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Full text: Adressbuch für Berlin und seine Vororte Issue 1902

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Reichspost 
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Reichspost,. 
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Priese mit Wmhangabo (Gold, Silber, Papiergeld. Werth 
Papiere» u. s. ro.) müsse» mit haltbarem au'8 einem Stück ge¬ 
fertigtem Umschläge ocq'cftctt und mit mehrere« durch dasselbe 
Sßctlajaft in gutem Lack hergestellten Siegelabdrücke» dergestalt 
verschlossen fein, ims| eine Vorletznna des Inhalts ohne äntjcrlidj 
wahrnehmbare Bcfchädignng des Urnichlags oder dcS Sirgcl- 
ocrjchluffeS nicht möglich ist. Geldstücke, welche in Briefen ver¬ 
sandt werden, müssen in Papier oder dergleichen tingtstfjlagcn 
und innerhalb des Briefes so'befestigt sei», daß eine Veränderung 
ihrer Sage während der Beförderung nicht stattfinden kann. 
Dic Angabe des Werths inntz in Den,scher ReichSwähning 
erfolge». Der angegebene Betrag soll den Werth der Sendung 
nicht übersteigen. Bei der Versendung edn kntShabeuden Papieren 
ist der Kurswert 1), bei der Versendung von hypothekarische» 
Papieren, Wechseln tittb ähnlichen Sedimenten der zut Erlanamig 
einer rechtsgültigen neuen Ausfertigung des Dokuments i>. j. w 
voraussichtlich zn verwendende Betrag anzugeben. 
Porto und VcrsichcmngSgebiihr für Briefe 
mit Wertljangnbc 
Nach Orten außerhalb Deutschlands 
und Oesterreich-Ungarns mit Liechtenstein. 
Briefe mit Werthangabe sind nur noch folgenden Ländern 
zulässig: sämmtliche europäische Staaten, fern er auch Ar- 
nenttmen, einige Britische (Solonmi, KI)i(i, China, Dänische 
Soloiilcn, Eaypten, Ertithiea, Ämiizöfisdic (Scloiticn, Sfanteiun, 
Klautschou, Indien. Marrocio, Portugiesische Colonie». Salvador, 
Tunis, Tripolis, Kansibar. Ueber Beschränkungen des Inhalts 
ertheile» die Postttiistaltcn Auskunft. Die Sendungen sind zu 
siegeln. Ueber den Höchstbcttag der Wetthangaben und die hierfür 
«i entrichtenden (»cbührcii ertheilen die Postanstalten Auskunft. 
Eine GcwichtSdeschkäuknng bestellt nicht. 
Die Wcrthanaabc musj in Buchstabe» und in Zahle» in der 
RcichSivährnng erfolgen. 
Kästchen mit Werthangabc. 
Schmncksachc» und kostbare Gegenstände mit Werthangabe 
sind nach den oben angeführten Ländern \ulöfiig mit SInsnalnne 
pon Großbritannien und Irland, der Btiliichen Cotonien. Indien 
«nd ßaufibat. Licrstgcwicht 1 kg, Ausdehnungen nicht über 
30 ein lang. 10 cm breit und 10 ein hoch. Ueber den Höchst- 
betrag und die zu entrichtenden Gebühren dieser Sendungen geben 
die Postanstalten Auskunft. 
Postanweisungen. 
Nach Orten Deutschlands. 
Postanweisungen find bis 800 Mk. cinfltiticßlich zulässig. 
Gebühr bis <"> Mk. 10 Pf., von 5-100 Mk. 20 Pf., 100 
bis 200 Mk. SO Pf., 200 bis 400 Mk. 40 Pf., 400 bis 000 Mk. 
60 Pf. über 600 bis 800 Mk. 00 Pf. 
Wegen der Postanweisungen an Soldaten u. f. w. f. nutet 
Soldatenbricfc. 
Di? llebetlocifung auf Postanweisungen eingezahlter Peinige 
kann durch Üiermitleluiig bei Telegraphen erfolgen. 
