Path:
6. Das Tauentziensche Grundstück auf dem Wedding und seine Umgebung

Full text: Bilder aus der Berliner Feldmark / Jahn, Hans (Public Domain)

Herr Hauptmann öfters nach den [so!]*) gräflichen Garten herüber* 
geschossen, so daß einmal beinahe der Arbeitsmann Brißkow aus 
Zehlendorf, welcher im Garten gegraben, getroffen wäre, indem ihm 
Schrot dichte über den Kopf geflogen; ein andermal hat er nach dem 
gräflichen Hause hin, woselbst der Jäger stand und sich entfernen 
mußte, hingeschossen. Ich leugne auch, daß ich jemals mit einer Kugel 
geschossen, und wenngleich der Herr Hauptmann solches durch eine 
Besichtigung behaupten will, so muß noch erst erwiesen werden, daß 
ich es getan, indem jenseit der Panko sehr oft und viel von Spazier- 
gängern geschossen wird, seit mehreren Monaten, und seitdem die 
Früchte, woran die Vögel Schaden taten, abgebracht, habe ich nicht 
geschossen.“ So berichtet am selben Tage der Magistrat an die Krud- 
kammer. Wie die „aufregende“ Angelegenheit zu Ende gebracht worden 
ist, erzählen die Akten nicht. 
Bis zum Jahre 1800 blieb Graf Tauenzien (inzwischen zum Oberst 
befördert) im Besitz seines „Etablissements“. Am 24. März verkaufte 
er es mit anderen dazugehörigen Grundstücken für 15 000 Taler an 
den Baron Ernst Jacob v. E>ardstein in Charlottenburg; der überließ 
es schon 1801 an den Erbpächter des Vorwerks Wedding, den Ge- 
heimen Seehandlungsrat Noeldechen. Seitdem ist das Tauenßziensche 
„Etablissement“, auch Neuwedding genannt, mit dem Vorwerk 
bis zu seiner Auflösung verbunden geblieben. Da es in diesem Augen- 
bli> aufhört, selbständiges Grundstü> zu sein, hat es für eine Betrach- 
tung feine Bedeutung mehr. 
7. Die geplante „Elisensladk“ auf dem Wedding 1824. 
(St. A. Berlin: Grund Wedding Generalia Nr. 5 a.) 
Die Erwerbung des Weddings durch die Stadt Berlin im Jahre 1817 
veranlaßte den Kgl. Regierungskondukteur Träger im Jahre 1824, 
dem Magistrat einen Plan vorzulegen, wie Berlin in baulicher Hinsicht 
verschönt und erweitert werden könnte. Auf dem sieben Jahre zuvor 
erworbenen Wedding sollte . der Plan ausgeführt werden. Am 
18. Mai 1824 unterbreitete Träger zusammen mit seinem Bruder, dem 
Kaufmann Träger (beide in Berlin, Lindenstraße 80, wohnhaft), und 
einigen anderen Gleichgesinnten dem Magistrat in einem längeren 
Schreiben seine Absichten: 
„Blan der Gebrüder Träger und Komp. Die 
Stadt Berlin zum Vorteil der Armeninstitute in baulicher Hinsicht zu 
verschönen und zu erweitern: 
Das Beispiel Münchens, wo alljährlich an zehn neue Häuser erbaut 
und ausgespielt werden, um die Hauptstadt zu verschönen und zu ver- 
größern, vorzüglich aber der hier so sehr vorherrschende Mangel 
an Wohnungen und die dadurch entstehende unverhältnismäßige 
52
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.