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III. 5. Der Bau der böhmischen Kirche

Full text: Festbüchlein der böhmisch-lutherischen Gemeinde der Bethlehems-Kirche / Knak, Johannes

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Berlin! 
Dir geh es wohl in allen Deinen Gleichen, 
Galt laße stets sein Wort in Dir und um Dich gläntzen! 
Psalm 122, B. 6—9. 
■'). Ein Schriftstück in böhmischer Sprache, welches gleich 
zeitig in deutscher Uebersetzung beigefügt wurde und lautet: 
Zum Preis des Allerhöchsten wird hiermit der Nachwelt 
ausgezeichnet hinterlassen: 
Was der barmherzige Gott den übrigen Bekenner» der 
evangelischen Wahrheit in Böhmen für besondere Gnade erwiesen 
und wie er das demüthige und gläubige Gebet seines treuen 
Unechtes Joh. Amos Eomenius, welches derselbe noch aus 
seinen Knien zu ihm gethan, als er im Jahre 1620 mit einem 
Theil seiner treuen Glaubensbrüder über das hohe böhmische 
Grenzgebirge aus seinem Baterlande fliehen mußte, so gnädig 
erhöret, da er u. a. gefleht: „Es möchte doch der erbarmende 
Gott bei diesem ihrem Ausgange nicht gar mit seinem Worte 
ans Böhmen weichen!" Denn es hat ihm der Herr unserer Ge 
meinde nach der Zeit doch noch immer einen guten Samen derer 
in Böhmen erhalten, die Gottes Wort im Verborgenen mit 
den Ihrigen fleißig betrachtet und sich daraus erbauet, so gut 
sie gekonnt, ob es gleich meist mit Leibes- und Lebensgefahr 
geschehen mußte. 
Im Jahre 1709 aber, als Gott das Herz Ihr. Kais. Mas. 
Joseph I. in Gnaden dahin geneigt, daß das benachbarte 
Schlesien mit wahrer Glaubensfreiheit beschenkt worden: so ging 
des Lichtes göttliche Wahrheit auch in Böhmen in vieler Herzen 
heller auf, welche dann, der edlen Religionsfreiheit zu genießen, 
sich zum Theil in gedachtes Schlesien begaben. Im Jahre 1717 
entstand darauf eine neue Verfolgung der Evangelischen in 
Schlesien und diese Böhmen wurden daher genöthigt, sich nach 
Sachsen zu begeben, allwo sie in unterschiedlichen Orten sich 
zerstreut aufhalten mußten. Im Jahre 1726 ward Frau Henr. 
Cathar. Freiiu von Gersdorfs mitleidig bewegt, daß sie in 
ihrem Gut Gr. Hennersdorf bei Zittau, in der Lausitz gelegen, 
etliche Familien dieser zerstreuten Böhmischen Exulanten aufnahm 
und ihnen auch einen treuen Lehrer Johann Liberda, aus
	        
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