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Full text: Kiezblatt (Rights reserved) Issue79.2020/21 (Rights reserved)

79 Zeitung des Kiezbündnisses Klausenerplatz e.V. PARKPLATZ oder STADTPLATZ? Inhalt Liebe Leserinnen, liebe Leser, Seite 2 Liebe Leserinnen, liebe Leser während wir das vorliegende Heft erstellt haben, befanden wir uns mitten im zweiten „Lockdown“. Gaststätten, Cafés und Kneipen waren geschlossen, der „große“ Weihnachtsmarkt vor dem Schloß und unser kleiner Markt vor dem Bröhan-Museum waren abgesagt. Immerhin konnten die Eltern ihre Kinder in die Kita bzw. Schule schicken, eine erneute Strapaze mit Homeoffice und Homeschooling war nicht erforderlich. Wir können nur hoffen, daß die beschlossenen Maßnahmen positive Wirkung haben werden. Seite 3 Realexperiment Stadtplatz Seite 4 „Ich bin dagegen“ Seite 7 Umfrage zur Neugestaltung Schöne Einzelhandelsgeschäfte im Kiez Seite 8 Müll des Monats Seite 9 aktiv im kiez Nachruf auf Gerald Kuptz Seite 10 Nachbarschaftshilfe Neulich an der Bücherzelle (2) Seite 11 Hella Moja Nachruf auf Jörg Biester Seite 13 Sichere Fahrradwege Hundert Jahre Groß-Berlin Weitere Beiträge befassen sich mit dem Porträt eines jungen Migranten, der seine ersten Erfahrungen mit gelebter Demokratie als Klassensprecher an der Nehringschule macht, mit früher bekannten Persönlichkeiten im Kiez oder mit dem Milieuschutz. Seite 14 Wohnverhältnisse Von wegen Mietpreisbremse und Mietendeckel Der Kunstsektor kommt mit je einer Kritik einer Ausstellung, einer Theatervorführung und eines Buches zu seinem Recht. Seite 15 Ein Urgestein tritt ab Leider gibt es dieses Mal wieder drei Nachrufe. Zum einen verstarb Gerald Kuptz, der vielen noch als Erzieher des Kinderladens „Schlottersteine“ in der Seelingstraße 3 oder später als „Alter Fritz“Darsteller vor dem Schloß Charlottenburg bekannt war. Zum zweiten verstarb der Schauspieler Jörg Biester aus der Schloßstraße und mit einem Nachruf wird auch Otto Gauls gedacht, der allerdings nur noch wenigen Anwohnern als wichtiger Akteur in der Sanierungszeit bekannt war. Seite 12 Nur auf den Höfen Seite 16 „Der Zauber des Pierrot“ Seite 17 Leserbrief Seite 18 „Zu-Fuß-zur-Schule“ Seite 19 Buchtipp des Quartals „Verdrängung nein Milieuschutz jetzt!“ Seite 20 Kieznotizen Seite 22 Ein Berliner mit 2 Bärten Impressum Seite 23 Vermischtes Seite 24 Das Kiezbündnis informiert 2 Im südlichen Teil des Kiezes bis zum Kaiserdamm gab es in dieser Zeit heftige Diskussionen um einen Test, bei dem es um die Umwandlung der Kreuzung Wundtstraße/Horstweg von einem seelenlosen Parkplatz zu einem Platz mit Aufenthaltsqualität ging. Diese Debatte ist auch das Hauptthema des neuen KiezBlatts. Sie wird uns wohl noch einige Zeit beschäftigen, Ende offen. Titelblatt-Fotos: Werner Aufenfehn (oben) Julia Bock (unten) Ein Brief, der uns besonders bewegte, erreichte uns aus dem Seniorenwohnheim an der Schloßstraße. Darin bedankt sich eine Dame über die Hilfe, die sie nach einem Sturz auf der Straße durch zufällig anwesende Menschen erfuhr. Ein rührender Appell an die Nachbarschaftshilfe in ansonsten roher werdenden Zeiten! Ganz in diesem Sinne wünschen wir allen Anwohnerinnen und Anwohnern unseres Kiezes schöne Feiertage und ein gesundes Neues Jahr. Ihr KiezBlatt-Team Die Fotos stellten uns Bernd Greve und Christian Bade zur Verfügung. Realexperiment Stadtplatz V on Ende September bis zum 1. November war die Kreuzung Horstweg/Wundtstraße teilweise in einen provisorischen Stadtplatz umgewandelt. Dabei handelte es sich um ein sogenanntes Realexperiment, das wissenschaftlich ausgewertet wird (die Auswertung war bei Redaktionsschluss des Kiezblattes noch nicht beendet). Durchgeführt wurde das Experiment im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Forschungsprojektes „EXPERI“ von einem interdisziplinären Forschungsteam aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR, Koordination), der Technischen Universität Berlin (TUB) und dem Institute für AdvancedSustainability Studies e.V. (IASS). https://experi-mobilitaet.de/topics/realexperimente/ ein, da sie im Durchschnitt 23 Stunden am Tag geparkt werden. In der inneren Stadt von Berlin verfügt weniger als die Hälfte der Haushalte über einen Pkw.1 Der Großteil der täglichen Wege (82%) wird zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Daher stellt sich die Frage, wie der öffentliche Raum gestaltet werden kann, um möglichst vielen Menschen zugute zu kommen und aktive Mobilität zu fördern. Die Kreuzung ist von einer großen Verkehrsfläche gekennzeichnet, auf der sich ein kleiner Platz befindet. Dieser Platz wird bisher kaum für andere Aktivitäten als das Parken von Autos genutzt.“ Die Durchführung des Realexperimentes wurde leider sehr kurzfristig angekündigt, sodass für Viele die Aufstellung der Absperrelemente unvorbereitet kam. Der Kurzfristigkeit war wohl auch geschuldet, dass der in den an der Straßenkreuzung zusammentreffenden Häuserblocks verteilte Fragebogen zwar für die wissenschaftliche Auswertung hilfreich sein mag, aber für den konstruktiven Austausch mit den AnwohnerInnen eher schlecht geeignet war. Danckelmannstr. 9d 14059 Berlin Tel. 030/32 60 25 80 Fax 030/32 60 25 82 www.steuer-dm.de Das Realexperiment Stadtplatz erfolgte in Abstimmung mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und auf Grundlage einer Anordnung der Straßenverkehrsbehörde zur befristeten Nutzung der Kreuzung nach § 45 StVO. Das Kiezbündnis und auch die Stadtplatz-Initiative sind für das Experiment weder verantwortlich noch beteiligt. Wir begrüßen die Aktion aber und hoffen, dass sie zu Fortschritten für die dauerhafte Umgestaltung der Straßenkreuzung beiträgt. Das Ziel dieses jetzigen Projekts ist es zu erforschen, wie die Veränderung der Verkehrsführung neue Nutzungen des öffentlichen Raums ermöglicht. Damit knüpft das Projekt an das Berliner Mobilitätsgesetz an. Die WissenschaftlerInnen begründen das Experiment folgendermaßen: „Der öffentliche Raum ist eine knappe Ressource. Aktuell nehmen private Autos viel Fläche des öffentlichen Raums APOTHEKE AM KLAUSENER PLATZ Margarethe von Wnuk Lipinski Apothekerin Kompetente Beratung in allen Arzneimittelfragen. Spandauer Damm 49 14059 Berlin Tel.: 030 / 321 84 67 apothekeamklausenerplatz@web.de Markt der Möglichkeiten (Zeichnung: Christoph Kunst) 1 Im Klausenerplatz-Kiez ist der Anteil der AutobesitzerInnen noch deutlich geringer. 3 Mittagstisch Partyservice Kaffee Wein und vieles mehr Danckelmannstraße 50 14059 Berlin T. 030 - 30 83 90 91 • F. 030 - 74 92 77 90 Verglasungen aller Art Inh. Alexander Lück Jungfernheideweg 15a 13629 Berlin Tel. 321 45 68 0172-388 33 01 Yoga im Kiez Jeden Montag von 17.30 - 19.00 Uhr (Gruppe) bei erfahrener Yogalehrerin (BYV) Info: 0162 736 46 17 Martina Tinney 4 Baumscheibenbegrünung Kita-Ausflug Diese Startschwierigkeiten wurden aber durch die vielfältigen Angebote während des Stadtplatz-Experiments wettgemacht. Durch die Bepflanzungsaktionen wurde der öde Straßenraum ein Stück freundlicher. Viele Angebote für Kinder während des gesamten Monats wurden sehr gut angenommen und genutzt. Für kleine Kinder gab es sicheren Raum zum Laufen, Roller- und Fahrradfahren lernen. Beim Frühstück und den Musikveranstaltungen sowie bei Flohmarkt und Tauschbörse konnten sich viele Menschen aus der Nachbarschaft treffen. Wie bei jedem Projekt, das Veränderungen des Gewohnten zur Folge haben könnte, gibt es natürlich nicht nur Zustimmung. Ein Teil der AnwohnerInnen hat sich gegen das Realexperiment und einen Stadtplatz ausgesprochen. Zu den Argumenten siehe den nachstehenden Artikel. Aus Sicht des Kiezbündnisses war die Erprobung eines Zustandes, der nicht nur die Bedürfnisse zur Nutzung von Straßenraum durch Autofahrende berücksichtigt, sondern auch die Bedürfnisse der Mehrheit nicht Auto fahrender AnwohnerInnen (hier insbesondere auch Kindern) berücksichtigt, sinnvoll. Wir sind auf die Ergebnisse der Auswertung des Realexperimentes gespannt. Die vier offenen Versammlungen (eine für Kinder, drei für Erwachsene) gaben die Möglichkeit zur Diskussion über einen möglichen Stadtplatz. Insgesamt hat sich gezeigt, dass eine große Zahl von Anwohnerinnen den Platz nutzen will. wn „Ich bin dagegen“ D as Realexperiment mit der Umwandlung der Kreuzung Horstweg/Wundtstraße in einen Stadtplatz hat für grundlegende Diskussionen gesorgt. Es ist klar, dass es sowohl Argumente für einen Stadtplatz als auch Argumente dagegen gibt. Die Argumente müssen auf ihre Wichtigkeit geprüft, Folgen bedacht und dann abgewogen werden. Die Gegenargumente zum Stadtplatz wurden auf verschiedenen Wegen kundgetan. Bei der EXPERI-Forschungsgruppe, dem Bezirksamt sowie dem Kiezbündnis sind einige Briefe zum Thema eingegangen und auf dem abgesperrten Platz wurden sie bei zufälligen Treffen oder während der offenen Versammlungen vorgetragen. Dabei ging es nicht immer sachlich zu. Leider gab es aber darüber hinaus völlig unakzeptable Auseinandersetzungsformen.Zum Beispiel wurde ein Buttersäurean- Flugblatt eines anonymen (!) Stadtplatz-Gegners schlag auf die Kommunikationstafel verübt, es