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Full text: Zum Kloster Lehnin (Public Domain)

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denn die aufgefundenen, sehr festen alten Mauerreste deuten 
auf ein derartiges Bauwerk Mn. Kurfürst Joachim Friedrich 
liess dann hier ein Schloss erbauen, das im dreissigjährigen 
Kriege in einen Trümmerhaufen umgew r andelt wurde. Später 
kamen Dorf und Schlossüberreste in den Besitz des grossen 
Kurfürsten, der es 1665 seinem Generalquartiermeister, dem 
Erbauer des Potsdamer Stadtschlosses, ehemaligen schwedischen 
Oberst Philipp de la Chieze, schenkte. 
Dieser erweiterte das noch stehende Lustschloss durch 
turmartige Anbauten und legte den Garten an. Die Kur 
fürstin Dorothea fand ganz besonders Gefallen an dem hiesigen 
Aufenthalt und veranstaltete hier öfters grössere Festlichkeiten. 
Nachdem de la Chieze 1674 und bald darauf auch sein Vetter 
in Potsdam das Zeitliche gesegnet hatten, schenkte der grosse 
Kurfürst obengenannte Güter seiner GemaMin. Das ScMoss 
wurde neu ausgebaut, die Zimmer durch die noch jetzt vor 
handenen Deckengemälde geschmückt, der Garten verschönert 
und mit Wasserkünsten versehen. Später gelangte dasselbe 
in den Besitz der Kurfürstin Sophie Charlotte; wurde aber 
bald nachher, im Jahre 1694, gegen das Versprechen, ihr in 
dem näher an Berlin gelegenen Orte Lietzow, dem heutigen 
Charlottenburg, ein Lustschloss zu bauen, an den Kurfürsten 
zurückgegeben, und dieser, der spätere König Friedrich I., ver 
wandte bedeutende Summen auf die Verschönerung des Schlosses. 
Unter Friedrich dem Grossen wurde nichts mehr für das 
Schloss gethan, vielmehr in seinen Räumen eine Fabrik an 
gelegt. In jüngster Zeit kam es in den Besitz der Familie 
von Thümen, die zwar viel für die Wiederherstellung anwendete, 
deren vorgenommene Nachbesserungen jedoch nicht immer be 
sonders glücklich ausgefallen sind. Am schönsten ist der durch 
die ganze Tiefe des Hauses gehende Saal; mit seinem reichen 
geschichtlichen Zimmerschmuck bildet er den Glanzpunkt des 
Ganzen. Ein grosser gewölbter Raum befindet sich darunter im 
Souterrain, dessen Wände und Decke vollständig mit kleinen 
Kacheln belegt sind. .Jede ist mit einer figürlichen Darstellung 
in blauer Farbe bemalt und durchaus verschieden von den anderen.
	        
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