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II. 14. Auswanderungen nach Sachsen

Full text: Festbüchlein der böhmisch-lutherischen Gemeinde der Bethlehems-Kirche / Knak, Johannes

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glücklich durch und zu einem Freunde, der sich hvch erfreute und 
ihnen viele Liebe erwies. Sie verließen darauf all das Ihrige 
HW. Matuschak ein Gut von 1400 Schock Groschen) mit Freuden, 
und wandten sich mit Weib und Kindern zu dem evangelischen 
Gottesdienst. 
Thomas Swoboda, Förster und Unterthan des Grafen 
Schlick, wurde um des Wortes Gottes und des Bekenntnisses der 
Wahrheit willen im Städtchen Kopidnv in das Gefängniß ge 
worfen und in Ketten geschmiedet, wo er viel leiden mußte, vor 
züglich von den römischen Priestern und allen Feinden der Wahr 
heit. Da er ihnen nicht nachgab und that, was sie wollten, 
nämlich, die Bildnisse der Heiligen küssen, zu denselben beten 
n. dgl. päpstlichen Aberglauben, sondern sie durch das Wort Gottes 
widerlegte und sich fest an die Wahrheit der Bibel hielt, so 
wurde er für diese Beharrlichkeit vom Apellationsgericht verur- 
theilt, daß er geköpft und auf dem Scheiterhaufen verbrannt 
werden sollte, welches auch wirklich geschah. Nachdem ihm das 
ilrtheil verlesen war, bereitete er sich mit Freuden zum Tode, 
betete demüthig und herzlich zu Gott um Stärkung im Glauben, 
und wünschte nur noch seine Frau zu sprechen, welches ihm aber 
nicht gestattet wurde. Als der Tag seines Martertodes kam, 
wurde er so gestärkt von Gott, daß er — ein 70jähriger Greis 
- freudig zur Richtstätte gehen konnte. Daselbst betete er in 
brünstig fiir seine Feinde und Mörder, zog sich selbst aus, knöpfte 
seinen Hemdkragen auf, und seine Seele dem Herrn empfehlend, 
bot er im Glauben an Jesum Christum seinen Hals dem Schwerte 
dar. Der Geköpfte wurde nun auf den Scheiterhaufen geworfen 
und zu Staub verbrannt.*) Was er besaß, ward alles wegge 
nommen und seiner Frau und seinen fünf Kindern nichts übrig 
gelassen, als der Glaube an Gottes Wort, um deßwillen sie dann 
auch alle auswanderten und nach Hennersdorf zu der Gemeinde 
zogen. Sein Sohn Johann kam nach Berlin, wo dessen Sohn 
*) Für den Scheiterhaufen hatte sein Sohn, der Förster in dein 
benachbarten Raclau war, aus dem Revier seiner Herrschaft 13 Klafter 
gut getrockneten Holzes anweisen müssen, ohne das; er eine Ahnung 
hatte, daß dasselbe zum Verbrennen seines Vaters dienen sollte.
	        
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