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Full text: Bericht über den Stand der kommunalen Zusammenarbeit in der Region FrankfurtRheinMain für das Jahr ... Issue 2016

Bericht über den Stand der kommunalen
Zusammenarbeit in der Region
FrankfurtRheinMain für das Jahr 2016

Inhalt

n Erstmals Wohnungsbe­darfs­analyse erstellt und Potenziale ermittelt	

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n PERFORM – eine neue Initiative für FrankfurtRheinMain	

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n Starke Region mit akutem Handlungsbedarf – Wissensbilanz 2016 erscheint	

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n Regionalverband startet Klima-Energie-Portal	

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n Startschuss für den neuen RegFNP im Historischen Museum	

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n Erste Ergebnisse der Studie zur Zukunft der Metropolregion werden präsentiert	

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n Urbane Produktion: Wie kann sich die Industrie weiterentwickeln?	

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
dreimal war im vergangenen Jahr ein Startschuss in der Region FrankfurtRheinMain zu hören: Der neue Regionale Flächennutzungsplan wurde in einer Feierstunde im Frankfurter Historischen Museum auf die Reise geschickt, der
Startknopf für das Klima-Energie-Portal wurde gedrückt und die neue Initiative
PERFORM wurde von den regionalen Wirtschaftskammern vorgestellt.
Ludger Stüve

Auf dem Wissensgebiet tat sich ebenfalls einiges: Die wirklich sehr lesenswerte
Wissensbilanz erschien sowie eine Studie zur urbanen Produktion. Schließlich hat uns das Thema »Wohnen« im vergangenen Jahr in der Region Frank­
furtRheinMain abermals beschäftigt: Erstmals hat der Regionalverband eine
detaillierte Wohnbedarfsanalyse erstellt sowie entsprechende Potenziale ermittelt.
Manches Thema ist Ihnen sicherlich noch vertraut, andere Themen sind für

Birgit Simon

Sie eventuell eine Neuigkeit. Wie dem auch sei, wir wünschen Ihnen viel Spaß
bei der Lektüre.

Ludger Stüve

Birgit Simon

Thomas Horn

Verbandsdirektor

Erste Beigeordnete

Beigeordneter

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

Thomas Horn

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Erstmals Wohnungsbe­darfs­analyse erstellt
und Potenziale ermittelt
Der Regionalverband legte im Frühjahr des vergangenen Jahres eine Wohnungsbedarfsprognose für jede seiner 75 Mitgliedskommunen bis zum Jahr
2030 vor. Insgesamt wurde dabei ein Bedarf von gut 184.000 Wohnungen
ermittelt. Der Bestand von damals gut 1,1 Millionen Wohnungen müsste
demnach im Durchschnitt des Verbandsgebiets bis 2030 um rund 17 Prozent
steigen. Dieser Prognose lag die Schätzung zugrunde, dass bis zum Jahr
2030 die Bevölkerungszahl im Gebiet des Regionalverbandes um bis zu
200.000 Einwohner – plus 8,5 Prozent – auf 2,4 Millionen ansteigt.
Es zeigte sich, dass alle Kommunen einen hohen Wohnungsbedarf bis 2030
haben. Dieser liegt zwischen 8 und 22 Prozent, gemessen am heutigen Bestand. Die niedrigsten Zuwachsraten weisen die ländlicheren Kommunen
des Wetterau- und Main-Kinzig-Kreises innerhalb des Verbandsgebietes auf.
Die höchsten Steigerungsraten wurden für den Raum entlang des Mains von
Groß-Gerau über Rüsselsheim bis hin zur Kernstadt Frankfurt ermittelt.
Allein in Frankfurt fehlen bis 2020 noch 38.000 Wohnungen, für den langen
Zeitraum bis 2030 sogar insgesamt 73.000. Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte: »Die Herausforderung der wachsenden
Metropolregion müssen wir gemeinsam annehmen. Wir Frankfurter reichen
der Region die Hand zum gemeinsamen Handeln. Jetzt braucht es den
gemeinsamen Willen, den Bau bezahlbarer Wohnungen zur obersten politischen Priorität zu machen.«

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

In die Schätzung wurde ein Flüchtlingszuzug nach Deutschland bis zum
Jahr 2020 von drei Millionen sowie ein weiterer Zuzug bis zum Jahr 2030
von einer Million mit eingerechnet. Der Anteil von noch zu bauenden Wohnungen für Flüchtlinge im Verbandsgebiet liegt bis zum Jahr 2030 bei zirka
27.000, das sind rund 15 Prozent des Gesamtbedarfs von 184.000 Wohnungen. Damit wurde deutlich, dass auch ohne Flüchtlingszuzug ein sehr
hoher Wohnungsbedarf in naher Zukunft besteht. Insgesamt ergab sich für
den kurzfristigen Zeitraum bis 2020 – auf Grund des hohen Nachholbedarfs und der angenommenen Flüchtlingszahlen – ein Wohnungsbedarf
von schätzungsweise 14.600 Wohnungen pro Jahr, zwischen den Jahren
2020 und 2030 lag der ermittelte Bedarf immer noch bei 8.200 Wohnungen pro Jahr. Für den Gesamtzeitraum bis zum Jahr 2030 wurde ein Durchschnittsbedarf von 10.900 Wohnungen pro Jahr errechnet. Zum Vergleich:
Von 2010 bis 2014 wurden rund 32.300 Wohnungen im Verbandsgebiet
gebaut, das waren im Durchschnitt knapp 6.500 pro Jahr. Im Falle der Deckung des Bedarfs von 14.600 Wohnungen pro Jahr bis 2020 würde dies
im Minimum eine Verdoppelung der bisherigen Bauintensität erfordern.
»Alle Städte und Gemeinden im Verbandsgebiet müssen sich der Herausforderung stellen, die Angebotslücke im Wohnungsbau zu schließen,« appellierte Verbandsdirektor Ludger Stüve. Dazu sei es auch erforderlich, in
Stadt und Umland dichter zu bauen, gezielt Innenentwicklungsflächen zu
mobilisieren und neue Baugebiete auszuweisen. Auch müsse die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen in der Region beim Wohnungsneubau
intensiviert werden. »Insbesondere muss das Umland verstärkt Flächen zur
Entlastung des Kerns aktivieren.«

