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Full text: Gesundheitsberichterstattung Berlin (Rights reserved) Issue2021,1 (Rights reserved)

2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Eckdaten der Berliner Krankenhäuser 2019 KURZ INFORMIERT Die Krankenhausstatistik beschreibt die Ergebnisse der jährlichen Vollerhebung von Daten über die strukturelle Situation und die Inanspruchnahme der Krankenhäuser. Ihre gesetzliche Grundlage beruht auf der Krankhausstatistik-Verordnung und dem Bundesstatistikgesetz. Die Erhebung wird bundesweit einheitlich durchgeführt. Die Krankenhausstatistik ist in drei Teile gegliedert: Die Grunddaten der Krankenhäuser geben einen Überblick über die sachlichen und personellen Ressourcen sowie über die Patientenbewegungen (1, 2). Eine weitere Statistik beschreibt die Diagnosedaten der Krankenhäuser (3, 4). Die Kostenstatistik der Krankenhäuser beziffert die Aufwendungen für Personal- und Sachkosten (5, 6). Im Folgenden werden Eckdaten der stationären Versorgung in den Berliner Krankenhäusern auf Basis der aktuellen Statistik über das Berichtsjahr 2019 beschrieben. Datengrundlage sind die Berichte zu den Grund-, Diagnose- und Kostendaten der Krankenhausstatistik des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des Statistischen Bundesamts (1, 3, 5). Die Krankenhausstatistik für Berlin umfasst alle Krankenhäuser in Berlin, die nach § 1 Abs. 3 Nr. 1 der Krankenhausstatik-Verordnung auskunftspflichtig sind. Krankenhäuser in Straf- und Maßregelvollzug sowie Polizeikrankenhäuser sind nicht einbezogen. Für das Bundeswehrkrankenhaus werden die Einrichtungen, die Leistungen an Zivilpersonen vollbringen, berücksichtigt (7). Zur Einordnung der Daten der Berliner Krankenhäuser in Deutschland insgesamt werden die entsprechenden Daten des Bundesamtes für Statistik einbezogen (2, 4, 6). 1 Sachliche Ausstattung In Berlin gab es 2019 87 Krankenhäuser, darunter 76 Allgemeinkrankenhäuser (Tabelle 1). Zu den elf sonstigen Krankenhäusern zählen jene mit ausschließlich psychiatrischen, psychotherapeutischen, neurologischen und/oder geriatrischen Betten, eine reine Tagesklinik sowie das Bundeswehrkrankenhaus. Im Jahresdurchschnitt standen insgesamt 20.636 Betten für die vollstationäre Behandlung von Patienten zur Verfügung: mehr als 95 % davon standen in Allgemeinkrankenhäusern. Bezogen auf die Einwohnerzahl standen 564 Krankenhausbetten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner bereit: in den Allgemeinkrankenhäusern 542 und in den sonstigen Krankenhäusern 22 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei Betrachtung der durchschnittlichen Zahl der aufgestellten Betten nach der Trägerschaft der Krankenhäuser, zeigt sich, dass 38 % aller vollstationären Betten in den drei öffentlichen Krankenhäusern aufgestellt waren. Auf den Krankenhäusern in freigemeinnützlicher Trägerschaft entfielen 42 % der Betten. Die Tabelle 1: Anzahl der Krankenhäuser mit Bettenzahl im Jahresdurchschnitt in Berlin - nach Trägerschaft (Stand: 31.12.2019) Krankenhäuser in Berlin Merkmale Krankenhäuser insgesamt Sonstige Allgemein Insgesamt 87 76 11 1) Krankenhäuser nach Trägern öffentlich 3 3 0 freigemeinnützig 33 28 5 privat 51 45 6 20.636 19.815 821 Anzahl Betten Anzahl Krankenhäuser mit < 100 Betten 50 42 8 100-499 Betten 29 26 3 8 8 0 500 und mehr Betten Anzahl Betten nach Trägern öffentlich 7.763 7.763 0 freigemeinnützig 8.667 8.227 440 privat 4.206 3.825 381 1) Eine reine Tagesklinink ohne Betten. (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Darstellung: SenGPG - I A -) SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 1 KURZ INFORMIERT 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Mehrzahl der Berliner Krankenhäuser (n= 51) wurde 2019 in privater Trägerschaft betrieben. In den Privatkrankenhäusern waren 20 % der Betten aufgestellt. Die Patientenversorgung in den Berliner Krankenhäusern erfolgte in 419 Fachabteilungen (Hauptfachabteilungen gemäß § 301 SGB V). Tabelle 2 zeigt die im Jahresdurchschnitt aufgestellten Betten nach Fachabteilungen in Berlin und im gesamten Bundesgebiet. Tabelle 2: Anzahl der aufgestellten Betten nach Fachabteilungen in Berlin und deutschlandweit - im Jahresdurchschnitt (Stand: 31.12.2019) Fachabteilung 1) Anzahl Berlin aufgestellte Betten insgesamt Augenheilkunde Allgemeine Chirurgie Gefäßchirurgie Thoraxchirurgie Unfallchirurgie Frauenheilkunde und Geburtshilfe Geburtshilfe Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Dermatologie Herzchirurgie Innere Medizin Endokrinologie Gastroenterologie Hämatologie und Onkologie Kardiologie Nephrologie Pneumologie Rheumatologie Geriatrie Kinderchirurgie Pädiatrie Kinderkardiologie Neonatologie Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Zahn- und Kieferheilkunde Neurochirurgie Neurologie Nuklearmedizin Orthopädie Plastische Chirurgie Strahlentherapie Urologie Intensivmedizin Kinder- und Jugendpsychiatrie Allgemeine Psychiatrie Psychosomatik, Psychotherapie Allgemeinbetten u. sonstige Fachbereiche Deutschland Bettenzahl je 