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Full text: Jahresbericht ... zum Ergebnis- und Wirkungsmonitoring (Rights reserved) Issue2015 (Rights reserved)

Jahresbericht 2015 zum Ergebnis- und Wirkungsmonitoring Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin Brandenburg Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin Brandenburg Dieser Bericht wurde aus Mitteln der Länder Berlin und Brandenburg gefördert; kofinanziert von der Europäischen Union Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. 1 Das Cluster im Überblick Das Cluster Gesundheitswirtschaft repräsentiert rund 350.000 Beschäftigte in über 20.000 Unternehmen. Damit steht es für einen der stärksten Wirtschaftsbereiche der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Im Rahmen der gemeinsamen Innovationsstrategie (innoBB) soll die Hauptstadtregion unter der gemeinsamen Dachmarke HealthCapital zur führenden Gesundheitsregion in Deutschland werden. Der im Jahr 2014 verabschiedete Masterplan „Gemeinsam Innovationen gestalten“ definiert sechs strategische Ziele des Clusters und weist die Handlungs- und Themenschwerpunkte für die nächsten Jahre aus (siehe Grafik). STRATEGISCHE ZIELE (1) Die Hauptstadtregion zum führenden deutschen Gesundheitsstandort entwickeln, international effektiver vermarkten sowie neue Akteure und Investoren für den Standort begeistern. (2) Aktuelle Trends in den Schwerpunkten der Forschung und strukturelle Veränderungen in der Gesundheitswirtschaft früher als Wettbewerber erkennen, innovative Lösungen entwickeln, in der Region erproben und global vermarkten. (3) Die exzellente und breit gefächerte Wissenschaftslandschaft der Hauptstadtregion stärken, um neue Produkte der Gesundheitswirtschaft zu entwickeln und neue Dienstleistungen für die Daseinsvorsorge bereitzustellen. (4) Die Leistungskraft der produzierenden, verarbeitenden und versorgenden Gesundheitswirtschaft durch verstärkte Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhöhen. (5) Die forschungsbasierte, regionale Gesundheitswirtschaft stärken und dadurch Prävention und Versorgung verbessern. (6) Die Gesundheit der Menschen in Berlin und Brandenburg verbessern. HANDLUNGSFELDER UND INTEGRATIVTHEMEN HF 1 – BIOTECHNOLOGIE UND PHARMA HF 2 - MEDIZINTECHNIK HF 3 – NEUE VERSORGUNGSFORMEN UND REHABILITATION HF 4 – GESUNDHEITSFÖRPRÄVENTION UND GESUNDHEITSTOURISMUS DERUNG, IT 1 - Fachkräftesicherung IT 2 - Ansiedlung und Bestandsentwicklung IT 3 - Internationalisierung IT 4 - E-Health IT 5 - Alternde Gesellschaft Quelle: eigene Darstellung basierend auf dem Masterplan „Gemeinsam Innovationen gestalten“ 1 2 Status und Entwicklung des Clusters Die Entwicklung der Cluster in Berlin und Brandenburg hat einen wichtigen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB) ist daher mit einem Monitoring verbunden, das die Entwicklung der Cluster im Zeitablauf abbildet. Dabei wird neben dem Gesamtcluster insbesondere auf die technologisch-innovativen und kreativen Clusterkerne1 als wichtiger Ansatzpunkt der Wirtschafts- und Innovationspolitik abgestellt. Die nachstehenden Daten aus dem Monitoring unterstreichen die Bedeutung des Clusters als Impulsgeber für die Region. Die in den Clusterkernen erzielten Umsätze, aber auch die Beschäftigungszahlen bestätigen die insgesamt positiven Entwicklungen.2 Beschäftigung SvB3 Unternehmen 2014 Umsatz [in Mrd. EUR] 2013 Gesamtcluster (Clusterkerne zzgl. vor- und nachgelagerter Wirtschaftszweige) 354.122 Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg aGeB4 SvB Clusterkern Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 2014 47.063 330.076 Anteil SvB an