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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Der Regionalverband untersuchte im Frühjahr 2016 neben dem Bedarf auch
die Wohnbaupotenziale in den Kommunen. Im Regionalen Flächennutzungsplan waren auf den rund 2.100 Hektar Reserveflächen bei einer durchschnittlichen Dichte von bis zu 45 Wohneinheiten pro Hektar (Vorgabe des Landesentwicklungsplans) Kapazitäten für bis zu 92.000 Wohnungen verfügbar.
Generell plädierte Stüve in diesem Zusammenhang für ein dichteres Bauen
auf den Flächen. »Die Vorgaben des Landesentwicklungsplans sollten in Zukunft maximal ausgenutzt und für den Kern der Region rund um Frankfurt
bei der nächsten Fortschreibung überdacht werden.« Hinzu kommen bis zu
40.000 Wohnungen, die – überschlägig ermittelt – in Baulücken realisiert
werden könnten. Laut einer Studie, die die TU Darmstadt im Auftrag des
Regionalverbandes erstellt hatte, wären theoretisch allein durch Aufstockungen bis zu 93.000 zusätzliche Wohnungen denkbar. Ausgehend von der Annahme, dass bis zum Jahr 2030 bis zu einem Drittel – dies entspricht rund
30.000 Wohnungen – realisierbar wären, ergab die Untersuchung also – rein
rechnerisch – ein Potenzial von mindestens 162.000 Wohnungen aus diesen
drei zuletzt genannten Bereichen.
Weitere Wohnungsangebote könnten, so die Erkenntnisse der Untersuchung,
durch die Umwidmung von anderen Flächen zu Wohnbauflächen erschlossen werden. Dies betrifft beispielsweise die Stadt Langen (Liebigstraße), die
»neue Mitte« in Neu-Isenburg oder die Umstrukturierung in Richtung verdichtetes Wohnen der jetzigen »Bürostadt« Niederrad in Frankfurt. Ebenfalls
noch nicht berücksichtigt wurden Nachverdichtungsmöglichkeiten durch Anund Neubauten auf Bestandsflächen. »Aus verschiedenen Gründen können
die hier errechneten Potenziale nicht eins zu eins umgesetzt werden, da müssen natürlich die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt werden«, erklärte
Stüve. Generell bestehe das Angebot seitens des Regionalverbandes, die
Kommunen bei der Realisierung neuer Wohnbauten zu unterstützen. »Das
alles belegt: Ja, wir können ausreichend bezahlbare Wohnungen bauen,
wenn wir den gemeinsamen Willen dazu haben und auch mit einer entsprechend hohen Dichte bauen.«
Insgesamt sollten die Kommunen auch verfügbare Flächen innerhalb der Ortschaften und vor allem die Möglichkeiten der Nachverdichtung angehen.
»Diese sind am schnellsten zu realisieren«, sagte Stüve. Generell gab sich der
Verbandsdirektor zuversichtlich: Es sei feststellbar, dass nach einem Planungsvorlauf von zwei bis drei Jahren seit dem Jahr 2014 die Kurve der Baufertigstellungen in der Region signifikant ansteige. »Auch wenn die Bautätigkeit angezogen hat, müssen wir unsere Anstrengungen weiter intensivieren.
Es braucht einen Dreiklang aus Konversion ungenutzter gewerblicher Flächen, der Prüfung neuer Baugebiete und der verstärkten regionalen Zusammenarbeit. Die Ergebnisse der Bedarfs- und Potenzialanalyse belegen sehr
eindrücklich, dass wir diese Herausforderung nur gemeinsam meistern werden«, erklärte der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann.