100.000 EW 2) Bettenzahl je 100.000 EW Differenz Absolut in % 2) 419 11 38 15 6 18 19 6 16 5 2 32 1 13 5 17 4 6 2 21 7 8 2 7 20.636 231 1.732 363 108 1.228 816 241 342 180 158 2.662 12 892 443 1.232 223 477 29 1.684 113 417 42 207 564 6 47 10 3 34 51 33 9 5 4 73 0 24 12 34 6 13 1 240 19 69 7 531 595 5 82 7 2 21 69 16 10 6 6 134 1 8 6 18 3 4 1 101 14 133 5 269 -31 1 -34 3 1 13 -18 17 -1 -1 -1 -61 0 16 6 16 4 9 -1 139 5 -64 2 262 -5 24 -42 49 59 61 -26 112 -10 -11 -22 -46 -46 181 98 89 132 194 -40 138 37 -48 38 97 16 109 3 2 1 21 11 16 4 18 21 5 12 16 6 14 9 319 997 41 762 197 118 502 785 252 2.254 276 9 27 1 21 5 3 14 21 42 62 8 8 32 1 28 2 3 17 8 58 69 15 1 -5 0 -7 3 0 -3 14 -16 -7 -7 9 -15 29 -25 131 8 -19 172 -27 -11 -49 10 192 5 8 -5 -47 1) Fachabteilungen gemäß § 301 SGB V, eingeschränkt auf Hauptfachabteilungen. 2) bezogen auf die Durchschnittsbevölkerung. Bei Kinderabteilungen Bevölkerung < 18 Jahre; Neonatologie < 1 Jahr; Geriatrie ≥ 65 Jahre; Gynäkologie: Frauen ≥ 15 Jahre. (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg, StBA / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) In der Summe entfiel 2019 in Berlin knapp die Hälfte der aufgestellten Betten auf Fachabteilungen mit einem Schwerpunkt in der Chirurgie oder in der Inneren Medizin. Insgesamt 29 Fachabteilungen hatten einen psychiatrischen, psychotherapeutischen oder psychosomatischen Schwerpunkt Diese stellten etwa 13 % der Betten für die vollstationäre Versorgung. Für die geriatrische Versorgung waren in 2019 1.684 Betten in 21 Fachabteilungen aufgestellt, was bezogen auf die Bevölkerung von 65 Jahren und älter 240 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner entspricht. In der Pädiatrie, 2 SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle Neben der Intensivbehandlung und ‑versorgung von Patientinnen und Patienten in den sechszehn Fachabteilungen mit dem Schwerpunkt Intensivmedizin wurden auch in anderen Bereichen Betten für die intensivmedizinische Behandlung und Versorgung aufgestellt. Insgesamt waren in 2019 im Jahresdurchschnitt 1.374 Betten für intensivmedizinische Versorgung, 243 intermediate Care Betten für die Versorgung von Patienten und Patientinnen mit einem erhöhten Pflege- und Überwachsungsbedarf sowie 66 Betten zur Intensivversorgung von Neugeborenen aufgestellt. Für die intensivmedizinische Versorgung standen demnach im Jahresdurchschnitt 46 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner bereit. Im gesamten Bundesgebiet waren in 2019 im Jahresdurchschnitt 494.326 Krankenhausbetten für vollstationäre Versorgung aufgestellt: 4 % davon in Berlin. Bezogen auf die Bevölkerungszahl standen in Berlin 564 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zur Verfügung. Das sind 31 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner (5 %) weniger als Deutschland insgesamt (Tabelle 2). KURZ INFORMIERT Kinderchirurgie und Kinderkardiologie waren im Jahresdurchschnitt 572 Betten, 95 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner unter 18 Jahren, aufgestellt. Insgesamt gab es 7 Fachabteilungen mit dem Schwerpunkt Neonatologie mit 207 Betten. In den 25 Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe standen in 2019 im Durchschnitt 1.057 Betten bereit. 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Betrachtet man jedoch die Differenzen der Bettenzahl je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zwischen Berlin und dem gesamten Bundesgebiet nach Fachabteilungen zeigen sich für einige Bereiche erhebliche Differenzen. So waren in den Fachabteilungen für Allgemeine Chirurgie, Innere Medizin, Pädiatrie und Psychosomatik / Psychotherapie in Berlin nur etwa die Hälfte der Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner aufgestellt im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet. Hingegen war in Berlin die auf die Bevölkerung bezogene Bettenzahl in den Fachabteilungen für Geburtshilfe, Hämatologie und Onkologie, Kardiologie und Neonatologie etwa zweimal so hoch, in den Fachabteilungen für Geriatrie, Nephrologie, Plastische Chirurgie und Intensivmedizin fast zweiundeinhalbmal und in den Fachabteilungen für Pneumologie und Gastroenterologie etwa dreimal so hoch als im gesamten Bundesgebiet. Dies zeigt, dass gemessen an der Bettenzahl je Fachabteilung in Berlin gegenüber dem gesamten Bundesgebiet andere Schwerpunkte bestanden. Dies kann einerseits auf Unterschiede in Versorgungs- und Behandlungsbedarfen bezüglich Differenzen in der Morbidität zwischen Berlin und Deutschland insgesamt zurückzuführen sein. So unterschied sich die Inanspruchnahme der Krankenhäuser nach Hauptdiagnosegruppen, klassifiziert nach der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10), gemessen an der Anzahl der entlassenen Behandlungsfälle zwischen Berlin und dem gesamten Bundesgebiet für einige ICD-10-Diagnosekapitel (3, 4). Im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet gab es in 2019 in Berlin je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner deutlich weniger Fälle bestimmter Infektiöser und