Gesamtwirtschaft 2008 1.506 Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 2014 2,3% Unternehmen Clusterkern 20.955 2,3% Umsatz [in Mrd EUR] Entwicklung SvB 2008-2014 10,0% Entwicklung Umsatz 2013 1.149 21,6 2008-2013 10,9 22,9% 1 Der Clusterkern umfasst den technologisch-innovativen und kreativen Kern des Clusters auf Basis der amtlich vorgegebenen aktuellen Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008, der auch im Fokus von Innovationsfördermaßnahmen steht, während das Gesamtcluster die gesamte Wertschöpfungskette des Clusters von den Grundstoffen und Vorleistungsgütern bis hin zu den verschiedenen Absatzkanälen (Handel) erfasst. 2 Datenbasis für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (SvB) und ausschließlich geringfügig Beschäftigte am Arbeitsort (AO) in wirtschaftsfachlicher Gliederung (WZ 2008) auf Grundlage der Clusterabgrenzung, Stichtag der 30. Juni 2014: Bundesagentur für Arbeit. Datenbasis für Zahl der Unternehmen und steuerbarer Umsätze aus Lieferungen und Leistungen in wirtschaftsfachlicher Gliederung (WZ 2008) gemäß Clusterabgrenzung auf Grundlage der Unternehmensregisterstatistik für 2013: Amt für Statistik BerlinBrandenburg. 3 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am Arbeitsort. 4 Ausschließlich geringfügige Beschäftigung am Arbeitsort. 2 Anzahl GRW-geförderte Kooperationsnetzwerke (bewilligt 2015) 1 Anzahl FuEuI-Projekte (2015)5 5 34 GRW-Zuschuss [in EUR] Gesamtausgaben [in EUR] 199.998 266.664 Bewilligungsvolumina [in Mio. EUR] Investitionsvolumina [in Mio. EUR] 3,1 4,9 Hierin enthalten sind ausschließlich Förderungen im Rahmen der Programme ProFIT in Berlin und Brandenburg sowie Förderungen durch den Transfer BONUS und die Brandenburgischen Innovationsgutscheine (BIG) für FuEuI-Projekte. Bei Transfer BONUS und den BIG-Transfer wird das Investitionsvolumen nicht erfasst. Es ist davon auszugehen, dass das tatsächliche Investitionsvolumen über dem in der Tabelle ausgewiesenen Wert liegt. 3 3 Ziele und Aktivitäten im Berichtszeitraum Das Clustermanagement hat im Berichtszeitraum Aktivitäten zu allen im Ergebnis- und Wirkungsmonitoring (EWM) 6 definierten operativen Zielen durchgeführt. 7 Schwerpunkte der Aktivitäten (numerisch) lagen auf der Identifikation und Entwicklung relevanter Themen und Projekte sowie der Unterstützung von Kommunikation und Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Das Spektrum der Aktivitäten reichte hier von der Umsetzung und Weiterentwicklung von Veranstaltungsformaten (u. a. BIONNALE, Life Science Day) über die Initiierung und Begleitung von Potenzial- bzw. Machbarkeitsstudien in den Themenfeldern E-Health8, Medizintourismus9 und Geriatrische Versorgung10 bis hin zur Unterstützung beim Aufbau von Forschungsallianzen und der Etablierung von Forschungs- und Translationszentren. Beispiele für die Unterstützungsarbeit des Clustermanagements sind die Kooperation mit dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) beim Aufbau eines Translationszentrums in der Systemmedizin sowie die Prüfung der Etablierung eines Translationszentrums „Glykobiotechnologie“ in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam. Entsprechend dem erarbeiteten Internationalisierungskonzept wurden eine Reihe von Aktivitäten realisiert, um die internationale Sichtbarkeit des Clusters zu erhöhen und regionale Akteure international zu vernetzen. Hierzu zählen die Unterstützung von Messeständen und Foren bei internationalen Leitveranstaltungen (BIO, Arab Health, Medica und conhIT), die Einbindung regionaler Akteure in internationale Netzwerke sowie die Präsentation des Clusters Gesundheitswirtschaft