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II. 6. Wachsthum und Verfolgung

Full text: Festbüchlein der böhmisch-lutherischen Gemeinde der Bethlehems-Kirche / Knak, Johannes

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thaten und Zauberei verübten rc. Diesen Lügner fiihrken sie in 
a llen katholischen Kirchen umher, ließen ihn öffentlich diese Jrrthiimer 
abschwören; er bat auch die Leute, sie möchten siir ihn, als einen 
großen Sünder, zu Gott bitten und sich vor diesen gottlosen Pi- 
karden in Acht nehmen. Dieses Bekenntniß ivurde geschrieben 
und überall von der Kanzel verlesen. Leschka, in seinem Gewissen 
bestraft, gestand und bereute am Ende, daß er so oft falsch ge 
schworen und lauter Ltigeu verbreitet hatte, er bekannte, daß er 
dazu verleitet worden wäre und keine Pikarden kenne. 
Jedoch auch dieser Lügengeist hat im Grunde nicht geschadet, 
sondern zum Besten gedient, denn Biele kamen heimlich in ihre 
Versammlungen, um zu sehen, ob es sich also verhalte, und da 
sie alles anders fanden, hielten sie sich zu ihnen. 
Unter dem König Matthias wurden 1488 etliche hundert 
der Brüder bis in die Moldau verbannt, die erst nach seinem 
Tode zurückkehren durften. 
7. Strafgerichte Gottes an ihren Feinden. 
Im Jahre 1503 wurden sie von falschen Brüdern, die es 
für Sünde hielten, ein obrigkeitliches Amt zu bekleiden, zu schwören 
und Kriegsdienste zu thun rc. und sich deßwegen von ihnen 
trennten, angeklagt, die Brüder wollten das Schwert ergreifen 
und sich mit Gewalt vertheidigen. Die Brüder aber vertheidigte» 
sich durch eine Apologie vor dem König und widerlegten alle 
Verleumdung, so daß der König das harte Edikt gegen sie zurück 
nahm und sie zu einem freundschaftlichen öffentlichen Gespräch 
mit den Professoren der Academie und dem Consiftorium berief. 
Obgleich sie dabei hinterlistige Nachstellungen bcslirchteten, so 
schickten sie doch ihre Aeltesten aus Gehorsam gegen den König 
dazu, unter herzlichem Gebet aller Gemeinden. Sie gingen wie 
Schafe zur Schlachtbank mit dem Sinn: Der Herr hat uns das 
Leben gegeben; der Herr nehme es wieder; >vie es ihm gefällt! 
— Aber der Herr hat sie errettet; denn an dem Tage, da sie 
vor dem Consistorio erscheinen sollten, starb der ärgste Feind, 
der Rector der Universität, plötzlich, wodurch die andern so er- 
chreckt wurden, daß sie, nachdem schon beinahe die ganze Stadt,
	        
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