib¬ 
zimmer, oben gröbere imb tlcineic FraftioitSsälc. Der hintere 
Theil de» Gebäudes enthält in seiner Mille den grollen Sitzungs¬ 
saal und diesen umgebend in einem Sockel-, Erd- und Trimm- 
gefchofj, sowie 1. und 2. Stockwctk größere und kleinere !M» 
theilungSzimmer, daö Bureau, die Bibliothek, sowie zahlreiche 
ArbeitL- und Sprechzimmer süt Abgeorbuete und Minister. — 
91 li da« Hauptgebäude schließt sich nördlich nach det ticipzigerstrafoc 
z» ein gwischenban an, der das a» genannter Strafte noch zu 
erbauende und bis 1002 fertig zu ftcUciibc GeschäftSgebäude für 
iaS HerreichaiiS mit dem Abgeordueteichaufe verbinde! und die 
beiden Häufet» gemeinsamen Räume für die Minister und den 
Königl. Hof enthält. Ocstlich uon diesem Zwischenbait liegt baS 
8 Dampskessel enthaltende Kesselhaus mit ben Maschnieiiranme» 
für die elektrische Station, welche den Strom für die Beleuchtung 
der Gebäude und bic inauittgsachen Elektromotoren erzeugt. 
Die seitlichen Verbindiiitgsstraßen dienen zur Sennittclung des 
LetkehtS während der SeffionSzeit, «ou ber Leipzigerstr. nach 
bet Prinz-Atbrechtstr. und umgekehrt. 
Hervorragende Dienstgebäude 
deS RetchS, PreutzenS und der Stäbl. Behörden. 
AnSwärtigeS Amt (zugleich Miitisteriuni der answäit. 
Angelegeuheiteii), Ailhelmslr. 76. 70. 
Rcichsamt deS Innern, Wtlhelntstr. 74. 
Reichsbank siehe Banken. 
SciiijSVrutfrrci, Oranimsir. 90—91. Backsteiiirohbau. 
Herstellung deS Papiergeldes, sowie iämmllidjer Poii 'BJerll)- 
zeichen, ber Sicrndicvuiigsniarfen ». s. ro. Berichtigung nach 'Anfrage. 
RcichS-Ei fcubahiiaint, L’inkftr. 44. 
!R e i d| 8 - 61 e f u ii b 1) c i 16 a m I, Sllopstodstf. 10. 20, 1870 be¬ 
gründet, 18'J5 -07 erbaut nach den Pläne» uoii August Busse 
unter Leitung be3 Sieg. Raths HücfclS und des Sieg. Baitinilrtf. 
Körnet. Siomanisdier Styl in Backsteine» mit Basalllager- 
oerzierungeu. ffisinitlerisch ausgeführte ©laefeusler. 
Reichs.Justizamt, Boftstt. 4, ptachtv. Monitmenialbau. 
3icid|«faiizl ei, ÜSilljctmstr. 77, siehe Mgl. Sdilösscr. 
Reich».Marine-Amt (Slaifcri. Slbmiralität), Leipziger 
Platz 18. 
R ei chS - P 0 st - A in t, Leipzigerstr. 14—18 ». Maitei- 
tlr. 09—75, Prachtbau im schönsten Renaissancestil vo» Schwatlo 
1871—74 erbaut, 18U4—95 bitrdi Anbauten erheblich vergröftert. 
Rcid>S-Schatza»tt, Withelmftr.01, Piachlbau mit Saiib- 
stein-Fa^aden iiadi Entwürfe» von W. Rcttmann, 1873—70 von 
iiliörner mit OdOOlK) :>>!. Kosten erbaut. 
Reichs- ii e r f i d) e rtt» g S n m t, itönigi» Angnstastr. 25—27, 
schöne Sandstein Fa^abc mit reidjeut oritnmtiitnleu Sdjnntd1. 
Miiiistennm der aitSloartigeit Angelegenheiten, 
Wllhelmslr 75. 
Stuliiisminiitei iiim, Unter den Linden 4, ein monumen¬ 
taler, mit herrlichem Fries von Ebcrlätt gezierter Prachtbau. 
Mgl. Bibliothek, Platz am iDpcrnhausc, 1775—80 nach 
Ungers Plan von Bonman» jmi. erbaut; mit bic reichhaltigste 
Bibliothek ber Welt. Besichtigung 1-2 Uhr. 
