Path:

Full text: Wirkungen beobachten - aber wie? / Stahlecker, Katharina (Rights reserved)

Wirkungen beobachten – aber wie? Anregungen für die entwicklungspolitische Inlandsarbeit 2018 Praxishandreichung Inhalt 1 Einführung – 1 2 Grundlegendes: Was verstehen wir unter Wirkungsorientierung? – 2 3 Ideen und Fragen aus der Praxis: Wie können Wirkungen beobachtet werden? – 5 3.1 Schulprojekttag zum Thema »Flucht und Migration verstehen« – 5 3.2 Inklusive Bildungsseminare – Projekt Global Engagiert nach 2015 – 6 3.3 Thebit: Thüringer entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstage – 7 3.4 Wanderausstellung »Süß & Bitter« – 7 3.5 Projekt zum Empowerment von geflüchteten Mädchen und Frauen – 8 4 Fragebogen mal anders: Alternative Methoden zur Datenerhebung – 9 4.1 Übersicht und Einordnung der vorgestellten Methoden – 9 4.2 Online-Befragung mit Mobiltelefon – 10 4.3 Kartenabfrage – 11 4.4 Punktabfrage – 11 4.5 Soziometrische Aufstellungen – 12 4.6 Gruppeninterview – 12 4.7 Ratingkonferenz – 13 4.8 Einflussmatrix – 13 4.9 Arbeit mit Bildern und Statementkarten – 14 5 Ausblick – 15 6 Nützliche Handreichungen – 15 VENRO-Mitglieder – 16 Impressum – 17 Titelblatt: © Anastasia Esau 1 Wirkungen beobachten – aber wie? 1 Einführung Entwicklungspolitisch Engagierte treten ein für globale Gerechtigkeit, für die Bekämpfung der Armut, die Verwirklichung der Menschenrechte und die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen in der Einen Welt. Zahlreiche Projekte im Inland, Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen, Lobby­arbeit und Bildungsarbeit, in die viel Herzblut, Kreativität, aber auch Zeit und Geld fließen, sollen zur Erreichung dieser Ziele beitragen. Aber wen erreiche ich mit meiner Kampagne gegen Rassismus? Was verändert sich für Schüler_innen nach einem Projekttag zum Thema »Fairer Handel«? Werden sie Freund_innen und Eltern aufklären, werden sie ihr Kaufverhalten ändern? Was bewirken meine Arbeit und mein Engagement bei den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite? Welche Ansätze, welche Formate, Methoden, Themen und welche Räume sind geeignet, Menschen zu selbstkritischem und reflektiertem Denken und Handeln in der Weltgemeinschaft anzuregen? Viele Praktiker_innen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit stellen sich solche und ähnliche Fragen und erleben, dass es häufig schwierig ist, einen Zusammenhang zwischen diesen großen und komplexen Zielen und ihren Aktivitäten herzustellen. Der Wunsch, die Wirksamkeit der eigenen Arbeit zu reflektieren, aber auch die Pflicht, Rechenschaft über die eigene Arbeit abzulegen, sollten Anlass sein, sich mit wirkungsorientierten Arbeitsansätzen zu beschäftigen. Wirkungsorientierung heißt, die eigene Arbeit systematisch darauf auszurichten, positive Wirkungen zu erreichen, Wirkungen der eigenen Arbeit zu beobachten und daraus zu lernen. Dabei ist Wirkungsorientierung eher als ein »Grundanspruch, eine Zielrichtung« zu verstehen, »nicht als ein starres Konzept«, so Armin Massing in einer Handreichung, die vom Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken herausgegeben wurde.1 Im Kern geht es um die kritische Auseinandersetzung mit den Fragen »Was will ich erreichen?«, »Wie will ich es erreichen?« und »Wie kann ich überprüfen, dass ich meine Ziele erreicht habe?«. Wirkungsorientierung beginnt also bereits in der Projektplanungsphase, sollte durch Wirkungsbeobachtung in Form eines wirkungsorientierten Monitorings verfolgt werden und schließt mit der Evaluierung der erreichten Wirkungen des Projekts ab. Das Instrumentarium stammt ursprünglich aus der Auslandsarbeit und ist in diesem Kontext bereits intensiver erprobt als in der Inlandsarbeit. Die Diskussion um Wirkungsorientierung wird jedoch auch in der Inlandsarbeit seit einigen Jahren intensiv geführt. VENRO trägt mit verschiedenen Beiträgen und Veranstaltungen zu dieser Diskussion bei.2 Einerseits geht es hierbei um eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Stellenwert der Wirkungsorientierung für die Inlandsarbeit. Welche