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Periodical volume

Full text: WRRL-Info Issue 13.2006

WRRL-INFO 13

Informationen zur E
G-Wasserrahmenrichtlinie
EG
Grüne Liga e.V. Bundeskontaktstelle Wasser
DIE WESER –
PILOTFLUSSGEBIET

CONTRA

VERSCHLECHTERUNG

Die Weser ist die einzige große mitteleuropäische Flussgebietseinheit, deren Einzugsgebiet komplett in Deutschland liegt.
Nach den Ergebnissen der Bestandsaufnahme ist für 81 % der
Oberflächengewässer und 63 % der Grundwasserkörper die
Zielerreichung gemäß WRRL unwahrscheinlich bzw. unklar.
Hauptprobleme sind der Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft und der Salzeintrag durch die Kali-Industrie, speziell im
Bereich Werra und Fulda. Daneben sind erhebliche Defizite in
der Gewässerstruktur zu verzeichnen, verursacht durch Binnenschifffahrt, Hochwasser- und Erosionsschutz, Wasserkraftnutzung sowie Be- und Entwässerung u. a. im landwirtschaftlichen Bereich. Insgesamt gibt es ca. 4.700 Querbauwerke.

Das Wesereinzugsgebiet
- Größe des Einzugsgebietes: ca. 46.000 km
- 477 km Lauflänge
- Einzugsgebiet in sieben Bundesländern:
Thüringen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Hessen,
Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen
- Mittlerer Abfluss bei Inschtede/Weser: MQ 362 m3/s
- vom Zusammenfluss Werra / Fulda bis zur Mündung
durchgängig schiffbar
- insgesamt neun Wasserkraftwerke

Ausgabe 13 – November 2006

DIE WESER
„KOMBINIERTER ANSATZ“

VOR DEM

AUS

INTERKALIBRIERUNG
MELDUNGEN
KONTAKT/IMPRESSUM
Die FGG leitet seit 2005 auch das flussgebietsweite Modellvorhaben AGRUM Weser (Analyse von Agrar- und Umweltmaßnahmen im Bereich des landwirtschaftlichen Gewässerschutzes vor dem Hintergrund der EG-Wasserrahmenrichtlinie
in der FGE Weser). In dem Projekt werden die Nährstoffbelastung im gesamten Flussgebiet Weser EDV-gestützt analysiert und konkrete Maßnahmen zur Nährstoffreduzierung
getestet. Auf dieser Grundlage sollen Strategien und Maßnahmenprogramme für einen nachhaltigen landwirtschaftlichen Gewässerschutz entwickelt werden.

Die Bodennutzung im Einzugsgebiet der Weser ist mit 47 %
Ackerflächen und 12 % Grünland von der Landwirtschaft geprägt. Diese ist die Ursache für die hohe Belastung der Gewässer durch Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, sowie für
schwere Strukturdefizite.
Das Pilotprojekt Weser
Im Jahr 2003 begann die modellhafte Umsetzung der WRRL in
Pilot-Flussgebieten. In Phase I sollten in 15 europäischen
Flussgebieten die Anwendbarkeit der Maßnahmen und
Leitfäden aus den CIS-Arbeitsgruppen auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft werden. Die Weser ist neben 21
weiteren europäischen Flussgebieten an der zweiten Phase
beteiligt, in der die Ergebnisse der Arbeitsgruppen praktisch
angewendet werden sollen. Ein zusammenfassender Bericht
zu den Aktivitäten aller Pilotflussgebiete in Europa soll im März
2007 veröffentlicht werden.Thematische Schwerpunkte für die
Flussgebietseinheit Weser sind Landwirtschaft, kosteneffiziente Maßnahmen, Durchgängigkeit, Schifffahrt und
Berichtswesen. Dabei sollen lediglich die Erfahrungen aus den
laufenden Vorhaben der Weser-Bundesländer zusammengestellt werden. Die Berichte zu den laufenden Projekte koordiniert die Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser (www.fggweser.de), ein Zusammenschluss der Wasserwirtschaftsverwaltungen der sieben Anrainerländer.