Hierfür sind zu entrichten: 
1. die Post-Anwelsn»gSgcbühr, 
2. die Gebühr für das «legierntu, 
außerdem kommt zutreffendenfalls zur Erhebung: 
a) das Porto und dic E-.nschreibgcbühr für die Vesördernng 
des Telegramms bis zur nächiten Tclcgrapheiianstalt, 
b) das Porto und die Linfchicibgcbühr für die Beförderung 
des Telegramms von der legten Telcgr>'.phenanftalt bis 
zur BcltiuimuiigS-Postanslalt; 
o) das Eitbcslcllgeld für die Bestellung au den (Empfänger. 
Die Gebühren unter a sind stets vorn Absender voraus¬ 
zubezahlen, dagegen bleibt es in fein Belieben gestellt, ob er 
die Gebühren unter b und c ebenfalls vorausbezahlen oder 
deren Entrichtung dem Empsgiigei^üder lassen null. 
Poftaniucnu »gen 
»ach Orten außerhalb Deutschlands. 
Die Länder, nach denen Postanweisungen zulässig sind, sowie 
die sonstigen Bedingungen find bei den Poftanftallen zu cifnfjien. 
Der Absender einet Postanweisung kaun über die erfolgte 
Auszahlung derselben im Bctkehr mit den meiste» Ländern eine» 
Schein — Auszahlungsschein — erhalten gegen eine im Voraus 
zn entrichtende besondere Gebühr von ‘20 Pf. Ein dahin 
gehendes Verlangen ist bei der (Eiiilicftnuig zu stellen. 
Postansträge. 
n. Nach Orten Dentschlauds. 
Dic Post übernimmt die Einziehung von Geldern duich 
Poftanftrag bis zn bOO Mk., sowie dic Einholung der Mitnahme- 
erklärnng von Wechsel» von den Bezogenen. Formulare zu Post- 
atifltäac« sind bei den Postaistaltcu zum Preise von 5 Pf. für 
je JO Stück z» beziehen. Dem Postauftrag ist das einzulösende 
Papier (Miittiitc Rechnung, Wechsel, yiitsfifjciu :t.) zur Aus¬ 
händigung nu denjenigen, ivrlcher Zahlung leisten soll, oder die 
zur Äimahine vcrjiiif’igmbcn Wechsel beizufügen. In dem Post. 
mtsltag muß üinmc und Wohnort des Absenders, feiner Name 
lind Wohnort des Zahlungspflichtigen oder des Bezogenen, der 
einzuziehende Betrag oder der Betrag des zur Annahme vor. 
zuzeigendeu Wechsels (äJiartfmnme in Zahlen und Buchstaben) 
und bei Postauftrügcn zur Geldeiimchnng die Zahl der Anlagen 
angegeben fein. Schriftlich« Mittheilungen auf dem Poflauftrage 
sind unzulässig. Beilegen von Briesen verboten. 
Einem Postauftrag können mehrere ßiiittimgtn, Wechsel, 
Zinsfcheinc ;c. bis zum Gesaiiimtbetmgc von 800 Mk. znr Ein¬ 
ziehung von demselben Zahlungspflichtigen, sowie mehrere Wechsel 
int Accepteinholnna beigefügt weiden. Der Auftraggeber hat 
eil Poflauftrgg nebst dessen Anlage unter «erschlossenem Umschlage 
an die Postanstalt, welche dic (Einziehung oder Aceeptcinholung 
lemirfen-folt, unter Einschreibung abzusenden. Der Brief ist mit 
ler Aufschrift „Poftanftrag »ach (Siatuc der Postanstalt)" 
3u versenden. Soll die Borzeiguug an einem bestimmten Tage 
geschehen, dann darf die Gmltcfetimg des Postanftrages nicht 
stühcr als sieben Sage vorher erfolgen. 
Dct Abfeilte kann auf der Adießfcite des Fonnnlats das 
Daüinr angeben, an welchem die Einziehung des Betruges tt> 
folgen soll. An Sonntagen und an acfeßlicheii Feiertagen findet 
•ic Lorzeigimg von Postanfträgen nicht statt. 
