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8. Zur Frühgeschichte des "Buckshagens"

Full text: Bilder aus der Berliner Feldmark / Jahn, Hans (Public Domain)

beiden Städten gemeinsam gehörte, zeigt uns der oben erwähnte Ver- 
gleich von 1543*2). Außer Tempelhof, Mariendorf, und Marienfelde 
mit Zubehör, werden Lichtenberg, Reinickendorf, Birkholz, Rosenfelde 
(= Friedrichsfelde), Stralau, Pankow und Bukshagen genannt. Ist 
es nicht merkwürdig, daß gerade Buc>shagen zum gemeinsamen Besitz 
gehört? Erst von diesem Vergleich an gehört der Buckshagen der Stadt 
Berlin, da Kölln auf seinen Anteil verzichtete. Aus dem Vergleich 
ergibt sich deutlich, daß der Bukshagen ein in sich geschlossener Begriff, 
eine für sich allein bestehende Feldmark ist, die mit keiner anderen 
Dorffeldmark in Verbindung steht, besonders nicht mit Lichtenberg. 
Bei der Besigznahme Lichtenbergs durch die Stadt Berlin am 25. Fe- 
bruar 1391 wird nicht gesagt, daß der Buckshagen zu Lichtenberg ge- 
hört*). Vielleicht fällt die Gründung des Buckshagen in eine Sied- 
lungszeit vor der Anlage von Dörfern. Der Bericht der Stralauer 
Fischer scheint anzudeuten, daß die Mühle der Familie v. Bücken ein- 
gegangen ist, als die Mühlen in Berlin angelegt wurden. Daß diese 
ursprünglich in städtischem Besitz waren, zeigt das Kirchenvisikations- 
protofoll von 1540*). Dort heißt es bei den Lehen der Nikolaikirche 
unter dem Lehen apostolorum Petri et Pauli: „Senatus Berolinengis 
collatores hat jährlich 8% Wispel Korn vom Mollenhove, ist fundiert, 
da der Rat die „Mülle“ noch gehabt.“ 
So spricht manches dafür, daß die Aussage der Stralauer Fischer 
nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern ein Körnchen Wahrheit enthält 
und der Name Bukshagen mit der Familie Bu> zusammenhängt. 
9. Lag in der Judengasse vor dem Königskor ein jüdischer 
Begräbnisplaß? 
Hierzu Abb. 17. 
Daß im Mittelalter in der Judengasse vor dem Königstor (jetzt 
Landwehrstraße) ein jüdischer Begräbnisplaz bestanden habe, hat 
zuerst im Jahre 1865 Dr. Julius Beer in einem Aufsatz „Altberli- 
nisches in der Königstadt“ („Vossische Zeitung“ Nr. 173) behauptet. 
Er sagt: „Eine Reliquie aus der Altberliner Zeit ist der ehemalige 
jüdische Kirchhof auf der westlichen Seite der Landwehrstraße, welcher 
ursprünglich bis zur Liegmann-, Großen Georgenkirch- und Gollnow- 
straße sich erstre>te, jegt durch Umbauten immer kleiner wird. Die 
Kopialbücher*) des hiesigen Stadtgerichts weisen noch das alte Terrain 
aus. Sehenswert ist hier das alte Leichenwaschhaus dieses vielleicht 
31a) Berliner Urkundenbuch S. 501. 
%) Unger, Geschichte Lichtenbergs, 1910, S. 26. 
38) GG. St. A. Pr. Br. Rep. 40: Konsistorium der Provinz Brandenburg, Bezirk 
Berlin, Superintendentur Berlin A. Generalia Nr. 8 (vgl. St. A. Berlin, Fidicins 
Abschrift, S. 6). : . 
1) Was Beer damit meint, ist unklar. 
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