Übersicht der Pilotprojekte im Flussgebiet Weser (Stand 20.03.06).
Projektinfos unter: http://www.fgg-weser.de/pilotprojekte.html

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WRRL-INFO 13
Gebietskooperationen Niedersachsen und Leuchttürme
In Niedersachsen wurden 28 Gebietskooperationen mit je ca.
zehn Wasserakteuren gegründet. In der Zeit von 2006 bis 2008
sind die Gebietskooperationen u. a. mit der Auswahl der Maßnahmen und der Fertigstellung von Maßnahmenprogrammen
zur WRRL befasst. Aktuell liegen erste Entscheidungen zur
Auftragsvergabe von Projekten vor, im Frühjahr 2007 folgen
Beschlüsse zur Ausweisung der erheblich veränderten Gewässer (HMWB). Nach der Abstimmung in den Flussgebietseinheiten 2007 sollen bis zum Sommer 2008 die Entwürfe der
Bewirtschaftungspläne vorliegen und die Anhörung der Öffentlichkeit stattfinden. Die Empfehlungen der Gebietskooperationen sollen von den Behörden in künftige Entscheidungen einbezogen werden. Die Gebietskooperationen in
Niedersachsen bezeichnen sich selbst als „zentrale Plattform
zur Umsetzung der WRRL“.
Die Umweltverbände sind mit je einem Vertreter beteiligt. Die
Umweltvertreter firmieren auch als „Leuchttürme“, d.h. als regionale Ansprechpartner, im Wassernetz Niedersachsen-Bremen (www.wassernetz.org). Das Wassernetz schätzt die
Gebietskooperationen in ihrer Wirkung grundsätzlich als sinnvoll ein, kritisiert aber, dass keine behördlichen Naturschutzvertreter eingebunden sind, so dass bei der Umsetzung
die Einbeziehung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL)
zu kurz kommt.
Neben einer großen Anzahl von Projekten zur Strukturverbesserung der Weser sind aber auch weiterhin bedeutsame Eingriffe in den Flusskörper beabsichtigt. So sind im Rahmen des Projekts „Zukunft Weser“ erhebliche Vertiefungsausbaumaßnahmen an der Unter- und Außenweser geplant,

„Salzabwasserversenkung“
Versalzung der Werra durch die Kaliindustrie
Durch die Kaliindustrie gelangen große Mengen an
Chloriden (hauptsächlich NaCl), Magnesium und Kalium im Abwasser in die Werra, werden in bereits salzhaltige Grundwasservorkommen versenkt oder von offenen Abbauhalden in umliegende Gewässer und den
Untergrund gespült. Bei der salzlastgesteuerten Einleitung in die Ulster wird der Salzgehalt an der Messstelle
Gerstungen (Werra) auf konstant 2.500 mg/l gehalten
– ein Wert, der das Limit der Trinkwasserverordnung
mit 250 mg/l um das 10-fache, den mit 100 mg/l empfohlenen Wert für den „Guten Zustand“ der LAWA sogar
um das 25-fache übersteigt. Die Salzkonzentration ist
damit so hoch wie in der Ostsee. An dem Grenzwert,
der noch aus den 1940er Jahren stammt, soll allerdings bis 2012 festgehalten werden. Dabei lässt sich
von den 20-30 ursprünglich vorkommenden Fischarten
der Werra heute vielerorts nur noch eine Ersatzgemeinschaft mit kaum mehr als drei Arten nachweisen. Festzustellen ist eine Wandlung der natürlich vorhandenen
Lebensgemeinschaften in salztolerante Gruppen, die
nicht mehr dem standortgemäßen Süßwassercharakter entsprechen. Auch wirken sich die in den Abwässern
enthaltene Kaliumionen bereits in geringer Konzentration schädlich auf Fische aus, durch die sie anfälliger
für Krankheiten werden. Nicht zuletzt droht den Werraauen Gefahr durch Versalzung bei Hochwasser