parasitärer Erkrankungen (ICD-10 A00-B99) sowie weniger Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (ICD-10: R00-R99). Dagegen wurden mehr Behandlungsfälle wegen Neubildungen (ICD-10: C00-D48), Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organen sowie bestimmter Störungen des Immunsystems (ICD-10: D50-D99), Krankheiten des Auges (ICD-10: H00-H59), Krankheiten der Haut und der Unterhaut (ICD-10 L00-L99), Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (ICD-10: O00-O99) sowie wegen angeborener Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (ICD-10: SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 3 KURZ INFORMIERT 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Q00-Q99) berichtet. Zudem gibt es in Berlin einige Spezialkliniken, wie das Unfallkrankenhaus, und Zentren für die Behandlung spezieller Krankheiten, wie das Deutsche Herzzentrum, die in Deutschland eher in den städtischen Ballungsräumen als in ländlichen Regionen zur Verfügung stehen. Dies kann zu den beobachteten Differenzen beitragen. Generell soll bei Vergleichen nach Bundesländern die besondere Situation von Berlin als Stadtstaat gegenüber Flächenländer berücksichtigt werden. Die Berliner Krankenhäuser verfügten 2019 über 180 Dialyseplätze, darunter 170 für die stationäre Behandlung und 10 für die ambulante vertragsärztliche Versorgung. Neben den bettenführenden Fachabteilungen gab es in Berlin 47 Krankenhäuser mit mindestens eine Fachabteilung, die keine Betten führte. Darunter waren 41 Fachabteilungen für Anästhesie und 37 Fachabteilungen für Radiologie. Weitere Fachabteilungen, die keine Betten führten, waren die Fachabteilungen für Laboratoriumsmedizin (n= 13), für Pathologie (n= 7), Nuklearmedizin und Diagnostik (n= 6) und eine Fachabteilung für Rechtsmedizin. Die medizin-technische Ausstattung der Berliner Krankenhäuser wird in Tabelle 3 gezeigt. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner je medizin-technisches Großgerät, war in 2019 für die meisten Großgeräte mit Ausnahme für -Computer-Tomographen (CT), Positronen-Emissions-ComputerTomographen (PET), Stoßwellenlithotripter und Mammographietherapiegeräte in Berlin geringer als in Deutschland insgesamt, was auf eine höhere Verfügbarkeit dieser Geräte je Einwohnerin und Einwohner in Berliner Krankenhäusern in Berlin hinweist. Die Unterschiede in der technischen Ausstattung kann mit den bereits erwähnten Schwerpunktkliniken und Zentren zusammenhängen. Über die Inanspruchnahme der medizinischen Großgeräte werden im Rahmen der Krankenhausstatistik keine Daten erhoben. 2 Tabelle 3: Medizin-technische Großgeräte der Krankenhäuser in Berlin und bundesweit (Stand: 31.12.2019) Berlin Medizintechnische Großgeräte Anzahl Bundes-weit Einwohner je Einwohner je Gerät Gerät Computer-Tomographen (CT) 67 54.584 Dialysegeräte 364 10.047 54.559 13.743 Digitale Subtraktions- 49 74.636 87.836 Angiographiegeräte Gammakameras 36 101.588 172.392 Herz-Lungen-Maschinen 53 69.003 138.258 Kernspin-Tomographen 57 64.161 80.516 Koronarangiographische 55 66.494 69.767 21 174.150 221.581 1.219.053 1.065.295 Arbeitsplätze Linearbeschleuniger (Kreisbeschleuniger) Positronen-Emissions- 3 Computer-Tomographen (PET) Stoßwellenlithotripter 7 522.451 263.787 Mammographiegeräte1) 16 100.488 94.512 1) Bezogen auf die weibliche Bevölkerung ab 15 Jahren. (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Personelle Ressourcen In den Berliner Krankenhäusern waren 2019 52.302 Personen hauptamtlich beschäftigt: darunter 10.329 Ärztinnen und Ärzte und 41.973 nicht-ärztliche Beschäftigte. Außerdem waren 323 Belegärztinnen und -ärzte sowie 40 Beleghebammen bzw. Belegentbindungspflegerinnen und -pfleger in den Berliner Krankenhäusern tätig. Die Ausbildungsstäten der Berliner Krankenhäuser bildeten zudem 3.148 Schüler und Schülerinnen aus: darunter 2.096 in der Gesundheits- und Krankenpflege, 150 in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und 78 in der Krankenpflegehilfe. 4 SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle Mehr als 97 % der Beschäftigten sind in den Allgemeinkrankenhäusern tätig. Die Personalstruktur unterscheidet sich zwischen den Allgemein- und den sonstigen Krankenhäusern (Abbildung 1). In den Allgemeinkrankenhäusern entfällt ein Drittel der Vollzeitstellen auf den Pflegedienst, während in den sonstigen Krankenhäusern fast die Hälfte der Vollzeitstellen auf den Pflegedienst entfallen. Hingegen sind die Anteil der Vollzeitstellen des ärztlichen Personals, des Funktionsdienstes sowie des sonstigen Personals in den Allgemeinkrankenhäusern deutlich höher im Vergleich zu den sonstigen Krankenhäusern. KURZ INFORMIERT Beim ärztlichen Personal lag der Anteil der Teilzeitbeschäftigten bei 30 % und beim nichtärztlichen Personal sogar bei 47 %. Umgerechnet in Vollzeitstellen gab es in den Berliner Krankenhäusern 44.092 hauptamtlich Angestellte: 9.240 Vollzeitstellen beim ärztlichen Personal und 34.852 Vollzeitstellen beim nicht-ärztlichen Personal. Hinzu kamen 2019 2.123 Vollzeitstellen für Personal, das nicht direkt in den Krankenhäusern angestellt war. Der Anteil der nicht-direkt angestellten Vollkräfte unterschied sich nach Personalgruppen und war mit 2 % am geringsten unter Ärztinnen und Ärzte und mit 9 % am höchsten beim Personal im Pflegedienst. Der Einsatz von indirekt Beschäftigten in den Pflegeberufen in Berlin wird im Zusammenhang mit dem zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege diskutiert. Mehr Information zu diesem Thema finden Sie im KURZ INFORMIERT 2020/03 „Beschäftigte im Gesundheitswesen in Berlin“ (Link zur Publikation). 