Die Einziehung des Seirnges-erfolgt gegen Vorzeigung des 
Postanftraas und Anshändchiing der gnittirten Rechnung (des 
quittii'tcu Wechsels ic.). Die Zahlung ist entweder sofort an den 
Postboten oder, wenn der Auftraggeber nicht die sofortige Rück» 
seuduug verlangt hat, binnen sieben Tagen nach der Vorzeigung 
dcS PostauftragS bei der einziehenden Poftaiiitali zu leisten. 
Theilzahlungen werden nicht angenommen. Verweigert der 
Iahiungpflichtige bei der erstmaligen Vorzeigung des AustragS 
endgültig dessen Einlösung, so wird der Auftrag fofort zurück¬ 
gesandt. 
Der Auftraggeber kann verlangen, daß der Poftanftrag nach 
einmaliger vergeblicher Vorzeigung nicht an ihn zurück, sondern 
nu eine andere Person in Deutschland weilergefanto werde. Dies 
Verlange» ist unter Angabe der vollständige» Adresse dieser Person 
durch den Vermerk: „«sofort au X. irr N." aus der Rückseite deS 
Pvitauflragü auszudrücken. Eilte solche Wcitcrsendunjl geschieht 
kostenfrei mittels Einschreibbriefs au den neuen Empfänger. 
Wünscht der Auftraggeber, daß dic Wcitcisendiiiig an eine 
zur Ausnahme des Wechfelpioteftes befugte Pcifoit geschieht, so 
genügt dct Vermerk: „Sofort z»m Protest", ohne daß es der 
namentlichen Bezeichnung einet folchcn Pctson bedarf. Bei Post« 
anfirägen zur Slcceptciiiljoliiug geschieht die Vorzeigung deS 
Postauftrags und des beigefügten Wechsels an1 den Bezogenen 
selbst oder dessen Bevollmächligten. Die Annahine des Wechsels 
muB auf dcmictben tchuftlich geschehen. Einschränkungen sind 
bei der Äimahmeerklärung unzulässig. 
Falls der Absender nicht andertocitc Bersügutta getroffen, 
werden dic bei der ersten Üioizcigting mit einer schrifllicheu An- 
iiahiiicerlläniiig oder Annahmcvcrweigcriing nicht versehenen 
Wechsel nach 7 Tagen nochmals vorgezeigt. 
. PostauftragSbriefe müssen frankirt werden. Dic Gebühr für 
einen Postaustragsbricj betrügt :10 Pf. Der eingebogene Betrag 
wird nach Abrechnung dcr Postaiiweifnugsgebühr, der an¬ 
genommene Wechsel gegen Anrechnung von 30 Pf. Porto dein 
Auftraggeber poflfeitig übersaudt. Im Falle der Verweigerung 
der Zahlung deS Geldbetrages oder der Annahme drS Wechsels 
erfolgt die Rücksendung des AnftragL oder die Weiierfcndnng 
desselben zum Protest oder an einen anderen Empfänger portofrei. 
b) Nach Orten außerhalb Deutschlands. 
Im Vercinsvcrkehr sind Postansträge mir znr ©cldeiiiziehimg 
zugelassen. Auf dcm Auftragsformular ist dct Betrag in der 
für die ciuzichcilde Bcrwaltnng maßgebeudeii Währung an¬ 
zugeben. Hierüber ertheilen die Postanstalten getmucre Auskunft. 
Das Formular (für den Verkehr mit frcmdcu Länder» ein 
solches mit dciitfchciii »nd französiichem Vordruck) ist, entsprechend 
ausgefüllt, mit den Anlagen (Rechnung, Oniltniig, Wechsel n. s. w.) 
in verschlossenem Umschlage unter Einschreibung an die Post- 
anstalt abzusenden, in deren PcstellkrciS dcr Schuldner wohnt. 