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Weserkraftwerk Bremen
An der bestehenden Staustufe der Weser in BremenHemelingen ist die Anlage eines neuen Wasserkraftwerkes beabsichtigt. Das Kraftwerk wird unterirdisch
neben dem vorhandenen Weserwehr entstehen und im
Mittel 38 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Das würde ausreichen, um rund 12.500 Haushalte mit Elektrizität zu versorgen und soll jährlich 32.000
Tonnen Kohlendioxid ersparen. Die Anlage mit einer
Leistung von bis zu 10 Megawatt gilt als das größte Neubauprojekt Norddeutschlands zur Nutzung der Wasserkraft. Die Weser muss wegen des bereits bestehenden Wehrs nicht extra aufgestaut werden. Während sich
der BUND Bremen für das Kraftwerk ausspricht
(www.bund-bremen.net), sind Angler- und Fischereiverbände entschieden dagegen. Auch das Wassernetz
Niedersachsen-Bremen spricht sich trotz des geplanten Fischschutzkonzepts gegen das Kraftwerk aus, da
die Durchgängigkeit für die Gesamtheit der Wasserorganismen nicht nachgewiesen sei. Das Bauvorhaben
steht damit ebenfalls im Widerspruch zu laufenden
Wiederansiedlungsprojekten von Wanderfischarten wie
Lachs und Meerforelle.

um die Wirtschaftlichkeit der Seehäfen für die neue Generation Containerschiffe mit größerem Tiefgang zu erhalten. Das
Projekt soll laut der Projektbetreiber kaum negative ökologische Auswirkungen aufweisen. Umweltverbände wie Robin
Wood und WWF befürchten allerdings weitreichende Schäden für die betroffene Gewässerfauna und -flora. So können in
den schutzwürdigen Gebieten an der Unterweser Uferbereiche
verschlicken und flusstypische Tier- und Pflanzenarten verdrängt werden. Dagegen könnte der von den Umweltverbänden als gering eingeschätzte wirtschaftliche Nutzen die
ökologischen Folgen kaum kompensieren.
Aussichten für den Gewässerschutz an der Weser
Abteilungsleiterin Almut Kottwitz vom Niedersächsischen
Umweltministerium sieht bei einem Erfahrungsaustausch mit
den Leitern der Gebietskooperationen am 12.09.2006 durch die
„zielgerichtete“ und „umsichtige Gewässerpolitik“ bereits „Großes“ erreicht. Die zukünftige Umsetzung soll daher nur erfolgen, wenn die Finanzierung durch Brüssel „bis zum Jahr 2015“
gesichert sei. Das Ziel sei eine für Niedersachsen „angemessene Lösung“, d.h. in diesem Falle zuvorderst der Erhalt der
landwirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Maßnahmen zum
Schutz der Gewässer könnten nur im Einvernehmen mit der
Landwirtschaft durchgeführt werden. Die Gebietskooperationen sollen sich bei ihrer Arbeit ausschließlich um „realistische und umsetzbare Maßnahmen und Bewirtschaftungspläne
bemühen“, mit der Folge, dass innovative, aber finanzintensive
Vorschläge wenig Chancen haben werden. Die „Wassernutzer
Schifffahrt, Siedlung und Gewerbe“ sollen auch weiterhin in
der „Abwägung“ besonders berücksichtigt werden. Dazu soll
auch die Möglichkeit der Ausweisung von HMWB und AWB
„konsequent angewendet“ werden, um hauptsächlich „weniger hohe Umweltziele“ erreichen zu müssen. Ein „Zurück zur
Natur“ im Sinne einer Renaturierung der Flussgebietslandschaft Weser in Niedersachsen ist mit dem Festhalten an
dem „hohen Gut Kulturlandschaft“ somit kaum zu erwarten.
Alexandra Gaulke

