Path:
III. 12. Die Jubelbraut

Full text: Festbüchlein der böhmisch-lutherischen Gemeinde der Bethlehems-Kirche / Knak, Johannes

103 
Die von Seiten des Gemeinde-Kirchen-Raths der lutherischen 
Gemeinde verfaßte Denkschrift hat folgenden Wortlaut: 
„Unsern Nachkommen viel Gnade und Friede von Gott 
dem Vater und unserm Herrn Jesu Christo! 
Im Jahre des Heils tausend 8 hundert und 54 ward die 
Böhmische Kirche, welche Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, 
fiir die Böhmischen Emigranten lutherischer Confessio» allhier 
hat bauen lassen, zum zweiten Male reparirt. Des damals re 
gierenden Königs Friedrich Wilhelm IV. Majestät hat dazu auf 
unterthänigste Bitte unseres Gemeindevorstandes 2000 Thaler zu 
schenken allergnädigst geruht. Bei dieser Reparatur wurden in 
den Medaillons zwischen den Kuppelfenstern die Bildnisse der 
4 Evangelisten gemalt und die Außenwände der Chöre mit Kern 
sprüchen der heil. Schrift versehen, auch wurde die kleine Orgel 
durch ein großes Werk ersetzt. Ueber den in diesem Jahre 1883 
begonnenen Bau berichten wir in einem besonderen Dokument. 
Die durch die betrübende Uneinigkeit der Böhmen im I. 1747 
hervorgerufene Selbstständigkeit von zwei zur Bethlehemskirche 
gehörenden Gemeinden, der lutherischen und resormirten, dauert 
bis heute fort, da sowohl im Jahre 1828 nach dem Tode deS 
Pastors unserer Gemeinde, Johann Jaenicke, als auch nach 
der Emeritirnng des resormirten Pastors D. Köppe 1856 und 
1859- 60 erfolglose Einigungs-Versuche gemacht worden sind. 
Die in der Urkunde vom 5. Juni 1782 von den Vorfahren aus 
gesprochene Voraussetzung, daß nach dem Religionsedict Kaiser 
Joseph II. weitere Zuzüge von Böhmen die hiesigen Gemeinden 
nicht verstärken werden, ist zugetroffen. Unsere lutherische Ge 
meinde, die von Gott mit besonders auserwählten Rüstzeugcu 
seiner Gnade als ihren Hirten begnadigt worden ist, hat zahl 
reiche Verstärkung durch Mitglieder der deutschen Gemeinden 
in Berlin erhalten. Die Nachkommen der eingewanderten Böh 
men waren der deutschen Sprache ebenso kundig, wie der böh 
mischen, so daß nach dem Tode des Pastors Jaenicke nicht mehr 
für erforderlich erachtet wurde, bei der Wahl seines Nachfolgers 
die Kenntniß der böhmischen Sprache als Bedingung nnfzustellen. 
Es wurde daher seit 1828 in den Gottesdiensten der lutherischen 
Bethlehemsgemeinde nur noch deutsch gepredigt; deu lutherischen
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.