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Mit der Harte

Full text : Kleine Bilder / Trojan, Johannes (Public Domain)

Mark  und  Bein  und  ich  war  so  erschrocken,  daß  ich,  ohne
noch  einmal  zu  der  Frau  hinaufzusehen,  fortging.  Lin
Stück  war  ich  gegangen,  da  überkam  mich  ein  großer  Zorn
über  die  Besitzerin  der  Birnen.  Ich  hielt  ihr  eine  ordentliche ­
  Strafpredigt;  ich  malte  mir  aus,  wie  sie  im  ganzen
Dorfe  ihres  Geizes  und  ihrer  Hartherzigkeit  wegen  gefürchtet
und  berüchtigt  fei;  kurz  ich  machte  sie  so  schlecht,  wie  nur
irgend  möglich.  Dieser  Zorn  hatte  für  mich  das  Gute,  daß
ich  darüber  in  sehr  hastigen  Schritt  gerieth.  Noch  immer
auf  die  Frau  scheltend,  hatte  ich  das  Dorf  weit  hinter  mir
gelassen,  war  durch  ein  Wäldchen  gegangen,  trat  nun  an
den  Rand  desselben  und  erblickte  in  einiger  Entfernung  vor
mir  die  Thürme  einer  kleinen  Stadt.  Am  Waldrande  setzte
ich  mich  nieder,  uin  ein  wenig  zu  rasten.  Als  ich  nun  allmählig
  ruhig  wurde,  meine  Lage  bedachte  und  einen  Blick
auf  meine  Rleider  und  meine  Stiefel  warf,  die  nur  noch  so
eben  zusammen  hielten  —  da  mußte  ich  mir  sagen:  Ls  ist
der  Frau  doch  so  sehr  nicht  zu  verdenken,  daß  sie  dich  für
einen  Landstreicher  gehalten  hat.  Du  hast  ihr  Unrecht
gethan!  Es  ist  vermuthlich  eine  brave,  allerdings  etwas
genaue  Frau,  wie  sie  aber  —  das  versteht  sich  —  sein  muß,
damit  die  Wirthschaft  nicht  in  verfall  gerathe.  Ich  sah  die
Arbeiter  auf  dem  Felde,  ich  hörte  den  Schlag  der  Art  im
Walde,  ich  sah  zu  meinen  Füßen  die  Ameisen  hin  und  her
laufen,  die  Bienen  über  dem  Beidekraut  fliegen:  alles  war
eifrig  bei  seinem  Tagwerk.  Da  ergriff  mich  heiße  Sehnsucht, ­
  zu  Hause  wieder  bei  meiner  Arbeit  zu  sein  und  in
ordentlichem  Anzuge  zu  stecken.  Wie  ich  nun  nach  dem
Städtchen  hinüberblickte,  kam  mir  ein  Einfall,  der  mich  gut
dünkte.  In  einer  kleinen  Stadt,  dachte  ich,  giebt  es  allerlei
Gewerk  und  Handtierung;  vielleicht  findest  du  dort  eine
Arbeit  und  kannst  dir  ein  paar  Groschen  Zehrgeld  für  den
Heimweg  verdienen.  Daran  konnte  ich  nichts  Schimpfliches
finden;  denn  ich  hatte  oft  gelesen,  daß  in  alter  Zeit  Ge ­
            
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