WRRL-INFO 13
„KOMBINIERTER ANSATZ“ VOR DEM AUS –
RICHTLINIENVORSCHLAG OHNE EU-WEITE EMISSIONSBEGRENZUNGEN
Ein zentrales Ziel der WRRL ist es, die Gewässerverschmutzung durch Stoffe, von denen ein besonders hohes
Umweltrisiko ausgeht, die sogenannten prioritären und
prioritär gefährlichen Stoffe, zu verringern. Die Strategie eines
kombinierten Ansatzes zur Reduzierung dieser Belastungen,
die in Artikel 16 der WRRL angelegt ist, droht nun allerdings
im Zuge ihrer weiteren rechtlichen Ausgestaltung zu scheitern.
Mit der Entscheidung 2455/2001/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.11.2001 wurde eine Liste von 33
prioritären Stoffen in den bis dahin leeren Anhang X der WRRL
übernommen (vgl. WRRL-Info 3). Erst am 17.07.2006, also fast
drei Jahre nach Ablauf der in Artikel 16 festgelegten Frist,
legte die EU-Kommission den „Vorschlag für eine Richtlinie
über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik und
zur Änderung der Richtlinie 2000/60/EG“ vor.
Der Vorschlag beinhaltet aber nur die Hälfte dessen, was gefordert war: Er beschränkt sich auf Umweltqualitätsnormen,
also Immissionsgrenzwerte für Schadstoffkonzentrationen in
den Oberflächengewässern. Vorgaben für die Begrenzung der
Emission dieser Stoffe an den Quellen der Verschmutzung fehlen. Sie sollen statt dessen den Mitgliedsstaaten überlassen
bleiben. Die Kommission verfehlt damit den klaren Auftrag
des Art. 16 WRRL, den Gefahren durch prioritäre Stoffe mit
einem kombinierten Ansatz auf EU-Ebene zu begegnen und
Vorschläge zur Verringerung von Einleitungen, Emissionen und
Verlusten zu unterbreiten. Wie das EU-weite „Phasing out“,
die völlige Einstellung des Eintrags der prioritär gefährlichen
Stoffe bis zum Jahr 2020, ohne EU-weite Maßnahmen gelingen soll, bleibt unverständlich.
Nach den Vorstellungen der Kommission soll es sogar zu einem Rückschritt kommen: Die derzeit geltenden Emissionsgrenzwerte für 18 gefährliche Stoffe, darunter z.B. Quecksilber
und Cadmium, sollen außer Kraft gesetzt werden, indem die
fünf Tochterrichtlinien der Gefährliche Stoffe-Richtlinie 76/464/
EWG aufgehoben werden. Auch dies verstößt gegen die Vorgaben der WRRL.
Den Verzicht auf Emissionsbegrenzungen begründet die Kommission in ihrer ebenfalls am 17.07.2006 vorgelegten „Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament über Integrierte Vermeidung und Verminderung der chemischen Verschmutzung von Oberflächengewässern in der
Europäischen Union“ mit Kostengründen: Eine ausführliche
öffentliche Konsultation einschließlich einer Umfrage bei 43
großen Industrieverbänden habe ergeben, dass die Ziele für
prioritäre Stoffe am kosteneffizientesten erreicht werden könnten, wenn die Entscheidung über Umfang und Kombination
der Maßnahmen den Mitgliedstaaten überlassen bleibe. Ihnen solle – im Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip – größtmögliche Flexibilität eingeräumt werden, um Kostenwirksamkeit
und Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten.