gegenüber ausländischen Delegationen. Ferner hat das Clustermanagement Clusterakteure bei der Einbindung in und der Akquise von 6 Um die Zielerreichung und die Wirkungen der Arbeit der Clustermanagements in den Clustern auf Ebene der Clusterakteure zu erfassen, wurde im Jahr 2014 ein Modell zum Ergebnis- und Wirkungsmonitoring (EWM) erarbeitet. Das EWM (Stand August 2014) umfasst elf operative Ziele, die mit quantitativen und qualitativen Indikatoren hinterlegt sind. Das EWM bildet die zentralen Zielstellungen und Entwicklungsschwerpunkte der Cluster in Berlin und Brandenburg ab. Gleichzeitig fungiert das EWM als Reporting-Instrument anhand dessen die Clustermanagements, die aus EFRE-Mitteln gefördert werden, über ihre Arbeit und die Entwicklungen in den Clustern berichten. Die operativen Ziele wurden mit den Clustermanagements in Berlin und Brandenburg abgestimmt. Verfügbar unter http://www.mwe.brandenburg.de/media/bb2.a.5599.de/ Ergebnis_Wirkungsmonitoring_Kurzform.pdf (zuletzt am 14. April 2016). 7 Lediglich zur Weiterentwicklung und Implementierung der Masterpläne gemeinsam mit den Clusterakteuren (operatives Ziel 2) wurden keine schriftlichen Angaben gemacht. Dieser Aspekt wurde in einem telefonischen Gespräch mit dem Dienstleister behandelt. Die Inhalte des Gesprächs fließen in den Abschnitt Stand der Umsetzung mit ein. 8 Potentialstudie E-Health. Auszug verfügbar unter http://www.healthcapital.de/fileadmin/cluster/Dokumente/ Publikationen/Potenzialstudie_eHealth_-_Auszug.pdf (zuletzt am 11. April 2016). 9 Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg 2015. Verfügbar unter http://www.healthcapital.de/ fileadmin/cluster/Dokumente/Publikationen/Potenzialstudie_Medizintourismus_Berlin-Brandenburg_2015.pdf (zuletzt am 11. April 2016). 10 Smart Home Berlin. Verfügbar unter https://www.technologiestiftungberlin.de/fileadmin/daten/media/ publikationen/Smart_Home_Berlin_Report_2015.pdf (zuletzt am 11. April 2016). 4 europäischen Projekten unterstützt, u. a. durch ein zielgruppengerechtes Screening von EUProgrammen und passenden Akteuren sowie der Unterstützung bei Anträgen. In Bezug auf die Unterstützung und Einbindung junger Unternehmen sind die Durchführung von Informations- und Bar/Seedcamp-Veranstaltungen sowie die Unterstützung bei der Umsetzung von Kooperations- und Technologietransferprojekten („Ruppiner Kliniken GmbH“, BTU Cottbus–Senftenberg) als Aktivitäten des Clustermanagements hervorzuheben. Einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistete das Clustermanagement u. a. durch die Informationsseminare für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Gesundheitswirtschaft (insbesondere zu regulatorischen Fachthemen) die im Rahmen der Reihe BB LIFE durchgeführt wurden und einem Workshop für Arbeitgeber zu Arbeitszeitmodellen in der Gesundheitswirtschaft. BPWT und ZAB haben ferner eine groß angelegte Befragung von Einrichtungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in einer Studie zum Fachkräftebedarf veröffentlicht. 11 Auf diese Weise ist es gelungen, die Bedarfe der regionalen Unternehmen publik zu machen und eine öffentliche Diskussion zur zukünftigen Nachfrage, Verfügbarkeit und zu Weiterbildungsbedarfen in Gesundheitsberufen anzustoßen. Die Ergebnisse bieten eine wichtige Datenbasis, um die Entwicklung neuer berufsbegleitender Ausbildungsgänge im Cluster zu unterstützen. 