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Abbildung 1: Personalstruktur anhand von Vollzeitäquivalenten der Berliner Krankenhäuser - nach Krankenhaustyp (Stand: 31.12.2019) Allgemeinkrankenhäuser Verwaltungsdienst 7% sonstiges Personal 10% sonstige Krankenhäuser ärztliches Personal 21% Verwaltungsdienst 5% sonstiges Personal 6% Funktionsdienst 8% ärztliches Personal 18% Funktionsdienst 13% Medizinischtechnischer Dienst 17% Pflegedienst 33% Medizinischtechnischer Dienst 16% Pflegedienst 48% (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Auch die Personalbelastung unterscheidet sich nach Krankenhaustyp. Die Personalbelastung wird in der Krankenhausstatistik anhand von zwei Kennzahlen beschrieben. Das sind die Anzahl der zu versorgenden vollstationären Betten je Vollkraft und Arbeitstag und die Anzahl der vollstationären Behandlungsfälle je Vollkraft pro Berichtsjahr. SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 5 Abbildung 2 zeigt die zeitliche Entwicklung der Personalbelastung des direkt angestellten ärztlichen und des Pflegepersonals. Die Anzahl der zu versorgenden Betten pro Tag je Vollkraft ist bei der Personalgruppe „Ärztinnen und Ärzten“ und beim Pflegepersonal der sonstigen Krankenhäuser höher im Vergleich zu beiden Personalgruppen der Allgemeinkrankenhäuser. Betrachtet man die Entwicklung der Anzahl der zu versorgenden vollstationären Betten pro Tag in den letzten zehn Jahren, zeigt sich beim Pflegepersonal keine große Veränderung. Beim ärztlichen Personal nahm die Zahl der zu versorgenden vollstationären Betten pro Tag und Vollzeitkraft zwischen 2009 und 2019 ab. Diese Abnahme ist beim ärztlichen Personal der sonstigen Krankenhäuser stärker als bei den Ärztinnen und Ärzten in den Allgemeinkrankenhäusern. Abbildung 2: Entwicklung der Personalbelastungszahlen (a. Anzahl der zu versorgenden vollstationären Betten pro Tag, b. Anzahl der stationären Behandlungsfälle pro Jahr) von Ärztinnen und Ärzten sowie von Beschäftigten im Pflegedienst in den Berliner Krankenhäusern zwischen 2009 und 2019 - nach Krankenhaustyp (Stand: 31.12.2019) (b) 25 120 100 20 Anzahl Behandlungsfälle jeVollkraft pro Jahr (a) Anzahl zu versorgenden Betten je Vollkraft pro Tag KURZ INFORMIERT 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin 15 10 5 80 60 40 20 0 0 2009 2011 2013 2015 2017 2019 Berichtsjahr 2009 2011 2013 2015 2017 2019 Berichtsjahr Ärztinnen/Ärzte - Allgemeinkrankenhäuser Pflegedienst - Allgemeinkrankenhäuser Ärztinnen/Ärzte- Sonstige Krankenhäuser Pflegedienst - sonstige Kankenhäuser (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Die Anzahl der Behandlungsfälle pro Vollkraft und Berichtsjahr ist bei den Ärzten und Ärztinnen sowie beim Pflegepersonal der Allgemeinkrankenhäuser im Schnitt höher als in den sonstigen Krankenhäusern. Während die Zahl der Behandlungsfälle pro Ärztin beziehungsweise Arzt in den sonstigen Krankenhäusern in den letzten Jahren um etwa 30 % abnahm, ist bei den Ärztinnen und Ärzten in den Allgemeinkrankenhäusern ein geringerer Rückgang der Behandlungsfälle pro Jahr um etwa 13 % zu verzeichnen. Während die Behandlungsfälle pro Jahr beim Pflegepersonal der sonstigen Krankenhäuser zwischen 2009 und 2019 abnahm, ist beim Pflegepersonal der Allgemeinkrankenhäuser bis 2018 eher eine Zunahme der Behandlungsfälle zu verzeichnen. 6 SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle Inanspruchnahme der Berliner Krankenhäuser Im Folgenden wird die Inanspruchnahme der Berliner Krankenhäuser anhand der Bettenauslastung, der Anzahl der Behandlungsfällen, der Anzahl der Belegungs-/ Berechnungstage und der Verweildauer beschreiben (Tabelle 4). In den Berliner Krankenhäusern wurden 2019 fast 900.000 Tabelle 4: vollstationäre Behandlungsfälle registriert. Dies Inanspruchnahme der Berliner Krankenhäuser (Stand: 31.12.2019) Krankenhäuser in Berlin entspricht 4,5 % aller Behandlungsfälle der Merkmale Insgesamt Allgemein Sonstige Krankenhäuser in Deutschland. Die meisten Anzahl der vollstationären 876.983 865.783 11.201 vollstationären Behandlungsfälle (98,7 %) Behandlungsfälle Bettenauslastung in % 84,1 83,9 91,1 entfielen auf die Allgemeinkrankenhäuser. Die Berechnungs- / Belegungstage 6.338.048 6.064.933 273.115 Bettenauslastung lag in 2019 in Berlin bei Durchschnittliche Verweildauer 7,2 7,0 24,4 84,1 %. Die Bettenauslastung der sonstigen in Tagen Krankenhäuser war höher im Vergleich zu den Anzahl der vorstationären 261.627 260.334 1.293 Allgemeinkrankenhäusern. Die