Tcr von der Postaustal! eingezogene Betrag wird abzüglich der 
Postanweisnngsgebühr n»d der (ünziehnnaSgeblilir (f. u.) dein 
Absender des Postauitrags mittels Postanweisung ,'ibersandt. Post- 
anftiägc ohne Anlage oder mit Briefe» als 91 »lagen sind nnzulässig. 
Eine und dieselbe Leiidung darf mehrere Berthpapicre ent¬ 
halten, wclchc von einer und oerfelbeii Poftnustiilt bei mcljicren 
Zahlnn^Spitichtigen — höchstens jedoch 5 — zu Grinste» eines 
nnd deiielbeii Abseiidets einzuzielien sind. Bon dein Beilage 
eines jeden eingelösten Werthpapiers wild eine Einziehnngs- 
gebnhr von 10 Pf. in Abzng gebracht. Dic Wcitci-fcndung nu 
eine zweite Person int Falle dcr Nichteinlösung ist gestaltet. 
Solche Ziusscheinc und Divibeiibenschtinc, «nf welche nur 
bei Vorlegung der Obligation n. s. tu. Zahlung geleistet wirb, 
sind votn PostanstragSveikchr attsgeschloßen. 
Postansträge müssen flankn! weiden. Für die Rücksendung ltn* 
ausführbarer Postansträge kommt eine Gebühr nicht zur Erhebung. 
Der Poftanftimebrief ist mit bet Anüchiist „Postaustrag 
nach  Einfchreibeit" bezw. ..Vnleura ü rccouvrer, 
Buri’ati (Ic poste i't   Uccommaudii“ in versehen, im 
Vereinsverkehr nußcrdcin mit der Angabe des Namens ic. des 
AbscndcrS. Schriftliche Mittheiliiiigen, die sich nicht auf den Post- 
auflmg beziehen, dürfen auf dem Formular nicht aiigcbracht werden. 
Tarif fitr Übersendung tiuu Postanfträgen nach dem 
Auslande. 
Packcte nach Orte» Deutschlands. 
(Tarif Seile 195 Spalte 1.) 
Das Gewicht eines Packeis darf 50 leg nicht Übersteigen. 
Jeder Packetfendung muß eine Post-.Packetadressc in der vor¬ 
geschriebene» Form beiaegeben sein. Die votgcfchticbcnen For¬ 
mulare hierzu sind au Leu Schaltern znm Preise von 6 Pf. für 
jc 10 Stück zn habe». 
*) NachBeir>it,Jasfa,Aerusale,ii(DenlschePostäi»ier) IVWFreS. 
> • Nicht von tcr Post bezogene Formulare müssen' inM&röfje, 
Farbe und Stärke-des Papiers, sowie im Bordnick mit den 
postalisch gelieferte« übereinstimmen. 
Der Abschnitt zur Post-Packetadressc kann zu schnstlichen 
oder gedrucklen Mtthcilmigc» benutzt und oom Empfaiiucr ab¬ 
getrennt werdeii. 
Dic Poft-Packctadrcssc imib bei der Einpfangnahnie des 
Packeis an die Postanstalt bezw. an den bestellenden Boten zu- 
riickgcgcbeii werde». 
Mehr als 3 Packele dürfen zu einer Bcgleitadreffc nicht ae> 
hörcn. Packele mit Wcrthangabe und solche ohne Werthaugabe 
mittels einer Begleiladresse zu versenden, ist »»zulässig. 1 
Jedes Nachnahmcpacket muß- von einer besonderen Packet» 
adresse begleitet fein. 
Gehören mcljtevc Packele mit Werthaugabe zu einer Post» 
Packcladrefsc, so muß auf derselben dir Werth eines jeden 
Packeis besonders angegeben sein. 
