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II. 11. Siebenundzwanzig adlige Märtyrer in Prag

Full text: Festbüchlein der böhmisch-lutherischen Gemeinde der Bethlehems-Kirche / Knak, Johannes

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etwa der Schein, daß ein Armer Holz geholt hätte. Dennoch 
erhielten sie sich und gaben ihren Gemeinden immer festere 
Einrichtung?) 
*) lieber die Ordnung und Disciplin der böhmischen Brüderkirche 
sprachen sich viele hochangesehene Männer, die bedeutendsten Theologen 
der evangelischen Kirche, mit höchster Anerkennung aus; es würde zu 
weit führen, dieselben anzuführen, doch wollen wir das Urtheil des be 
deutendsten von ihnen, und zwar keines anderen als unseres großen 
Reformators. Di-. Martin Luther, hier wiedergeben. Als Luther 
sich von den Fesseln Papistischer Finsterniß losgemacht hatte und — 
ein streitbarer Held — gegen die Mißbräuche und Irrthümer der römischen 
Kirche zu Felde zog, ordneten die Böhmischen Brüder eine Gesandtschaft 
im Jahre 1522 an ihn ab, um ihm ihren Gruß zu überbringen und 
vielleicht eine Einigung mit ihm anzubahnen. Er sprach sich überaus 
beifällig über das Glaubensleben der Brüder aus, und räumte — ob 
wohl nie ein völliges kirchliches Einverständniß zwischen den Brüdern 
und ihm erreicht wurde — gern und rückhaltlos die Vorzüge ihrer 
Kirchenverfassung ein, betonte aber zugleich, daß bei den Deutschen die 
Zeit für eine solche Zucht und Ordnung noch nicht gekommen sei. Dieser 
Ansicht giebt er auch in einen! an die Briider gerichteten Schreiben vom 
Jahre 1523 bestimmteren Ausdruck, in dem er äußerte: „blonclum 
P088UMN8 assequi, ut ejusmodi instituatur doctrinae vitaequc probas 
exercitium, quäle de vobis audimus. Res adhuc apud nos crudae 
sunt, lenteque procedunt, sed orate pro nobis. (Wir können es noch 
nicht erreichen, daß eine solche Uebung der Lehre und des heiligen Lebens 
wie wir sie von euch hören, auch bei uns eingerichtet werde. Die Sachen 
sind bei uns noch roh und schreiten langsam vorwärts, aber betet für 
uns.) Am Schlüsse einer vortrefflichen Vorrede, welche er zur Confession 
der böhmischen Brüder von 1535 schrieb, bemerkte er: „Ich habe dies 
Büchlein der obengeuaunten Brüder in Böhmen lassen ausgehen, auf 
daß alle fromme Christen lesen und sehen, tvie nahe oder wie ferne wir 
von einander sind. In diesem Büchlein wird Jedermann finden, daß 
sie fleißig sich geübt haben in der Schrift, und der Papisten Greul 
(darob sie viel erlitten! sich entschlagen; denn hier findest du nichts vom 
Ablaß, Fegfeuer, Seelenmessen u. s. w. Derhalben befehl ich dies 
Büchlein zu lesen und zu urtheilen allen frommen Christen, und bitte, 
daß sie mit uns allesanimt beten wollen Gott unserm Vater nm Ein 
trächtigkeit der Lehre und des Glaubens rc. Ein andermal, als wieder 
eine Gesandtschaft der Brüder bei Luther war und sic nach Erörterung 
einiger Verschiedenheiten der Lehren schlossen: „So lehren und beten
	        
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