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Full text: Adressbuch für Berlin und seine Vororte (Public Domain) Issue1899 (Public Domain)

’ ©tiefe obst teil Charakter der Correspondenz tragende Mil- 
theilmige» dürseii in Packet- nicht ausgenommen werden (eigent¬ 
liche Rechnungen sind zulässig); auch Ist verboten, In Postpaketen 
ohne Werthangabe gemünztes Gelb, Gold- oder Silberwaarcn 
und andere kittn« Gegenstände nach solchen Ländern zu ver¬ 
senden, welche eine Werthangabe »»lassen. 
Die Zollgebühren können Im Verkehr nach Belgien, Brasilien, 
Dänemark mit FarScr und JSland, Egyptcn, Frankreich und den 
Französischen Kolonien, Italien, Luxemburg. Marocio, Monte¬ 
negro, Niederland, Oesterrelch-Unaarn, Salvador, Schweden, der 
Schweiz und Tripolis born Absender entrichtet werden. DaS 
itjimlichc Verlangen Ist auf dem Packele und der Begleiladreffe 
durch den in die Augen fallenden Vermerk „& rcinettrc Irano do 
droltg“ (gebührenfrei zuzustellen) auszudrücken; auch muß sich 
der Absender schriftlich verpflichten, diese Gebühren seiner Zeit 
zu berichtigen. 
Postpackete müssen, ausgenommen nach Luxemburg und Oester- 
reich-Uugarn, frankirt werden. 
Für sperrige Packete wird ein Taxzuschlag, in der Regel 
60 Procent des Portos, erhoben. Bei Packete» mit Werthangrbe 
tritt dem Porto eine VersicherungSgebühr hinzu. 
Für die Erfüllung der Zollformalitäten und für die Be¬ 
stellung hat der Empfänger für jedes Packet eine besondere Ge¬ 
bühr von höchstens 25 Centimes (20 Pf.) zn entrichten. 
Für die Eilbestelliing, soweit solche zulässig, ist eine Gebühr 
von 40 Pf. im Vorans zu entrichten (nach Luxemburg bis 250 g 
Gewicht 25 Pf.) 
Im Verkehr mit den Ländern, welche sperrige Packcte nicht 
zulassen, ist das Höchstmaaß bet Ausdehnung der Postpackete in 
irgend einer Richtung anf 60 cm beschränkt. Nach einzelnen 
Überseeischen Ländern ist außerdem die Raumgröße der Post- 
packete bis auf 20 Kubildccimeter beschränkt. 
Ueber die wichtigeren SMtimmunqcn bei Versendung von 
Packeten sowie die zur Erhebung gelangende» Gebühren nach 
den einzelnen Ländern ertheilen die Postanstalten Auskunft. 
Allgemeine Bestimmungen in Bezug auf die 
Bestellung n. f. w. 
Die Bestellung erfolgt an den Enipfänger selbst ober an 
»essen Bevollmächtigten. Postsendungen, an verstorbene Personen 
gerichtet, werden den Erben ausgehändigt, wenn dieselben sich 
als solche ausgewiesen haben. 
Der Empfänger, welcher einen Dritten zur Empfangnahme 
der an ihn zn bestellenden Gegenstände bevollmächtigen will, muß 
die Vollmacht schriftlich ausstellen und in dieser die Gattungen 
der Sendungen genau bezeichnen, zu deren Empfanqnahme der 
Bevollmächtigte befugt sein soll. Formulare zu Postvollmachten 
an den Postschaltern unentgeltlich. Bollmachtsstempel von 
1 Mk. 50 Pf. 
Ist außer dem Empfänger noch ein Anderer, wenn auch nur 
zur näheren Bezeichnung der Wohnung des Empfängers, in der 
Aufschrift genannt, z. B. an St. bei B., so ist dieser zweite Em¬ 
pfänger auch ohne ausdrückliche Ermächtigung als Bevollmächtigter 
des ersten Empfängers zur Empfangnahme von gewöhnlichen 
Briefen, Postkarten, Drucksachen und Waarenproben anzusehen. 
