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III. 7. Das böhmische Prediger- und Schulhaus

Full text: Festbüchlein der böhmisch-lutherischen Gemeinde der Bethlehems-Kirche / Knak, Johannes

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Berlin war ebenso von Gottes Segen begleitet, seine Tüchtigkeit 
und Treue wurde allgemein anerkannt. Friedrich der Große, 
der ihn zum Jnspcctor der böhmischen Gemeinden in preußischen 
Landen ernannt hatte, gab ihm 1741 schriftlich Urlaub, damit 
er die böhmischen Gemeinden in Schlesien, die zum Theil von 
ihm selbst gestiftet waren, inspicirte. Er kehrte von dieser Reise 
Anfang 1742 krank nach Berlin zurück; an einem innerlichen 
Schaden, wozu vermutlich der kalte Brand geschlagen, starb er 
ain 9. August 1742. Im Todtenregister der böhmisch-lutherischen 
Gemeinde, in welchem ihm ein längerer Nachruf in böhmischer 
Sprache gewidmet ist, heißt cs am Schluß: „Sein Leib ruht 
unter dem Altar in der böhmischen Bethlehemskirche," ein deut 
licher Beweis, wie viel Liberda bei allen Böhmen galt und wie 
lieb sie ihn hatten. Sie werden ihn um so schmerzlicher vermißt 
haben, als sein erster Nachfolger, Paul Pintzger, ein geborner 
Slowake ans Ungarn, das Vertrauen, in ivelchem sie 1742 den 
König um seine Berllfnng baten, leider durchaus nicht rechtfer 
tigte und dadurch, daß er am 19. August 1745 Berlin heimlich 
verließ, eine Bacanzzeit über die Gemeinde brachte, welche der 
böse Fcitid meisterlich zu ihrer Entzweiung zu benutzen verstand. 
y. Das Jahr j7^7. 
In der Kabinetsordre vom 19. December 1741, in welcher 
Friedrich II. dem Prediger Liberda die Inspektion über die 
böhmischen Genieinden übertrug, wurde ihm zugleich der an, 
26. April 1737 für Böhmisch Rixdorf berufene Prediger Au 
gustin Schultz „substitniret" zu seiner Hülse. In der Ka 
binetsordre heißt cs dann werter: „Es soll aber nun gedachtem 
Prediger Schnitzen hierbey nachdrücklich und alles Ernstes aus 
gegeben werden, daß er der böhmischen Gemeine nach ihrem 
Verlangen bei dem heil. Abendmahl das Brodt breche 
und sich alles Sectirerischen Wesens enthalte, auch sowohl die 
Gewissen seiner Gemeine in keinem stücke beschweren, als in 
sonderheit demjenigen getreulich folgen soll, was ihm vvrerwehnter 
Prediger Liberda an die Hand geben wird, wohcrgcgen dann 
S. K. Majestät demnächst vor seine, des Prediger Schultzen, 
Berbesiernng von Gehalt Sorge tragen werde."
	        
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