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

PERFORM –
eine neue Initiative für FrankfurtRheinMain
Beim Tag der Metropolregion am 17. Mai in der IHK Frankfurt stellten die
Wirtschaftskammern der Region eine neue Initiative »zur Weiterentwicklung
der Region« vor. Mit Projekten in vier Handlungsfeldern sollen zusammen mit
der kommunalen Ebene und den Landesregierungen der vier beteiligten Bundesländer die Potenziale der Metropolregion besser entwickelt werden, hieß
es. Vertreter der Bundesländer Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie
kommunale Spitzenvertreter sprachen sich ebenfalls für ein projektorientiertes Vorgehen aus. Wichtig sei der »Spirit der Gemeinsamkeit in der Region«.
Die Initiative der Wirtschaftskammern tritt unter dem Namen »PERFORM«
auf (www.perform-frankfurtrheinmain.de). Unter Leitung einer neu eingerichteten Geschäftsstelle sollen Projekte in den vier Handlungsfeldern
»Mobilität und Infrastruktur«, »Gründungs- und Innovationsregion«, »Flächen­
entwicklung« und »Digitalisierung« definiert und anschließend im Dialog mit
der kommunalen Ebene und den Landesregierungen sowie anderer fachlich
Beteiligter konkretisiert werden. Wichtig sei dabei ein »Vorgehen auf Augenhöhe«, erklärten die Vertreter der Wirtschaftskammern, Bernd Ehinger,
Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Prof. Dr. Mathias
Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, und Prof. Dr. Kristina Sinemus,
Präsidentin der IHK Darmstadt.

Axel Wintermeyer, MdL, Staatsminister und Chef der hessischen Staatskanzlei, Wiesbaden, Berthold Rüth, MdL, Vorsitzender der Enquete-Kommission
»Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern« und Mitglied im Vorstand
der CSU-Landtagsfraktion, München, sowie Martin Orth, Ministerium für
Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, Mainz,
plädierten dafür, dass die gleiche Augenhöhe und die gleiche Verantwortung
auch zwischen beteiligten Landesregierungen gelten müsse. Wintermeyer
berichtete, dass die Landesregierungen von Bayern, Baden-Württemberg,
Hessen und Rheinland-Pfalz parallel zu der Initiative der Wirtschaftskammern
vor einigen Monaten bereits Arbeitsgruppen zu den Handlungsfeldern Wirtschaft, Verkehr und Mobilität, Kultur und Natur sowie Forschung und technologische Entwicklung aufgesetzt haben. Am Beispiel der gerade vereinbarten Kooperation der Universitäten in Darmstadt, Frankfurt und Mainz bei
der Bewerbung um die Exzellenz-Initiative zeigte er auf, dass die Regierun-

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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gen heute schon aktiv an gemeinsamen Projekten arbeiten. In der Kulturförderung sehe er beispielsweise ein weiteres Feld, auf dem man gemeinsam
Verantwortung tragen und den Nutzen für die Bürger mehren könne.
Das Publikum mahnte bei einer Befragung mehrheitlich an, dass bisher zu
wenig zur Entwicklung der Metropolregion getan worden sei. Die Vertreter der
Länder sowie die kommunalen Vertreter hielten es durchweg für wenig zielführend, die Vernetzung in der Region durch neue Gesetze oder Institutionen
zu befördern. »Die Struktur interessiert mich nicht so sehr, wichtiger ist der
gemeinsame Spirit«, sagte Minister Wintermeyer. »Die Treiberfunktion der
Kammern tut uns allen gut in der Region«, sagte er. Auch die Regierungen
hätten verstanden, dass man auf Eitelkeiten verzichten müsse, damit etwas
Gemeinsames in Bewegung kommt. Die Finanzierung von gemeinsamen Projekten hielten die Vertreter der Länder nicht für den entscheidenden Punkt,
denn Fördertöpfe aus der EU und anderen Stellen könnten sinnvoll gemeinsam
angesprochen werden. Entscheidend sei die Sinnhaftigkeit des jeweiligen
Projekts. Der Vertreter von Rheinland-Pfalz, Martin Orth, nannte dabei auch
eine länderübergreifende Wohnbauland-Initiative. Allerdings müssten bei
allen Schritten die kommunalen Ebenen einbezogen werden. Zudem sei
eine Image-Aufwertung der Region von Bedeutung.
Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz, teilte mit, dass Mainz und die
beiden benachbarten Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen mit der
Standort-Marketing-Gesellschaft »FRM GmbH – International Marketing of
the Region« Gespräche über einen Beitritt aufgenommen haben. Wenn das
Miteinander sich weiter gut entwickele, werde Mainz auch einen Beitritt zum

© IHK Frankfurt am Main

Kulturfonds FrankfurtRheinMain erwägen.

Von links: Bernd Ehinger, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Prof. Dr. Mathias Müller, Axel Wintermeyer, MdL, Berthold Rüth, MdL, Martin Orth