Aufschrift. -Die Aufschrift eines Packeis muß die wesent¬ 
lichen Angaben de>Begleitadressc enthalten, bei Sendungen 
nach großtu Orten auch dic Straße und Stummer der Wohnung, 
so daß nöihigcufnlis das Packet auch ohne die Begleiladresse 
bestellt werden kann. Zttr Aufschrift gehört eintretenden Falls 
auch der Beruterk „frei“, „Nachnahme von " (die Mark- 
funtinc in Zahle» nnd Buchstaben), „durchEUbotcn", „diingcnd". Die 
Aufschrift eines Packeis muß in haltbarer Weise unmittelbar auf der 
Verpackung angebracht werden. Ist dies nicht ausführbar, so ist 
die Aufschrift auf einem der ganzen Flüche nach aufgeklebten — 
nicht bloß mmcpcgellen — Papier oder auf haltbar befestigten 
tahnen von Pappe, Pergametttpapicr, Holz u. s. w. anzubringen. 
osl-Packetadreffeu sind als Packetanffchriste» nicht zulnisig. 
Unt unverpacktes Wild ist ein Streifen Leinwand znin Zweck 
dcr Anffchrist zu legen. 
Die Adrcffe ntitfi in großer, klarer und leserlicher Schrift 
hergestellt sein. 
Dcr BeftimmungSort muß, wenn es nicht eine größere be¬ 
kannte Stadt ist, durch Angabe der Provinz, des Kreises, Be¬ 
zirkes :e. nähcr bezeichnet werden. 
Wenn der Werth einer Sendung angegeben werden soll, so 
muß derselbe sowohl auf der Packciadrcssc als auf dazu ge¬ 
hörige» Packele ersichtlich gemacht werden. Die Angabe des 
Werths hat in der ReichSwahrmtg zu erfolgen. 
Dcr nitgcgebenc Bctrag soll den gemeinen Werth der Sen¬ 
dung nicht übersteigen (siehe unter Briefe mit Werthangabc). 
Verpackung. Verschluß. Die Verpackung dcr Sendungen 
muß nach Maßgabe der BefördcrnuaSstrccke, deS Umfangs der 
Sendung und der VeschaffenheifdeS Inhalts haltbar und sichernd 
eingerichtet fein. Bei Gegenständen von geringerem Werthe, 
welche nicht unter Druck leiden und nicht Seit oder FcuHtlgkeit 
absehen, ferner bei Acten- und Schiifteiifenbutigcti gcunat bei 
einem Gcwichtc bis zu ungefähr 3 ltg und bei kurzer Besörde- 
lnugsftreckc eine Hüllc von Packpapier mit Vctschtiürnng. 
Schwerere, oder auf größere Entfernungen zu versendende Gegen¬ 
stände müssen mindestens in mehrfachen Umschlügen von starkem 
Packpapier verpackt sein. Frisches Fleisch und Gegenstände, 
welche Fett oder Feuchtigkeit absetzen, müssen möglichst in 
Holzkisten verpackt |cut. Sendungen von bedeutenderem Werthe, 
insbesondere solche, welche durch Nässe, Reibung oder Druck leicht 
Schaden leiben, müssen in Wachsleinwand, Pappe, gut 6t- 
ftljaffeiicit. nach Umstünden mit Leinen überzogenen Stiften u. s. w. 
verpackt sein. Fässer mit Flüssigkeiten müssen mit starke» 
Reiseti versehen sein. Mit Flüssigkeiten angefüllte kleinere Ge¬ 
fäße (Flaschen ti. f. tu.), ebenso Slcchgcfäfje mit Spiritussen, 
flüssigem Lack utib Firniß sind noch besonders In festen Kisten, 
itübeln, Storben zu veiwahten. Der Verschluß der Postsenduitge» 
muß haltbar und so eingerichtet sein, daß ohne Beschädigung oder 
Eröffnung desselben dem Inhalte nicht beiznkotumeu ist. Paikeke 
mit Werthaugabe müssen mittels Siegellacks mit Abdruck eines 
oidentlichen PelfchaflS verschlossen sein. Bei Packetc» ohne 
Werthaugabe kaun vo» einem Verschluß mittels Siegel oder 
Blei abgelehnt werden, wenn durch dic sonstige Lerpackniig die 
Sendung hinreichend gesichert erscheint. Bei Sendungen in Pack¬ 
papier kann der Verschluß mittels eines guttu Klebestoffs oder 
mittels Siegelmorleti a»s Papier tu s. tu. hergestellt werden. Auch 
bei anderen Packeten können Sicgclntatkc» in Anwendung kom¬ 
men, iociüi dadurch ein haltbarer Verschluß erzielt wild. 