Ist ein Gafthof als Wohnung des Empfängers in der Aufschrift 
angegeben, jo kann die Bestcllnng dieser Gegenstände an den 
Gastwirth auch dann erfolgen, wenn der Empfänger noch nicht 
eingetroffen ist. Sind Bei Postausträgen mehrere Personen be¬ 
zeichnet, so erfolgt die Vorzeigung mir an die zuerst genannte 
Peri'on oder deren Bevollmächtigten. 
Wird der Empfänger oder sein Bevollmächtigter in seiner 
Wohnung nicht angetroffen, oder wird dem Briefträger oder 
Solen der Zutritt zu ihm nicht gestattet, so erfolgt die Bestellung 
der gewöhnlichen Briefe, Postkarten, Drucksachen und Waaren- 
proben, sowie bet jBegfcitadreffen zu gewöhnlichen Packele» und 
bet Packele selbst, ferner der Anlagen der Postauftrage zur Ein¬ 
ziehung von Geldbeträgen, sofern der dafür einzuziehende Betrag 
sogleich berichtigt wird, an einen Haus- (Gefchäfts-)beamten, 
ein erwachsenes Familienglied, einen lonftigen Angehörigen, oder 
an einen Dienstboten des Empfängers bezw. des Bevollmächtigten 
desselben. Wird Niemand angetroffen, an den hiernach die Be¬ 
stellung geschehen kann, so erfolgt dieselbe an den Hauswirth, an 
den Wohiungsgeber oder an den Thürhüter des Hauses. Hat 
der Empfänger oder dessen Bevollmächtigter an seiner Wohnung 
oder an seinen Geschäftsräumen einen Briefkasten anbringen 
lassen, so werden gewöhnliche frankirte Bricfscndungcu durch die 
bestellenden Boten insoweit in den Briefkasten gelegt, als dessen 
Beschaffenheit solches gestattet und andere Verabredungen nicht 
bestehen. 
An den Empfänger selbst oder dessen Bevollmächtigten (in 
Abwesenheit dieser auch an erwachsene Familienmitglieder der¬ 
selben) sind zu bestellen: Einschreibsendungen, Postanweisungen, 
Ailieserungsichcme über Sendungen mit einer Werthangabe von 
je 400 Mk., Beglcitadressen zu Einfchreibpacketen und zu Packeten 
mit einer Werthangabe von je 400 Mk. Postanweisungen und 
AbNefcmngsfchciilc über Sendungen byw. Begleitadreffen zu 
Packeten mit höheren Werthbeträgen münen an den Empfänger 
oder dessen Bevollmächtigten selbst bestellt werden. 
Die Bestellung der Einschreibsendungen, der Postanweisungen 
und der Abliefemngsscheine, ferner der Beglcitadressen zu ein- 
geschriebenen Packele» und zu Packeten mit Werthangabe hat 
stets an den Empfänger selbst stattzufinden, wenn die Sendungen 
vom Absender mit dem Vermerke „Eigenhändig" verichen sind. 
Sendungen gegen Rückschein dürfen nur an den Empfänger 
selbst oder dessen Bevollmächtigten bestellt werden. 
Bei abzuholenden Postsendungen übernimmt die PostbHördc 
für die richtige Bestcllnng keine Garantie, ebensowenig ist die 
Post verpflichtet, die Berechtigung des Abholenden zu prüfen, 
falls nicht zwischen Empfänger und Postbehörde ein dahin¬ 
gehendes Abkommen besteht. Abzuholende Packele werden an die, 
die Bcglcitadressc vorzeigende Peyon ausgehändigt. 
Abzuholende eingeschriebene Sendungen und Sendungen mit 
Werthangabe, ferner bei Postanweisungen die Geldbeträge, wer¬ 
ben an denjenigen ausgehändigt, welcher der Postanstalt den mit 
lern Namen des Empiangsberechtigten unter)chriebenen Abliefe¬ 
rungsschein, die guittirte Bcgleitadrcffe oder die unterschriebene 
Postanweisung überbringt und aushändigt. Eine Untersuchung 
per die Echtheit der Unterschrift und des etwa hinzugefugent 
Ziegels unter dem Ablieferungsscheine il f. w., sowie eine weitere 
Prüfung der Berechtigung desjenigen, welcher diesen Schein u. s. w. 
