Mark und Bein und ich war so erschrocken, daß ich, ohne
noch einmal zu der Frau hinaufzusehen, fortging. Lin
Stück war ich gegangen, da überkam mich ein großer Zorn
über die Besitzerin der Birnen. Ich hielt ihr eine ordentliche
Strafpredigt; ich malte mir aus, wie sie im ganzen
Dorfe ihres Geizes und ihrer Hartherzigkeit wegen gefürchtet
und berüchtigt fei; kurz ich machte sie so schlecht, wie nur
irgend möglich. Dieser Zorn hatte für mich das Gute, daß
ich darüber in sehr hastigen Schritt gerieth. Noch immer
auf die Frau scheltend, hatte ich das Dorf weit hinter mir
gelassen, war durch ein Wäldchen gegangen, trat nun an
den Rand desselben und erblickte in einiger Entfernung vor
mir die Thürme einer kleinen Stadt. Am Waldrande setzte
ich mich nieder, uin ein wenig zu rasten. Als ich nun allmählig
ruhig wurde, meine Lage bedachte und einen Blick
auf meine Rleider und meine Stiefel warf, die nur noch so
eben zusammen hielten — da mußte ich mir sagen: Ls ist
der Frau doch so sehr nicht zu verdenken, daß sie dich für
einen Landstreicher gehalten hat. Du hast ihr Unrecht
gethan! Es ist vermuthlich eine brave, allerdings etwas
genaue Frau, wie sie aber — das versteht sich — sein muß,
damit die Wirthschaft nicht in verfall gerathe. Ich sah die
Arbeiter auf dem Felde, ich hörte den Schlag der Art im
Walde, ich sah zu meinen Füßen die Ameisen hin und her
laufen, die Bienen über dem Beidekraut fliegen: alles war
eifrig bei seinem Tagwerk. Da ergriff mich heiße Sehnsucht,
zu Hause wieder bei meiner Arbeit zu sein und in
ordentlichem Anzuge zu stecken. Wie ich nun nach dem
Städtchen hinüberblickte, kam mir ein Einfall, der mich gut
dünkte. In einer kleinen Stadt, dachte ich, giebt es allerlei
Gewerk und Handtierung; vielleicht findest du dort eine
Arbeit und kannst dir ein paar Groschen Zehrgeld für den
Heimweg verdienen. Daran konnte ich nichts Schimpfliches
finden; denn ich hatte oft gelesen, daß in alter Zeit Ge