166 —
drittes. Keiner aber war um gelahrte Gründe und
tiefsinrce Ar⸗mente für seine Sache verlegen.
Der di hörte lächelnd zu und sagte dann:
„Ihr irurs, Eure Miuer sind alle schlecht.
Es gicht nur eine sichere Verteiligurg für Branden—
burg, und das ist ein Angriff auf Sachsen oder
Böhmen.“ Wir können natüuͤrlich für die historische
Wahrheit dieses Geschichtchens nicht einstehen, allein
seine Tendenz entsprich— jedenfalls dem Genius des
großen Königs der die Wahrheit erkannt hatte,
daß vom militärischen Gechtspunkte aus die beste
Abwehr im Angebie einzig sicher wirkende De—
fensive in der Offensiye ichen sei.
In unseren heutto— ẽtärs lebt der Geist
des großen FriedrieeSie haben ihre An⸗
sichten über den Krieg bei verschiedenen Gelegen⸗
heiten nicht zurückgehalten, so 1867 zur Zeit der
Luxemburger Frage, so 1874, als Frankreich mit
fieberhafter Hast die Reorganisation der Armee
betrieb und die Arsenale füllte, während das kleri—
kale Ministerium in Rom und in Wien Bundes—
genossenschaften suchte.
Im August 1874 gab es eine internationale
Konferenz für Kodifikation des Völkerrechts zu
Brüssel. Einer der militärischen Vertreter Deutsch⸗
lands war der damalige General⸗Major v. Voigts—
Rheetz. Bluntschli schreibt über ihn in seinem Tage⸗
buche: „Heute dinierten wir zusammen. Ich bekam
den Eindruck, daß General v. Voigts⸗Rheetz und
sicher die preußische Militärpartei auf Krieg hofft