Kkerbringl, liegt der Postanstalt gesetzlich nicht ob. 
Bestellung der Postsendungen in Berlin und 
Umgegend. 
L In Berlin. 
Die Briesbestellung (gewöhnliche und eingeschriebene Brief« 
smdungen) erfolgt an den Wochentagen 12 mal in der Zeit von 
7A> Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends. Die Bestellungen beginnen 
- 178 - 
Im Allgemeinen 1% 8'/,, 0%, 10%, 12 Uhr Surrn., 1, 2, 8, 4. 
5, 0, 7 Uhr Rachm. In den äußeren Postbestellbezirken erfolgt 
eine Bennindening der Bestellungen bis auf eine Omaline. 
An Sonn- und Feiertagen, sowie am Geburtstage Sr. Ma¬ 
jestät des Kaisers findet eine 2malige BMIlung statt (In einigen 
<straßen der Außenbezirke nur eine 1 malme). 
BSrsenbrlcfe. ES besteht die Einrichtung, daß alle wäh¬ 
rend der Börsenzeit — von 12 bis 2 Uhr — in Berlin einaehm- 
den Briefe, wenn sie in der Aufschrift die Bezeichnung „Börse" 
tragen, vom Briefpostamt durch besondere Boten unentgeltlich 
den Empfängern an der Börse behändlgt werden. Bedingung 
hierfür ist, daß derartige Briefe statt mit der Wohnung des 
Empfängers deutlich mit dem Bermerk „Börse'! beschrieben sind. 
SlmfienMIm. Behuf» beschleunigterer Beförderung der 
In Berlin aufgelieferten, nach Berlin »nd den Bororten bestimmten 
Briefsendnngen verkehren an den Wochentagen in der Zeit von 
10 Uhr Vormittags bis gegen 7 Uhr Abends besondere Posten, 
welche die Bezeichnung „Straßeiiposlen" führen. Die für diesen 
Zweck eingestellten Wagen sind mit Briefkasten verseh-n, mittels 
welcher gewöhnliche Briefschaften aller Art nach Seilii, und nach 
außerhalb eingeliefert werden können. 
Geldbriefe über 3000 Mk., sowie Packete mit Werth- 
angabe über 3000 Mk. oder mit zollpflichtigem Inhalt und Werth¬ 
angabe über 1000 Mk. werden nicht bestellt, sondern müssen auf 
Grund der von den Briefträgern bestellten AbliefernngSscheine 
oder Beglcitadressen von der Post abgeholt werden. 
Die Bestellung der Geldkriefe bis 3000 Mk., der Geld- 
Abliefernngsscheine, der Nachnahmebriefe, sowie der Postanwei¬ 
sungen mit den Baarbeträgen erfolgt an den Wochentagen 3 
mal täglich. 
An Sonn- und Feiertagen, sowie am Geburtslage Sr. Ma¬ 
jestät des Kaisers fiiidel allgemein nur eine Bestcllnng statt. 
Die Bestellung der gewöhnlichen Packete erfolgt an den 
Wochentagen 3 mal und beginnt um 8,1 und 4 Uhr. 
An Sonn- und Festtagen, sowie am Geburtstage Sr. Ma¬ 
jestät des Kaisers erfolgt nur eine Fahrt. 
Die Bestellung der Einschreibvackete und der Werth- 
vackete bis zum Betrage von 3000 Mk. erfolgt an den Wochen¬ 
tagen täglich 3mal. An Sonn- lind Feiertagen, sowie am Ge¬ 
burtstage Sr. Majestät des Kaisers erfolgt nur eine Bestellung. 
K In Charloktenbnrg. 
Briesbestellung an Wochentagen 12mal, an Sonntagen 
u. f. w. 2mal (in den Außenbezirken 3mal bezw. lmal). 
Packele, Geldbriefe bis 3000 Mk., Geldablieferun^sfcheine, 
Nachnahmebriefe, Postanweisungen mit den Geldbeträgen an 
Wochentagen 3mal, an Sonntagen n. s. w. lmal. 
HL In den übrigen Posierten des Bezirks Berlin 
und im Landbesteübezirk. 
Anzahl und Beginn der Bestellungen sind aus den in den 
Schallervorränmen der Postanstalten aushängenden Postberichten 
zu ersehen. 
