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8. Zur Frühgeschichte des "Buckshagens"

Full text: Bilder aus der Berliner Feldmark / Jahn, Hans (Public Domain)

beider Städte de ao. 1543 des Boxhagens gedacht wird und der Rat 
von Berlin behalten soll. Wenn es nun eine Pertinenz zu Lichtenberg 
wäre, würde sich der Rat in Kölln ihme [sich] tertiam reserviret haben 
gleichwie an Lichtenberg oder zum wenigsten etwa daran gedacht 
haben, ob es bei Lichtenberg includirt oder exeludirt sein soll. Bleibt 
also Boxhagen ein Vorwerk zu Berlin gehörig.“ 
Was nun den Namen Bucshagen betrifft, so zeigt schon die Zu- 
sjammensezung mit „Hagen“, daß es sich nur um einen deutschen 
Namen handelt. Der Versuch*), ihn als „bogshagen“ (bog slawisch: 
der Gott), also Götterhain, zu erklären, ist abwegig; er würde den 
sprachlichen Geseßen widersprechen. 
Gehen wir zurück auf die älteste Schreibung! Zum erstenmal wird 
er im alten Berliner Stadtbuch (um 1390)*) erwähnt. Dort wird er 
Buchshagen geschrieben. Dann schweigen die Quellen bis 1543. In 
dem Vergleich der Städte Berlin und Kölln vom 24. August des ge- 
nannten Jahres über die gemeinschaftlihen Güter und Einkünfte 
beider Städte wird er zweimal Buckshagen geschrieben. Auch der 
Bericht von 1699 spricht von Bu>shagen. Die Schreibung Boxhagen 
erscheint erst sehr viel später. 
Was bedeutet nun „Bu>“ oder „Buch“? Buchenhain? Liegt es 
nicht näher, an einen Familiennamen Buc> oder Buch zu denken, wie 
es im Bericht der Stralauer Fischer angegeben wird? In der Früh- 
zeit der Berliner Geschichte wird öfter eine Familie dieses Namens 
erwähnt“). Ob diese mit der bekannteren Adelsfamilie Buch verwandt 
ist, läßt sich nicht nachweisen"). Die bestimmt nach Berlin gehörigen 
Mitglieder schreiben sic „Bu>“. Ein Angehöriger der zur Familie 
Buch-Bu> wird als aries = Widder, Boc>, bezeichnet**) [bo> --- bog 
und Bu>]. Im Berlin des 14. Jahrhunderts ist besonders ein Otto 
von Bu> in vorliegendem Zusammenhang beachtenswert. 
Am 19. November 1331 erscheint Otto de Buk, damals congul in 
Berlin, im Privileg für die Tuchmachergesellen*). Im Jahre 1340 
nimmt der Rat von Berlin zum Bau der Marienkirche vom monetarius 
et conecivis Otto de Bueck“) ein Kapital auf (beachtenswert die 
Schreibung Bueck! Die Stralauer sagen: die Gebrüder die Bücken). 
Ob die 1331 und 1340 genannten dieselben sind, ist nicht nachweisbar. 
Am 1. Oktober 1346 überläßt Otto de Bu alle seine Güter*) 
den Ratmannen der Städte Berlin und Kölln. Welcher Besitz den 
S (SCREEN en, Über die Entstehung der Städte Berlin und Kölln, Berlin 1839, 
23) Berlinisches Stadtbuch aus dem Ende des 14. Jahrhunderts, herausgegeben 
von Clauswiß, Berlin 1883, S. 24. 
28) Berliner Stadtbuch, Berliner Urkundenbuch und Riedel, Cod. Dipl. Brand. 
*?) Nach R i ed el haben beide Familien nichts miteinander zu tun. 
“8) Riedel, im Verzeichnis der Eigennamen. 
?9) Berliner Stadtbuch, S. 88. | 
"?) Urkundenbuch zur Berlinischen Chronik, herausgegeben vom Verein für die 
Geschichte Berlins durch Voigt, Berlin 1889, S. 77. 
1) A. a. D., S. 95. 
5 Jahn, Bilder aus der Berliner Feldmark. 
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