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann plädierte ebenfalls dafür,
auf eine erneute Strukturdebatte über die Metropolregion zu verzichten.
»Der neue Weg heißt, über gemeinsame Projekte voranzugehen.« Die Vorhaben müssten nun in den Kommunen praktisch angepackt werden.
Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, beschrieb Darmstadt als Brückenkopf zur Metropolregion Rhein-Neckar. Mit seiner hohen
Konzentration auf die IT- und Software-Industrie sei die Stadt schon als »Silicon Valley Europas« tituliert worden. Um diesen Status aber wirklich zu erfüllen, müsse die Region noch mehr Unternehmensgründungen erreichen.
Dazu gehöre auch eine stärkere experimentelle Ausrichtung auf das, was am
Markt möglich sei, und weniger die perfekte reine Produktentwicklung.
Jens Marco Scherf, Landrat des Kreises Miltenberg, rief die Metropolregion
dazu auf, regionale Verkehrsprojekte wie die ICE-Anbindung von Aschaffenburg mit Nachdruck im politischen Raum zu vertreten. »Wir als Bayern wünschen uns ein Signal, dass die Region aufsteht und erklärt, wir brauchen den
ICE-Halt in Aschaffenburg!« Daran würde man am bayerischen Untermain
erkennen, dass dies ein fester Bestandteil der Metropolregion ist. Umgekehrt
würden alle in der Region profitieren, wenn sich auch der bayerische Teil für
andere Projekte, beispielsweise den ICE-Halt in Darmstadt, einsetzte. »Durch
die Gemeinsamkeit der Ziele sind wir eine starke Region.«
Vertreter der Wirtschaft wie Friedbert Eder, Präsident der IHK Aschaffenburg, Holger Frank, Geschäftsführer der Sanner GmbH in Bensheim, Dr.
Engelbert Günster, Präsident der IHK für Rheinhessen, Mainz, und Tilmann
Wittershagen, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Mitte, Deutsche
Bank AG, Frankfurt am Main, sprachen sich ebenfalls für ein Management
der Metropolregion mittels diverser Projekte aus. Der Wettbewerb um die
Fachkräfte der Zukunft finde nicht nur unter den Regionen in Deutschland,
sondern zunehmend weltweit statt. Allerdings dürfe man auch nicht das
»Innen-Marketing« innerhalb der Region vernachlässigen. Die Menschen in
der Region seien die ersten Adressaten aller Projekte, und diese gelte es
immer mitzunehmen.
Die Initiative der Wirtschaftskammern sah ihren Antrieb »aus dem wachsenden internationalen Standortwettbewerb« gespeist. Der Wettbewerb um
Fachkräfte wird intensiver. Menschen konzentrieren sich in Zeiten des demografischen Wandels immer stärker in Ballungsräumen. »Unsere Aufgabe ist
es, die Zukunftsfähigkeit der Region zu stärken. Dies wird nur gelingen, wenn
alle Akteure der«, erklärten die Präsidenten der beteiligten neun IHKs, des
IHK-Forums Rhein-Main und der vier Handwerkskammern. Die Arbeitsgruppen der Wirtschaftskammern nahmen sich vor, sich mit den entsprechenden
Stellen auf Ebene der Kommunen und der Länder zu verbinden und die konkreten Projekte abzustimmen.

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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Starke Region mit akutem Handlungsbedarf –
Wissensbilanz 2016 erscheint
Die Dynamik der Wirtschafts- und Wissensregion FrankfurtRheinMain hatte
sich in den letzten Jahren in einigen Feldern beschleunigt, in anderen aber
auch deutlich nachgelassen. Eine starke Region, jedoch mit akutem Handlungsbedarf – das war das Ergebnis der Wissensbilanz 2016, einer deutschlandweit einzigartigen Benchmark-Studie, die elf Metropolregionen anhand
von 30 Indikatoren miteinander verglich. Herausgeber waren die IHK Frankfurt am Main, der Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain. Sie wurde im Juli 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit der Unterzeichnung der Wissenserklärung 2008 wurde durch über 370
führende Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der
Grundstein für die Arbeit der Initiative Wissensregion gelegt. Seitdem hat
sich vieles in der Metropolregion FrankfurRheinMain positiv entwickelt. Hervorzuheben ist der Anstieg der Betreuungs- und Abiturientenquote sowie
der Beschäftigtenzahl mit akademischem Abschluss. Auch die Anzahl der
dualen Studiengänge und der internationalen und überregionalen Messen
nahm zu. Auf der anderen Seite verzeichnet die Region weniger Promotionen
und Beschäftigte in der Kreativ- und Hightechbranche. Am drastischsten ist
der Rückgang in der Forschung und Entwicklung.
Nur Regionen, die international und innovativ, dynamisch und zukunftsorientiert, lebenswert und attraktiv sowie wirtschafts- und forschungsstark sind,
werden sich im Wettbewerb der Standorte behaupten können. »Der Produktionsfaktor unserer Region ist ganz klar das Wissen. Deshalb soll die Wissensbilanz 2016 als objektives Bewertungsinstrument Impulse für die Entscheider
unserer Region liefern. Wir wünschen uns, dass die Verantwortlichen des
Landes, der Kreise und Gemeinden, aber auch der Wirtschaft und Wissenschaft, sich des Handlungsbedarfs bewusst werden und gemeinsam mit
den Trägerinstitutionen daran arbeiten«, sagte Professor Mathias Müller,
Präsident der IHK Frankfurt am Main.
In der Metropolregion wurden an einigen wichtigen Stellen sinnvolle Schritte
eingeleitet. So ist mit dem Hochschulpakt endlich die Planbarkeit für die
Hochschulen gegeben, sie verfügen über mehr Autonomie als früher und
bewerben sich erfolgreich um die Förderung ihrer Exzellenz-Cluster. »Weiterhin möchte ich die Fintech-Initiative nennen, die die Landesregierung und die
Finanzwirtschaft in Frankfurt gestartet haben. Hier wurde der Grundstein für
die neue Finanzindustrie der Region gelegt. Am Beispiel der Digitalisierung
der Finanzindustrie kann man sehen, dass unsere Region auf neue Entwicklungen geeignete Antworten findet«, sagte Professor Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain.