BEI PRIORITÄREN

STOFFEN

Die Bundesregierung und der Bundesrat widersprechen dem
Vorschlag der Kommission und ausdrücklich auch deren Begründung. „Die in Artikel 16 geforderte Strategie gegen die
Wasserschmutzung kann nur erfolgreich sein, wenn neben
Umweltqualitätsnormen auch gezielte Emissionsminderungsmaßnahmen festgelegt werden“, so die Bundesregierung in
ihrer Stellungnahme. Es seien Bestimmungen erforderlich, die
den Emittenten von prioritären Stoffen die Einhaltung der besten verfügbaren Technologien vorschreiben, die diffuse Belastung durch beste Umweltpraxis begrenzen und das „Phasing
out“ regeln. Der Bundesrat resümiert, dass „das
Subsidiaritätsprinzip (...) hier nicht sinnvoll anzuwenden“ sei
und dass „das von der Kommission angeführte Kostenargument (...) nicht nachvollzogen werden“ könne (Bundesrats-Drucksache 510/06 vom 22.09.2006).
Der wesentliche verbleibende Inhalt des Richtlinienentwurfs
sind die Vorschläge für Umweltqualitätsnormen für die 33
prioritären Stoffe bzw. Stoffgruppen sowie für acht weitere
Stoffe. Die Einhaltung dieser Werte ist Voraussetzung für das
Erreichen des „guten chemischen Zustands“ der Oberflächengewässer. Bei mehreren Stoffen weicht der Vorschlag aber von
den Werten ab, die nach dem europäisch abgestimmten Verfahren (auf der Grundlage eines „Technical Guidance
Document“ – TGD) abgeleitet wurden und in den Entwurfsfassungen des Richtlinienvorschlags noch enthalten waren.
Eine Begründung für diese Abweichung fehlt. Der Vorschlag
stuft außerdem nur zwei der 14 zu überprüfenden prioritären
Stoffe als prioritär gefährlich ein.
Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft
(BGW) übt detaillierte Kritik an den vorgeschlagenen Grenzwerten: Sie seien unter dem Gesichtspunkt der Trinkwassergewinnung aus Oberflächenwasser sowie unter Berücksichtigung der Langzeittoxizität und etwaiger gentoxischer Effekte
viel zu hoch angesetzt.
Der Richtlinienvorschlag sieht eine unnötige Ausnahmeklausel
vor: Die Mitgliedstaaten sollen „Übergangszonen der Überschreitung“ festlegen können, in denen „die Konzentrationen
eines oder mehrerer Schadstoffe die jeweiligen Umweltqualitätsnormen überschreiten dürfen, sofern sie die Einhaltung
dieser Normen für das restliche Oberflächengewässer nicht
beeinträchtigen.“
Die Prioritäre Stoffe-Richtlinie wird im Mitentscheidungsverfahren von Parlament und Rat beraten und voraussichtlich
2007 verabschiedet. Die Einführung von gemeinschaftsweiten
Emissionsbegrenzungen ist erklärtes Ziel der Bundesregierung
und auch eine der Forderungen des Deutschen Naturschutzrings an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Es bleibt zu
hoffen, dass es mit Hilfe des Europäischen Parlaments gelingt, den kombinierten Ansatz zu retten.
Tobias Schäfer und Aline Weser

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WRRL-INFO 13
DER CIS-PROZESS 2007 – 2009
Die Wasserdirektoren beschließen auf ihrer nächsten Sitzung
Ende November 06 das neue CIS-Arbeitsprogramm 2007 – 2009.
Derzeit ist eine Struktur mit fünf regulären CIS-Arbeitsgruppen
vorgesehen:
A) Ökologischer Zustand (JRC, DE, UK)
B) Flussgebietsmanagement (wird vorauss. aufgelöst)
C) Grundwasser (COM, AT)
D) Berichte / Monitoring (COM, FR)
E) Prioritäre Stoffe (COM)
F) Hochwasser (COM, FR)
Weitere Gruppen beraten zu: WRRL und Landwirtschaft (FR,
UK), WRRL und Hydromorphologie (DE, UK), Chemischem
Monitoring (IT, JRC) und Zielen / Ausnahmen nach Artikel 4
WRRL (DK, COM). Die Grundwassergruppe behandelt auch
Fragen der Schutzgebiete und Fristverlängerungen. Die
Berichtsgruppe D stellt Indikatoren auf, mit denen der Grad
der WRRL-Umsetzung bestimmt werden kann.
Noch ist unklar, ob ein Expert Advisory Forum zu
Wasserknappheit und Dürren etabliert wird, wie von den
Mittelmeerländern gewünscht. Ziel wäre, die WRRLBestimmungen mithilfe einer neuen Richtlinie auszuhebeln.
http://europa.eu.int/comm/environment/water/waterframework/implementation.html
Die fertiggestellten Arbeitsergebnisse des CIS-Prozesses
stehen in der WRRL-Internet-Bibliothek zum Download zur
Verfügung: http://forum.europa.eu.int/Public/irc/env/wfd/
library