wurden nachts Spielgeräte und die Kommunikationstafel gestohlen, Erzieherinnen wurden im Beisein der Kinder lautstark beschimpft, Personen wurden beleidigend herabgesetzt, dem Kiezbündnis wurde mit Anzeigen gedroht. Das Kiezbündnis Klausenerplatz e.V. tritt nachdrücklich für Respekt und Anstand sowie eine demokratische Diskussion ein. Im Folgenden soll auf die hauptsächlich vorgetragenen Gegenargumente eingegangen werden. Vorteil Stadtplatz Wir haben im Kiezblatt Nr. 78 bereits darauf hingewiesen: Die derzeitige Planung für den Umbau des Autobahndreiecks Funkturm beinhaltet aus Süden kommend den Wegfall der Ausfahrt von der Autobahn A 100 auf die Halenseestraße. Das würde für Fahrtziele in der westlichen oder östlichen City zusätzlichen Verkehr in der Sophie-Charlotten-Straße, aber auch in der Knobelsdorffstraße und im Horstweg bedeuten. Nun hat auch der Bezirksstadtrat Schruoffeneger während der Veranstaltung zum Realexperiment am 30.10.2020 darauf hingewiesen. Mit einem Stadtplatz könnte der Horstweg an dieser Stelle unterbrochen oder die Durchfahrt mit anderen Maßnahmen verhindert werden. Dadurch würde der Horstweg als Schleichweg ausscheiden und zusätzlicher, ortsfremder Kfz-Verkehr mitten im Wohngebiet könnte vermieden werden. Verkehr  Durch die Gestaltung der Kreuzung als      Stadtplatz gehen Parkplätze verloren. Es ist ja nicht alltäglich ein Parkplatz in unmittelbarer Nähe frei, deshalb sorgt der beschränkte Wegfall von Parkplätzen eher in wenigen Fällen für einen weiteren Fußweg von und zum Wohnhaus. Dies sollte im Sinne von Sicherheit und ansprechenderer Gestaltung des Wohnumfeldes zumutbar sein. Das Recht auf einen Parkplatz vor der Haustür gibt es auch nicht. Es gibt aber Vorschläge, wie die Zahl der regulären Parkplätze in unmittelbarer Umgebung weitgehend ausgeglichen werden kann. Ein Teil der bisher genutzten Parkplätze ist regelwidrig. Dadurch werden z.B. Menschen mit Kinderwagen, Rollator und Rollstuhl an einer Überquerung der Straße entweder ganz gehindert oder deren Sicherheit durch mangelnde Sicht gefährdet. Diese Flächen müssen also ohnehin dringend von parkenden Autos frei gehalten werden. Übrigens: EXPERI hat 20 Parkplätze bei Rewe in der Sophie-Charlotten-Straße für KreuzungsanwohnerInnen reserviert. Nur 9 Plätze wurden genutzt.  Der Parkplatzsuchverkehr          nimmt in den Sackgassen zu. Erfahrungen in der Knobelsdorffstraße haben aber während der Sperrungen an der Sophie-Charlotten-Straße bzw. später an der Danckelmannstraße gezeigt, dass dies nur in den ersten Tagen der Fall war. Danach hat sich der Suchverkehr merklich verringert.  AutofahrerInnen werden gezwungen,      Umwege zu fahren. Ein Stadtplatz mit Unterbrechung der Straße unterbindet den Durchgangsverkehr und verringert damit Lärm und Schadstoffausstoß in diesem Bereich. Im Kiez wohnende und Lieferverkehr müssen ihr Ziel gezielter anfahren.  Die Einsätze von Polizei und Feuerwehr       werden behindert. Die Behinderung durch den Stadtplatz selbst ist geringer als durch regelwidrig geparkte Autos. Auch im Falle einer Stadtplatzdauerlösung bleibt für Polizei und Feuerwehr selbstverständlich die Möglichkeit, die Fläche zu befahren  Der Kfz-Liefer- und Kundenverkehr       wird behindert. Der Lieferverkehr wird für zwei Gewerbetreibende etwas umständlicher. Es handelt sich jedoch lediglich um einen etwas längeren Weg, der mit der üblicherweise genutzten Sackkarre zurückgelegt werden muss. Für schwerere Lasten wird es sicher auch Lösungen geben. Inwieweit die Erreichbarkeit der Physiotherapie-Einrichtung für Gehbehinderte übermäßig eingeschränkt wird, muss besprochen und ggf. ebenfalls Lösungen gefunden werden. Spandauer Damm 46 14059 Berlin Tel.: 030 89 75 44 72 Fax: 030 89 75 44 73 Email: info@ptzk.de web: www.ptzk.de Öffnungszeiten: Mo - Do 7:30 - 19:30 Fr 7:30 - 16:00 und nach Vereinbarung • Krankengymnastik • Manuelle Therapie • Gerätegestützte Krankengymnastik • Manuelle Lymphdrainage • verschiedene Wellnessangebote • Hausbesuche APOTHEKE am Sophie-Charlotte-Platz Schloßstr. 30 - 31 14059 Berlin Angelika Fandl Mo. - Fr. Sa. 8.00 - 18.30 9.00 - 13.00 Tel. 030 / 34 26 141 Fax 030 / 34 09 69 78 Bestellungen: apo-sc@t-online.de www.apotheke-sophiecharlotte.de Anwohner-Picknick Wir beraten Sie gerne! 5 Wohnumfeld  Ein Stadtplatz bringt Kinderlärm. Seelingstraße 54 14059 Berlin Tel: 030 / 32 67 66 - 0 Fax: 030 / 32 67 66 - 20 www.bosch-service-bezorgiannis.de Der Stadtplatz soll kein Spielplatz werden. Trotzdem wird es beim Spielen in begrenztem Umfang Lärm geben. Es darf aber infrage gestellt werden, ob er lauter ist als Verkehrslärm (Fahrgeräusche, Einparken, Türenklappen, Hupen). Außerdem ist der Kinderlärm auf die hellen Tagesstunden begrenzt. Davon abgesehen ist das Spielen von Kindern die Grundlage für die Entwicklung unserer Gesellschaft.  Auf einem Stadtplatz würden sich      Trinkende und Obdachlose sammeln. Seit 2007 Seelingstraße 7 14059 Berlin 030 820 77 158 goldesel-berlin.de Nichtraucher Kneipe vom Berliner Senat schon vor vielen Jahren eingerichteten Haushaltsposten für ein Stadtplätzeprogramm in Berlin erfolgen. Die Mittel sind für diesen Zweck gebunden. Die Existenz des Programms ist eine Folge der Mobilitätsgesetze auf Bundes- und Landesebene.  Durch einen Stadtplatz         erhöht sich die Miete. Vom Berliner Mieterverein haben wir die Auskunft bekommen, dass die Einrichtung des Stadtplatzes spätestens seit den neuen Mietspiegelregularien 2019 keine Begründung für Mieterhöhungen sein kann. Eine Mieterhöhung aus diesem Grund wäre rechtswidrig. Das ist unwahrscheinlich, da sich Treffpunkte dieser Art eher in Bereichen befinden, die nicht von allen Seiten und oben einsehbar sind. Auch gibt es an der Kreuzung Horstweg/Wundtstraße keine Versorgungsmöglichkeit wie Supermarkt oder „Späti“, der Leute anziehen könnte.  Durch einen verwahrlosten Stadtplatz      fallen die Immobilienpreise.  Es gibt schon den KläreBloch-Platz       und den Lietzensee-Park in der Nähe. Fazit Der Kläre-Bloch-Platz erfüllt eher künstlerisch architektonische Ansprüche (deshalb darf er auch nicht umgebaut werden) als Bedürfnisse zum Entspannen von Erwachsenen oder Spielen von Kindern, er hat nur eine geringe Aufenthaltsqualität. Der Lietzensee-Park bietet vielfältige Möglichkeiten, aber der Kaiserdamm bildet eine abschreckende Barriere. Für gehbehinderte und alte Personen sowie für Kinder ohne Begleitung und Kita-Gruppen sind die Wege möglicherweise zu weit oder zu gefährlich. Ein Stadtplatz an der Kreuzung Horstweg/ Wundtstraße wäre eine ideale Ergänzung für dieses Wohnumfeld. Ob der Platz verwahrlost, hängt hauptsächlich vom Verhalten der AnwohnerInnen ab. Die Immobilienpreise richten sich in erster Linie nach dem Zustand des Objektes selbst. Es bleibt festzustellen, dass vor allem Zufußgehende (Mehrheit der AnwohnerInnen) aber auch Radfahrende durch die stark erhöhte Verkehrssicherheit von einem Stadtplatz profitieren. Die Aufenthaltsqualität zum Entspannen oder für Treffen mit NachbarInnen wird deutlich erhöht. Eine zusätzliche Begrünung und ein Brunnen würden sich positiv auf Klima und Kleinklima auswirken. Dies ist beispielhaft in Wilmersdorf am Leon-Jessel-Platz zu erleben.  Die Nutzung des Stadtplatzes     führt zu Müllbergen. Das kann durch optimiertes Aufstellen von Müllbehältern verhindert werden. Öffnungszeiten Montag - Freitag 10 - 18.30 Uhr•Samstag 10 - 14 Uhr Klausenerplatz 6 D-14059 Berlin-Charlottenburg Tel.: 325 79 06 www.vinifera-weinhandlung-berlin.de Geschäftszeit: Mo 14.00 - 19.00 Uhr Di - Fr ab 12.00 - 19.00 Uhr Sa 10.00 - 16.00 Uhr 6 Gesellschaft  Mit dem Bau des Stadtplatzes wird Geld     verschwendet, das lieber in Schulen,    Kitas usw. investiert werden sollte. Das ist nicht zutreffend. Geld würde durch eine Verbesserung des Wohnumfeldes sinnvoll für Menschen angelegt, die sich in ihrer Wohngegend und nicht nur in der Wohnung aufhalten wollen. Die Finanzierung würde ggf. aus einem Vorbild Leon-Jessel-Platz Übrigens: Wer sich engagieren möchte, kann in der Stadtplatz-Initiative mitmachen (Stadtplatz. Horst.Wundt@berlin.de). An dieser Initiative beteiligen sich zwar auch Personen aus dem Kiezbündnis, aber in der Mehrheit sind es Anwohnerinnen und Anwohner von Horstweg und Wundtstraße, die zum Teil auch direkt am Platz wohnen. wn „Was halten Sie von der Neugestaltung der Kreuzung Horstweg/Wundtstraße?“ Eine Umfrage eulich hörten wir uns wieder einmal im Kiez um und befragten Anwohner nach ihre Meinung zum neuen Kiezplatz. Wir starten unseren Spaziergang im nördlichen Abschnitt der Nehringstraße. Dort trafen wir mehrere Menschen, die vom geplanten Platz noch nichts gehört hatten, die die Idee eines autofreien Platzes grundsätzlich begrüßen würden. Denn im südlichen Abschnitt der Nehringstraße, also an der jetzt abgesperrten Fläche, antworten ebenfalls einige Befragte: „Ich habe davon wenig Ahnung, mir fällt bloß die Absperrung der Kreuzung auf“. Knut erinnert daran, dass es im Kiez bereits viele Spielmöglichkeiten gibt, doch die Menschen sind offensichtlich zu bequem sich zum Lietzensee zu begeben. Ricardo weiß nichts Genaueres zur Planung, „jedoch würde ich mir zuerst Gedanken über die Abstellmöglichkeiten der Autos machen. Danach dürfe man festlegen, wie der Platz anders genutzt werden kann“. Dorette konkretisiert: „Das wäre prima. Ich würde allerdings meinen Parkplatz verlieren, aber Gemeinwohl geht über mein privates Glück. Je weniger Autos im Kiez unterwegs sind, desto besser.