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

»FrankfurtRheinMain spielt ohne Frage in der Champions League der deutschen und europäischen Wirtschaftsstandorte. In Zukunft soll unsere Wissensregion stärker zur Lösung der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen, zum Beispiel der Energiewende. Der Wandel von der
konventionellen hin zur regenerativen Stromerzeugung muss auch hier in
Zukunft gelingen. Der Pluspunkt unserer Region sind hier die vielen innovativen Unternehmen und Forscher, die das Wissen rund um diese Technologie
und die damit verbundenen Herausforderungen stetig erweitern. Wissen
muss effektiver und umfangreicher eingesetzt und genutzt werden«, sagte
Regionalverbandsdirektor Ludger Stüve.
Die Wissensbilanz zeigte Veränderungen in den vergangenen Jahren in 30
Kate­gorien auf. So hatte sich die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife
um 7,4 Prozent erhöht, während im Bundesdurchschnitt nur ein Anstieg von
4,5 Prozent ermittelt worden war, was ein Indikator für eine starke Wirtschaftsund Wissensregion ist. Im Bereich der Forschung und Entwicklung musste sich
die Region einem Beschäftigungsrückgang von elf Prozent stellen, während
auf Bundesebene sogar ein Aufbau verzeichnet wurde. Beim Einwerben von
Drittmitteln hatten sich die Hochschulen in der Wissensregion mit 21,1 Prozent
deutlich verbessert, allerdings lag der Anstieg noch unter dem Bundesdurchschnitt mit 24,2 Prozent. Jahrelang belegte die Metropolregion FrankfurtRheinMain bei der Studierendenzahl den ersten Platz, bis sie nun von der Region
Rhein-Ruhr überholt wurde. Trotz eines sehr guten Anstiegs der absoluten Zahl
bei den dualen Studiengängen konnte die Wissensregion mit der Steigerungsrate auf Bundesebene nicht mehr mithalten. Die Metropolregion war hier von
Platz fünf auf sieben gerutscht. Die Gesamtschau aller Indikatoren ergab folgendes Bild: FrankfurtRheinMain lag zweimal auf Rang eins, fünf Mal auf Rang
zwei und sechsmal auf Rang drei. Dreimal landete die Metropolregion auf
Rang neun und einmal sogar auf dem letzten Platz.
Alle Ergebnisse der Wissensbilanz 2016 sind online unter
www.wissensportal-frankfurtrheinmain.de/wissensbilanz einsehbar.

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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Regionalverband startet Klima-Energie-Portal
Anfang November des vergangenen Jahres startete der Regionalverband
sein neues Klima-Energie-Portal. Darin sind die Energiesteckbriefe für alle
75 Mitgliedskommunen zu finden und erstmalig übersichtlich in einem
Portal zusammengefasst. Nach einer einheitlichen Methodik werden damit die Energieverbräuche für Wärme, Strom und Mobilität, die lokale
Energieerzeugung, das heißt Wärme und Strom aus fossilen und erneuer­
baren Energieträgern, sowie die dadurch entstehenden KohlendioxidEmissionen flächendeckend dargestellt. »Das ist einmalig. Eine kon­
tinuierliche Energie- und Treibhausgas-Bilanzierung einer Region nach
einheitlichen Kriterien gibt es nach unserer Kenntnis in ganz Deutschland
nicht«, sagte Verbandsdirektor Ludger Stüve.
Bislang hatte es für die Kommunen und Landkreise des Regionalverbandes
keine einheitlichen, vergleichbaren Daten gegeben. In dem neuen Portal
www.klimaenergie-frm.de werden unter dem Reiter »Kommunale Energiesteckbriefe« Daten zu Energieerzeugung, -verbrauch und zu den Treibhausgasen der Kommunen präsentiert. Auf Karten können die Standorte
der Energieanlagen wie auch große Verbraucher gefunden werden, systematische Bilanzierungen machen die Daten anschaulich. Startschuss für
die Steckbriefe war Anfang des Jahres 2015 gewesen, seitdem wurden die
Daten fortgeschrieben und aktualisiert. »Damit ist der erste Schritt zu

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

KLIMA-ENERGIE-PORTAL

Region FrankfurtRheinMain
einem umfassenden Monitoring und einer regelmäßigen Berichterstattung zur
regionalen Energiewende gemacht. So können wir zeigen, was die Region
FrankfurtRheinMain hinsichtlich der Klimaziele des Landes Hessen leistet»,
erklärte Stüve. Die angewandte Methodik werde laufend in Abstimmung mit
den Kommunen, Kreisen und dem Land Hessen verfeinert. »Wir werden die
Datenbasis noch verbreitern und die Datenqualität kontinuierlich erhöhen«,
sicherte Stüve zu.
In dem Portal sind ferner die Rubriken Klima-Energie-Atlas, regionale Projekte
sowie Klima-Energie-Wissen zu finden. Der Klima-Energie-Atlas enthält Informationen zu über 15.500 Energieerzeugungsanlagen in der Region und stellt
Daten zu Energieerzeugung, -verbrauch und CO2-Emissionen für die Verbandskommunen in einer einheitlichen Struktur und auf Basis einheitlicher Berechnungsmethoden bereit. Er umfasst über 40 verschiedene Kartenebenen,
beispielsweise Energieanlagen nach fossilen und erneuerbaren Energieträgern,
erneuerbare Stromerzeugung pro Einwohner und anderes mehr mit rund 100
Indikatoren je Kommune. »Die gewonnenen Daten sind nicht nur für unsere
Mitgliedskommunen, sondern auch für unsere Bürgerinnen und Bürger inter-

