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8. Zur Frühgeschichte des "Buckshagens"

Full text: Bilder aus der Berliner Feldmark / Jahn, Hans (Public Domain)

28. Juni 1757 über die <hemische Zusammensetzung der Quelle -- auch 
sie wissen nichts davon, daß die Quelle eingefaßt sei =- mag den 
Chemiker, der von Behm verfertigte „Kurgebrauch“ mag den Bade- 
lustigen erfreuen. Wir können beides in diesem Zusammenhang außer 
acht lassen. 
Quelle, Gesundbrunnenmühle und Kaninchengarten hat die Groß- 
stadt verschlungen. 
5. Aus der Geschichte des „Hohen Weinbergs vor dem 
Spandauerkor“. 
Der erste urkundlich nachweisbare Besitzer des „Hohen Weinbergs“, 
der auf den Plänen von La Vigne und Schult?) schön zu sehen ist, war 
der Generalsuperintendent Johann Agricola Eisleben. Schon 1566 
war der Weinberg im Besitz der Familie Eisleben?). Der General- 
superintendent hatte zwei Söhne: Johann und Philipp. Jener war 
Berliner Bürgermeister (1575 zuerst als solcher genannt) und starb 
1594"); Philipp war Bürger und Einwohner von Berlin (über ihn 
s. Anhang) und starb nach 1594, denn er beerbte seinen Bruder 
Johann. Wegen des väterlichen Weinbergs entstand zwischen beiden 
Brüdern ein tiefgehender Streit; bei der Ausfechtung des Rechts- 
handels erfahren wir die ersten genauen Nachrichten über den „Hohen 
Weinberg“. 
Nach dem Tode des alten Eisleben (1566) teilten sich seine Söhne 
in die väterliche Hinterlassenschaft*). Dabei erhielt der Bürgermeister 
Johann Eisleben den Plötzensee, Philipp den Hohen Weinberg. Was 
ihn veranlaßte, im Jahre 1575 sein Erbteil aufzugeben, ist nicht klar 
ersichtlich. Waren es Geldschwierigkeiten? Es scheint aber auch so, als 
wenn der Vorwurf seines Bruders zuträfe, daß er nicht genügende 
ehrerbietige Dankbarkeit gegen das Familiengut gezeigt habe. Daß 
er ein Mensch von sonderbarer Gemüts- und Charakterbeschaffenheit 
gewesen ist, werden wir noch sehen. Am Montag nach Katharina 1575 
(= 28. November alten Stils) vertauschte Philipp Agricola Eisleben 
seinen Weinberg, vom Kurfürsten zu Lehen getragen, dem Ehrbaren 
und namhaften Thomas Moller, Bürger der Stadt Berlin, gegen 
dessen vor dem Spandauer Tor, zwischen dem von Berndt und Hans 
Schotten gelegenen Garten. Im Tauschvertrag betonte er ausdrüclich, 
daß Moller ihm schon den Schlüssel zum Garten dargereicht habe, er 
also schon Herr des Gartens sei. Ob auch hinter dieser Bemerkung eine 
bestimmte Absicht stete? Wollte er damit das Unabänderliche des 
1) Jahn: Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins, Heft 55. 
2) Über die Familie Eisleben vgl. Kawerau, Johann Agricola von Eisleben, 
Berlin 1881, besonders Seite 336. : 
3) Gebhardt: Berliner Bürgerbuch, Seite 5. 
2) Für das folgende: SG. St. A., Rep. 78 111 B 12 Berlin, und Archiv der Niko- 
lai- und Marienkirche, Kasse Nr. 1, vol. 1. 
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