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III. Die Dekoration des Aueßern

Full text: Osteria / Pietsch, Ludwig (Public Domain)

Die Dekoration des Aeußern. 
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Stil gezeichnet, stellt es ein alterthümlich steif und feierlich thronendes 
Paar von hellenischen Meistern der Künste mit lächelnden Gesichtern, 
mit zierlich frisirtem Haupt- und Barthaar dar, welche die Umschrift 
als „Zeuxis und Phidias, die Senatoren und Professoren" bezeichnet. 
Auf dem letzten östlichen Wandpseiler der Fa^ade sieht man ein 
kleines Relief, von dem Berliner Bildhauer Paul Pietsch modellirt. 
Es stellt in frappanter, wenn auch chargirter Aehnlichkeit einen Ber 
liner Schriftsteller und Kunstkritiker, welchem dieser Künstler seinen 
Namen verdankt, gleichsam ins Antike zurückübersetzt, dar, den Wander 
stab in der rechten Hand, die Schreibmappe mit Manuskripten in der 
Linken, die Feder hinter dem Ohr, mit Chlamys und Chiton be 
kleidet, zu dem wohlbekannten Hause in der „8traäa larga“ hin 
schreitend, über dessen Thür die Inschrift „Vossische Zeitung" steht. — 
An den Seitenwänden der Loggia vor dem östlichen niedrigeren 
Anbau breitet sich ein ganzes kleines Museum merkwürdiger größerer 
und kleinerer antiker Skulpturfragmente aus, die hier Stück für Stück 
sorglich durch Haken festgehalten werden. Die Versuche gelehrter 
Archäologen, einzelne Bruchstücke zu Gestalten und Gruppen, wenn 
auch nur sehr unvollständig, zusammenzusetzen, sind nicht immer von 
glücklichem Erfolge gekrönt gewesen. Am meisten von Allen noch bei 
dem Relief an der westlichen Wand der Loggia. Wenn auch die Knie- 
Partie gänzlich fehlt, so ist doch die Gruppe „Alexander vor der Tonne 
des Diogenes" deutlich erkennbar. Die Fragmente an der Ostwaud 
machen es dem profanen Beschauer weniger leicht, ihre einstige Bedeu 
tung zu errathen. Manche derselben zeigen ihm nur wenig mehr, als 
ein glattes Stück Gips/ und die angeblich darauf erhaltenen „Spuren 
einstiger polychromer Behandlung" können den Mangel jener Form 
auch kaum ersetzen. Eine Gruppe von Bruchstücken ließe sich vielleicht 
am zutreffendsten als „Venusklein" bezeichnen. Eine besonders merk 
würdige Nummer aber läßt keinen Zweifel darüber, daß wir den Rest 
eines Leda-Reliefs darin zu sehen haben, welches an Realismus der 
Darstellung Nichts zu wünschen übrig läßt. —
	        
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