Mini st er in in bcs Kgl. .Hauset, iSilljclmslr. 73, ehemals 
Fürst Saden’idirs Palais, 1734 von Wiescnb erbaut. 
Ministerium bc6 Innern. Unter ben Linben 72. 73, 
1877 uoit Eitimerich imb Spitta erbaut, mit schöner Sandstein- 
F(i?nbe. 
Finanzministeriitin, Am FeilunciSgmben 1. 
H a n b e I« m i u i ft e t i n m, Leipzigerstr. 2. 
Justizministerium, Wilhelmsir. 04. V5, ehemals Palais 
deS Prinzen Anglist von Prcitftcit. 
itrirgSminiflcriitm, Leipzigerstr. 5 und ffiilsietmffr. 81. 
DaS Haulitgebäube 1845—40 durch Drewitz unter Siülers Ober¬ 
leitung umgebaut. Die Solbatcnfigurcn am Hauptelitgaug uon 
Granzow niodellirt. Da« zweite tovbäube in der Wilhclinslrafte 
ist nach dein Entluinf von Flcifchingcr und Boiglcl 1805-07 
ausgebaut. 
itricgSakabcinie, Ecke der Neuen Wilhelm- u. Dorotheen- 
strafte, uon Sdjarnljorft 1810 begriiiibct, 1882 von Sdjwedjteii 
im Sun vollendet, mit tuertljvoUcr ca. 85000» Bäube enthallenbet 
Bibliothek. 
Ministerinm s. Landwi11hschaft, Leipzi^tPlatz0-0. 
Ministerium ber öffenll. Arbeiten, Wilhelmstr. 70, 
mit prachtuolter Sstnbffein-Fttrabt. 3m Treppenhaus Oeuiälbe 
von Maurer uub Gefellichap. 
Kgl. Matstall, Vrcitestr. 30-37. Neubau 1800-1000 
uom Geh. Hof-Ba«rath Jh»e. Hanplfassade am Schloftplatz mit 
zwei Btiinuen-Bilbwerke»: Perfcns u. ProiiielheuS. Im Haupt- 
gefchoft ber Saal für Prunttoagcii und für historische Wagen. 
Ställe für 274 Pferde in zwel (Etagen Glashalle. Reitbahnen, 
fflalagclchirrfmuntern. Fahrstnhlbeltieb für Remise», (flcktrifdjc 
Beleiichtung. Beiichlignng lägl. von U‘/s—2‘/a Uht nach Anfrage 
iui Bureau Breiteftr. 37. 
I u g e u i e it t > 2) i e n ft g c b ä u b e, Siirfürsteiiflr.03 —00, impo¬ 
santer Sluppelbait int französischen tfieuaissaiiteftil, 1874 —75 von 
Göbeling mit 750000 M. Koste» erbaut. 
OiciicrcilflabSgcbäitbe, ilöiiigS-Platz, Ecke b.Mollkestrafte, 
Ziegelrohbau, 1871 erbaut, 1877 durch einen Anbau für die 
Landesaufnahme vergröftert, ehemals auch Wohnung des Grafen 
«. Moltke. 
D ber feil ertucfkerfdjnfe, Snvalibriiflmijc üön, pom figl. 
Gatnifoubaunieistet La Pierre erbaut. 
Königs- ober Neue Wache, zwischen Uniuersität uub 
RcugljaitS (Ruhmeshalle), von Schtnkel 1818 eibaut. Schönes 
Giebel-Relief. Attfzug der Wache täglich ziuifdjen 12—1 Uhr. 
Erimi iialgerichtsgebäude, Alt-Moabit 11.12 l Juiliz- 
pnlnft), mit llitterfuchuiigsgcfäugnifi für ca. lOtt) Gefangene, 
nach einem Plan uon Hcmttanii im Runbbogenftil uoii Lotenz 
und Reimann 1877—81 erbaut. 18U5 würbe auf beut Borplatze 
bei GerichtSgedäudeS bic Sötucugntppe (ein Löwe vertheidigt sich 
und fein Junges gegen den Angriff einer Schlange) uoui Pros. 