4 Ergebnisse im Berichtszeitraum Im Berichtszeitraum wurde eine Vielzahl von Ergebnissen im Cluster erzielt, die sich auf Initiierung durch das Clustermanagements zurückführen lassen. Ein Großteil dieser Ergebnisse 11 Einrichtungsbefragung zur Situation in ausgewählten Gesundheitsfachberufen in Berlin-Brandenburg. Verfügbar unter http://www.healthcapital.de/fileadmin/cluster/Dokumente/Publikationen/20150615_ Einrichtungsbefragung_Endfassung-Gesamt.pdf (zuletzt am 11. April 2016). 5 bezieht sich auf die Identifizierung neuer Projektthemen sowie die Kontaktanbahnung und Vernetzung zwischen potentiellen Partnern inner- und außerhalb des Clusters. Als zentrales Ergebnis der Aktivitäten sind 27 Verbund- und Technologieprojekte12, die vom Clustermanagement initiiert wurden, zu nennen. Acht dieser Projekte (Stand Ende Dezember 2015) wurden bereits bewilligt, darunter ein GRW-Netzwerk. Zwei Projekte sind als Erfolgsbeispiele besonders hervorzuheben (siehe Textbox). Der Beitrag des Clustermanagements zur Initiierung der 27 Verbund- und Technologieprojekte lag insbesondere in der Unterstützung bei der Identifizierung und Gewinnung geeigneter FuEPartner (Kontaktvermittlung) sowie deren Vernetzung. Zum Teil wurde auch die Bildung des Projektkonsortiums mitbegleitet. In einem Fall wurde von einem abgelehnten Antrag berichtet, hier ist aktuell eine Neueinreichung bei einem anderen Programm geplant. Auf internationaler Ebene sind fünf Antragstellungen im KMU-Instrument von Horizont 2020 auf EU-Ebene zu nennen. Beispiele für erfolgreiche Verbund- und Technologieprojekte (1) Das Kompetenzcluster Ernährungsforschung Berlin-Potsdam (NutriAct) entwickelt Ernährungsinterventionen und Produkte für eine altersgerechte gesunde Ernährung. Das Konsortium setzt sich aus 30 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kliniken - vorwiegend aus der Region Berlin-Brandenburg – zusammen und wird vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Nuthetal (DIfE) geleitet. Von diesen sind aus der Region 8 Industrie- und 10 Wissenschaftspartner beteiligt. Eine nationale und internationale Vernetzung wird u.a. gewährleistet durch die 7 eingebundenen überregionalen Industriepartner sowie die Integration in internationale Netzwerke und Konsortien bei Projekten, wie z.B. Horizont 2020. Das Projekt zeichnet sich aus durch a) die Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft und Kliniken, b) die Einbindung des Verbrauchers bei der Produktentwicklung, c) eine starke regionale Verankerung, d) eine nationale sowie internationale ausgerichtete Zusammenarbeit sowie e) seine wissenschaftliche Exzellenz. Es wurde daher als einer von vier Verbünden in Deutschland aus 13 eingereichten Bewerbungen ausgewählt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem 1. Juni 2015 für zunächst drei Jahre mit 5,6 Millionen Euro gefördert. (2) Die Industrie-in-Klinik-Plattform Brandenburg (MD4i2) stellt eine Infrastruktur für BerlinBrandenburg bereit, um medizinische Expertise der Kliniken Medizintechnikbranche zu verschmelzen. Im Zentrum steht mit dem Know-how der dabei eine gemeinsame Forschungsdatenbank. Medizintechnische Unternehmen in der Region Berlin-Brandenburg profitieren durch das Heben der Innovationspotenziale von Medizinprodukten durch die Beschleunigung eines Markteintritts mithilfe der Bereitstellung relevanter, klinischer Daten. Konsortialführer im Projekt ist das Unternehmen „Imatics“. Imatics hat an einer vom Cluster organisierten Informationsveranstaltung zu einem Call des BMBF teilgenommen. Des Weiteren wurde das Konsortium bei der Konzeption zur 12 Hierin enthalten sind sowohl geförderte als auch nicht geförderte Verbund- und Technologieprojekte. Im Unterschied zu der in Abschnitt 2 ausgewiesenen Zahl von FuEuI-Projekten umfasst diese Zahl auch Projekte, die vom Bund gefördert werden bzw. für die eine Bundesförderung