WRRL-STECKBRIEFE
Am 1. Juni 2006 startete die GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser ihr neues Projekt Steckbriefe zur wirksamen
WRRL-Umsetzung, das durch das Bundesumweltministerium
und das Umweltbundesamt gefördert wird. Im Laufe der nächsten zwei Jahre sollen Argumentationshilfen erarbeitet werden,
die in den Diskussionen der Bewirtschaftungspläne und
Maßnahmenprogramme Verwendung finden können.
Im Zentrum stehen dabei „Steckbriefe“, die anhand von gelungenen Beispielen Maßnahmen darstellen, die dem Erreichen der WRRL-Umweltziele dienen können. Neben der Fortführung der WRRL-Infos und der Website www.wrrl-info.de
sind auch mehrere Seminare Bestandteil des Projekts.

INFORMATION

ZUM

PROJEKT

Dieser Rundbrief ist Bestandteil des Projektes
„Steckbriefe zur wirksamen WRRL-Umsetzung“.
Die GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser koordiniert den Gesprächskreis Wasser des Deutschen Naturschutzrings (DNR).

EEB-BERICHT

ZUR INTERKALIBRIERUNG
Die Interkalibrierung dient dazu, die Grenzen zwischen dem
sehr guten und guten Zustand einerseits und dem guten und
mäßigen Zustand andererseits in Übereinstimmung mit den
Definitionen in Anhang V WRRL europaeinheitlich festzusetzen (vgl. WRRL-Info 10). Im bisherigen Verlauf fand die
Interkalibrierung vorrangig beim Makrozoobenthos statt, nur
eingeschränkt bei Phytobenthos und bei den Makrophyten.
Beim Fischbestand zeichnen sich erst in letzter Zeit Fortschritte
für die Flüsse ab, noch nicht bei den Seen.

Gemeinsam mit den britischen Partnern Pond Conservation
und RSPB legte das Europäische Umweltbüro EEB im
September 2006 eine Studie zum Stand der Interkalibrierung
bei Flüssen und Seen vor, die sich auf den Daten-Stand bis
zum 1. Juli 06 bezieht.
Der Bericht stellt erhebliche Lücken gegenüber dem in der
WRRL verankerten Anliegen fest, die noch geschlossen
werden müssen, um konsistente und vergleichbare Standards
zu setzen. Trotz dieser Lücken geht das EEB davon aus, dass
die Interkalibrierung das richtige Instrument für eine
wissenschaftlich begründete Entscheidungsfindung ist. Die
Daten sollten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden,
um die Qualität und Akzeptanz der Ergebnisse zu verbessern.
Das EEB setzt sich dafür ein, die Interkalibrierung fortzusetzen,
und auch für die fehlenden Komponenten belastbare Daten
zur Verfügung zu stellen. Der Bericht ist im Internet unter der
Adresse: www.eeb.org/publication/general.htm abrufbar.
Der für die Umsetzung der WRRL zuständige EUKommissionsvertreter Joachim D’Eugenio kündigte auf einem
EEB-Seminar im Oktober 2006 die Veröffentlichung der Daten
an, ließ allerdings den Zeitpunkt noch offen. Einige EUMitgliedsstaaten, insbesondere die erst nach Verabschiedung
der WRRL beigetretenen, hätten trotz großer Anstrengungen
noch nicht alle Anforderungen erfüllen können, während bei
anderen die Möglichkeiten vorhanden wären, nicht aber der
politische Wille.

K ONTAKT /I MPRESSUM
GRÜNE LIGA e.V.
Bundeskontaktstelle Wasser
Michael Bender
Prenzlauer Allee 230
10405 Berlin
Tel: +49/ 30/ 4433 91- 44
Fax: - 33
wasser@grueneliga.de
E-Mail:
Internet:
http://www.wrrl-info.de
Redaktion:
Michael Bender, Tobias Schäfer,
Aline Weser, Katrin Kusche,
Alexandra Gaulke
Layout:
Tobias Schäfer, Michael Bender
13. Ausgabe, November 2006 – Auflage 4.500 Stück

Das Projekt „Steckbriefe zur wirksamen WRRL-Umsetzung“ wird finanziell vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt gefördert. Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die
Richtigkeit, die Genauigkeit und die Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte
Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.

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