A. SBolf aufgestellt. Kosten: 12172 M. cinfchl. Postament. 
Kgl. Polizeipräsidium ant Alexander-Platz 5. 0, 
1885—00 nach BlaukenfteinS Entwürfen erbaut, 100 m laug, 
»2 m breit, nächst beut Kgl. Echloft unb beut SeichölagSgebäube baS 
gröftte Gebäube der Stadt Berlin. In de» Front-Nifd)en bic 
Hcrrfiticr-Staiibbilbcr von Kaiser Wilhelm 1. itub Friebrich 11L 
von Ealaubrelli, ferner des Gtoftcn Kurfürsten uon Lucrffcu und 
Friedrich I. uon M. Wolff. 
Hauptfcucrwachc, Lindenstr.41. Besichtigung 7—10 SBm. 
Kgl. Friebrich Wilhelms-Uulversität, stühet PalaiS 
beS Prinzen Heinrich von Ptcuftcn, Biubet Friebrich deS Gtofteu, 
Platz am Opernhanse, 1754-04 uon iMoumann seil. in antikem 
Stil erbaut. Die Hauptfront 150 tu lang, 23 m hoch. 
Berliner RathhauS, Spanbaner-, König-, Jüben- u. 
NathhauSstrafte. Nach Waeseniaiiu'S Giiliuürictt Int ober- 
ilalicnifdicn Runbbogenftil mit reicher Aiiuicnbiing uon Granit, 
Sandstein und Teiracotta ausgeführt, 90,2 m lang, 87,0 in breit, 
27 m hoch. Ueber der Haiiptfrout in ber ilöiiigflrafte ein 94,2 in 
hoher Thurm. Der Rathhaus-Thur«, mit grofiartiger, 
herrlicher Aussicht übet die ReichLhaiwtstadt, sann im Sott!liier 
(meistens uom April ab) täglich von 10—3 91m. gegen Zahlung 
eines EinttitlSgelbes von 20 Pf. für jede Person uom Hanpt- 
portal aus bestiegen werden. Eintrittskarten beim Portier 
am RathhauS-Portal (itönigftrafte) zu haben. Die Thutinulit 
bat 4,35 in Durchmesser. Die Salfoiirrüflmigeii find mit Reüefs 
uotuCaloiibreUi, Schweinitz u. a. geschmückt. In den Nischen bcs 
Hanptportats bie Ätonze-Statuen lliirfürfl FricbridjS I. uoit 
Encke unb Kaiser Wilhelms I. l'Jcfammtfoftcn ea. 10 Millionen M. 
Besonders fehenSwerth bic 8 RaihhanSfäte, »amentlich der Fest- 
saal mit dem u. Wcrner'fchen Bilde: der europäische Friedens. 
congrefi zu Berlin, und dem Bilde Ernst Hilbcbtaiib’e „Tnllia 
überfährt bcii Leichnam ihres Batcr’S", ein Geschenk beS 
Historien-MalerS Pros. Äust. Schauer. In bet Borhalle zum 
SitzuugSsaale bes Magistrats wurde Ende März 1800 SlicftciifenS 
„Sprea", vorn Bildhauer OchS in Ttgolcr Marmor ausgeführt, 
aufgestellt. Die Gruppe, 3 Meter hoch und 140 Elr. schwer, 
stellt die aus einem Felsen thronende Fluftgöltin dar, welche 
aus einer Schale eilten Bäten zu trinken giebt. Noch er» 
wähnenSwerth find die in dem Ircppcnljniiic und den Waubcl- 
göiigcii bcfinblichcit Gemälde von Mühlenbriich, Pros. Vogel u. a. 
Kgl. Schlösser. 
DaS Kgl. Schloft (Stiles Schloft) zwischen Stiflgcirleit unb 
Schloftplatz, z. >j. Wohnsitz Kaiser Wilhelm Is„ wiirbc unter 
Kurfürst Friedrich III. uub König Friedrich Wilhelm I. (1000 
bis 171(1) durch Sdjlüter, Eofander uon Göthe und Böhin erbaut. 
bildet ei» Sicrnt mit zwei grofteit Höfen. Griifttc Länge 
100,5 in, Breite 115 in, Hohe mit dem Brustgeläitdct 33 m. 