“ Dieser Meinung schließt sich Conny an, die noch ergänzt: „Hoffentlich wird der neue Platz schön!“ Lara und Christine meinen: „Wir sind gespannt, wie es einmal aussehen mag. Es dürfte sich aber zum Besseren wenden.“ Wir erfahren von Eltern, Karli und Steffi, dass sie das Projekt gutheißen, aber sie möchten eine Aufteilung des Platzes, z.B. jeweils einen Bereich für Hüpfspiele, Roller und Skater. N Hebamme Heilpraktikerin Craniosacral-Therapeutin Diplom-Sozialpädagogin Tel. 325 74 45 www.meine-hebamme-claudia.de Inh. G. Saal Seelingstraße 32 14059 Berlin T.: 321 97 54 / 325 68 97 Verband alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband Berlin e.V. Wir begegnen Jutta, die sich noch nicht recht informiert empfindet: „Ich weiß nicht, ob ich das Konzept gut finden soll oder nicht. Dazu fehlt mir ein Gestaltungsplan“. Sie war nicht die Einzige, die sich nicht genügend aufgeklärt fühlt. Claudia, die sich seit Jahren für einen verkehrsberuhigten Karl-August-Platz engagiert, äußert ihre Enttäuschung, dass hier im Kiez ein Projekt umgesetzt wird, während sich dort Anwohner vergeblich darum bemühen. rf Beratung, Information, Treffpunkt Seelingstr. 13 • 14059 Berlin Tel.: (030) 851 51 20 Mail: vamv-berlin@t-online.de Mo, Di, und Do von 10 - 14 Uhr Mi 15 - 17 Uhr www.vamv-berlin.de Schöne Einzelhandelsgeschäfte im Kiez ANGEBOTE ASIA-Markt Lo, Nehringstraße 4a S eit 2010 gibt es den kleinen Asia-Markt in der Nehringstraße 4a , der vor sechs Jahren von der Familie Lo übernommen wurde. Frau Lo steht seitdem fast täglich hinter der Ladentheke. Sie erzählt, dass sie früher in Oldenburg zwanzig Jahre ein China-Restaurant betrieb, die ersten Jahre zusammen mit ihrem Mann, nach seinem Tod führte die Mutter von drei Kindern es allein weiter. Nach dem Verkauf des Restaurants wollte sie sich aber nicht einfach zur Ruhe setzen. Über einen Bekannten erfuhr sie zufällig, dass ein Asia-Laden in Berlin einen Nachfolger suchte. Die Gegend rund um den Klausenerplatz-Kiez gefiel ihr sehr gut, sodass sie aus Norddeutschland nach Berlin zog. Sie fühlt sich sehr wohl im Kiez, und die Arbeit bringt ihr viel Freude. Neben Lebensmitteln und Geschenkartikeln aus allen asiatischen Ländern gibt es auch ein breites internationales Angebot, z. B. ihren englischen Lieblingstee, den sie noch aus ihrer Zeit in Großbritannien kennt und gern empfiehlt. Coaching Beratung Training Seminar Tel.: 030 - 36 41 98 94 Mail: info@sinah-altmann.de www.sinah-altmann.de musik und klang Seit sechs Jahren führt Frau Lo das Geschäft. Eine besondere Spezialität: „Berlins bester Tofu“, der in einer Berliner Manufaktur hergestellt wird, und in Berlin sonst kaum in Einzelhandelsgeschäften zu bekommen - indischer Rahmkäse (Paneer). Eine große Auswahl an veganen bzw. vegetarischen Tiefkühlgerichten, z.B. sehr leckere Zubereitungen nach Art von Schinken, Huhn, Tintenfischringen, Fisch und Ente (alles ohne Geschmacksverstärker) rundet das vielfältige Sortiment ab. Qualifizierter Gitarren-& Flötenunterricht Musiktherapie bei Musikerin und anthroposophischer Musiktherapeutin Moni Hoffmeister Berlin/Chlb. Tel.: 030 / 28 70 27 20 www.monihoffmeister.de musik@monihoffmeister.de Frau Lo kennt alle Produkte und probiert sie selbst aus, so dass sie Kunden jederzeit hilfreiche Tipps zur Zubereitung der teilweise sehr exotisch anmutenden Produkte geben kann. 7 Die Kunden, die auch aus anderen Bezirken hierher zum Einkaufen kommen, schätzen neben der ansprechenden Einrichtung vor allem die gute Beratung und den persönlichen Kontakt. Viele kommen auch gern mal auf einen Plausch vorbei und tauschen Neuigkeiten aus dem Kiez aus. Wir wünschen Frau Lo und ihrer Familie für ihren Laden weiterhin viel Erfolg und beste Gesundheit! ASIA-Markt Lo Nehringstraße 4a 14059 Berlin Tel.: 030 - 89 39 35 15 Öffnungszeiten: Mo-Fr 10.00 – 19.00 Uhr Sa 10.30 – 18.00 Uhr jb Daheim im Kiez: Unser Müll des Monats A 20,00 E Kiez-Rabatt n dieser Stelle wollen wir all diejenigen würdigen, die einen ganz speziellen Beitrag zur Buntheit des Kiezes leisten – die Mülldumper! Wir stellen die Preisträger der Monate Juli bis September 2020 vor: Zu verschenken!? (selber Ort, anderer Müll, gesehen von Georg) Der Kinderwagen als Müllauto, oder: Je Roller, je doller ... (gefunden Seelingstraße, Durchgang zw. Hausnummer 2 und 4) Rad ab! (gefunden in der Seelingstraße, zw. Nehring-und Danckelmannstraße) Liebe Leser, ihr seid eingeladen, uns euren Favoriten für den `Müll des Monats´ zuzumailen. - Wenn ihr Datum und Ort der Aufnahme sowie eine treffende Kurzbeschreibung beifügt, gelangt euer Foto in das Auswahlverfahren. Wir sind gespannt! 8 aktiv im kiez Abdelhady Shaar „Dann musst du ja sehr beliebt sein.“ „Ja. Und darauf bin ich sehr stolz.“ „Kannst du dich denn gut durchsetzen?“ „Das muss ich nur selten, ich mache nicht gerne Stress. Meistens komme ich gut mit den Lehrern klar und werde von ihnen auch respektiert.“ „Wie viele Schüler aus anderen Ländern sind in deiner Klasse?“ „Ich bin der Einzige, der keinen deutschen Pass hat. Die meisten in der Klasse sind Deutsche, einige stammen aus der Türkei, sind aber hier geboren und haben auch deutsche Pässe. Aber im nächsten Jahr kann ich auch Deutscher werden.“ Abdelhady mit seinem Vater Magdy Shaar A bdelhady ist 11 Jahre alt. Er flüchtete mit seinen Eltern 2015 vor dem Krieg in Syrien und kam über die Türkei und Italien nach Deutschland, wo sie als Asylanten anerkannt wurden. Heute lebt er mit seinen Eltern und zwei jüngeren Geschwistern in der Nehringstraße. Er besucht die Nehring-Grundschule und ist dort in der 6. Klasse. KiezBlatt: „Abdelhady, du bist im neuen Schuljahr zum Klassensprecher gewählt worden; gab es denn noch andere Bewerber um dieses Amt?“ Abdelhady: „Ja, es gab neun weitere, die Klassensprecher werden wollten. Es wurde abgestimmt, und ich bekam die meisten Stimmen.“ „Willst du Abitur machen?“ „Ja, ich will nächstes Jahr aufs Gymnasium gehen und nach dem Abitur möchte ich studieren. Ich will Ingenieur werden und in der Automobilindustrie arbeiten, denn Autos interessieren mich sehr, am meisten Sportautos wie Lamborghinis.“ Gebrauchtwarenhaus Knobelsdorffstr. 19 Kindersecondhand Wundtstr. 19 2. Hand-Möbelladen Wundtstr. 6 2. Hand-Bücherladen Wundtstr. 8 Tel. 030 - 303 077 52 „Hast du noch andere Hobbys neben Autos?“ „Ja, ich spiele Fußball beim FC Brandenburg und wir spielen ‚China-Ball‘. Das spielen wir mit einem Volleyball auf einer Tischtennisplatte nach den gleichen Regeln wie beim Tischtennis.“ „Du bist ja sicher Moslem. Besuchst du auch die Koranschule?“ „Ja, aber ich lerne dort nicht nur den Koran, sondern auch, Arabisch zu lesen und zu schreiben, denn ich kann es bisher nur sprechen.“ „Abdelhady, dann wünschen wir dir, dass du alle deine Ziele erreichen kannst.“ kb 14059 Berlin Nehringstraße 32 T. 030 - 322 40 38 ebert.e@berlin.de Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.30 - 18.00 Uhr Samstag 10.00 - 14.00 Uhr Nachruf auf Gerald Kuptz „Er gehört zu den meistfotografierten Menschen Charlottenburgs. Wenn Gerald Kuptz, angetan mit barockem Dreispitz, Wams, Bundhose und Schnallenschuhen am Wochenende vor dem Charlottenburger Schloß steht, wird er oft von Besuchern gefragt, ob man ihn ablichten dürfe. Eigentlich macht er ja Werbung für das Berliner Residenzorchester, aber Zeit für ein Foto hat er immer“. So war vor zehn Jahren im Kiezblatt in einem Porträt von Kuptz zu lesen. Der gebürtige Hamburger kam 1971 nach Berlin. Hinter ihm lagen damals eine Lehre als Konditor und mehrjährige Reisen durch Europa, bei denen er seine Fähigkeiten Gerald Kuptz in barockem Gewand vervollkommnete. „Als erste männliche Tagesmutter von Charlottenburg“ (Kuptz) begann er 1982 in der Seelingstraße 3 seine kinderpädagogische Arbeit, die fast 25 Jahre andauerte. Im September ist Gerald Kuptz im Alter von 73 Jahren in seiner Wohnung in der Schloßstraße gestorben. hm 9 Nachbarschaftshilfe I m September bekamen wir den unten dokumentierten Brief von Frau Ilona Appelbohm aus dem Seniorenwohnheim an der Schloßstraße, der uns sehr berührt hat. Zwar wissen wir nicht, wer die hilfreichen Menschen waren, die Frau Appelbohm geholfen haben. Aber wir freuen uns sehr über dieses Beispiel aus dem Kiezalltag. Das ist es, was wir uns unter einem Miteinander in unserem Kiez vorstellen, zu dem wir einen Beitrag leisten wollen. Die dem Brief beigefügte großzügige Spende werden wir in diesem Sinne verwenden. Naturheilpraxis Anna-Elisabeth Junge Heilpraktikerin HOMÖOPATHIE • MASSAGE KLANGSCHALENTHERAPIE SYSTEMISCHE AUFSTELLUNGEN Horstweg 4 (1. GH. Pat.) 14059 Berlin / Charlottenburg Telefon: 030 / 25 46 94 68 spanisch-deutscher Kindergarten konsequent bilingual Musik, Sport, Yoga, Experimente u.v.m. Sophie-Charlotten-Strasse 113 (gegenüber Centro Italia) 14059 Berlin Telefon: 030 - 30 11 25 96 Fax: 030 - 30 11 25 97 info@girasoles-berlin.de • www.girasoles-berlin.de Danckelmannstr. 