^ Bestellgebühren. 
1. für Postanweisungen nebst den Geldbeträgen . 6 Pf. 
2. für Briefe mit Werthangabe 
bis zum Betrage von 1500 Mk...... 5 Pf. 
über 1500 bis 3000 Mk.  10 „ 
3. für Packete 
a) in Berlin und Charlotlenburg: 
für gewöhnliche und Einfchreib-Packcle bis 
5 Kg  15 Pf. 
für schwerere Packele  20 „ 
für Werthpackete  20 „ 
b) in Rixdorf und Schöneberg: 
für Packete bis 5 kg 10 Ps, für schwerere 
Packete  15 Ps. 
c) in den übrigen Postorten des Bezirks Berlin: 
für Packele bis 5 kg 5 Pf., für schwerere 
Packete, sowie für Werthpackete mit mehr 
als 1500 Mk. Werthangabe  10 Ps. 
Gehört mehr als ein Packet zu einer Bcgleitadreffe, so wird 
für das schwerste Packet die ordnungsmäßige Bestellgebühr, für 
zedes weitere Packet aber nur eine Gebühr von 5 Pf. erhoben. 
Bei auf dem Post-Zoll-Amt auftragsweise geöffneten Packeten 
ist eine Veyollungsgebuhr von 20 Pf. für jedes Packet zu ent¬ 
richten. Bei Packeten bis zum Gewicht von 5 kg ist in der Ver- 
zollungsgebühr von 20 Pf. das etwaige Bestellgeld miteinbegriffen; 
bei schwereren Packeten dagegen treten im Falle der Bestellung 
die gewöhnlichen Bestellgeldsatze der Verzollnngsgebühr hinzu. 
Ausgabe der Postsendungen in Berlin. 
Geldbriefe, Geld- und Werthpackete mit Beträgen über 
3000 Mk. muffen in Berlin von dem Hof-Postamtc abgeholt 
werden. 
Zollpflichtige Packereien vom Auslande sind von den Post- 
ZollabsertigungSitellen abzuholen, sofern tei Sendungen ohne 
Werthangabe oder mit Werthangabe bis 1000 Mk. der Empfänger 
nicht ausdrücklich Sie Verzollung durch Vermittelung der Post- 
verwalluiig verlangt hat. Die Bestellung erfolgt in diesem Falle 
durch die Packetbesteller. (In Charlotlenburg und Westend sind 
zollpflichtige Packete vom Steueramte Berlinerstraße 92 abzu¬ 
holen, in Rixdors vom Steueramte Hennannstraße 1.) 
Abholung von Postsachen. 
Wer die übrigen Sendungen nicht durch die Post zugestellt 
haben, sondern von der Post abholen will, muß solches dem¬ 
jenigen Poslamlc, in dessen Bestellbezirk seine Wohnung bezw. 
Geschäftsräume belegen sind, schriftlich erklären, wozu Formulare 
unentgeltlich abgegeben werden. Die Unterschrift nraji amtlich 
beglaubigt werden unter Stempel von 1 Mk. 50 Pf. Die Post¬ 
sendungen (einschl. der Geldbriefe bis zum Werthbetrage von 
3000 M. und der Ablieferungsscheine zu Geldbriesen mit höheren 
Werthbeträgen, sowie zu Werth- und Eiuschreibpacketen) können 
beim zuständigen Beslell-Postamt abgeholt werden. Geldbriefe mit 
einem Wertzvctrage über 3000 M., sowie die Werth- und Ein» 
schreibpackete selbst sind dagegen bei der GeldanSaabe des Hof- 
Postamts in Empfang zu nehmen. Gewöhnliche Packete und die 
zugehörigen Begleitadreffen surfen rar beim Packetpostamte ab¬ 
geholt werden. 