www.klimaenergie-frm.de

essant. Nur mit einer soliden Datenbasis wird es uns gelingen, die Energiewende herbeizuführen. Das gilt gerade für einen Ballungsraum wie dem unsrigen,
in dem sehr viel Energie verbraucht wird«, sagte Stüve.
Fakten aus dem Portal:
Die meiste Energie im Gebiet des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain
wird für die Wärmeerzeugung verbraucht, nämlich rund 47 Prozent. Etwa
ein Drittel der Energie entfällt auf die Mobilität. Den geringsten Anteil hat
der Stromverbrauch mit 23 Prozent. Fast 60 Prozent des verbrauchten
Stroms muss importiert werden, das heißt, von dem Strom, den wir verbrauchen, wird nur 40 Prozent in der Region erzeugt. Insgesamt wird fünf
Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien lokal erzeugt. Legt
man für den Importstrom den deutschen Mix zugrunde – hier liegt der
Anteil an erneuerbaren Energien bei 30 Prozent –, beträgt der Gesamtanteil
an erneuerbaren Energien für den Stromverbrauch 22 Prozent. Schließlich
wird zwei Prozent der Wärme, die in der Region verbraucht wird, aus erneuerbaren Energien erzeugt, die übrige Wärme speist sich aus nicht regenerativen Technologien. Den größten Anteil hat hierbei der fossile Hausbrand
mit zirka 78 Prozent.

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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Startschuss für den neuen RegFNP
im Historischen Museum
»Mit der Neuaufstellung des Regionalen Flächennutzungsplanes (RegFNP)
2020 haben wir die Chance, den Plan ganz neu zu denken. Er darf nicht mehr
nur die Summe seiner Teile sein. Deshalb werden wir diesmal das Planwerk mit
Entwicklungskonzepten zu den uns heute bewegenden Herausforderungen
unterlegen. Diese Themen sind: Siedlungsflächenentwicklung, Sicherung des
Freiraums, Verkehr und Energie.« Mit dieser Botschaft gab der Beigeordnete
des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain Thomas Horn am 16. November 2016 in einer Feierstunde im Historischen Museum Frankfurt den Startschuss für das neue Planwerk. Auch müsse man die Politik und die Fachöffentlichkeit frühzeitig bei der Erstellung mit einbinden. Denn: »Die anstehenden
Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam meistern.«
Der Beigeordnete erinnerte in seiner Rede daran, dass auch in Frankfurt­
RheinMain der Wohnraum sehr knapp ist. Nach einer im Frühjahr 2016 veröffentlichten Wohnraumbedarfsprognose werden 184.000 Wohnungen im
Zeitraum von 2013 bis 2030 benötigt. »Dieser Bedarf kann von Frankfurt und
den anderen Großstädten nicht durch eigene Bauflächenausweisungen oder
Innenentwicklung gedeckt werden. Dazu ist es nötig, die Flächensteuerung
regional zu koordinieren.« Beim Wohnen gehe es aber nicht nur um Quantität,
sondern insbesondere auch um Qualität. Berücksichtigt werden sollen neben
der Lage – beispielsweise die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr –
auch das Vorhandensein von Grünflächen für Freizeit und Erholung sowie die
Infrastrukturausstattung wie Kitas, Schulen, Ärzte und anderes mehr.
»Der Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main bietet eine hohe Lebensqualität
durch die vielfältigen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten, das moderate Klima
und durch den hohen Anteil an Freiflächen«, sagte Horn. Auch deshalb kämen
immer mehr Menschen in unsere Region. Mit dem neuen Regionalen Landschaftsplan, der ebenfalls in den RegFNP integriert werde, werde einer nachhaltigen Entwicklung Rechnung getragen, indem er Vorkehrungen zur Klimaanpassung benennt, Natur und Landschaft schützt, Erholungsmöglichkeiten
bereitstellt und so die Lebensqualität der Menschen sichert.
»Es ist eine Binsenweisheit, dass die internationale und die Nahmobilität hier
in FrankfurtRheinMain eine große Rolle spielt. Der Flughafen, die Autobahnen,
die Bahnstrecken und die Wasserstraßen bilden die Lebensadern der Wirtschaft.« Diese Verkehrsarten stießen aber bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch die Grenzen der Belastbarkeit der Bevölkerung bezüglich Verkehrslärm und Schadstoffbelastung seien erreicht. Zukunftsbilder für eine
verträgliche Mobilität der Menschen und Güter seine daher gefragt. »Die
Realisierung von Neubau- und Entlastungsstrecken wie der nordmainischen
S-Bahn oder der Regionaltangente West werden bestimmt schon seit 20 Jahren