48 14059 Berlin Tel. 030/13 88 799-0 www.hkp-gadow-gehrke.berlin Neulich an der Bücherzelle (2) I m letzten Kiezblatt hatte ich über ein Gespräch mit einem jungen Mann berichtet, der in der Bücherzelle nach Reclam-Heften für die Schule suchte. Es gab Kritik an dem Text wegen meiner angeblichen Hochnäsigkeit, aber auch Lob. „Schreib eine neue Folge“, so der Chefredakteur, und deshalb laufe ich jeden Tag fünf, sechs Mal zur Zelle und warte, daß etwas passiert, was sich lohnt, notiert zu werden, aber es passiert nichts. Das ZAP ist geschlossen (Corona!), ich stehe da, betrachte die Zelle und war- 10 te und sehe plötzlich, daß ein gelber russischer T-34-Panzer durch die Seelingstraße rollt, aber dann ist es nur Herr Müller von der DHL. Sonst passiert nichts. Demnächst aber vielleicht. hm Hella Moja D ie Filme hießen „Der Weg der Tränen“ (1916), „Das verwunschene Schloß“ (1918), „Die Flucht aus dem goldenen Kerker“ (1921) oder „Die Straße des Vergessens“ (1926). Es waren Melodramen, monumentale Ausstattungsfilme, Lustspiele und Mysterien-Filme, in denen Hella Moja zumeist die Hauptrolle spielte und in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu einer der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen wurde. In den 1920er Jahren wohnte sie am Lietzensee-Ufer 10. Als Helene Morawski wurde sie am 2. Februar 1890 in einer Kleinstadt im Russischen Reich geboren. Ihr Debüt als Schauspielerin gab sie 1913 im Berliner Lessingtheater, zwei Jahr später trat sie erstmals in einem Stummfilm auf. Als Krönung ihres Schaffens gilt „Figaros Hochzeit“ von 1920, wo sie, an der Seite von Alexander Moissi und Eduard von Winterstein, die Rolle des Cherubino übernahm. 1920 wurde sie in einer österreichischen Illustrierten vorgestellt. „Was spielen Sie am liebsten im Film, gnädiges Fräulein?“ Hella Moja sieht mich an, lächelt dann ganz leicht, ganz fein. Dann sagt sie: „Das einfache Mädchen aus dem Volke, es darf arm sein, auch reich werden … Es darf eine Dame werden, aber jedenfalls eine richtige Dame, aber es kann auch einfach bleiben …, soll sein Schicksal erleben!“ Eine Vision taucht vor mir auf: Luise Millerin… Später zeigt mir Hella Moja auch die übrigen Räume ihrer so überaus anheimelnd eingerichteten Wohnung. Ihr höchster Stolz ist nicht ein Zimmer, sondern der Balkon mit dem herrlichen Ausblick über den Lietzensee.“ Sophie-Charlotten-Str. 29 14059 Berlin/Charlbg Tel. 030 - 321 39 49 fahrradmanufaktur PSYCHOTHERAPIE & WEGBEGLEITUNG Anneke Polenski • psychologische Psychotherapeutin • Einzel- Paar- Familientherapie, Traumatherapie, transpersonale Psychotherapie, Maltherapie • Coaching & Supervision Nehringstr. 29 •14059 Berlin Tel: 030/35503720 www.flying-dolphins.de Hella Moja (1890 – 1951) Seit Mitte der zwanziger Jahre wandte sie sich verstärkt dem Schreiben von Drehbüchern zu, sie erhielt kaum noch Filmrollen, ihr theatralischer Stil galt nicht mehr als zeitgemäß. Während der NS-Zeit wurde sie drangsaliert, da sie keinen „Ariernachweis“ liefern konnte. 1938 schloß man sie aus der „Reichsschrifttumskammer“ aus, einer NS-Zwangsorganisation, und das hatte zur Folge, daß sie nichts mehr veröffentlichen konnte. Seit 1942 war sie als Souffleuse am Kieler Stadttheater tätig. Hella Moja nahm sich 1951 das Leben. Ihre Ruhestätte auf dem Friedhof Heerstraße wurde aufgelassen. hm Nachruf auf Jörg Biester M it seinen 193 Zentimetern Körpergröße und geschätzten 130 Kilogramm war er kaum zu übersehen, wenn er durch den Kiez ging, sei es auf dem Weg in den „Brotgarten“ oder in eine Gaststätte. Schweren Schrittes kam er daher, in der kalten Jahreszeit angetan mit einem dunkelblauen maritimen Mantel. Jörg Biester war Schauspieler. Zu seinem Anekdotenschatz gehörten Geschichten aus der Welt des Theaters, von Film und Fernsehen. Am liebsten saß er an einem Tisch, vor sich ein Hefeweizen und ringsum etliche Zuhörer. Nicht immer waren seine Auftritte leicht auszuhalten. Der große Mann aus der Schloßstraße ist am 24. September im Alter von 64 Jahren gestorben. hm Kommen Sie vorbei! Wir freuen uns auf Ihren Besuch! conceptstore • hochwertige Mode- und Lifestyleprodukte • ausgesuchte Literatur • Thermo-Spa-Schwebeliege zur Entspannung Spandauer Damm 55 14059 Berlin Mo-Fr 11-18:30 Uhr Sa 11-15 Uhr Tel. 030 370 278 45 www.federkleid.eu kontakt@federkleid.eu 11 „Nur auf den Höfen“ Über einen Drehorgelspieler in Charlottenburg E s ist der erste Sonntag im Oktober. Am Nachmittag sitze ich am Computer im KiezBüro und schreibe diesen Aufsatz über einen Drehorgelspieler, der vor über 80 Jahren in der heutigen Seelingstraße wohnte, als ich plötzlich Klänge von draußen höre. Drehorgelmusik! Ein älterer Mann zieht durch die Seelingstraße und macht Halt an der Ecke Nehringstraße. Ich werfe einen Euro in den Zylinder und frage, ob ich ihn fotografieren darf. Zufälle gibt es… Die Drehorgeln der Familiendynastie Bacigalupo, die in Berlin zwischen 1879 und 1975 Instrumente herstellte,wurden schon bald bekannt. Es gab unterschiedliche Werkstätten. Giovanni Battista Bacigalupo (1847 – 1914) schloss sich 1891 mit dem Orgelbauer Giuseppe Cocchi und dem Gastwirt Graffigna zusammen. Die Firma „Cocchi, Bacigalupo und Graffigna“ saß in der Schönhäuser Allee 78. Bis 1903 führten die drei mit bis zu 50 Mitarbeitern den Betrieb. Es gab Tischler und Drechsler, Schlosser, Bildermaler, Orgelbauer, Pfeifenmacher und Handwerker, die sich um die Walzen kümmerten und sie mit Stiften versahen. Carl Moschini, am 16. November1885 in Berlin geboren, ging bei der Firma „Cocchi, Bacigalupo und Graffigna“ in die Lehre. 1904 musste er die Firma, die in Konkurs gegangen war, verlassen. Im Zeugnis war zu lesen, dass der Lehrling „fleißig und aufmerksam“ gewesen sei und sich stets „gut geführt habe. Carl (Karl) Moschini war der Sohn von Francesco Moschini, der Ende des 19. Jahrhunderts aus dem italienischen Pesaro, einer Stadt in den Marken, nach Berlin gekommen war. Karl Moschini wohnte später in der Potsdamer Straße 19, der heutigen Seelingstraße 52. Ein Drehorgelspieler Anfang Oktober 2020 im Kiez Zu Zilles Zeiten waren sie ein gewohnter Anblick in Berlin, die Leierkastenmänner, die in den Höfen musizierten. Es sollen 3000 Musikanten in der Hauptstadt gewesen sein. Oben gingen die Fenster auf, und nach dem Vortrag flogen in Papier eingewickelte Münzen nach unten. Drehorgeln gibt es nachweislich seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Straßenmusiker und Gaukler zogen mit diesen Instrumenten durch alle Länder Europas. Auch in den Kirchen hielten sie Einzug. Anfangs wurden sie in Orgelwerkstätten gebaut, im 19. Jahrhundert übernahmen Manufakturen diese Aufgabe. Giovanni Battista Bacigalupo (1847 – 1914). Er schloss sich 1891 mit dem Orgelbauer Giuseppe Cocchi und dem Gastwirt Graffigna zusammen. Die Firma „Bacigalupo, Cocchi & Graffigna“ machte sich schon bald einen Namen. 12 Karl Moschini. Foto aus dem Erlaubnisschein von der Polizei von 1937 1937 erhielt er von der zuständigen Polizeibehörde die Erlaubnis, auf einer Drehorgel „an den Wochentagen auf den Höfen der Grundstücke“ zu musizieren. Verboten war das Musikmachen auf der Straße, in Gärten und Vorgärten und „ohne vorgängige Bestellung bei Hochzeiten, Kindtaufen und anderen Familienfeiern“. Im Umkreis von mindestens 300 Metern von Kirchen, Friedhöfen, Krankenhäusern und Schulen war das Musizieren auch untersagt, ebenso das Spielen des Deutschlandliedes und des „Horst-Wessel-Liedes“, der inoffiziellen „zweiten“ Nationalhymne während der NS-Zeit. Noch 1943 finden wir Karl Moschini unter der gleichen Anschrift im Berliner Adressbuch, danach verlieren sich seine Spuren. hm Sichere Radwege? I m Kiez gibt es keine Radwege. Da man hier gemäß StVO nur Schrittgeschwindigkeit fahren darf, ist es nicht erforderlich, den Radfahrern eine eigene Fahrspur zu reservieren. Aber sobald man den Kiez verlässt, wird der Radverkehr vom Kfz-Verkehr getrennt. Dies soll den Radfahrern Sicherheit geben. Soweit die Theorie. In der Praxis werden Radwege – ob auf dem Gehweg oder auf der Straße – allzu oft als Park- oder Abstellflächen zweckentfremdet. Damit machen aber sie eine gefahrenlose Nutzung unmöglich. Um den diversen Hindernissen auszuweichen, müssen Radfahrer entweder auf dem Fußgängerbereich oder auf der Fahrbahn weiterfahren. Beides führt zu Gefahrensituationen, sowohl für die Radfahrer, als auch für die Fußgänger. Hundert Jahre Groß-Berlin S eit dem 1. Oktober 1920 gibt es die ‚Metropole Berlin’. So ist auch der Katalog zur bis Ende Mai 2021 geöffneten Ausstellung „Chaos und Aufbruch“ im Märkischen Museum (Am Köllnischen Park 5) betitelt, den der Historiker Andreas Ludwig und der Kurator der Ausstellung, Gernot Schaulinski, erarbeiteten. Herr Ludwig war einst am hiesigen Heimatmuseum, Villa Oppenheim, tätig. Die Ausstellung gliedert sich in sechs Themen. Zunächst wird der historische Hintergrund präsentiert, es folgen ‚Stadtgebiet und Grenzland’, ‚Wohnsituation und Baustelle’. Dazu möchten wir auf die bis zum 21. März in der Villa Oppenheim laufende Ausstellung ‚Wohnverhältnisse. Charlottenburg, Wilmersdorf und die Wohnungsfragen’ hinweisen. Weiter geht es zur ‚Fahrspur und Fortbewegung’ und führt abschließend in die Gegenwart unter dem Motto ‚Impuls Berlin 2020’. Chaos & Aufbruch, Rundgang Für den Rundgang durch die Ausstellung können in allen Räumen vielfältige audiovisuelle Angebote Die Fotos zeigen einige Beispiele aus der direkten Kiezumgebung. Jeder Radfahrer kennt solche Situationen aus eigener Erfahrung. kb genutzt werden. Dadurch sind insbesondere Schulklassen als Nutzer angesprochen. Dazu haben Jugendliche schon Entwürfe ihrer Vorstellungen gebastelt, wie Berlin in hundert Jahren sein könnte. Infolge des rasanten Bevölkerungswachstums hatte sich die Schaffung von Groß-Berlin bereits seit der Gründung des Reiches angedeutet, konnte aber erst nach dem Ende des Kaiserreiches durch Sozialdemokraten gegen deren konservative Widersacher umgesetzt werden. 