Bei Reisetasche», Koffer» itttd stiftett, welche mit Schlössern 
versehen sind, sowie lei gilt bereiften Fässern, auch fest ver¬ 
nagelten Misten, bci gut umhüllten Mafchiucntheilcit, größeren 
Massen, Snstnimcuten, bei Wildpret bedars cs keines meiterc« 
Verschlusses. 
Geldsendungen sind in Packele, Beutel, Kisten oder Fäffcr 
fest zu verpacken. Seubuugen bis znm Gewichte vo» i kg 
Dürfe», sofern der Werth bei Papiergeld nicht 10000 Mk. und 
bei baarent Gelde nicht 1000 Mk. übersteigt, in Packeten von 
starkem, ntehtfach umgeschlagenem und mit Versiegelung versehen, 
gut verschnürtem Paprer eingeliefert werden. Bei schwererem Äc> 
Wichte und bei größeren Summen muß dic äußere Verpackung in 
haltbaiem Leinen, in Wachsleinwand oder Leder bestehen, gut um¬ 
schnürt und vernäht, sowie die Naht hinlänglich oft versiegelt sein. 
Geldbeutel und Säcke, welche nicht in Fäiimt u. s. w. versandt 
werden, können in dem Falle ane cinsacher stärket Leinwand be¬ 
siehe», wenn das Geld darin gehörig eingerollt oder zu Päckchen 
vereinigt enthalten ijt. Andernfalls müssen die Beutel aus wenig¬ 
stens doppeller Leinwand hergestellt sein. Dic Naht darf nicht 
auswendig im» der Kröpf nicht zu kurz fein. Da, wo der Knoten 
geschürzt ist, und außerdem über beiden Schnürenden, muß das 
Sicacl deutlich ausgedrückt sein. Die Schnur, welche den Kröpf 
»mgrcbt.mutz durch bett Shops selbst hindurch gezogen Werden. Der¬ 
gleichen Senduuacii follcn nicht über iffiltgichiocrfein. Gcldkiftci» 
über 25 kg müssen gut bereist und mit Handhaben versehen sein. 
Geldsässcr müssen gut bereift, die Schliißtcifcn angenagelt und 
au beiden Böden dergestalt verschnürt und versiegelt sein, daß 
tiit Oessnc» dcS FasicS vhnc Verletzung dcr Umschnürnng oder 
des Siegels nicht möglich ist. Bei Packetc» mit baarent Gelde 
in größeren Beträgen muß der Inhalt gerollt [eilt. Gelder, 
Ulriche in Fässern .oder Kisten znr Bersendung gelange» solle», 
müssen iu Beuteln oder Packetc» verpackt fein. 
Znr Versendung mit der Post dürfen nicht aufgegeben 
werden: Gegenstände,. deren Beförderung mit Gefahr verbunden 
ist, namentlich alle durch Reibung, Lnstzudraug, Druck oder 
sonst leicht-entzündlichen Sachen, sowie atzende Flüssigkeiten. , 
Flüssigkeiten überhaupt, ferner Sachen, diCj dem schnelle» 
Verderben oder der Fäulnis) ausgesetzt sind. unförmlich große 
Gegenstände, lebende Thicrc können von den Postanftalten zurück¬ 
gewiesen werden. Bci Sendungen'mit lebende» Thieren ist 
vorn Absender durch einen sowohl auf die Begleitadresse, als 
auch auf die Sendung selbst zu setzenden Vermerk darüber 58e» 
fthimtuiig zn treffen, tva» mit dcr Si'ninnig geschehen soll, wenn 
die Annähme derselben durch den Empfänger nicht binnen
        
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