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Full text: Adressbuch für Berlin und seine Vororte (Public Domain) Issue1897 (Public Domain)

II. Theil 
Reichspost. 
- 164 — 
Reichspost. 
Die Angabe bei Werths muß in Teutscher RcichswShniilg 
«rfolgen- Der angcgcBcitc Betrag soll den Weich der Sendnng 
nicht üderßeigim. Bei der Versendung von kiirshabenden Papieren 
ist der ffiursloerlh, Sei !>cr Sctfcniranj Don hypothekarische» 
Papiere», Wechsel» intii ähnlichen Doeumeuteu der zur Erlangung 
«iitei rechtsgültigen neuen Ausfertigung des DokmneutS u. j. to. 
»oraussichttich zu verwendende Betrag anzugeben. 
Porto und BersichcrimgSgebühr fiir Sriefe 
mit 3Sirttj*itgstf>t 
Nach Orten außerhalb Deutschlands 
und Cefterretdj-ttnsarttS- 
Briefe mit Werthangabe sind mir nach folqmden Ländern 
zulässig: fäinmllidjc europäische Staaten mit Ausnahme Eng¬ 
lands, ferner nach Argentinien. Chili, China, E^ypten, Fran- 
zösifchc Colonieu, Kamerun, Portugiesische Eolonien, Salvador, 
Tunis. Leber Beschränkungen Se* Inhalts ertheilen die Post- 
anjtatac Auskunft. Die Sendungen smd zu siegeln, lieber den 
Höchstbetrag der Werthangaben tmd die hierfür zu entrichtenden 
tietöfimt ertheilen die Postonstallen Auskunft. Eine Gewichts¬ 
beschränkung besteht nicht. 
Die Werthauzabe mnß in Buchstabe» und in Zahlen in der 
Reichswährnnz epolgrn. 
Kästcheu mit WerthlMgalir. 
Schinucksachrn und kostbare Gegenstände mit Wrrthangabe 
futd nach den oben angeführten Ländern zulässig. Meistgewicht 
1 kg, Ansdehunugen nuyi über 30 cm lang. 10 em breit und 
10 cm hoch. Ueber den Höchstbetrag und die au entrichtenden 
Gebühren dieser Sendungen geben die Postairstalten Auskunft. 
Postanweisungen. 
Nach Orten Deutschlands. 
Postauweisiingeu sind bis 400 Mk. einschließlich zulässig. 
Gebühr bis 100 i'it 20 Ps., bis 200 tot 30 Ps, bis 
400 WC. 40 Ps. 
Wegen der Postanweisungen an Soldaten u. f. to. s. unter 
Soldatwbriefe. 
DieUeberweiiung auf Postanweisungen eingezahlter Beträge 
faiut durch Vermittelung des Telegraphen erfolgen. 
Hierfür sind zu entrichten: 
1. die Post-Anweisungsgebnhr, 
2. die. Gebühr für das Telegramm, 
3. das Mbestellqeld, toctm die Anweisung nicht mit dem 
Vermerke „postlagernd" versehen ist. 
Postanweisungen 
nach Orten außerhalb Deutschlands. 
Tie Linder, nach denen Postanweffimgcu zulässig sind, sowie 
die sonstigen Bedingungen sind bei den Postaustalten zu erfahren. 
Der Absender einer Postanweisung kann über die erfolgte 
Auszahlung derselben im Verkehr mit to meisten Ländern einen 
Schein. — Auszahlungsschein — erhalten gegen eine im Voraus 
zir entrichtende besondere Gebühr Bau 20 Pf. Ein dahin 
gehendes Verlangen ist bei der Einliefernng zn stellen. 
Postaustriige. 
a. Nach Orten Deutschlands. 
Die Post übernimmt die Einziehung Dem Geldern durch 
Postauftrag bis zn 800 M?., sowie die Einholung der ilmmsimc= 
crklärnng von Wechseln »cm den Bezogenen. Formate zn Post- 
oufträgro find bei den PoSemstattm zmn Pntse von 5 Pf. für 
je 10 Stück zn beziehen. Dem Postanftrag ist das einzulösende 
Papier (ifirittirte ReHumig, Wechsel, Zint schein zr.j zur Aus- 
händimnig an denjenigen, welcher Aahlnng leisten soll, oder die 
zur Anmihtne vorzuzeigenden Wechsel beizufügen. In 5cm Post- 
(mftrac muß Name und Wohnort des Absenders, ferner Name 
nud Wohnori des Zahlungspflichtigen oder des Bezogenen, der 
'einzuziehende Betrag oder der Betrag des zur Annahme vor¬ 
zuzeigenden Wechsels (ffiaiffirnnnc in Zahlen und Buchstaben) 
und bei Postanflrägen ziir Geldeinziehnng die'Zahl der Anlagen 
angegeben sein. Schriftliche Mittheilungen auf dem Poftauftrage 
sind mizulafsrg. Beilegen von Briefeu verboten. 
