Path:
3. Die Weddingmühle

Full text: Bilder aus der Berliner Feldmark / Jahn, Hans (Public Domain)

Adlerteich (Gouverneurswiese) bis zum Spandauer Weg (jetzt Inva- 
lidenstraße). Dort (Güterbahnhof des Lehrter Bahnhofs) war die 
Kuhbrüc>e über den Graben gelegt; von dort floß er beim Sandkrug 
und westlich vom „Hohen Weinberg“ (Menadiers Weinberg, jett 
Humboldthafen) entlang. Kurz vor der Mündung floß er durch die 
landesherrliche Schlangenwiese -- daher führt er auch den Namen 
Schlangengraben -- und erreichte die Spree zwischen dem Lehrter 
Bahnhof und dem Humboldthafen. Wahrscheinlich handelt es sich um 
denselben Graben, von dem in der Weddingschen A>erbeschreibung 
von 1643“2) gesagt wird, er fließe in der Nähe der Schäferei Wedding 
an des Rats Heide bei der Panke herum. An ihm sollte im Jahre 1662 
eine kurfürstliche Papiermühle angelegt") werden. 1670 wurde als 
Besiz der Kurfürstin") genannt das Haus beim Tiergarten (nördlich 
der Spree), das die Papiermühle werden sollte. 1678 wurde das Ge- 
bäude für eine Delfter Porzellanbäderei*) verwendet. 1682 schlug der 
Rat von Friedrichwerder vor, das „Porzellan Haus“ als Besthaus 
für den Friedrichwerder und die Dorotheenstadt zu verwenden, da 
es am Wasser liege und die Kranken und Verpflegung ohne Berührung 
eines Ortes hingeschafft werden könnten*). Demnach muß die „alte 
Panke“ noch genügend Wasser geführt haben. Der Graben konnte 
aber nicht mehr befahren werden und hat auch an Wasser Einbuße 
erlitten, als die Karpfenteiche im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts 
zu Hauswiesen umgestaltet wurden. Zu dieser Zeit wurde auch die 
Verbindung von der Panke hin nach dem Wedding abgeschnitten. 
Die erste Akerbeschreibung des Vorwerks Wedding stammt aus dem 
Jahre 1643“). Die Feldmark beginnt im Osten am Kirchenheidichen 
(Kaninchengarten) und reicht im Westen bis zum Vorwerk und zu 
der Berliner Hasenheide*?). An dem Kirchheidichen lagen 11 Stücke 
Vorwerksland, „so von den kurzen Stücken des Hufenlandes*“) nach 
der Panke zu an Herrn Dr. Frißen Wiesen [des Konsistorialpräsi- 
denten] stießen“. Hinter diesen Stü>en und dem „Graben*)“ nach der 
Panke zu folgte ein breiter A>er und etwas Wiesenwuchs, den 1635 
Dr.'Friße mit dem Kurfürsten gegen Wiesen im Budshagen getauscht 
17a) Siehe Anm. 22. 
78) G. St. A. Rep. 9: Verwaltung A A 14. 
M5 St. A. Pr. Br., Rep. 2. 2. Dom.-Registratur Amt Niederschönhausen, 
20) G. St. A. Rep. 9 (Verwaltung) F 16, dazu der Faulhabersche Plan (siehe 
oben) und der Plan von La Vigne (Original im Museum Schloß Monbijou; sehr 
gute Kopie im Schloß Monbijou). Beide zeigen das Gebäude. Der Plan von 
La Vigne ist in den Folioschriften unseres Vereins veröffentlicht worden. 
2) St. A. Berlin, Urkundenarchiv, Nr. 232. 
Near St. A. Pr. Br. Rep. 2. 2. Dom.-Registratur Amt Schönhausen, Paket II11, 
2) Karte von Lampe: rechtes Spreeufer vom Unterbaum bis zum Rosenthaler 
Thor. 1827. St. A. Berlin A V 51 (Abb. 6). 
2) Gemeint ist das Berliner Hufenland. 
2) Beachtenswert, daß vor der Panke noch ein Graben genannt wird. 
(11 
“ 
Yi
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.