1920 wurden acht Städte, 59 Landgemeinden und 27 Güter zu einem Verbund von zwanzig Bezirken geeint. Allerdings blieben vor Berlin gelegene Industriezentren (Hennigsdorf, Oranienburg, Wildau und Königs Wusterhausen) außen vor. Vor dreißig Jahren übernahmen Politiker dieser Partei die Aufgabe, das westliche Berlin mit den östlichen Bezirken zusammenzuführen. Jedoch scheiterte vorerst die angestrebte Bildung eines gemeinsamen Bundeslandes Berlin-Brandenburg. Die zuvor von Teltow ausgegliederten Stadtkreise Charlottenburg (1877) und Wilmersdorf (1907) waren zwischen 1871-1910 auf fünfzehnmal, bzw. 75mal so viele Bewohner angewachsen. 1882 hatte Berlin, das selbst erst 1881 aus der Provinz Brandenburg herausgelöst worden war, den Antrag Charlottenburgs auf Eingemeindung noch abgelehnt, während es zwanzig Jahre zuvor im Hobrechtplan schon eingegliedert war. Infolge des Verlustes der Rechte auf selbst erhobene Steuereinnahmen erregte die Eingemeindung im Westen von Berlin heftigen Groll. Der Charlottenburger Oberbürgermeister Ernst Scholz befand, Groß-Berlin sei unheilvoll. Die Parole lautete ‚Los von Berlin!’. Der Konflikt zwi- gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Bildung und Wohnen mbH Die abw gGmbH stellt im Klausenerplatz-Kiez die folgenden Angebote für Sie bereit: SPRACHSCHULE Sophie-Charlotten-Str. 30 Kontakt: 030-322 20 33 Schulabschlüsse – Berufsbildungsreife Sophie-Charlotten-Str. 83a Kontakt: 030-326 53 53 Betreutes Jugendwohnen Nehringstr. 28 Kontakt: 030-955 974 27 www.abw-berlin.de 13 schen Senat und Bezirksämtern wurde nie beigelegt. Später hatte Scholz, als Oberpräsident von Brandenburg, seinen Amtsitz am Kaiserdamm 1, der jetzigen Polizeidienststelle. Dieser Beamte bestimmte weiterhin über Berlin, oft zum Nachteil, wenn hier eingezogene Abgaben in die dünnbesiedelte Provinz flossen. Der Senat förderte in den Zwanziger Jahren gezielt den sozialen Wohnungsbau auf bereits zuvor erworbenen kommunalen Flächen. Dies hatte zur Folge, dass günstige Verkehrsanbindungen erforderlich wurden, da die Innenstadt sowohl in gewerbliche wie öffentliche Nutzung überging. Von 191688 gab es in Berlin eine Mietpreisbremse, die mit dem Argument, der freie Markt kann das besser regeln, aufgegeben wurde. Der Etat des Senats wurde zu einem Sechstel aus Einnahmen der kommunalen Versorger mit über 50.000 Beschäftigten gesichert; vor allem durch BVG, Bewag und Gasag, BSR, Wohnraumvermietung u.a. Die von Siemens und der Deutschen Bank initiierte ‚Erschließungsbahn’ zum heutigen Theodor-Heuss-Platz diente Spekulationsinteressen zur Nutzung von bisherigen Freiflächen. Märkisches Museum, Am Köllnischen Park 5, Berlin-Mitte Das Museum ist bis auf weiteres geschlossen. Es gibt einen interessanten virtuellen Rundgang: https://www.stadtmuseum.de/ ausstellungen/chaos-und-aufbruch Im Bröhan-Museum wird bis zum 21. Januar ‚Der proletarische Blick. Arbeiterfotografie der 1920er Jahre gezeigt’. Dort ist auch bis 30. Mai 2021 die Ausstellung ‚Luigi Colani (1928-2019) und der Jugendstil’ zu bestaunen. Es gibt aber coronabedingte Einschränkungen, bitte informieren Sie sich! ks „Wohnverhältnisse“ Charlottenburg, Wilmersdorf und die Wohnungsfrage B is zum 21. März des nächsten Jahres läuft eine Ausstellung in der Villa Oppenheim, dem Museum unseres Bezirks. Vor 120 Jahren wurden die selbständigen Städte Charlottenburg und Wilmersdorf zu Berliner Bezirken. „Groß-Berlin“ entstand. Eine der drängendsten Herausforderungen im großstädtischen Zusammenleben war die „Wohnungsfrage“. Die Ausstellung nimmt Reformideen dieser Zeit und die Anfänge kommunaler Wohnungspolitik in den Blick. Das dritte Charlottenburger Rathaus in der heutigen Otto-Suhr-Allee im Bau, Charlottenburg 1899/1905, Museum Charlottenburg-Wilmersdorf Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim Schloßstraße 55/Otto Grüneberg-Weg Das Museum ist momentan coronabedingt geschlossen. Eintritt frei; der Zugang ist barrierefrei Von wegen Mietpreisbremse und Mietendeckel! W RAUM FÜR YOGA, KÖRPER- UND BEWUSSTSEINS ARBEIT im Charlot- SITA TAR A tenburger Kiez Yoga in Deutsch, Englisch und Russisch, Yin Yoga, Kinderyoga, Restorative Yoga, Kurse vor und nach der Geburt, Pilates, CANTIENICA®- Training, Meditation. Einstieg ist jederzeit möglich. Danckelmannstr. 20 • 14059 Berlin www.sitatara.de 14 er im Kiez eine Wohnung sucht, zumal ohne WBS, hat seine Not. Das ist bekannt. Der Wohnungsmarkt ist dicht und nicht selten sind die Fälle, in denen Vermieter die Wohnungsnot bis zum gesetzlichen Rahmen und gerne auch mal darüber ausnutzen. Ein besonders krasser, ja man möchte sagen, verbrecherischer Fall ist uns jüngst zu Ohren gekommen: Nehringstraße 11, ein Gebäude, das der stadtbekannte Wohnungsspekulant „Akelius“ Mitte der 90er Jahre von der Vorgängergesellschaft der GEWBAG erworben hat. Kaufpreis ca. 1.200 DM (!) pro qm Wohnfläche. Das ist bekannt, weil die Hausgemeinschaft seinerzeit ein Vorkaufsrecht hatte, das sie aber nicht in Anspruch nahm. Hier wird laut Exposé angeboten: „1- Zimmer-Appartement, EG, 18,4 qm, Zentralheizung, Nettokaltmiete 658,69 €, Gesamtmiete 700,- € Kaution 1.976,07 €“. Erläutert wird bei der Begehung, „es handle sich um eine neu erstellte Wohnung, für die es keine Mietbeschränkung gebe, man könne einen auf drei Jahre befristeten Mietvertrag anbieten, die Wohnung sei im übrigen renovierungsbedürftig“. Bei der Begehung entpuppt sich das „1Zimmer-Appartement“ als eine verkommene Wohnküche mit einem neuen Duschbad. Wie viel Gier braucht man und wie skrupellos muss man sein, ein menschenunwürdiges dunkles Loch für sage und schreibe 38 € pro qm vermieten zu wollen und, noch schlimmer, wahrscheinlich auf lang oder kurz sogar zu vermieten? bg Ein Urgestein tritt ab Ein Nachruf V iele der älteren Bewohner im Kiez werden sich noch an Otto Gaul erinnern, wie er auf dem Podium saß und sich abmühte, die hitzigen Auseinandersetzungen zwischen den Mietern und der „Neuen Heimat“ in konstruktive Bahnen zu lenken - in seinem legeren, stets schwarzen Outfit und seiner unkonventionellen Art, so gar nicht Amtsperson, die er doch war. Nach einem studentenbewegten Studium der Stadtplanung an der TU Berlin wurde Otto Gaul Ende der der 70er Jahre Leiter der „Sanierungsverwaltungsstelle“ im Stadtplanungsamt des Bezirks. Die ganz heiße Phase der Sanierung am Klausenerplatz mit Mietstreiks, gesprengten Sitzungen des Bauausschusses und einem Anschlag auf das Sanierungsbüro der „Neuen Heimat“ (die Eva Schindele in ihrem Buch „Mieter stören“, Rotbuch Verlag 1980) eindrucksvoll beschreibt, war gerade beendet. Otto Gaul war der Mann der Stunde, der nach der Krise mit der „behutsamen Stadterneuerung“ im Block 118 und den erweiterten Beteiligungsregelung im Städtebauförderungsrecht im Rücken, die Sanierung im Kiez neu erfunden hat. ser waren allerdings seine Versuche, eine einvernehmliche Lösung der „Hausbesetzerfrage“ zu erreichen, nicht von Erfolg gekrönt. Immerhin ist es der Sanierungsverwaltungsstelle gelungen, für die Wohnprojekte Christstraße 42 und die Nehringstraße 34 / Neufertstraße 13 mit der „Neuen Heimat Berlin“ Verhandlungslösungen zu finden und später auch eine öffentliche Förderung für die Instandsetzung und Modernisierung der Gebäude zu erreichen. Die auf Sanierung notwendigerweise folgende Abrechnungsbürokratie war Otto Gauls Sache nicht. Mit dem Abschluss der Stadterneuerung im Kiez konnte er auf eine Referatsleiterstelle bei der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen wechseln. Im Ruhestand hat sich der notorische Unruheständler in seine fränkisch geprägte schwäbische Heimat nahe Heilbronn zurückgezogen. fon: 030 818 614 77 Mit der Beteiligung der betroffenen Mieter und Gewerbetreibenden am Erneuerungsverfahren und einer ganzen Reihe finanzieller Entschädigungsleistungen wurde die Stadterneuerung am Klausenerplatz umorganisiert. Dabei kam ihm entgegen, dass er in „seiner“ Sanierungsverwaltungsstelle ein junges Team von engagierten Stadtplanerinnen und Stadtplanern um sich scharen konnte, die mit ihm die „Reparatur der kaputten Stadt“ - mit Breitenwirkung auch für die anderen Sanierungsgebiete in Berlin – auf ein neues Fundament gestellt haben. Die härteste Bewährungsprobe in Otto Gauls Berufs Vita war sicher die kurze Ära „Wolfgang Antes“ und die Räumungen der 12 besetzten Häuser im Kiez. Als Antes, der 1986 wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilte CDU-Baustadtrat versuchte, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, konnte sich Otto Gaul mit der Rückendeckung seiner Verwaltung und der Senatsverwaltung Bau- und Wohnungswesen erfolgreich zur Wehr setzen. Mit der gewaltsamen Räumung der meisten Häu- Otto Gaul ist Ende Juli im Alter von 74 Jahren verstorben. „Wir haben einen Kollegen und Freund verloren, der die Stadterneuerung im Sanierungsgebiet Klausenerplatz mit viel Engagement geprägt hat“ heißt es in der Traueranzeige derjenigen, die ihn geschätzt und gemocht haben. bg 15 „Der Zauber des Pierrot“ I Urlaub in Rumänien Urlaub im Donaudelta Gruppenreisen ins Donaudelta Firma: rumaenienurlaub.net http://www.rumaenienurlaub.net kontakt@rumaenienurlaub.net m vergangenen Oktober gaben die beiden Pantomimen Pierrot und Pierrette, dargestellt von Pablo Volo und Katja Grahl, in der bezaubernden Kulisse vom Jagdschloss Grunewald und eine Woche später im Café Schalotte in der Behaimstraße eine Vorstellung. Der Regisseur Jörg Brennecke, der in der Behaimstraße eine Schule für Pantomime leitet, half bei den Proben, des von Frau Grahl konzipierten Abends. Nach der Begrüßung des Publikums wurden die Szenen jeweils durch Reklametafeln angekündigt. Zunächst stolziert Pierrette auf Stelzen und bewegt die Fäden der Marionette des Pierrots. Dieser eilt realitätsentrückt durch eine Folge von nicht verwirklichten Erlebensfantasien. Die stummen Darsteller deuten ihre geheimen Wünsche durch eine Verknüpfung akrobatischer Showeinlagen an. Für jeden Sketch wird rasch die Kostümierung gewechselt. Der Bewegungsablauf auf der Bühne ist fließend und mit der Handhabung von Requisiten verbunden. Frau Grahl handhabt den Hula-Hoop-Reifen durch langjährige Übung perfekt. Herr Volo steigt mit ein oder windet sich durch die Sprossen einer Leiter. Ein Luftballon entschwebt mit den ihn begleitenden Hoffnungen davon. Das Ensemble Modern Mimes wird vom Bezirksamt unterstützt. An der Arbeit ist auch Frau Inka Benthin beteiligt, die im Oktober Mutter geworden ist. Sie macht Theater für Jugendliche. Beide Schauspielerinnen leben in unserem Kiez. ks 16 Leserbrief Liebe Nach barn und N achbarinne n, liebe K iezgemeind es gab Zei e, ten in die s e m hinter dem Jahr, da f Scheibenwi and ich me s hrfach wöc c h einer Post e r m e ines Autos hentlich karte. Es e ine Nachri war der Au zu verbiet c ht in Form fruf, groß en. Ich su e Autos in chte mehrm Kontaktadr u n als nach e serem Kiez esse. Die B inem Absen otschaft n Karten ist d e r oder einer ach mittle angekommen rweile wah : Da will j Kiez parke r s c h einlich 15 emand, das und zwar a s ich mein us verschi de würde i A u t o nicht im edenen Grü ch gerne r nden. Über eden, denn ziehbar d i ich finde d ese Grünich selbst ie Perspek bin langfr doch in di t i v e istig für nachvollesem Fall einen auto ist die ga und pausch f r e n i ze Sache e en Kiez alierend d twas zu un argestellt lich, da i d i f . f erenziert Ein Dialog ch den Abs ist jedoch ender der Karte nich nicht mögt kenne. L Eine weite eider. re Nachric ht ohne Ab mit Klebes sender kle treifen an bte in der unserer Ha cherheit i letzten Wo ustür. Ein m Kiez. Ei che Aufruf zur n Thema, d vater scho Verkehrssi as mich in n lange be sbesondere schäftigt. terstützen als Famili Ich würde und erfahr engerne dies en welche sich hier e en Aufruf Personengr ngagiert. unuppe oder Auch hier k ten. Leide Einzelpers ann ich nic r. on ht in einen Dialog tre Es gibt v iele Gründ e, warum Aufrufe ni diese eins cht das Mi eitigen Na ttel der W ob man die chrichten ahl sein s jenigen üb und ollten. Es erhaupt er möchte, we i s t r e f icht, dere raglich, nn es sich n Verhalte um einen M eigenen St n m a onolog han n ändern andpunkte delt. Zude der Adress werden, we m k a ö t nnen die en überhau nn der Abs pt nicht w ender anon alog. Das a y h m r genommen bleibt. Er schafft ke entzieht s in Vertrau recht kein i e c n h und auch k dem Die Motivati eine Akzep on zum Umd tanz - ers enken. t Daher mein e Bitte: G estaltet d dass ein D och eure A ialog zwis ufrufe nic c hen den ve Standpunkt ht anonym, rschiedene en stattfin so n oder auc den kann. zelpersone h gemeinsa Zeigt wer n oder ein m e n dahinter s e Initiati führen zu teht, ob E ve. Parole keiner pos i n n, zudem a itiven Ent nonyme Par wicklung. olen, Freundlich e Grüße Christoph Kuhnt 17 „Zu-Fuß-zur-Schule“ A m 22. 09. 2020 war der „zu-Fuß-zurSchule Tag“. Diesen Tag gibt es bundesweit seit vielen Jahren, er wird u.a. vom Deutschen Kinderhilfswerk, dem Ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt. Auch vor und in der Nehring-Grundschule wird der „zu-Fuß-zur-Schule Tag“ seit vielen Jahren mit wechselnder Intensität durchgeführt. Dabei engagieren sich Lehrer der Schule, die Gesamtelternvertretung und die VerkehrsAG im Kiezbündnis Klausenerplatz e.V.. Inhaltliche Schwerpunkte sind regelmäßig die Schulwegsicherheit und die „Eltern-Taxis“. In der Schule haben Lehrer mit den Schülern unterschiedliche Projekte zum Thema durchgeführt, z.B. Schulwegdokumentation. Von der Gesamtelternvertretung wurde ein Flyer produziert, der einen Tag vorher in der Umgebung der Schule und am „zu-Fuß-zur-Schule Tag“ vor der Schule verteilt wurde. Das ganze Jahr über sind morgens, während der halben Stunde vor Schulbeginn um 8 Uhr, vor der Schule sowie in unmittelbarer Nähe vor allem zwei Dinge zu beobachten: Auf den Ecken der Kreuzung Nehring- / Seelingstraße parken oft Autos, die den Kindern die Sicht auf die Straße und den Autofahrenden die Sicht auf die Kinder versperren. Dadurch kommt es immer wieder zu bedrohlichen Situationen. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto bis vor den Eingang der Schule („Eltern-Taxi“). Dadurch kommt es dort zu gefährlichen Situationen und zu erhöhtem Schadstoffausstoß. 18 Beim Problem Eckenparken auf die Einsicht der ParkerInnen zu hoffen, ist wohl in der Regel leider vergeblich. Es kann nur durch Bezirksamt und/oder Polizei gelöst werden. Beide sehen sich bisher dazu nicht in der Lage. Es werden lediglich hin und wieder Strafzettel hinter die Scheibenwischer geklemmt. Es ist weiter Druck auf die Behörden erforderlich, um eine Änderung zu erreichen. Zum Problem „Eltern-Taxi“ wurde von Gesamtelternvertretung und Schulleitung ein Brief an alle Eltern geschrieben. In ihm wurden die Eltern gebeten, an diesem Tag und möglichst auch sonst auf das Zurschulebringen ganz zu verzichten oder die Kinder wenigstens an der Ecke Seeling- bzw. Knobelsdorffstraße aussteigen zu lassen. An diesen Straßenecken wurden von der VerkehrsAG im Kiezbündnis mit selbst gestalteten Schildern Elternhaltestellen eingerichtet und ankommende Eltern gebeten, nicht vor die Schule zu fahren. Mit der Aktion soll den Eltern nahe gebracht werden, wann immer es geht, die Kinder den Schulweg ganz oder mindestens teilweise mit anderen Kindern gehen zu lassen. Durch die Bewegung werden Abwehrkräfte gestärkt, Konzentrationsfähigkeit verbessert, Haltungsschäden und Übergewicht vorgebeugt. Die Kinder können Spaß mit ihren Mitschülerinnen haben und dadurch für die Schule besser motiviert sein. Nicht zuletzt lernen sie, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen. Auch die Umwelt gewinnt durch weniger Schadstoffe und Lärm in der direkten Schulumgebung. Zur dauerhaften Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Verbesserung der Aufenthaltsmöglichkeit im Bereich vor dem Schultor vor dem Schulbeginn und nach dem Schulschluss gibt es unabhängig vom „zu-Fuß-zur-Schule Tag“ mehrere Vorschläge. Die Nehringstraße könnte zwischen Knobelsdorff- und Seelingstraße morgens zwischen 7:30 und 8:15 Uhr sowie nachmittags zwischen 15:45 und 16:30 Uhr für Autos gesperrt werden. Auf Initiative der SPD-Fraktion wurde in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bereits 2019 der Vorschlag für ein Pilotprojekt hierzu beschlossen. Leider wurde dies vom Bezirksamt bisher nicht umgesetzt. In einem Gutachten im Auftrag des Bezirksamtes zur Schulwegsicherung wurden seltsamerweise in der Nehringstraße nur Einschränkungen durch Baumscheiben bzw. mangelnde Auffindbarkeit der Fußwegvorstreckungen als Defizite erkannt. Demzufolge wird auch nur eine Verbreiterung der Vorstreckungen vorgeschlagen. Vom Schüler- und Jugendparlament in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf wurde im Sommer 2020 die Anlegung eines Zebrastreifens vor der Schule beantragt. Dies dürfte allerdings schwer umsetzbar sein, da es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handelt, in der keine zusätzlichen Regelungen dieser Art getroffen werden dürfen. Vor längerer Zeit wurde in der VerkehrsAG diskutiert, den Raum zwischen den beiden Vorstreckungen rechts und links vom Schuleingang für Autos stillzulegen. Diesen alten Vorschlag haben wir am „zu-Fuß-zur-Schule Tag“ aufgegriffen und mit Kreide und Absperrband auf der „Fahrbahn“ sichtbar gemacht. Aus Sicht der VerkehrsAG sollten alle vorhandenen und eventuelle neuen Vorschläge gemeinsam mit den Schulleitungen, den Gesamtelternvertretungen und den SchülervertreterInnen der Nehring-Grundschule und der auf dem gleichen Gelände befindlichen Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule diskutiert werden. Anschließend könnte das Bezirksamt konsultiert werden. wn Buchtipp des Quartals Grand Hotel Europa Ilja Leonard Pfeijffer ist ein renommierter holländischer Autor, der mit seinem letzten Roman „Grand Hotel Europa“ einen großen Wurf gelandet hat. Darin erzählt er von sich, dem erfolgreichen Schriftsteller Pfeijffer, „Verdrängung nein Milieuschutz jetzt!