Einem Postanftrag können mehrere Quittungen, Wechsel. 
Ziusscheine ic. bis zum Kefamintüctrage Bau. 800 iBtf. zur Ein¬ 
ziehung von demselben Zahlungspflichtigen, sowie mehrere Wechsel 
ziir Äceepteiuhoknirg beigefügt werden. Der Auftraggeber hat 
den Postanftrag nebst depen Anlage unter verschlossenem Umschlage 
an die Postanstalt, toefdjc die Einziehung oder Aceepteinholung 
bewirken soll, unter Einschreibung abzusenden. Der Brief ist mit 
der AnAchrist „Postanftrag nach (Slame der Postanstalt)" 
zn versenden. Toll dir Vcqaqung an einem bestimmten Tage 
geschehen, dann darf die (Sutiefmrag des Postanstrages nicht 
iniher als sieben Tage vorher erfolgen. 
Der Absender kann uns der Adrcßseite des Formulars das 
Datum angeben, an welchem die Einziehung des Betrages er¬ 
folgen soff. An Sonntagen und an acsctzltrtien Feiertagen findet 
die Vorzeigung von Postanfträgen nicht statt. 
Die Einzichnua des Betrages erfolgt gegen Vorzeigung des 
Prstanftrags und Aushändigung der gnittirteil Rnhnung (des 
qmttirten Wechsels:c.). Die Zahlung ist entweder sofort im den 
Postboten oder, memt der Auftraggeber nicht die sofortige Rück¬ 
sendung verlangt hat, binnen sieben Tagen nach der Vorzeigung 
dco Postanftrags bei der einziehenden Postanstalt zu leisten. 
Teilzahlungen werden nicht augcuommeu. 
Der Anstraggeber kaun periaugeu, daß der Postanftrag nach 
einmaliger vergeßlicher Vorzeigung nicht an ihn zurück, sondern 
a« eine andere Person in Temschiand weitergesandt werde. Dies 
Verlangen ist unter Angabe der vollständigen Adresse dieser Person 
irerth im Vermerk: „Sofort an X. tu >J." auf der Rückseite des 
Postanftrags ansrndrückeu. Eine solche Eettctfcnlunn geschieht 
kosteuftei miffelä Einschreibbriefs an den neuen Empfänger. 
Wünscht der Auftraggeber, daß die Weiter]endum an eine 
zur Anfnayme des Wechietprotestes Befugte Perlon gejchieht, so 
genügt der Vermerk: „Sofort zuni Protest", ohne daß es der 
namentlichen Bezeichnung einer solchen Pen'ou bedarf. Bei Post- 
ausirage» zur Aceepteiiiholung geschieht die Vorzeigung des 
Postanftrag» und bei beigefügte» Wechsels an den Bezogenen 
selbst oder dessen Bevollmächtigten. Die Amiahme des Wechsels 
miifj auf demselben schriftlich geschehen. Einschränkungen lind 
bei der ätmmhmcerfläning unzulässig- 
Falls der Absender nicht anderweit« BerftiguiiA getroffen, 
werden die bei der ersten Vorzeigung mit einer schriftlichen An- 
nahrneullärung oder Annahmevtrwiigernng nicht Dttseheitnt 
Wechsel »ach? Tagen nochmals vorgez'cigt. 
Postauslragsbriefe müsse» sraniirt werde». Die Gebühr für 
eittnt Postaustragsbrief beträgt 30 Pf. Der eingezogene Betrag 
wird, nach Abrechnung der Postanweisnngsgebühr, der an¬ 
genommene Wechsel gegen Anrechnung von 30 Ps. Porto, dem 
Auftraggeber postseitig übersaudt. Jni Saite der Lerwcigernng 
der Zahlung des Geldbetrages oder der Annahine des Wechsels 
erfolgt die jliidsenbuiig 6e6 Anstrags oder die Weiteisenduug 
deffelbeu zum Prolest oder an ciiteii anderen Empfänger portofrei. 
t>) Nach aitficriculfchcn Postgebieten. 
Im Bereinsverkehr liud Postaufträge nur zur Gcldeinziehuug 
zngelasseii. Anf dem Huftrageformnlat ist der Betrag in der 
für die einziehende Verwaltung maßgebenden Währnng an¬ 
zugeben. Hierüber ertheilen die Postanftalten genauere Stiisfimft. 