angestrebt wird. 6 Ansprache von Medizintechnik-Unternehmen in der Region Berlin-Brandenburg und Erstellung einer Umfrage unterstützt. Ein Hinweis auf diese Umfrage wurde im Healthcapital-Newsletter veröffentlicht und so einer großen Zielgruppe präsentiert. Das Projekt ist damit auch ein positives Beispiel dafür, wie Clusterkateure durch gezielte Informationsangebote in aktive Projektarbeit eingebunden werden können. Es ist darüber hinaus gelungen, auch junge Unternehmen in diese Projekte einzubinden. Ein Beispiel ist das Verbundprojekt der Ruppiner Kliniken mit mehreren jungen Med-TechUnternehmen, ein anderes das Projekt DigiExist der Beuth Hochschule mit Start-ups zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die Gruppe der jungen Unternehmen im Cluster wurde auch durch besondere Veranstaltungsformate wie Venture Markets, Seed- und Barcamps angesprochen. Auf Basis der Informations- und Kommunikationsmaßnahmen wurden 22 Unternehmensgründungen angestoßen, die durch die Start-Up Unit bei Berlin Partner begleitet werden. Ein besonders positives Beispiel dafür, wie junge Unternehmen von den Clusteraktivitäten unmittelbar profitieren können, ist die labfolder GmbH (siehe Textbox). Unterstützung junger Unternehmen im Cluster: Die labfolder GmbH Labfolder wurde 2013 mit dem Ansatz gegründet, Forschern ein Dokumentations- und Planungstool für die Laborforschung an die Hand zu geben. labfolder verbindet das gesamte Laborumfeld digital: Daten, Teams, Workflows, Geräte und Materialien. Die beiden Gründer Dr. Florian Hauer und Dr. Simon Bungers entwickelten die Idee während ihrer Promotionszeit in Laboren von Max-PlanckInstituten in Göttingen. Das Gründungsprojekt hatte 2012 bereits ein EXIST-Gründerstipendium des BMWi eingeworben und wurde von profund, der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin, unterstützt. Weiterhin wurde labfolder in mehreren Businessplan-Wettbewerben ausgezeichnet (u.a. Science-4-Life und Businessplan-Wettbewerb Berlin Brandenburg). Im Oktober 2013 beteiligten sich im Rahmen der Seed-Finanzierungsrunde erstmals VC Investoren und Business Angels. Das Clustermanagement hatte das Unternehmen von Anfang an stark bei seiner Vernetzung und der Identifikation von Partnern unterstützt. Insbesondere konnte Berlin Partner im Sommer 2014 dabei helfen, einen geeigneten Investor für die zweite Finanzierungsrunde am „BIONNALE Venture Market“ zu finden. Der „BIONNALE Venture Market“ ist eine Plattform im Rahmen der BIONNALE, bei der Startups die Gelegenheit haben, sich vor Investoren und anderen Interessierten zu präsentieren. Die Finanzierungsrunde konnte im September 2015 erfolgreich mit einer Investitionshöhe von 1,4 Mio. € abgeschlossen werden. In den nächsten 3 Jahren sollen im Unternehmen 18 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Seit Mitte 2015 ist das Unternehmen im neuen Gründerzentrum CHIC am ErnstReuter-Platz zu Hause. Das Beispiel zeigt, dass die Angebote der das Clustermanagement tragenden Organisationen die Entwicklung junger Unternehmen mit Wachstumspotenzial befördern können. Mit der Akquisition des Spa-Camp, dem wichtigsten bundesweiten Fachtreffen der deutschsprachigen Spa- und Wellness-Branche, ist es zudem gelungen, externe 7 Unternehmen anzusprechen und die Region Berlin-Brandenburg als Standort für Spa- und Wellness sichtbar zu machen. Das Spa-Camp wird im Oktober 2016 im Esplanade Resort & Spa am Scharmützelsee südlich von Fürstenwalde stattfinden. Des Weiteren wurden im Berichtszeitraum wichtige Meilensteine zur Weiterentwicklung der Clusterstrategie erzielt. Zu nennen sind hier u. a. die Einbindung neuer Netzwerke