“ Demo für Milieuschutz in der Schloßstraße und am Stuttgarter Platz U nter diesem Motto demonstrierten ca. 100 TeilnehmerInnen am 18. August von der Schloßstraße bis zum Stuttgarter Platz. Sie unterstrichen damit ihre Forderung, den Verdrängungsschutz für die MieterInnen in ihren angestammten Wohnungen zu verbessern. Denn im Gegensatz zu den Wohnungen im Bereich um den Klausenerplatz hatte es das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf im Herbst 2019 abgelehnt, eine entsprechende Milieuschutzverordnung auch für die Planungsräume Schloßstraße und Amtsgerichtsplatz (Stuttgarter Platz) zu erlassen. Dies geschah, obwohl insbesondere in den Bereichen Schloßstraße und Stuttgarter Platz ein Schwerpunkt der Immobilienpreisexplosion in Charlottenburg zu der nach dem Ende einer intensiven Beziehung mit der wunderschönen, klugen Kunsthistorikerin Clio, aus italienischem Adelshause stammend, ins heruntergekommene „Grand Hotel Europa“ zieht, um dort seine Wunden zu lecken und diese Geschichte literarisch in einen Roman umzusetzen. Das Hotel mit seinem abgelebten Glanz vergangener Größe, einem Majordomus ganz alter Schule, dem Piccolo, der aus Afrika floh, seinen schrulligen Stammgästen und dem Geheimnis einer unsichtbaren Besitzerin, bietet genügend anachronistischen Hintergrund für eine unglückliche Liebesgeschichte. Es wird allerdings recht schnell klar, dass es hier nicht um Romantik gehen wird. Vielmehr sind wir ziemlich bald mitten in einer sehr dezidiert ausgeführten Betrachtung über den aktuellen Zustand Europas. Pfeijffer behauptet, Europa habe außer seiner Kultur wenige nennenswerte weltwirtschaftliche Standbeine und dröselt die fatalen Auswirkungen des Massentourismus in allen seinen Verästelungen auf. Der Autor siedelt sich und seine Freundin Clio in Venedig an, dem klassischsten Beispiel für kulturellen Ausverkauf und lässt das Grand Hotel, in das er sich später flüchtet, von einem Chinesen übernehmen. Damit schafft er den perfekten Rahmen, um die Probleme europäischer Identität von allen Seiten ernsthaft zu betrachten, kann aber gleichzeitig jederzeit in kleine Geschichten und Anekdotenunter dem blauen Himmel Italiens abschweifen, die die Schwere und Ernsthaftigkeit des Themas leichter verdaulich machen und den Leser von Seite zu Seite ziehen. In den Niederlanden stand der Roman monatelang an der Spitze der Verkaufsliste, was darauf hoffen lässt, dass der Pageturner auch in den übersetzten Ausgaben viele Konsumenten findet, denn „Grand Hotel Europa“ schafft es, jedem einzelnen Leser ins Bewusstsein zu rufen, dass auch er selbst ein Teil des Problems ist. Silke Johannes, Buchhandlung Godoltt finden ist und nicht nur sehr gut verdienende Menschen hier wohnen. So verdienen ca. 20% der MieterInnen in diesem Gebieten weniger als 2000 € im Monat. Auf der Abschlusskundgebung betonten VertreterInnen der Grünen, der SPD und der Linken, dass sie die Forderung der Demonstrierenden unterstützen und sich in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Charlottenburg-Wilmersdorf für die Einbeziehung der Planungsräume Schloßstraße und Amtsgerichtsplatz in ein erweitertes Milieuschutzgebiet einsetzen werden. Ilja Leonard Pfeijffer Grand Hotel Europa Piper Verlag 2020 25,00 E 19 In der Folgezeit brachten die drei Parteien einen entsprechenden Antrag in die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf ein. Allerdings wartet dieser Antrag noch auf die Umsetzung. Er ruht z.Z. der Abfassung des Artikels noch im Stadtplanungsausschuss und wann ein entsprechender Beschluss des Bezirksamtes gefasst wird, steht noch nicht fest. Kieznotizen „Tote“ Baustellen In mehreren Straßen im Kiez stehen seit Sommer quadratische Absperrungen auf den Gehwegen und harren vergeblich darauf, daß in ihnen irgendeine Bautätigkeit von statten geht. Doch nichts passiert … Die Vertreter der MieterWerkStadt Charlottenburg bringen kein Verständnis für die zögerliche Behandlung des Themas durch die Bezirksgremien auf. Denn der Schutz vor steigenden Mieten und der Umwandlung von Miet- in teure Eigentumswohnungen duldet keinen weiteren Aufschub; für die MieterInnen ist es nicht 5 vor, sondern 5 nach 12. Klaus Helmerichs P.S.: Am 29. Oktober beschloss die BVV mit knapper Mehrheit von SPD, Grünen und Linken, das Bezirksamt aufzufordern, einen Milieuschutzaufstellungsbeschluss für die Planungsräume Schloßstraße und Amtsgerichtsplatz zu fassen. Begründet wird der Beschluss damit, dass beide Gebiete ein wesentliches Aufwertungs- und Verdrängungspotential aufweisen. Post aus Polen? Zwei Briefzusteller/-innen warten Seelingstraße/Ecke Nehringstraße darauf, daß ihre täglichen Postsachen zur Verteilung im Kiez angeliefert werden. Nach einiger Zeit hält bei Ihnen ein neutrales Lieferfahrzeug mit polnischem Kennzeichen. Die beiden Boten dürfen sich ihre Boxen selbst aus dem Laderaum holen, Fahrer und Beifahrer rühren keine Hand. Keine seltene Beobachtung heutzutage, manchmal sind es auch Pizzafahrzeuge, mit denen die gelben Briefkästen geleert werden. Das Briefgeheimnis scheint keine Rolle mehr zu spielen. Hauptsache, die Aktionäre sind zufrieden! lich. Die BVG hat diesen Missstand behoben, indem sie nun einen kleinen Shuttlebus einsetzt, der im 20-Minuten-Takt zwischen Klausenerplatz und Klinik pendelt. Neues Toilettenhäuschen auf Klausenerplatz Die Toilettenhäuschen der Fa. Wall wurden berlinweit nunmehr durch neue Gebäude ersetzt. Dies ist das Resultat der Kündigung des Vertrags zwischen Senat und der Betreiberfirma, welche die bisherigen Häuschen auch zu Werbezwecken genutzt hatte. Ein Anruf bei der Firma, die die Sperrgitter aufgestellt hat, ergab, daß der Auftrag von der Telekom kam, da die Gefahr besteht, daß die Schachtabdeckungen brechen. Wir dürfen weiterhin gespannt sein, wann sich dort irgendetwas tut… 309er nun auch zur Schloßpark-Klinik Wegen der umfangreichen Bautätigkeiten im Gebiet nördlich des Spandauer Damms fährt die Buslinie bekanntlich nicht mehr die Schloßpark-Klinik an, sondern den Spandauer Damm geradeaus bis zum Klinikum Westend. Dies hat offenbar zu Beschwerden bei der BVG geführt, denn der Fußweg zur Schloßpark-Klinik ist doch recht weit und beschwer20 . Die neuen Häuschen haben nun zwar eine andere Form, ansonsten aber bieten sie den gleichen Service zum gleichen Preise von 0,50 €. Allerdings erlauben sie es Männern auf der Rückseite, ihr „kleines Geschäft“ kostenlos zu verrichten. Betreiber der neuen Häuschen: Die Fa. Wall AG… Spende für Ziegenhof Es ist eine schöne Tradition, daß die Fußball-Tippgemeinschaft „Freunde des Dicken Wirts“ ihren jährlichen Gewinn einer verdienten Initiative im Kiez spendet. Zusammen mit der Zuwendung desBundes in Höhe von 245.000 €, Spenden und Eigenmitteln stehen nun die erforderlichen 943.000 € breit, um den Umbau im geplanten Umfang zu realisieren. Darauf stießen die AktivistInnen fröhlich an. Wir gratulieren! Illegales Mülldepot Eine Anwohnerin aus der Schloßstraße machte uns auf ein Ärgernis aufmerksam: Mit Erfolg, wie das zweite Foto zeigt. Zwischen den Häusern Schloßstraße 2 und 3 ist ein Trampelpfad zu einer ständigen Mülldeponie verkommen. Fahrradabstellboxen Ab 10. Dezember werden vom Bezirksamt geschlossene Fahrradabstellboxen im Klausenerplatz-Kiez aufgestellt. Insgesamt werden 50 Stellplätze zu vermieten sein. Die monatliche Miete beträgt unter 10 €. Der Ansprechpartner wird Anfang Dezember in den Mitteilungskästen des Kiezbündnisses sowie (nach deren Aufstellung) an den Boxen selbst bekannt gegeben. Beispielfoto für eine Fahrradbox Claudia Müller (Gewinnerin) und Ulrike Moser (Dritte) bei der symbolischen Spendenübergabe an Roland Brinkmann In diesem Jahr ging die Spende aus der vergangenen Saison an die Ziegenhofinitiative, die davon vertrocknete Büsche und Bäumchen ersetzen will. Parkwächterhaus Lietzensee Im September traf der seit Jahren ersehnte Zuwendungsbescheid der Lotto-Stiftung Berlin über 600.000 € zum Umbau des früheren Parkwächterhauses im Lietzenseepark bei den Initiatoren ein. Zusammen mit der Zuwendung des 2. Themenwerkstatt zum Umbau des Autobahndreiecks Funkturm 01. bzw. 02. Dezember 2020, jeweils ab 18:30 Uhr Anmeldung: www.deges.de/ad-funkturm/ themenwerkstatt oder 0800 5895 2479 vorher … Ordnungsamt und Gewobag fühlen