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

gefordert. Aber wie soll die regionale Wohnungs- und Einwohnerzahl gesteigert werden ohne eine Steigerung der Kapazität im Nahverkehr?«, fragte
der Beigeordnete Horn. Dies werde eine grundlegende Fragestellung in der
Neuaufstellung des RegFNP 2020 sein.
Schließlich sei auch das Thema Energiewende von größter Bedeutung für den
neuen Plan. Neben dem sogenannten »Sachlichen Teilplan Erneuerbare
Energien«, der die Ausweisung von Vorranggebieten für die Windenergie vorsehe, werde das Regionale Energiekonzept Flächen für Solarparks und Biogasanlagen aufzeigen. Es würden aber auch vorhandene Standorte zur fossilen
Energieerzeugung einschließlich deren Trassenverläufe erfasst werden, um
diese einer strategischen Umweltprüfung zu unterziehen.
»Wenn wir den neuen Regionalen Flächennutzungsplan mit diesen Bausteinen
versehen, können wir sicher sein, unsere Region FrankfurtRheinMain zukunftsfest zu gestalten. Denn es muss beides stimmen, Arbeitswelt wie auch Lebensqualität«, so Horn in der Feierstunde abschließend.
Der Regionale Flächennutzungsplan gilt für die 75 Mitgliedskommunen des
Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. In ihm sind Wohn- und Gewerbegebiete, Verkehrstrassen und anderes mehr zu finden. Er hat einen Maßstab
von 1:50.000. Der derzeitige Plan läuft im Jahr 2019 aus, die Gültigkeitsdauer beträgt acht Jahre. Er muss sowohl von der Verbandskammer als auch von
der Regionalversammlung Südhessen beschlossen werden.

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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Erste Ergebnisse der Studie zur Zukunft
der Metropolregion werden präsentiert
Die Kommission für regionale Zusammenarbeit stellte im November 2016 die
Ergebnisse der Umfrage zur Zukunft der Metropolregion vor. Zuvor waren
2.700 Vertreter der Region aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Bildung,
Wissenschaft und Kultur gebeten worden, sich daran zu beteiligen. Jeweils
die Hälfte der Befragten kam aus kreisfreien Städten, die andere Hälfte aus
den Landkreisen. »Die Ergebnisse der Befragung sind sehr positiv zu bewerten. Gut 90 Prozent der Befragten schätzen die Zukunftschancen der Region
als gut bis sehr gut ein. Interessant für uns ist, dass die Verbundenheit mit der
Metropolregion in kreisfreien Städten noch höher als in den Landkreisen ist.
Die Befragten beschreiben FrankfurtRheinMain vor allem als eine internationale, zukunftsfähige, attraktive und aktive Region, die sich besonders in den
letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat«, sagte Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH sowie einer der beiden Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the
Region (FRM GmbH), unter deren Federführung die Gesamtstudie Frankfurt­
RheinMain 2030 erstellt wird.

FrankfurtRheinMain GmbH

International Marketing of the Region

Als besonders relevant für die Entwicklung der Region nannten die Befragten
die Bereiche Wohnen, Mobilität, Bildung, Wirtschaft und Internationalität.
Für das Jahr 2030 erwarteten die Studienteilnehmer eine anhaltend überdurchschnittlich hohe Wirtschaftsleistung, interkulturelle Vielfalt und vergleichsweise hohe Zuwanderung ebenso wie steigende Wohnmieten auch in
den Randlagen der Region. Für den Bildungssektor wurde erwartet, dass der
Anteil an Abiturienten steigt, die Zahl der Studierenden unverändert hoch
bleibt und die Investitionen in Forschung und Entwicklung zunehmen.
Die Metropolregion wird 2030 national und international bestens an das Verkehrsnetz angeschlossen sein und über eine Top-Internetanbindung verfügen.
Frankfurt bleibt eine beliebte Messestadt mit internationaler Ausstrahlung, so
weitere Einschätzungen der Befragten. »Die FRM GmbH ist schon seit ihrer
Gründung für die Region tätig. Wir sind einerseits erster Ansprechpartner für
Unternehmen aus dem Ausland, andererseits sind wir ein Katalysator für die
Zusammenarbeit in der Region. Die stetig steigende Zahl unserer Gesellschafter zeigt sowohl das große Interesse an der regionalen Zusammenarbeit als
auch, dass unsere gute Arbeit wahrgenommen wird. Die Studie belegt eindeutig, dass alle Befragten eine positive Entwicklung von FrankfurtRheinMain bis
2030 erwarten«, sagte Eric Menges, ebenfalls Geschäftsführer der FRM GmbH.

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© Regionalverband FrankfurtRheinMain

Mitglieder der Kommission für regionale Zusammenarbeit sind Vertreter der
Landkreise und Kommunen, der Handwerkskammern und der Industrie- und
Handelskammern. Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt und
Aufsichtsratsvorsitzender der FRM GmbH, erklärte: »Ziel der Studie ist es, zu
untersuchen, wohin sich die Region entwickelt und was wir tun können,
damit sich FrankfurtRheinMain im Wettbewerb der Metropolregionen auch
in Zukunft so erfolgreich positioniert. Hintergrund ist dabei auch die anstehende Novelle des Gesetzes über die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, das
im März 2019 ausläuft.«
Die FRM GmbH ist die Standortmarketinggesellschaft der Region Frankfurt­
RheinMain, die sich damals aus 24 Kreisen, Städten und Verbänden zusammensetzte. Aufgabe der Gesellschaft ist es, ausländische Unternehmen über
Standortvorteile zu informieren und für die Region zu gewinnen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit von FrankfurtRheinMain zu fördern und die
Wahrnehmung im Ausland zu stärken. Die GmbH ist die zentrale Ansprechpartnerin in der Region für alle Anfragen bei Ansiedlungen von Unternehmen

© FrankfurtRheinMain GmbH

aus dem Ausland.