durchschnittliche Behandlungsfälle Anzahl der nachstationären 47.516 47.403 113 Bettenauslastung im gesamten Bundesgebiet Behandlungsfälle Anzahl der teilstationären 34.644 31.860 2.784 lag bei 77,2 %. Im Vergleich zu den anderen Behandlungsfälle Bundesländern wies Berlin die höchste (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Bettenauslastung auf (Abbildung 3a). KURZ INFORMIERT 3 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Die Anzahl der Berechnungs-/Belegungstage der Berliner Krankenhäuser lag in 2019 bei 6.338.048. Dies entspricht 4,5 % der Berechnungs-/Belegungstage in Deutschland. Die durchschnittliche Verweildauer betrug in 2019 7,2 Tage. Die durchschnittliche Verweildauer in den Berliner Krankenhäusern liegt im Bundesländervergleich im mittleren Bereich (Abbildung 3b). Abbildung 3a: Bettenauslastung in Krankenhäusern in Deutschland nach Bundesländern - in Prozent (Stand: 31.12.2019) Abbildung 3b: Mittlere Verweildauer (Tage) in Krankenhäusern in Deutschland nach Bundesländern (Stand: 31.12.2019) Berlin Brandenburg Saarland Schleswig-Holstein Hamburg Hamburg Niedersachsen Thüringen Brandenburg Hessen Schleswig-Holstein Berlin Bayern Baden-Württemberg Deutschland Sachsen Sachsen Deutschland Bremen Bayern Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Hessen Niedersachsen Baden-Württemberg Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Rheinland-Pfalz Thüringen Saarland Rheinland-Pfalz Bremen Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern 70 75 80 Bettenauslastung (%) (Datenquelle: StBA / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) 85 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 Verweildauer (Tage) (Datenquelle: StBA / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 7 Neben den vollstationären Behandlungsfällen wurden in 2019 fast 350.000 vor-, nach- und teilstationären Behandlungsfälle registriert. In den Allgemeinkrankenhäusern in Berlin wurden 2019 mehr als 70.000 ambulante Operationen durchgeführt. Die Entwicklung der Bettenanzahl und der Inanspruchnahme gegenüber dem Berichtsjahr 1991 in den Berliner Krankenhäusern wird in Abbildung 4 gezeigt. Die Bettenauslastung blieb über den gesamten Zeitraum etwa auf dem gleichen Niveau. Die Zahl der Behandlungsfälle blieb bis 1996 auf vergleichbarem Niveau wie im Berichtsjahr 1991. Zwischen 1996 bis 1999 erhöhte sich die Fallzahl und blieb anschließend bis 2007 auf einen etwa 10 Prozent höheren Niveau gegenüber dem Berichtsjahr 1991. Ab 2007 verzeichnet sich eine weitere Zunahme der Fallzahl. In 2019 liegt die Fallzahl etwa 40 Prozent höher als in 1991. Die Anzahl der aufgestellten Betten sowie Berechnungs-/Belegungstage nahmen insbesondere zwischen 1991 und dem Anfang des 21. Jahrhunderts um etwa 40 % ab und sind ab 2006 gegenüber 1991 etwa auf einem stabilen Niveau von 50 % der aufgestellten Betten bzw. Berechnungs-/ Belegungstage von 1991. Die Verweildauer nahm über den gesamten Zeitraum ab. Abbildung 4: Veränderung der Kennzahlen der Berliner Krankenhäuser gegenüber 1991 in % 160 140 Veränderung gegenüber 1991 in % KURZ INFORMIERT 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin 120 100 80 60 40 20 0 1991 1995 1999 2003 2007 2011 2015 2019 aufgestellte Betten Fallzahl Berechnungs-/Belegungstage Verweildauer Bettenauslastung (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Der starke Rückgang der Anzahl der aufgestellten Betten und der Berechnungs-/ Belegungstage sowie die Verkürzung der Verweildauer in den neunziger Jahren hängt mit dem Abbau der Krankenhausbetten im Rahmen des Krankenhausplans des Berliner Senats Anfang der neunziger Jahre zusammen (8). Der Anstieg der Behandlungsfälle Mitte der neunziger Jahre und ab 2007 kann im Zusammenhang mit Änderungen im Vergütungssystem diskutiert werden. In den neunziger Jahren wurde das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) 1993 erlassen und es erfolgte eine Änderung der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) 1995. Demnach wurden für einzelnen Bereiche Pauschalvergütungen eingeführt. In 2003 wurde dann das Vergütungssystem auf das DRG-System umgestellt, welches ab 2004 bindend ist. Demnach werden für alle Bereiche keine Tages- sondern Fallpauschalen gezahlt. Dies könnte eine Ursache für den Anstieg der Behandlungsfälle sein. Durch eine fallbezogene Vergütung nimmt die Verweildauer der Patienten in Krankenhäusern in der Regel ab. Dies kann dazu führen, dass Patientinnen und Patienten, die vorzeitig entlassen sind, nach einiger Zeit erneut in Krankenhäusern eingewiesen und erneut zum Behandlungsfall werden. Weitere Gründe für die Zunahme der Behandlungsfälle den Berliner Krankenhäusern können der Bevölkerungsanstieg und die demographische Entwicklung sein. Die Einwohnerzahl hat in Berlin in den letzten Dekaden zugenommen. Zudem nimmt der Anteil der Älteren an der 8 SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle Achtundvierzig Prozent der Behandlungsfälle im Krankenhaus entfielen 2019 auf Männer. Abbildung 5 zeigt die Zahl der Behandlungsfälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Berliner Krankenhäuser nach Altersgruppe. Ab der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährige zeigt sich eine stetige Zunahme der Behandlungsfälle mit zunehmendem Alter. Mehr als die Hälfte der Behandlungsfälle entfiel auf die Altersgruppe 60 Jahre und älter. Dreiundachtzig Prozent der aus den Berliner Krankenhäusern entlassenen Patientinnen und Patienten sind Berlinerinnen und Berliner. Dreizehn Prozent stammen aus dem benachbarten Brandenburg, drei Prozent aus den anderen Bundesländern und weniger als ein Prozent aus dem Ausland. Abbildung 5: Inanspruchnahme1) der Berliner Krankenhäuser - nach Altersgruppe (Stand: 31.12.2019) 90.000 Anzahl Berhändlungsfälle je 100.000 EinWohner 80.000 70.000 60.000 KURZ INFORMIERT Bevölkerung zu. Mit dem fortschreitenden Alter nimmt die Morbidität zu, was wiederum zu einem Anstieg der Behandlungsfälle in den Krankenhäusern führt. 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 0-4 5-9 10 - 14 15 - 19 20 - 24 25 - 29 30 - 34 35 - 39 40 - 44 45 - 49 50 - 54 55 - 59 60 - 64 65 - 69 70 - 74 75 - 79 80 - 84 85 u. älter Altersgruppe (Jahre) 1) Entlassene Behandlungsfälle inklusive Stundenfälle, Kurzlieger und Sterbefälle, ohne gesunde Neugeborene (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) 4 Kosten der Krankenhäuser in Berlin Insgesamt betrugen die bereinigten Kosten der Berliner Krankenhäuser im Berichtsjahr 2019 etwa 4,8 Milliarden Euro (Tabelle 5). Damit waren die bereinigten Kosten 6,5 % höher als Tabelle 5: in 2018. Die bereinigten Kosten der Berliner Krankenhäuser lagen bei 4,9 % der bereinigten Kosten der Berliner Krankenhäuser in 2019 (Stand: 31.12.2019) Krankenhäuser in Berlin Kosten der Krankenhäuser im gesamten Kosten Insgesamt Allgemein Sonstige Bundesgebiet. Die durchschnittlichen Kosten Bereinigte Kosten in Tsd. € 4.800.894 4.708.672 92.222 je aufgestelltes Bett betrugen 2019 in Berlin je aufgestelltes Bett in € 232.647 237.632 112.329 fast 233 Tausend Euro. Dies ist 16,4 % mehr als im Bundesdurchschnitt. Die Kosten je je Behandlungsfall in € 5.474 5.439 8.234 Behandlungsfall lagen in Berlin im Mittel 7,6 % je Berechnungstag in € 757 776 338 und die Kosten je Berechnungstag 6,7 % über (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg / Berechnung und Darstellung: den Bundesdurchschnitt. SenGPG - I A) SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 9 KURZ INFORMIERT 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin In Berlin entfielen 2019 knapp zwei Prozent der Kosten auf die sonstigen Krankenhäuser. In den Allgemeinkrankenhäusern sind die Kosten je aufgestelltes Bett und Berechnungstag etwa zweimal so hoch als in den sonstigen Krankenhäusern. Die Kosten je Behandlungsfall sind jedoch in den sonstigen Krankenhäusern deutlich höher als in den Allgemeinkrankenhäusern. In Berlin entfielen 2019 56,3 % der Kosten auf Personalkosten und 42,8 % der Kosten auf Sachkosten. Im Bundesdurchschnitt waren 61,5 % Personalkosten und 37,8 % Sachkosten. Die ausgewiesenen Aufwendungen für nicht beim Krankenhaus angestellten nicht-ärztlichen Personal sowie für ausgelagerten Leistungen waren in Berlin vergleichsweise hoch und entsprachen in 2019 beim nicht-ärztlichen Personal 11,3 % und bei den ausgelagerten Leistungen 13,6 % der bundesweit berichteten Kosten für diese externen Leistungen. Abbildung 6: Kostenanteile der Berliner Krankenhäuser - nach Krankenhaustyp in Prozent (Stand: 31.12.2019) Allgemeinkrankenhäuser Sonstige Krankenhäuser Sonstige Betriebskosten; 13,6 Ärztliches Personal; 18,6 Wirtschaftsbedarf; 4,3 Wirtschaftsbedarf; 2,3 Sonstige Betriebskosten; 19,1 Ärztliches Personal; 19,6 Wasser, Energie; 2,2 Wasser, Energie; 1,8 Pflegedienst; 14,9 Medizischer Bedarf; 3,9 Lebensmittel; 2,8 Medizischer Bedarf; 21,5 Medizinischtechnischer Dienst; 7,8 Lebensmittel; 1,8 Sonstiges Personal; 5,5 Verwaltungsdienst ; 3,5 Pflegedienst; 29,0 Sonstiges Personal; 3,4 Funktionsdienst; 5,7 Verwaltungsdienst ; 3,3 Funktionsdienst; 4,6 Medizinischtechnischer Dienst; 9,5 (Datenquelle: AfS Berlin-Brandenburg, BStA / Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Vergleicht man die Kostenanteile der Allgemeinkrankenhäuser und der sonstigen Krankenhäuser für einzelne Bereiche (Abbildung 6) fällt ins Auge, dass die sonstigen Krankenhäuser einen deutlich höheren Anteil der Kosten für Personal des Pflegedienstes aufweisen als die Allgemeinkrankenhäuser. Hingegen sind die Kosten für den medizinischen Bedarf der sonstigen Krankenhäuser deutlich geringer als in den Allgemeinkrankenhäusern. Der geringere Anteil der Kosten für medizinischen Bedarf in den sonstigen Krankenhäusern im Vergleich zu den Allgemeinkrankenhäusern hängt damit zusammen, dass in den sonstigen Krankenhäusern überwiegend psychiatrische, psychotherapeutische, neurologische und/oder geriatrische Patientinnen und Patienten behandelt werden, während in den Allgemeinkrankenhäusern in der Regel das gesamten Behandlungsspektrum behandelt wird, was mit einem höheren medizinischen