sich nicht zuständig und verweisen auf die BSR. Die jedoch entfernt den Müll nur ab und zu. Wir haben sie nochmals auf ihre Pflicht aufmerksam gemacht. Mal sehen, ob dies zu einem dauerhaften Erfolg führt. Da der bisher geplante Umbau zu einer Erhöhung des Kfz-Verkehrs in unserem Kiez führen würde, schlägt das Kiezbündnis eine rege Teilnahme aus der Bevölkerung vor. Es können vorab und während der im Internet durchgeführten Veranstaltung Fragen an die DEGES gestellt werden. … nachher 21 Ein Berliner mit zwei Bärten Der Durchsteckschlüssel E s soll einen Trick geben, mit dem man das System der Berliner Durchsteckschlüssel überlisten kann, doch zunächst muß einmal erklärt werden, was ein Durchsteckschlüssel ist. In der Ausstellung „Wohnverhältnisse“ in der Villa Oppenheim sind noch bis Ende März Exemplare dieser Schlüssel mit zwei Bärten zu sehen, die viele nicht mehr kennen. Bis in die neunziger Jahre waren sie jedoch überall in Berlin im Einsatz und natürlich auch in unserem Viertel. Man schätzt, daß heute noch rund zehntausend in Gebrauch sind. ein, es verbreitete sich über ganz Berlin. Im Ostteil der Stadt starb es nach dem Mauerbau aber aus. Auch in anderen Teilen Deutschlands war es selten zu finden. Die Firma existiert noch heute und hat ihren Sitz in Berlin-Biesdorf. Impressum Das KiezBlatt ist eine Stadtteilzeitung für das Wohngebiet zwischen Spandauer Damm, Kaiserdamm, Schloßstraße und Sophie-Charlotten-Straße. Es wird herausgegeben vom Kiezbündnis Klausenerplatz e.V., Seelingstr. 14, 14059 Berlin und erscheint vierteljährig. Die Auflage beträgt 4000 Exemplare. Der Vertrieb erfolgt über Auslagen und Verteilerboxen in ca. 200 Geschäften, Lokalen und Einrichtungen im Wohngebiet. Die Zeitung ist gratis und wird über Anzeigen finanziert. V.i.S.d.P: Klaus Betz, Schloßstr. 2H •14059 Berlin Redaktion: c/o • KiezBüro, Seelingstr. 14 •14059 Berlin Tel.: 30 82 44 95 und Fax: 30 82 44 98 E-Mail: info@klausenerplatz.de Internet: www.klausenerplatz.de Öffnungszeiten: KiezBüro, Seelingstraße 14 Montag, Mittwoch, Freitag    10.00 - 14.00 Uhr Dienstag & Donnerstag         14.00 - 18.00 Uhr Sprechzeiten: Gewobag - Mieterbeirat Mieterclub • Neue Christstraße 8 Ab 18.08.2017 alle zwei Wochen jeweils donnerstags von 17.15 bis 19.00 Uhr Bitte beachten Sie auch den Schaukasten am Mieter-Club bzgl. etwaiger Änderungen mieterbeirat@klausenerplatz-kiez.de Der Durchsteckschlüssel wurde nach dem Ersten Weltkrieg vom Schlosser Johannes Schweiger erfunden. 1912 hatte er die Kreuzberger Firma Albert Kerfin & Co. übernommen und mit der Entwicklung des Spezialschlüssels begonnen, der als „System Schweiger“ geschützt wurde. Die Urkunde über die Erteilung des Patents erhielt er aber erst 1925. Sie schützte eine Erfindung, die „bezweckt, den Mieter zu veranlassen, die abends von dem Hauswirt oder Hauswart abgeschlossene Tür nach dem Öffnen auf jeden Fall wieder zuschließen zu müssen“. Nach 1945 bauten viele Wohnungsbaugesellschaften und Privateigentümer das System in ihre Schlösser 22 Was aber ist das Besondere am Durchsteckschlüssel? Er wird wie ein normaler Schlüssel, egal ob von außen oder innen, in das Schloss eingeführt. Man schließt einmal herum, der Schlüssel wird durchgeschoben und die Tür ist geöffnet. Man tritt auf die andere Seite, schließt die Tür und zieht den Schlüssel so, daß der zweite Bart zum Einsatz kommt. Dann schließt man zu und zieht den Schlüssel heraus. Bei offener Stellung kann die Tür also nicht abgeschlossen werden. Wie aber kann man den Schließzwang überlisten? Ganz einfach, man schleift einen Bart ab. Den Schlüssel kann man umdrehen und durchschieben, muß dann jedoch nicht abschließen. hm Bürgerämter Bürgeramt Heerstr. Heerstr. 12/14 •14052 Berlin Bürgeramt Wilmersdorfer Arcaden Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße, Ecke Schillerstraße Bürgeramt Hohenzollerndamm Hohenzollerndamm 117 •10713 Berlin Hier auch Barzahlung möglich! Für alle Ämter gilt: Vorherige telefonische Terminvereinbarung unter 115 bzw. auf Website des Bezirks: berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/org/ buergerdienste Ingeborg-Bachmann-Bibliothek Nehringstr. 10 • 14059 Berlin Bis auf weiteres geänderte Öffnungszeiten: Mo., Di., Do., Fr. von 14 - 18 Uhr, Mi. geschlossen Tel. 9029- 24313/24361 • www.voebb.de Museum Charlottenburg-Wilmersdorf Villa Oppenheim Schloßstr. 55 (Otto-Grüneberg-Weg) Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 10.00 bis 17.00 Uhr, Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr Tel.: 9029-24106 museum@charlottenburg-wilmersdorf.de LayOut: Peter Swoboda • Grafik&Design Zwei Durchsteckschlüssel mit Hülsen zum Befestigen am Schlüsselbund (Foto: Johannes Surek) Bezirksamt Charlottendorf-Wilmersdorf Rathaus Charlottenburg Otto-Suhr-Allee 100 • 10585 Berlin Postadresse: 10627 Berlin, Tel. 90291-0 www. charlottenburg-wilmersdorf.de Polizeiabschnitt 24, Kaiserdamm 1, 14057 Berln. Tel.:4664-224 701 (Für alle Nicht-Notfälle anrufen!) Ca r toon: L o Gr a f v o n Blicken sd or f LGvB 23     Das Kiezbündnis informiert „Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch ‘nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht.“ So dichtete Bert Brecht schon vor über 90 Jahren in seiner „Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“. Ähnlich ergeht es unserem Verein, wenn wir das nächste Jahr planen wollen. Eines steht fest: Wir werden auch im neuen Jahr für den Kiez aktiv sein. Nur ist noch völlig offen, welche Veranstaltungen wir durchführen können und welche wegen der Corona-Pandemie nicht. Aber das geht ja allen so, die das Jahr planen wollen, egal ob Geschäftsleute, Privatpersonen, Organisationen und Andere. Wie soll auch geplant werden, wenn niemand seriös die weitere Entwicklung prognostizieren kann? Wenn irgend möglich wollen wir wieder einen oder zwei Flohmärkte, das Kiezfest und das Kiezsingen veranstalten. Die traditionelle antifaschistische Kundgebung im Gedenken an Otto-Grüneberg am ersten Sonntag im Februar wird nach heutigem Stand auch wieder stattfinden können. Das Kulturfestival „Kunst im Kiez“ steht dagegen wiederum coronabedingt auf der Kippe und der Weihnachtsmarkt 2021 fällt mit ziemlicher Sicherheit aus personellen und organisatorischen Gründen wieder flach. Dieser Markt war ja ursprünglich dazu gedacht, daß Kunsthandwerker*innen aus dem Kiez den Anwohnern ihre selbstgefertigten Dinge anbieten. Im Laufe der Jahre hat sich aber herumgesprochen, daß hier ein guter Umsatz bei nur geringen Kosten zu erzielen ist. Das Ergebnis war 2019, daß nur noch ein Drittel der Anbieter aus dem Kiez kam. Und dafür lohnt sich der hohe Aufwand nicht. Ob die Flüchtlings-Initiative ihre nicht nur bei Migranten beliebten „Get-together“-Veranstaltungen wieder durchführen kann, 24 hängt natürlich auch von der Entwicklung der Pandemie ab. Das Gleiche gilt für unser Repair-Café. Aber die Tätigkeiten unseres Vereins beschränken sich ja nicht nur auf die öffentlichen Veranstaltungen. So werden im neuen Jahr sicher wieder vier Ausgaben unseres „KiezBlatts“ erscheinen, auch ein neuer Kiezkalender wird erstellt, evtl. auch ein oder zwei historische Publikationen. Die pflegerische Betreuung der Blumenbeete am Kläre-Bloch-Platz und der Pflanztröge in der Nehring- und Knobelsdorffstraße wird fortgeführt. Und die Verkehrs-AG wird weiterhin daran arbeiten, daß die Umgestaltung des Autobahndreiecks Funkturm zu keiner Steigerung des Verkehrs im Kiez führt. In Sachen neuer Stadtplatz an der heutigen Kreuzung Wundstraße/Horstweg wird hoffentlich eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung erzielt. Es wird also weitergehen, wie auch immer das konkret aussehen wird! Repair-Café macht Zwangspause Aufgrund der rasanten Steigerung der Corona-Fälle und der daraus folgenden stärkeren Auflagen haben sich die Mitarbeiter*innen des Repair Cafés zu einer Unterbrechung ihres Betriebes entschlossen. Wann es wieder losgehen kann, steht in den Sternen. Wir informieren auf unserer Website klausenerplatz.de Was lange währt … …wird endlich gut! Nach etlichen optimistischen, aber leider voreiligen Ankündigungen, ist es nun so weit: Die Broschüre zur Geschichte des Ziegenhofs ist erschienen! Auf 50 Seiten schildern Elke Betzner und Klaas-Hinrich Ehlers die bewegten 40 Jahre von der ehemaligen Freifläche bis hin zum heutigen Ziegenhof. Sie ist nicht frei von Konflikten und Auseinanderseitzungen zwischen den ehrenamtlichen tätigen Anwohnern und den Behörden und dem damaligen Sanierungsträger „Neuen Heimat“. Und auch heute noch gibt es immer wieder Auflagen und Erschwernisse für die Mitglieder der „Blockinitiative 128 e.V.“ wie die Anwohnerinitiative offiziell heißt. Kiez-Geschichten, Heft 13 Von der Freifläche zum Ziegenhof Viele historische Abbildungen veranschaulichen ihre landschaftspfle gerischen Tätigkeiten, die aus einer Bauwüste einen grünen Park machten, der heute der soziale Treffpunkt des Kiezes ist. Ein nettes kleines Präsent, das auf keinem Gabentisch im Kiez fehlen sollte! Frohes Fest ... und vor allem: Bleibt gesund!
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