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Noch einige Stücke und anderes "Richard III." im "Königlichen Schauspielhause"

Volltext : Literatenstücke und Ausstattungsregie / Goldmann, Paul (Public Domain)

„Richard III.“ im „Königlichen Schauspielhause“ 243

Richmond, ihre Truppen zum Kampfe anfeuern. Nament-⸗
lich von Richards Rede vor der Schlacht schreibt Georg
Brandes: „Es ist eine Wildheit, ein Hohn, eine volkstüm⸗
liche Beredsamkeit in Richards Worten, wogegen das Pathos
der Marseillaise deklamatorisch, ja akademisch erscheint.“ Über—⸗
haupt ist, mag auch sonst manches alt geworden und verblaßt
sein, das Unsterbliche in dem Drama die Sprache — diese
Sprache, die an Ideen (Otto Ludwig widmet der „Ge⸗
dankenhaftigkeit“ des Dialogs in „Richard DI.“ ein eigenes
Kapitel), ebenso reich ist, als an herrlichen Bildern, diese
Sprache voll Geist, Kraft und Schönheit.
„Richard III.“ ist ein Jugenddrama Shakespeares. Daher
vielleicht die über alle Maßen düstere Weltanschauung, die es
erfüllt. Es ist der Pessimismus nach den ersten Enttäu—
schungen — von allen Arten des Pessimismus die radikalste.
Die Jugend bringt ein Programm mit, nach dem die Welt sich
zu richten hat; und da die Welt sich nicht danach richtet, wird
sie überhaupt abgelehnt. Erst später lernt man die große
Weisheit, daß dem Menschen, weil die Welt sich ihm jeden—
falls nicht anpaßt, nichts übrig bleibt, als sich der Welt
anzupassen, und daß das viele Schlechte, das nun einmal zur
Welt gehört, ertragen werden muß und ertragen werden kann,
indem man versucht, eine Kompensation dagegen in dem we—
nigen Guten zu finden, das ja schließlich doch auch zur Welt
gehört. Immerhin, der Kontrast muß ungeheuer gewesen sein
zwischen dem Bilde des Lebens, das in seinem Kopfe ein
Jüngling trug, der William Shakespeare hieß, und der jäm—
merlichen Wirklichkeit. Die Enttäuschung, die dieser Kontrast
gebar, hat das Jugenddrama inspiriert. Es ist ein Drama,
in dem das Gute mit Sicherheit dem Schlechten unterliegt.
Gewalt tritt alles Recht zu Boden. Die Lüge triumphiert,

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