Bedarf einhergeht 10 SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle Zusammenfassung und Ausblick Die Daten geben einen Überblick über die Versorgungssituation, Inanspruchnahme und Kosten der Berliner Krankenhäuser im Berichtsjahr 2019. Insgesamt standen in 2019 durchschnittlich 564 Betten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zur Verfügung. Das ist fünf Prozent weniger als in Deutschland insgesamt. Die Berliner Krankenhäuser verfügen über ein breites Spektrum an Fachabteilungen zur Behandlung und Versorgung der Bevölkerung, wobei sich die Bettenzahl nach Fachabteilung teilweise vom Bundesdurchschnitt unterscheidet. Berlin verfügt jedoch über einige Schwerpunktkliniken, wie das Herzzentrum und das Unfallkrankenhaus, die in Deutschland häufiger in den städtischen Ballungsräumen als in den ländlichen Regionen angesiedelt sind. Die Berliner Krankenhäuser sind ein wichtiger Arbeitgeber in Berlin mit mehr als 50.000 Beschäftigten, die Mehrzahl der Beschäftigten arbeiten in den Allgemeinkrankenhäusern. In den sonstigen Krankenhäusern, die überwiegend psychiatrische, psychotherapeutische, neurologische und/oder geriatrische Patientinnen und Patienten behandeln, ist der Anteil der Beschäftigten im Pflegedienst deutlich höher und der Anteil der Beschäftigten im Funktionsdienst deutlich geringer als in den Allgemeinkrankenhäusern. Die Personalbelastung, gemessen an der Anzahl der zu versorgenden vollstationären Betten je Vollkraft, ist für das ärztliche und Pflegepersonal in sonstigen Krankenhäuser höher als in den Allgemeinkrankenhäusern. Die Anzahl der zu behandelnden vollstationären Fälle im Jahr ist jedoch beim Personal der Allgemeinkrankenhäuser höher als beim Personal der sonstigen Krankenhäuser. KURZ INFORMIERT 5 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin Die Bettenauslastung der Berliner Krankenhäuser liegt mit 84,1 % über den Bundesdurchschnitt und ist seit 1991 etwa auf dem gleichen Niveau geblieben. Zwischen 1991 und 2019 verringerte sich die Bettenzahl, die Verweildauer der Patienten sowie die Zahl der Berechnungs-/Belegungstage, während die Zahl der Behandlungsfälle zunahm. In 2019 wurden fast 900.000 vollstationäre und 350.000 vor-, nach- und teilstationäre Fälle in den Berliner Krankenhäusern behandelt. 83 % der Patientinnen und Patienten wohnten in Berlin. Die Anzahl der vollstationären Behandlungsfälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner nimmt mit dem Alter zu. Die bereinigten Kosten der Berliner Krankenhäuser betrugen in 2019 4,8 Milliarden Euro: 98 % der Kosten entfielen auf die Allgemein Krankenhäuser. Die durchschnittlichen Kosten je aufgestelltes Bett, je Behandlungsfall sowie je Berechnungstag lagen in Berlin in 2019 über den Bundesdurchschnitt. Die Aufwendungen für nicht im Krankenhaus angestelltes nicht-ärztlichen Personal sowie für ausgelagerte Leistungen sind in Berlin vergleichsweise hoch. Der aktuelle Bericht beschreibt die Situation der Berliner Krankenhäuser zum 31.12.2019, also vor der COVID-19-Pandemie. Das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen hat im vergangenen Jahr das gesellschaftliche Leben und insbesondere die Gesundheitsversorgung massiv beeinflusst. Die Krankenhäuser in Berlin sind vom Infektionsgeschehen in unterschiedlichem Maße betroffen. In Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen finden einerseits Einschränkungen von planbarer Aufnahmen, Operationen und Eingriffen ohne medizinischer Dringlichkeit statt. Gleichzeitig steigt die Belastung durch die Behandlung von COVID-19-Patienten und – Patientinnen mit einem schweren Erkrankungsverlauf. Eine Detailbeschreibung der Situation SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 11 KURZ INFORMIERT 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin der Berliner Krankenhäuser im von der COVID-19-Pandemie geprägten Berichtsjahr 2020 und einen Vergleich mit Informationen der Vorjahre anhand von Daten der Krankenhausstatistik des Amts für Statistik ist voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2021 möglich, denn die Daten zur Krankenhausstatistik erscheinen üblicherweise zum dritten Quartal des Folgejahres. Für die stationäre beziehungsweise. intensivmedizinische Behandlung von COVID-19-Fällen, stehen seit Frühling 2020 Informationen zur Verfügung. Daten zur stationären Behandlung von COVID-19-Fällen in Berlin werden im Corona-Lagebericht auf der Webseite der Senatsverwaltung für Gesundheit bereitgestellt. Seit Anfang der COVID-19-Pandemie bis zum 20. April 2021 wurden in den Berliner Krankenhäuser insgesamt 20.609 COVID-19-Fälle behandelt. Davon wurden 16.042 COVID-19-Fälle nach dem stationären Aufenthalt entlassen. In 3.803 COVID-19-Fälle (18,5 % der stationären COVID-19-Fälle) verstarben in den Krankenhäusern. Die Zahl der verstorbene COVID-19-Fälle in den Krankenhäusern übersteigt die COVID-19-Sterbefälle in der Berliner Bevölkerung (https://www.berlin.de/corona/ lagebericht/, Stand: 21.04.2021). Letzteres kann durch Verlegungen von COVID-19-Fälle mit einem schweren