Poftlagernde Sendungen. Gewöhnliche Briefe, Postkarten, 
Drucksachen und Waarenproben, welche mit „postlagernd" be¬ 
zeichnet sind, können bei jedem Postamte in Berlin — mit Aus¬ 
nahme des Bricfpostamts »nd des Packetpoftamts —, poftlagernde 
Postanweisungen, Einschreibsendungen und Geldbriefe mit einem 
Werthbetrage bis zu 3000 M. bei den Postämtern 1 (Hof- 
Postamt), 4-10, 12-14, 18-31, 33-87, 80, 40, 42, 43, 
40 - 48, 60, 62-64, 66 - 69, 01, 62, fri, 65, 06, 67, 
68 und 87 In Empfang genommen werden, wem tiefe 
Sendungen dorthin gerichtet sind. Alle übrigen mit „postlagernd" 
bezeichnete« Scndumenlauischl. der gewöhnlichen Packete), sowie 
die mit dem einfachen Vermerk „postlagernd Berlin" versehenen 
Briefe u. f. w. gelangen beim Hof-Postanile, die postlagernden ge¬ 
wöhnlichen Packete allgemein beim Packetpostamt zur Ausgabe. 
Postlagernde Sendungen müssen Innerhalb eines Monats 
abgeholt werden, Nachnahmesendungen binnen 7 Tagen, Brief« 
mit Werthangabe und Packcte vom Auslande binnen 2 Monaten. 
Bezug tio» Zeitungen und Zeitschriften. 
Bestellungen auf in- und ausländische Zeitungen und Zeit¬ 
schriften, einschließlich der in Berlin selbst erscheinenden Blatter, 
werden unter den in der Zeitunas-Preis liste angegebenen 
Bedingungen bei allen Postanstalten Berlins und der Vororte 
(mit Ausschluß des Hof-Postamts, PacketpostamtS und der auf 
Seite 19 als Zweigstellen bezeichneten) angenommen. Die 
ZeitungS-PreiSliste kann bei den Postämtern eingesehen werden. 
Die bestellten Zeitungen nnd Zeitschriften können entweder 
bei den betreffenden Postanstalten abgeholt, oder den Beziehern 
auf deren Antrag durch die Briefträger bei den regelmäßigen 
Briesbestellungen, gegen Vorausbezahlung des tarifmäßigen Be¬ 
stellgeldes (stehe unten) Sberbracht werden. 
Für die Nachlieferung der schon erschienenen Nummern ver¬ 
spätet bestellter Zeitschriften ist eine Gebühr von 10 Pf. zu 
entrichten. 
Bei Verzug des Akonueiiten nach einem anderen Ort ober 
sonstige Itcbcmcifimg der Zeitung au eine andere Postanstalt 
wird für die jedesmalige IIc6cttoei|itng eine Gebühr von 50 Pf. 
erhoben. Wird die Zeitung wieder nach dem Orte überwiesen, 
an welchem der Bezug ursprünglich stattgefunden hat, so ist für 
die Ueberweisnng eine nochmalige Gebühr nicht zu erheben. 
Für die Ueberweisnng von Zeitungen innerhalb Berlins 
oder innerhalb EharloltenbnrgS wird eine Gebühr nicht erhoben. 
— Ueberweisnng von oder nach Oesterreich-Ungarn, Luxemburg 
und Dänemark 1 Mk. 
DaS in Voraus mit dem MoiinemenISbelrage gleichzeitig 
zu bezahlende ZeitungSbestellgeld beträgt 
für Zeitungen, welche bestellt werden 
a) wöchentlich einmal oder seltener... — Mk. 60 Pf. 
b) zwei- oder dreimal wöchentlich. ... 1 „ — „ 
c) mehr als dreimal wöchentlich, aber 
nicht öfter als einmal täglich  1 „ 60 „ 
d) täglich mehrmals, für jebe tägliche 
Bestellung  1 „ — „ 
e) für die amtlichen Verordnungsblätter — „ 60 „ 
Rohrpoftseudmrgrii. 
Mittels der Rohrpost werden Briese. Postkarten und Post¬ 
karten mit bezahlter Antwort befördert Rohrpostsendnnge» 
müssen frantirt werden. Die Gebühr beträgt für Briefe 
30 Ps„ für Postkarten 25 Ps, für Postkarten mit 
Antwort 50 Pf. 
Die Rohrpostbriefe dürfen Geldstücke oder sonstige steife oder 
zerbrechlicke Einlagen nicht enthalten, daS Gewicht von 16 g, 
sowie daS Maaß von 12Vs cm in einer Richtung nicht überschreiten 
nnd nicht mit Siegellack verschlossen sein. 