Von links: Eric Menges, Vorsitzender Geschäftsführer der FRM-GmbH; Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung
Frankfurt sowie der FRM-GmbH; Stefan Wolf, Leiter der Wirtschaftsförderung Bad Homburg; Heike Zieren-Hesse, Leiterin des Amtes für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik Wiesbaden; Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt;
Sebastian Trippen, Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung der IHK Frankfurt; Annegret Reinhardt-Lehmann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain; Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt;
Jörg Schaub, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain; Ludger Stüve, Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain

© Regionalverband FrankfurtRheinMain 

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Urbane Produktion:
Wie kann sich die Industrie weiterentwickeln?
Die industrielle Produktion wird zunehmend digitaler und urbaner. Dies war
die wesentliche Erkenntnis einer neuen Studie »Urbane Produktion«, die
der Think Tank der Initiative Wissensregion FrankfurtRheinMain im Dezember vergangenen Jahres vorgelegt hatte. Die Studie schloss nach Ansicht der Verfasser »passgenau an den Beschluss der Bundesregierung für
ein neues Gesetz über die Einrichtung von Urbanen Gebieten« an. Die Initiative Wissensregion zeigte die Potenziale für die Weiterentwicklung der
Industrie in der Metropolregion auf und stellte industriepolitische Leitprojekte
vor.

Die Initiative Wissensregion, in der die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, der Regionalverband FrankfurtRheinMain und die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain zusammenarbeiten (vergleiche Seite 14), hatte
den Think Tank zur Urbanen Produktion im Februar 2015 gestartet und seitdem mit mehr als 130 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und
Verwaltung beraten. Unter »Urbaner Produktion« verstehe die Wissens­
region die Auswirkung des Megatrends der Digitalisierung auf die Wirtschaft, erklärten Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt, Ludger
Stüve, Direktor des Regionalverbands, und Prof. Dr. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative FRM, bei der Vorstellung der Studie.
Die Arbeitswelt und sämtliche Lebensbereiche des Menschen würden grundlegend auf den Kopf gestellt; neue Technologien und Verfahren führten zu
neuen Geschäftsmodellen, die Produktion werde digitaler. Mit der Veränderung der Geschäftsmodelle gehe eine Rückverlagerung der Produktion in die
Städte einher. Früher seien Industrieanlagen möglichst fernab der Stadt angesiedelt worden. Je mehr die Produktion aber digital werde, desto weniger
sei die Distanz zur Stadt ein Vorteil. Je weniger Emissionen und je weniger
Verkehr die Produktion verursache, desto mehr kämen andere Faktoren zum
Tragen: gute Verkehrsanbindungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
bessere Breitbandinfrastruktur in der Stadt, Vernetzung mit Vorproduzenten
und Zulieferern sowie die bessere Nutzung von Teilzeitarbeitsmodellen. »Die
meisten Beschäftigten empfinden diese Urbanisierung der Produktion nicht
als Beeinträchtigung ihrer Arbeitsrolle. Vielmehr gestalten sie diese Art der
Produktion aktiv unter dem Aspekt Work-Life-Balance. Aus dieser Entwicklung sollten wir für die Metropolregion FrankfurtRheinMain den richtigen
Nutzen ziehen.«

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Zu den wesentlichen Handlungsfeldern zählte die Initiative die Entwicklung
von digitalen Geschäftsmodellen. Beispiele dafür würden beim »Mittelstand
4.0-Kompetenzzentrum (MIT)« an der TU Darmstadt vorgestellt. Durch die
Digitalisierung der Wirtschaft ändere sich auch das Anforderungsprofil der
Beschäftigten. IT-Kompetenzen sowie das Denken in komplexen Prozessen
würden wichtiger werden. Es entstünden neue Berufsfelder wie die des
»Data Scientist«. Hier müssten Ausbildungsträger aktiv werden und ihre Angebote bedarfsgerecht modernisieren. Bei der »Digitalen Infrastruktur« müsse sich die Metropolregion noch besser aufstellen. Natürlich sei die Region
FrankfurtRheinMain, gerade mit der Stadt Frankfurt, der wichtigste Standort
der Internetwirtschaft in Europa. Dennoch gebe es einiges zu tun: Die Telekommunikations-Anbieter müssten ihre Angebote transparenter machen.
Den Unter-nehmen müsse besser erkennbar sein, was geht und was nicht
geht. Anträge für neue Leitungen müssten schneller genehmigt werden. Gefordert wurde auch ein Gigabit-Gewerbegebiet, also ein Ort, wo kleine und
mittlere Betriebe ihre digitalen Geschäftsmodelle voll entfalten könnten.
Dort müssten sich Firmen mit speziellen Anforderungen an die Breitbandanbindung ansiedeln können. Für die Entscheidung über ein solches GigabitGebiet sollte eine systematische Bedarfsermittlung eingeleitet werden.
Die Bauplanungsrechtsnovelle, die die Bundesregierung kurz vor Vorstellung
der Studie auf den Weg gebracht hatte, verfolgt die Absicht, das Miteinander
von Wohnen und Arbeiten in der Stadt zu stärken. So soll in »Urbanen Gebieten« eine Vielzahl von Nutzungen möglich werden. Zulässig sind in diesen
Gebieten alle Nutzungsarten, die dem urbanen Charakter entsprechen. Neben Wohngebäuden können dies Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandel, Gaststätten, Hotels, sonstige Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche
Zwecke sein.

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