Das »oimnlitr (für den Verkehr mit fremden Ländern ein 
solches mit teutschem und französischem Bordruck) ist, entsprechend 
ausgefüllt, mit deu Anlage» (Rechnnua, Quittung, Wechsel u. f. to.) 
in verschlossenem Umschlage unter Einschreibung an die Post- 
anstalt abzusenden, in deren VcftcKfreis der Schuldner wohnt. 
Der Don der Postanitalt eingezogene Betrag wird abzüglich der 
PoilanweisungSgebühr nud der Einziehungsgebühr (>. n.) dem 
Absender des Postauftrags mittels Postanweisung übersaudt. 
Postanslräge ohne Anlage oder mit Briefen als Anlagen sind 
miznlässig. 
Eine und diesclBe Sendung darf mehrere Werthpapiere ent¬ 
halten, welche von einer nud derselben Postanstalt bei mehreren 
Zahluugspslichtigcn zu Künste» eines und desselben Absenders 
einzuziehen sind. Von dein Betrage eines [eben eingelösten 
Werthpapiers wird eine Einziehuiigsgebühr von 10 Pf. in Abzug 
gebracht. Die Weiterseudung an eine zweite Person im Falle der 
Nichteinlösung ist gestattet. 
Solche Zinsscheina und Tividendenscheine, anf welche nur 
bei Vorlegung der Obligation n. s.«. Zahlung geleistet wird, 
sind Dom Postaiiftingsvertehr airSgeschtosien. 
Poilaufträge müssen fraukirt werden. Für die Nückseudung 
»nan-sührbarer Posriwsträge kommt eine Gebühr nicht zur Er¬ 
hebung. 
Der Postaustraasbrief ist mit der Aufschrift „Postaustrag 
nach  Einschreiben" bezw. ..Yalpnrs 4 recouvrer, 
Bureau de posto a , Rccommandö“ zu versehen, im 
Pe>eins»eriehr mißerdeiu mit der Angabe des Namens ic. des 
Absenders. Schriftliche Miltheitungeii, die sich nicht auf den 
PostanftiÄg beziehen, dürfen auf dem Formular nicht angebracht 
werden. 
Tarif für Versendung von Pofteuffrägcu »ach dem 
Auslande. 
Packüc ttnch Orte» TeutschlaudS. 
tTarif siehe @. 165 Spalte 1.) 
Das Gewicht eines Packets darf 50 kg nicht übersteigen. 
Jeder Packetsendung muß eine Post-Packeladresse in der vor¬ 
geschriebenen Form beigegeben sein. Sie vorgeschriebenen For¬ 
mulare hierzu sind aii den Schaltern zum Preise von 5 Pf. für 
je 10 Stück zu haben. 
Nicht von der Posr bezogene Formulare missen in Größe, 
Farbe und Stärke des Papiers, sowie im Vordruck mit den 
postalisch gelieferten übereinstimmen. 
Ter Abschnitt znc Post-Packeiadresse ia»n zu schriftlichen 
oder gedruckten Mittheilungen benutzt und vorn Empfänger ab¬ 
getrennt werden. 
Tie Post-Packeladreise muß bei der Empfangmchme des 
Packeis an die Postanstalt bezw. an den bestellenden Boten zu¬ 
rückgegeben werden. 
Steht als 3 Packeis dürfe» zu einer Bcgleitadreffe nicht ge¬ 
hören. Packetc mit Werthaugabe und solche ohne Werthangabe 
mittels einer Begleitadreise zn versenden, ist unzulässig. 
Jedes Nachnahmepacket muß von einer besondere» Packet- 
adreffe begleitet sein. 
Gehören mehrere Pacfete mit Werts)angäbe zu einer Post- 
Packeladreffe, so muß auf derselben der Werth eine» jeden 
Parkeis besonders angegeben sein. 
*) Bei Aufträgen nach Frankreich und TnuiS werden von 
dem eingezogenen Betrage 10 Pf. für je 20 Mk., höchstens aber 
40 Ps. als EinziehungSgebühr in Abzug gebracht, lieber die 
dem Postaustrag zuzufügenden Papiere (Cnittungeu, Aeeepte ie.), 
ertheilen die Postanftalten Auskunft. 
**) Jlmh Adrianopel, Beirut, Salonich nud Smhnia (österr. 
Posia»>!alt) bis 1000 Frcs. 