Zur Korrespondenz durch die Rohrpost kömien sowohl die 
amtlich hergestellten, an den Schaltern käuflichen, Rohrpost-Brief¬ 
umschläge und Karlen als auch andere Briefumschläge und ge¬ 
wöhnliche Postkarten benutzt werden, totim sie ben obigen Be¬ 
stimmungen entsprechen. In letzterem Falle müssen die Sendungen 
aus der Vorderseite oben links mit der zn unterstreichenden Be¬ 
zeichnung „Rohrpost" versehen und bis zur vollen Höhe des 
Gebührensatzes durch Postwcrlhzcichen frantirt sein. Unfrankirte 
oder zur Beförderung mit der Rohrpost nicht geeignete Sendungen 
werden als gewöhnliche Briesfendungen befördert und bestellt. 
Rohrpoftfendungen können in Berlin, Eharlottenbnrg, Mix* 
dors und Schönebcrg bei allen Post- und Telegraphen-Acmter» 
eingeliefert, auch in jeden Postbricfkastcn gelegt werden. Ist rnt 
einer beschleunigten Beförderung gelegen, so empfiehlt sich die 
Gmfieferung bei einer Rohrpostvemebsstelle (siehe Seite 20). 
Der Rohrpostbetrieb beginnt täglich — auch an Sonn- und 
Festtagen — 7 Uhr (im SinterIjalbjahr 8 Uhr) Morgens und 
endet 10 Uhr Abends. 
Die Bestellung der Rohrpostsendungen "olgt kostenfrei durch 
Eilboten. 
Nach Westend und Martinikenselde werden Rohrpostsendimgen 
ebenfalls zu den vorstehenden Bedingungen befördert 
Für Rohrpostfendunqen nach den übrigen Vororten Berlins 
ist außer der Rohrpostgebühr noch das gewöhnliche Porto zu ent¬ 
richten. Derartige Sendungen werden so weit als möglich mit 
der Rohrpost und dann mit der nächsten Postbeforderungs- 
gelegenheit befördert; innerhalb des Ortsbestellbezirks der zum 
Ober-PostdireetionSbezirk Berlin gehörigen Bororte werden sie 
kostenfrei durch Eilboten abgetragen. 
Auch für die nach andern Orten außerhalb Berlin gerichteten 
Briefe und Postkarten ist die Rohrpost in denjenigen Fällen 
zweckmäßig zu benutzen, in welchen der Abgang der Eisenbahn» 
zige so nahe bevorsteht, daß ein Anschluß mittels der gewöhn¬ 
lichen Stadtpostbeförderung nicht mehr erreicht werden kamt. Die 
Sendungen werden bis zu derjenigen Rohrpostbetriebsstelle, 
welche dem betreffenden Bahnhöfe zunächst liegt, mittels der 
Rohrpost befördert und von oa durch besondere Boten nach dem 
Bahnhöfe gebracht Die in solcher Weife zu befördernden Briefe 
und Postkarten müssen, sofern nicht die für die Rohrpost her¬ 
gestellten besonderen Briefumschläge bezw. Postkarten verwendet 
werden, mit einem, das Verlangen der Beförderung mit der 
Rohrpost ausdrückenden Vermerk versehen sein. Im Uebn'ge» 
müssen dieselben den für Robrpostsendnngen bestehenden Bestim¬ 
mungen entsprechen, Insbesondere auch vom Absender außer mit 
dem gewöhnlichen Porto noch mit der Gebühr von 30 bezw. 
25 Pf. für die Rohrpostbeförderung frankirt werden. 
Unter den vorangegebenen Bedingungen bezüglich der 
Frankirung und Bezeichnung kann die Rohrpost auch für Briefe 
und Postkarten von außerhalb benutzt werden. Diese Sendungen 
werden sofort nach Ihrem Eingänge in Berlin mittels der Rohr¬ 
post derjenigen Rohrpostbetriebsstelle zugeführt, I» deren Bezirk 
die Wohnung des Empfängers belegen ist, und von ia aus 
durch Eilboten kostenfrei bestellt.
	        
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