Verlauf aus anderen Regionen erklärt werden. Information zu den intensivmedizinischen Bettenkapazitäten und –Belegung werden zudem seit mitte März im Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensivund Notfallmedizin (DIVI) zentral erfasst. Im ersten Monat war die Teilnahme an dem Register freiwillig. Seit dem 16. April 2020 sind alle intensivbettenführenden Akutkrankenhäuser in Deutschland verpflichtet, täglich dem DIVI-Intensivregister die Kapazitäten zu melden (DIVIIntensivregister Verordnung). Verlässliche Daten stehen hier daher seit Anfang Mai 2020 zur Verfügung. Die durchschnittliche Bettenauslastung mit COVID-19-Fällen nach dem DIVIRegister (Stand: 15.04.2021) wird in Tabelle 6 gezeigt. Tabelle 6: Durchschnittliche Anzahl der belegten Intensivbetten insgesamt und durch COVID19-Fälle in Berlin von Mai 2020 bis April 2021 (Stand: 15.04.2021) Belegte Intensivbetten Gesamt Bettenauslastung mit COVID-19-Fällen COVID-19-Fälle an den belegten an den verfügbaren an den verfügbaren Intensivbetten Intensivbetten Intensivbetten inkl. Notfallreserve Monat Mai 2020 981 85 8,7 6,3 6,3 Juni 2020 989 46 4,7 3,5 3,5 Juli 2020 982 24 2,4 1,8 1,8 August 2020 959 16 1,7 1,4 1 September 2020 970 18 1,9 1,6 1,1 Oktober 2020 947 81 8,6 7,3 5,3 November 2020 995 276 27,7 24,1 17,7 Dezember 2020 1.018 369 36,3 32,2 24,1 Januar 2021 1.046 402 38,4 34,2 26,1 Februar 2021 17,8 1.009 270 26,8 23,4 März 2020 998 205 20,6 18,2 13,7 April 20212) 1.016 276 27,2 24,5 18,5 1) 1) Die Notfallreserve bezieht sich auf die Bettenkapazität, die innerhalb von 7 Tagen für die intensivmedizinische Versorgung zusätzlich bereitgestellt werden kann. 2) Die durchschnittliche Bettenbelegung und -auslastung für April 2021 bezieht sich auf die erste Monatshälfte. (Datenquelle: DIVI-Register/ Berechnung und Darstellung: SenGPG - I A -) Weitere Informationen können zudem Abrechnungsdaten der Krankenhäuser liefern. Auswertungen anhand von Daten des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus durch die Fachgruppe Management im Gesundheitswesen der Technischen Universität Berlin anhand von DRG-Abrechnungsdaten weisen für Gesamtdeutschland im Durchschnitt für das ganze Jahr 2020 auf eine Verringerung der Fallzahl um etwa 12 %, der Anzahl der Belegungstage um etwa 12 SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle Aktuell ist eine Detailbeschreibung der Situation der Berliner Krankenhäuser noch nicht möglich. Die Daten der Krankenhausstatistik 2020, die voraussichtlich im 3. Quartal 2021 erscheinen, bieten die Möglichkeit, die Situation in den Berliner Krankenhäusern im CORONAJahr 2020 zu beschreiben und mit den Vorjahren zu vergleichen. 6 Quellen 1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Krankenhäuser im Land Berlin 2019. Teil I: Grunddaten. Statistischer Bericht A IV 2 – j / 19. Potsdam: Amt für Statistik. Februar 2021. 2. Statistisches Bundesamt (Destatis). Grunddaten der Krankenhäuser 2019. Fachserie 12 Reihe 6.1.1. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt. März 2021. 3. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Krankenhäuser im Land Berlin 2019. Teil II: Diagnosen der Krankenhauspatienten. Statistischer Bericht A IV 3 – j / 19. Potsdam: Amt für Statistik. März 2021. KURZ INFORMIERT 13 % sowie der Bettenauslastung etwa 8 % hin (9). Auf COVID-19-Patienten und –Patientinnen entfielen 2 % der Belegungstage. Wenn nur die Intensivmedizinischen Bereiche berücksichtigt wurden, lag die Zahl der Belegungstage der COVID-19-Fälle bei 5 %. Die Verweildauer von COVID-19-Fällen auf Intensivstationen lag im Durchschnitt bei 9,1 Tagen (9). 2021 / 01 Gesundheitsberichterstattung Berlin 4. Statistisches Bundesamt (Destatis). Tiefgegliederte Diagnosedaten der Krankenhauspatientinnen und –patienten 2019. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt. Februar 2021. 5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Krankenhäuser im Land Berlin 2019. Teil III: Kostennachweis. Statistischer Bericht A IV 4 – j / 19. Potsdam: Amt für Statistik. April 2021. 6. Statistisches Bundesamt (Destatis). Kostennachweis der Krankenhäuser2019. Fachserie 12 Reihe 6.3. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt. April 2021. 7. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Metadaten: Krankenhausstatistik Grunddaten. Potsdam: Amt für Statistik. Februar 2021. 8. Ariane Bertsch. Bettenabbau in Krankenhäusern - „Kahlschlag“ statt Reformen. Deutsches Ärzteblatt 1997; 94 (13): A803-A804. 9. Reinhardt Busse, Ulrike Nimptsch. Historisch niedrige Bettenauslastung. Deutsches Ärzteblatt 2021; 118 (10): A504-A510. Herausgegeben von: Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung Gesundheit Referat für Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle e-mail: gbe@sengpg.berlin.de www.berlin.de/sen/gesundheit/service/gesundheitsberichterstattung/ und www.gsi-berlin.info SenGPG, Referat Gesundheitsberichterstattung,Stand: Epidemiologie, April 2021 Gesundheitsinformationssysteme, Statistikstelle 13
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