Aufschrift. Die Aufschrift eines Packeis miifi die wesent¬ 
lichen Angaben der Bcaleiladreffe enthalten, bei Sendungen 
»ach großen Orten auch die Straße und Stummer der Wohnung, 
so daß „öthigenfalls das Packet auch ohne die Bcglciladresse 
bestellt werde» samt. Iur Aufschrift gehört eintretende» Falls 
auch der Vermerk „frei", „Nachnahme von " (die Mark- 
I»mme in Znlilen und Buchstaben), „durch Eilboten". Die Auf¬ 
schrift eines Packeis mitsj in haltbarer Weife mmiillclCitr auf der 
Verpackung angebracht werden. Ist dies nicht ausführbar, so ist 
die Aufschris! auf einem der ganzen Fläche nach ausgeklebten — 
nicht bloß angeflegelten — Papier oder auf haltbar beseitigten 
tihnen von Pappe, Pergamenlpapicr, Holz n. s. to. anzubringen. 
ost-Packetadresseu sind als Parketaiifschristeu nicht zuläisiig. 
Um nnvcrpacktcs Wild ist ein Streisen Leiiiwaud zu», Zweck 
der Aufschrift zu legen. 
Die Adresse muß i» großer, klarer und leserlicher Schrift 
hergestellt sein. 
Der Bestimmungsort muß, wenn es nicht eine größere be¬ 
kannte Sladt ist, durch Angabe der Provinz, des SUciseS, Be- 
zirkcS ic. näher bezeichnet werden. 
Weim der Werlh einer Sendung angegeben Waden soll, so 
mutz derselbe sowohl auf der Paekciadresse als auf dem dazu ge¬ 
hörigen Packele ersichtlich gemacht werden. Die Aiigabe bc3 
Werths hat in der NcichSwahruna zn erfolge». 
Der myegcCciic Betrag soll de» gemeinen Weriy der Sen¬ 
dung nicht übersteige» (siehe unter Sriesc mit Wcrihangabe). 
Serjiaifimg. Berschl»«. Die Verpackung der Senbimgeit 
miiß nach Maßgabe der Besorderungsstrecke, des ttmsauqS der 
Sendung lind der Beschaffenheit des Inhalts haltbar und sichernd 
eingerichtet seilt. Bei Gegenstände« von geringerem Werthe, 
welche nicht unter Druck leiden lind nirfit yfett oder Feuchligteit 
absetzen, ferner bei Allen- und Schristenieudiiiigeu genügt bei 
einem Gewichte bis zu ungefähr 3 kg und bei kurzer Besörde- 
mngsstrecke eine Hülle von Packpapier mit Verschnnrung. 
Schwerere, oder auf größere Entfernungen zu versendende Gegen¬ 
stände »iüsseii mindestens in mclirfarfjcn Umschlägen von starkem 
Packpapier verpackt sein. Frisches Fleisch uub Gegenstände, 
weiche Fett ober Feuchtigkeit absetzen, müssen möglichst in 
Holzkisten verpackt sein. Sendungen von bedeutenderem Werthe, 
insbesondere solche, welche durch Näffe, Reibung oder Druck leicht 
Schaden leiden, müssen in Wachslcinwand, Pappe, gut be¬ 
schaffene», nach Umständen mit 2einen überzogenen Kisten u. s. iu. 
verpackt sein. Fässer mit Flüssigkeiten müssen mit starken 
Reifen versehen zeiu. Mit Flüssigkeiten angefüllte kleinere Ge¬ 
fäße (Flaschen it. s. ro.j, ebenso Blcihgcsiißc mit Spiritnose», 
flüssigem Lack und Firnis» find noth besonders in festen Kisten, 
Kübeln, Körben zu verwahren. Der Verschluß der Postsendungen 
muß haftbar uub so eingerichtet fein, daß ohne Beschädigung oder 
Erösfttimg desselben dem Inhalte nicht behuJommeii ist. Packetc 
mit Werthangabc müssen mittels Siegellacks mit Abdruck eines 
ordentlichen Petschafts verschlossen sein. Bei Packetc» ohne 
Werthangabc kann von einem Versetzlnß mittels Siege 1 oder 
Bleie abgesehen werden, wen» durch die sonstige Verpackung die 
tocnbmig hinreichend gesichert erscheint. Bei Sendungen in Pack¬ 
papier kamt der Verschluß mittels eines gute» Klebestoffs oder 
mittels Siegelmarke» anS Papier u. f. to. hergestellt werde». Auch 
bei anderen Packeten können Siegelmarke» in Anwendung kom¬ 
men, wenn dadurch ein haltbarer Verschluß erzielt wird. 