in die Clusterstrukturen (z. B. NutriAct), die Verabschiedung eines Internationalisierungskonzepts, die Gründung eines HF- und clusterübergreifenden Arbeitskreises „E-Health“ sowie die Ausarbeitung eines Kommunikations- und Marketingkonzeptes. Mit seinen vielfältigen Aktivitäten hat das Clustermanagement für das Cluster zentrale Zielgruppen inner- und außerhalb des Clusters eingebunden. Die Bandbreite der in Aktivitäten eingebundene Clusterakteure reicht von Industriepartnern Großunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen, jungen Unternehmen, Kliniken sowie diversen Hochschulund Forschungsinstituten. In der Spitze wurden mit einzelnen Formaten bis zu 700 Teilnehmer aus der Region, dem In- und Ausland erreicht (Veranstaltung BIONNALE). Die eingebundenen Akteure aus der Region decken außerdem eine Vielzahl unterschiedlicher Branchensegmente und Handlungsfelder ab. Z.B. wurden neben Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft auch Schülerinnen und Schüler mit dem Ziel der Fachkräftesicherung angesprochen. Insgesamt hat das Clustermanagement bisher 155 „Kernakteure“13 aktiv in die Clusterarbeit eingebunden. Darunter 115 Industriepartner, 20 Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen sowie 5 Weiterbildungseinrichtungen (Stand Dezember 2014). Damit konnte das Ziel, bis Ende 2015 über 100 Kernakteure gewonnen zu haben, erreicht werden. 5 Stand der Umsetzung und Ausblick Das Clustermanagement hat im Berichtszeitraum Aktivitäten zu allen sechs strategischen Zielsetzungen und zu allen vier im Masterplan definierten Handlungsfeldern realisiert. Bei der Initiierung von Themen und Projekten standen im Jahr 2015 planmäßig die Integrativthemen eHealth, Alternde Gesellschaft und Internationalisierung im Fokus. Insgesamt zeugt das EWM für das Jahr 2015 nicht nur von einem breiten Spektrum an Aktivitäten und konkreten Ergebnissen bei der Initiierung von (Verbund-)Projekten, es zeigt auch eine hohe 13 Darunter werden Akteure verstanden, die in Gremien, Projekten und Aktivitäten des Clusters aktiv eingebunden sind. Ab dem Jahr 2016 werden „Umsetzungsakteure“ ausgewiesen, für die eine engere Definition gilt. 8 Abdeckung in Bezug auf die im Masterplan definierten Themen- und Handlungsfelder. Die durchgeführten Aktivitäten orientieren sich damit eng an den Planungen für das Jahr 2015. Aktivitäten, für die kein Bedarf (mehr) besteht, wurden angepasst oder gestrichen.14 Um sicherzustellen, dass die geplanten Maßnahmen und Aktivitäten auch langfristig mit den im Masterplan definierten strategischen Zielsetzungen des Clusters korrespondieren, wurden im Jahr 2015 erste Schritte zur Weiterentwicklung der Clusterstrukturen eingeleitet. Es wurde eine neue Beiratsstruktur geschaffen, in der prospektiv Zukunftsthemen identifiziert werden. Auf dieser Basis wurden bereits vier Top Themen definiert, die im Jahr 2016 besonders im Fokus der Clusterarbeit stehen sollen. Diese sind:  Innovative Versorgung in der Gesundheitsregion Big Data  Transfer-Translations-Plattformen in der Hauptstadtregion stärken  BIG Data für klinische Studien und Versorgungsforschung  Gesundheit 4.0: Chancen nutzen in und für Berlin-Brandenburg Damit ist das Clustermanagement dem Ziel, ein „Observatorium Gesundheit“ zu schaffen (i.S.e. Foresight-Gremiums) einen wichtigen Schritt näher gekommen. 14 Eine geplante Aktivität zur Vernetzung von Entscheidern in Krankenhäusern wurde gestrichen, da eine Befragung von Stakeholdern in Krankenhäusern ergeben hat, dass die Zielgruppe bereits von einer Fülle von Spezialanbietern abgedeckt wird. 9
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