Creator:
Neander von Petersheiden, Karl von
Publication:
Berlin: im Verlage des Verfassers, 1799
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-1043338
Path:

über den neu zu. vermessenden Grundriss von Ber&s^ 11-1
Einem sehr geehrten Publikum habe ich bereits im verflossenen Jahre 2Ss<^-/
richt gegeben, wie ich einen nenen“ Grundriss von Berlin zu. vermessen und
herauszugeben beabsichtigte; welcher eine Bezeichnung aller Gebäude; und-
Häuser, wie auch die Nummer eines jeden Hauses enthalten , und eine von 5 Fuss im Quadrat haben sollte. Der Preis war 6 Rthlr^in Courant^on! •
welchem ich die Halste von Z Rthlr. als Pranumeration annahm. Dieses Qn»
ternehmen gab mir auch vielen Anschein zu einer zahlreichen Theilnahme,
um einen Kostenaufwand (welchen ich bis zu einer .Summe von 50W RtWv
mit gewissenhafter Ueberzeugung in Anschlag bringe) so zu dem Behuf erfor¬
derlich ist, davon bestreiten zu können. Allein, der Erfolg zeigte bald (ob- ,
schon für sämmtliche Theilnehmer eine Sicherheit von 5000 Rthlr, im Sc&ick-
le?sehen Handlungscomptoir niedergelegt war) den Irthum meiner Meinung,.»
und ich zahlte nicht mehr als 8- Pranumeranten; Die allgemein gefLÜigG
Idee, Berlins Häuser eine Nummer zu geben, gab mir die eigentliche Veran¬
lassung, davon eine anschauliche Darstellung zu machen} hur von gedachter
Einrichtung hing mein Unternehmen ab. Da aber sowohl das Nummeriren
der Häuser bis heute unterblieb, als auch die gedachte zahlreiche Theilnahme
wegfiel; so konnte ich auch weder meinen Vorsatz ausführen, noch ein Ver-'
sprechen erfüllen, bei welchem ich mich aufopfern und blofszu stellen ge- >
nöthigt worden wäre, e
Wenn nun gleich alle meine angewandte Mühe, einen solchen Vorsatz zu'
vollenden, ohne alle und sogar mittelmäßige Unterstützung blieb; so ist doch
der allgemeine Wunsch, einen neuen Grundriss von Berlin zu vermessen, „wie
auch die Idee, Berlins Häuser nummerirt zu sehen, dem ungeachtet bei %ur ^
nicht erloschen* Auf jedem Fall also bin ich noch entschlossen, in diesem" *
vorstehenden Sommer, unter folgenden Bedingungen und in nachstehender
Einrichtung, die Arbeit anzufangen und den gedachtenGrondrise darzustellen/ v f
I) Ich verlange keine fernere Vorausbezahlung oder Vorschuls. Um mich; |
aber doch einigermassen sicherzustellen, und zu wissen, auf wie viele Ex-
emplare ich Rechnung machen kann, ist es billig, wenn man mir den Antheil, J j
welchen jeder an der Ausführung meines Vorschlages nehmen möchte, durch1 |
einen schriftlichen Zettel mit Namensunterschrift zu erkennen giebt, und sol- ; j
chen baldigst zustellt. Mündliche Bestellungen aber, selbst wenn diese per- jf
sonlich an mich gerichtet werden, kann ich nicht annehmen, um mich keiner
Vergessenheit ven der einen oder andern Seite zu schulden kommen zulassen* ‘ ||
/■;*
Neue Einrichtung des Grundrisses* : - j?
1) Der ganze Plan bekommt eine Grösse von anstatt 5 Fuss in Quadrat, 7 bis jf
% Quadratfuss, und wird aus 24 Abtheilungen oder Blättern bestehen.
2) Jedes Grundstück eines einzelnen Eigenthüraers, mit Hintergebäuden, f
Hofraum, Gatten etc. soll (wenn alle Eigenthümer ihrem Grundstück un- j
beschadet, dsLU gefällig mitwirken) richtig aufgenommen und genau ge- V
zeichnet werden; dergestalt, dass dessen Rauminhalt daraus zu ersehen;
und im Falle für jetzt Gränzstreitigkeiten bei dem einen oder andern ob- 1;
walten, diese so lange (bis dieselben gerichtlich berichtigt worden) izi ih- f
rer vorhandenen Gestalt aufgenommen werden soll; und um damit einst- 0.
weilen eine Veränderung vornehmen zu können, soll auf selbiges beim { \
Stich Rücksicht genommen werden. ~ \'s
Z) Die ganze Vermessung muss demnach ökonomisch geschehen, wozu ein so 's
grosser Maafsstab von g Quadratfufs erforderlich ist, und hiernach erhält. ,,8
die Lange eines Hauses von 30 Fuss, auf dem Plane die Grosse von ^ Zoll. -j|(
4) Da das Ganze zusammen aus 24 Blattern bestehen soll; so wird demsel- oj
ben, um eine schnelle Uebersicht zu haben, ein Verzeichnis» bei^elegt^yi
worauf der Inhalt eines jeden einzelnen Blattes, (und der darauf efschei- > ■
nenden Strassen, Gassen, Platze etc.) in guter Ordnung augenblicklich 1
nachzusehen ist. * : i
Der Vortheil, selbigen in einer Stube an die Wand hängen zu können,
durfte seiner Grosse wegen wohl wegfallen ? (und sind au einer schnellen Ue- -,
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