Die Wasserieite des Sd)loffeS zeigt Eiter und Thürme anS beut 
XV. unb XVI. Jahihnndett. Bor kurzem ist hier die groftc 
Snubfleinicmtsie als Aulegepla» für bic faifeilldiou pachten 
ausgeführt loorben. DaS Schloft hat fiiuf Portale, zwei nadi 
dem Lustgarten, daS Hauptporial nach der Sdjlofjfmlieil, zwei 
und) dem Sd)loftplatz führend. Seit 1888 sind bic fünf Portale 
mit gewaltigen schmiebeeisetiic» Thorslügclu für ben öffentlichen 
Bericht gesperrt. Den Eingang an bet Lnslgartenscitc ziere» 
bic [icibc» Roffcbänbiget uoit Globt, ei» Geschenk Kaiser RicolauS 
an llöuig Fticbridi Wilhelm 5\r. 3m äufteru Sdiloschos Erzgrnppe: 
St. Georg den Dnidicn töblcnd von Kift. Da« dunere bcs 
Schlosses hat ra. 700 Zimmer. Das eigentliche Sdjloftgcbäube 
jiilili 080 Fenster. Von den Zimmern und Sälen werden die 
lOgeii. Pradjtgcinärfjer täglich (50 Ps.) uon 10-1 Uhr gezeigt. 
Zu besichtigen iinb: der Sdjiueizerfaal, zwei Sortainincrn, KöuigS- 
immer, die rothe dlrnp >1 Kammer, Rothe ilblcr ilmunter, 
er Ritter- ober Throumnl. Dieser tu korinthischem Stil gc- 
halleue Saal bilbet ben Haupl-Prachtsaal. Unter feinem Thron» 
Inmmet ist ber tunbe, silberne, mit golbciien Figuren imb Ebel- 
steiiicn vcizierle Schilb, ein Hiildignngsgeschenk der Stadt Berlin 
au Fricbrid) Wilyelm IV. lieber den uicr Thttien Hochreliefs 
nun Sdilüler (vier Erbtheile), itronleiichtcr uon Bcrgeniftall aus 
betn illeichslagssaal zu WonuS. — Schwarze Ablet-Kammer. 
Ehemals alte Eapelle, jetzt Eapilelsaal beS Sdjwarzeu Adler- 
Ordens. — Bilbcr-Öaleric, 04 in lang, 7,5 in breit mit 45 vor» 
ziiglichen Bilber» ttub Portraits. — Königin Gemach. — Weiftet 
Saal, 32,3 in lang, 15,7 m breit, 12,88 m hoch mit 12 Matmot- 
Siatucn pi'cuftijcher Regenten uon Eggets, einer fitzciibcii Bictoria 
uoii Rauch unb ber Wetnct'fchcn stonctproclcimution zu Scrfnilleä 
1871. — Treppenhaus mit vier.slaifcrstatueii nach EggerS: Jnl. 
Eäiar, Gonftauiin, Karl der Ojrofte, Rndolph ]s. — Schloft- 
Eapelle, 1847- 53 nach Angaben Friedrich Wilhelms IV. von 
Stülcr unb Sdjaboiu erbaut, mit ca. 700 Sitzplätzen. Baukosten 
ca. 1101000 'St. Durch ihre prächtige Ausstattung uon groft- 
atligem Eindruck. Der Fttftbobe» bestellt aus Marmoruiofaik. 
Auf beiben Seilen Kanzel» uon carrarischcut Marmor. In 6er 
Jfifdic ein colossales Kreuz aus stark.pcrgolbclem Silber mit 
Ebclfleincu (Golbtopafc) von 8 cm Durchmesser. 
Palais Kaiser Wilhelms I., gegenüber der Uniuersität, 
1834 —30 von Langhaus erbaut. Das Antftcrc bei 111,2 IN breiten, bis 
znr Behtenflrafte reichenben PalaiS ist einfach gehalten. Säuimtlicljc 
Räume, die Kaiser Wilhelm 1. benutzte, darunter daS Adjutanten-, 
Empfangs- uub Arbeitszimmer mit betn historischen Eckfenster 
unb bet schöne Gesellschastssaal, stub uimrränbcrt erhalten. 