Bei Reisetaschen, Koffern nttb Stiften, welche mit Schlössern 
versehe» sind, sowie bei gut bereiften Fässern, auch fest ver¬ 
nagelten Stiften, bei gut umhüllte« Maschinentheilcn, größeren 
Waffe», Instrumenten, bei Mldpret bedarf eS keines weiteren 
Verschlusses. 
Geldsendungen sind in Packele, Beutel, Kisten oder Fässer 
fest zu verpacket,. Sendungen bis zum Gewichte von 2 fcf 
dürfen, sofern der Werth bei Papiergeld nicht 10000 Mk. und 
bei balliern Gelde nicht 1000 M. übersteigt, in Packeten von 
starkem, mehrfach ltmgcfifjlagcuci» und gut verschnürtem Papier 
eingeliefert werden. Bei schwererem Gewichte und bei größeren 
Summen muß die äußere Verpackung in haltbaren! Leinen, in 
Wachsleiiiwand oder Leder bestehen, gilt umschnürt und vernäht, 
sowie die Naht hinlänglich oft versiegelt sein. Geldbeutel und 
Säcke, welche nicht in Fässern ii. f. w. versandt werden, können 
in dem Falle an§ einfacher starker Leinwand bestehen, wenn das 
Geld dann gehörig eingerollt oder zn Päckchen vereinigt ent¬ 
halten ist. Andernfalls müssen die Deniel aus wenigstens doppelter 
Leinwand hergestellt sein. Die Stahl darf nicht auswendig und 
der »tropf nicht zu turz sein. Da, wo der Knoten geschürzt i't, 
und außerdem über beiden Schnürenden, muh das Siegel deut¬ 
lich aufgedrückt sei». Die Schnur, welche den Kröpf inngiebt, 
muß durch deu jlropf selbst hindurch gezogen werden. Dergleichen 
Sendungen sollen nicht über 25 kg schwer sein. Geld listen über 
25 kg müssen jjtit bereist und mit Handhaben versehe» fei». 
Gelbfiiffcr müssen gut bereist, die Schlnßreifen angenagelt und 
an beiden Böden dergestalt verschnürt nud versiegelt sein, das; 
ein Öcffttcit des Fasses ohne Verletzung der Ilmschnürimg oder 
des Siegels nicht möglich ist. Bei Packeten mit baarciti Gelse 
in größeren Beträgen muß der Inhalt gerollt sei». Gelder, 
welche in Fässern oder Kisten zur Versendung gelangen solle», 
müssen in Beuteln oder Packeten verpackt sein. 
Zur Versendung mit dec Post dürfen nicht aufgegeben 
werden: Gegenstände, deren Beförderung mit Gefahr verbunden 
ist, namentlich alle durch Reibung, Lnstzudranq, _Snt(f oder 
sonst leicht entzündlichen Sachen, sowie ätzende Flüssigkeiten. 
Flüssigkeiten überhaupt, fentec Sachen, die dein schnellen 
Verderben oder der Fänlmß ausgesetzt sind. unförmlich große 
Gegenstände, lebende Thiere tonnen von den Postaiistalteu zurück¬ 
gewiesen werden. Bei Sendungen mit lebenden Thieren ist 
vorn Absender durch einen sowohl aus die Beglciiadrcsse, als 
anch anf die Sendmig selbst zn setzenden Vermerk darüber Be¬ 
stimmung zn treffen, was mit der Sendung geschehen soll, Weint 
die Annahme derselben durch den Empfänger nicht binnen 
24 Stunden nach geschehener posiamtlicher Benachrichtigung er¬ 
folgt. Dieser Vermerk muß, je nach der Wahl des Absenders, 
der nachstehenden Fassung entsprechen: 
11. zurück, 
2. verkaufen. 
3. telegraphische Nachricht 
auf meine Kosten. 
Dringende Packctfendungc», z. ®. Sendungen mit Fisch¬ 
laich ober Fischbrut, mit lebenden Thieren oder mit frischen 
Blumen und Pflanzen, werden auf besonderes Verlangen mit der 
sich darbietenden schnellsten Sßostgelcgcufjcit — vorausgesetzt, daß 
oer Umfang der Sendungen dies nicht verhindert —> Befördert. 
Die bezeichneten Sendungen müssen bei bet Einlieferuna äußer¬ 
lich durch einen farbigen Zettel, welcher in fettem, schwarzem 
Typendruck oder, bei besonderen Fälle», in großen Handschrift- 
liehen Zügen die Bezeichnung „Dringend" und demntci eine 
kurze Angabe des Inhalts trägt, hervortretend kenntlich gemacht
	        
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