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Lützenburg (1695-1705)

Full text : Chronik der Residenzstadt Charlottenburg / Schultz, Ferdinand (Public Domain)

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wurde  von  den  Anwohnern  der  Spree  auf  einer
sogenannten  Treckschuyte  zurückgelegt.  Es  war  dies
ein  Schiff,  welches  durch  Pferde,  bisweilen  auch
durch  Menschen,  vom  Ufer  aus  mittels  eines  an
demselben  befestigten  Strickes  fortbewegt  wurde.
Sophie  Charlotte  mochte  sich  bei  der  Wahl  des
Ortes  in  ihrem  romantischen  Geiste  wohl  schon  die
Lust  ausmalen,  nach  echt.  venctianischer  Art  in
einer  Barke,  die  ein  Gondolier  in  venctianischer
Tracht  lenkte,  die  Fahrt  stromabwärts  zurücklegen ­
  zu  können,  wie  sic  dies  später  in  Wirklichkeit
ausführte.
Gegen  die  Wahl  des  Platzes  erhoben  zwar
die  Amtskammer  und  die  Jägerei  begründete  Bedenken ­
  und  machten  eindringliche  Vorstellungen;
man  blieb  aber  dem  einmal  gefaßten  Entschlüsse
treu.  Und  so  wurde  denn  ans  Werk  geschritten.
Der  Grund  und  Boden,  welcher  für  die  neue
Anlage  erworben  werden  mußte,  gehörte  dem
Oberhofmarschall  von  Dobrzynski.  Derselbe  besaß
das  Gut  Ruhlebcn,  zu  welchem  auch  das  zu  erwerbende ­
  Land  gehörte.  Auf  diesem  hatte  er  ein
Landhaus,  ein  Umstand,  der  vielleicht  mit  zur
Wahl  des  Ortes  beigetragen  haben  mag.  Denn
das  Haus  wurde  mit  dem  Boden  angekauft.
Es  erwies  sich  aber  freilich  als  viel  zu  klein  für
den  kurfürstlichen  Hofhält,  und  nun  zeigte  Friedrich
seine  ganze  fürstliche  Freigebigkeit  gegenüber  seiner
            
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