PalaiS ber Kaiserin Friebrich (Stroupriiizen-PalniS), 
von Nchrina 1087 erbaut, später uon Gras Warlcnslebcu, bann 
1734 uon Fticbrid) betn Grofteit als Kronprinz benutzt. Seit 
1858, nach vollständigem Umbau nnd t’luffetiimg eineö zweite» 
Stockes, bewohnte es itronpiinz Fticbrid) Withctm, später Kaiser 
Friedrich 111. Durch einen Schwibbogen ist bas PalaiS mit dem 
logen. Prinzesfiiinen.Palais vcrbttubcu. 
Palais bcS Prinzen Friebrich Leopold, Wilhkli»' 
Platz 0, ehemals beut Johanuitet-Orben gehörig, 1737 erbaut, 
1828 von Sdiinfet ausgebaut, 1884 fand ein 11,11- und Ertoeilc» 
tungsbaii statt. Früher PalaiS des Prinzen l£art uub fciitcS 
Sohnes Prinz Friebrich Carl, 
PalaiS bes Prinzen Georg uon Preußen, Wil> 
(jclmstr. 72. Unter Fticbrid) Wilhelm I. bnrch Gerlach erbaut 
unb 1820- 30 uon Schiutel tcnoulrt; 1852 erhielt es bnrch 
Hnhiiemaim eine neue stattliche Fa^ade. 
Palais beS Prinzen Albrecht, Wilhelmstr. 102, gegen¬ 
über der Korfjflrafte, bitrd) einen Säulettgang unb gärluenfche 
Anlagen uon bet Strafte getrennt. 1737 auf Veranlassung 
Friebr. Will). I. für ben Baron de Bcrnezobre, einen iranzösisches 
Emigranten, erbaut; 1830 zur Wohnung des Prinzen Albrecht 
(Siaier) bestimmt und von Sdjiufvl umgebaut. Schöner Park. 
Schloss MoiibIjou am Monbijoit- Platz. Ende ben 
17. Jahrh, für Sophie Dorothea, Gemahlin des Grosicu Kur¬ 
fürsten, erbaut; 1717 uon Peter dem Groftcn bewohnt. Bot 
imb hinter bei» Schloft arohe Gärten. Im Schloft bas 1808 
gegründete Hohcnzollctn-Miiienm mit 30 Zttntueiu unb Sälen 
mit Modellen, Stiften, Bildern, Waffen, Reliquie» ber branden- 
bitrg-pieiift. Henfdjer bis auf bie neueste Zeit. 
Schloft Bellevite, ronmutifdi im Tljiergnrlen am Wasser 
gelegen mit 30 lm grossem Paik, 1785 »om Piinzen Ferdinand 
erbaut. In dem Jcbcrmaim zugänglichen Park: Denkmal an 
die Heldenthat des Prinzen August uon Preussen in bet Schlacht 
bei üttlm ant 30. August 1813. 
Kgl. Schloft zu ISIjarlottenburg, 1005—Ost' burd) 
Sdjlüter erbaut, 1700 durch Eofander von Goethe erweitert. 
Schciiswerlli ber Sdjloftpark und das M anfole u tu mit den 
Särgen Friedrich Wilhelm III., ber Königin Luise, Kaiser 
Wilhelm I uub seiner Gemahlin Angnsla, sowie beut Herzen 
Friedrich Wilhelm in einer iVZannorfapsel; im oberen Gefchoft 
bie berühmten uon Ranch ausgeführten Marmor-Sarkophage 
mit ben Gestalten Friebr. Wilhelm III. uub. ber Königin Luise, 
sowie diejenigen Kaiser Wilhelms 1. unb ber Kaiserin Augiiftn. 
Die mit Parzen und Hören geschmückten Canbelabcr fitib von 
Rauch uub Tieck, das Eiitcifir von Slchteintitnu in Rom, Altar¬ 
bild uom Pros. Pfamifchmibt. 
NeichSkaiizler-PalitiS Wilhelmstr. 77, vordem Rabzi- 
will'fches Palais. 1877- 78 bnrch Reuiuanii völlig umgebaut 
Jetzt Wohuuiig bes Reid)SkanzlerS Grafen v. Büloiu. 
PalaiS bcS DbcrjäcicrmcifterS Fitrfteu v. Pleft, 
Wilhetinftr. 78, nach Entwürfen uoit Deltailleiir in PariS aus» 
geführt. Reiche Sleimiietzarlieileii uub Srulpluren zieren die Front
        
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