Wirkungen sind in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit realistisch erwartbar, und sind diese angesichts der Komplexität von Lern- und Entwicklungsprozessen überhaupt nachweisbar? Andererseits stellt sich für Praktiker_innen die Frage, wie sie wirkungsorientierte Ansätze in ihrer täglichen Arbeit sinnvoll umsetzen können. Aufgrund begrenzter Ressourcen und fehlenden methodischen Rüstzeugs sind in der Praxis häufig eine komplexe Wirkungsevaluierung und der wissenschaftlich fundierte (objektive) Nachweis von Wirkungen nicht möglich. Und natürlich stellt sich die Frage: Lohnt sich die ganze Mühe? Denn oft stehen Aufwand und Ertrag eines umfangreichen Untersuchungsdesigns für die durchführende Organisation oder die zu evaluierende Maßnahme nicht in angemessenem Verhältnis. Dies sollte jedoch nicht davon abhalten, sich mit wirkungsorientierten Arbeitsansätzen auseinanderzusetzen. Durch regelmäßige Wirkungsbeobachtung und niedrigschwellige Selbstevaluierungen, auch mit einfachen Methoden, lassen sich bereits wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Diese können Ausgangspunkt für die kritische Auseinandersetzung mit den Wirkungen der eigenen Arbeit, aber auch für das Erlernen komplexerer Methoden und Ansätze sein. Hier setzt die vorliegende Handreichung an. Sie soll als Anregung dienen, sich mit dem Thema der Wirkungsbeobachtung zu beschäftigen und sich ihm kreativ zu nähern. Die Handreichung ist aus einer Reihe von VENRO-Praxis- 1 2 Massing, A., Rosen, A. & Struck, G. (2010): Wirkt so. Handreichung zur Wirkungsorientierung und Antragstellung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Hrsg.: Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) und Stiftung Nord-Süd-Brücken. VENRO hat in diesem Kontext u. a. ein Diskussionspapier »Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit« (2012) und eine Bestandsaufnahme »Wirkungserfassung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit« (2014) verfasst. 2 workshops entstanden. In den Workshops wurden niedrigschwellige Methoden zur Wirkungserfassung vorgestellt und deren Anwendbarkeit sowie allgemeine Fragestellungen der Wirkungsbeobachtung für verschiedene Praxisbeispiele diskutiert. Wir bedanken uns bei den Mitgliedsorganisationen, die bei den Workshops ein Beispiel aus ihrer praktischen Arbeit für den Austausch zur Verfügung gestellt und für die Veröffentlichung in dieser Handreichung freigegeben haben. Für ihren Input und ihre Expertise zu ausgewählten Datenerhebungsmethoden und deren Anwendbarkeit in der Evaluationspraxis danken wir sehr herzlich Susanne Höck von EOP und Dr. Jean-Marie Krier von der KommEnt GmbH. Die Handreichung richtet sich an haupt- und ehren­ amtliche Mitarbeitende von NRO, insbesondere auch kleinerer Organisationen, die im Bereich der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit tätig sind und im Rahmen von Monitoring und Selbstevaluierung die Wirkungen ihrer Projekte erfassen möchten. Sie gibt zum einen anhand der Praxisbeispiele aus den Workshops einen Einblick in die Diskussionen und Fragestellungen von Praktiker_innen zum Thema Wirkungsorientierung, zum anderen werden exemplarisch einige niedrigschwellige Methoden der Datenerhebung sowie Leitfragen zur Auswahl geeigneter Methoden vorgestellt. Die Methoden eignen sich für die Bildungs- und Informationsarbeit, sind relativ einfach umzusetzen und bieten eine Alternative zum klassischen Fragebogen. Die Handreichung ist dabei nicht als Kochbuch mit einfachen Rezepten für eine gelungene Wirkungsbeobachtung zu verstehen, sondern als Anregung, sich intensiver mit den Diskussionen um Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und geeigneten Methoden zu beschäftigen. Wirkungen beobachten – aber wie? 2 Grundlegendes: Was verstehen wir unter Wirkungsorientierung? Allgemein sind Wirkungen alle Veränderungen, die durch eine Intervention (Maßnahme, Projektaktivität) eintreten. Hierzu gehören sowohl positive als auch nicht erwartete und unerwünschte  /  negative Wirkungen. Wirkungen sind Veränderungen, die bei den Zielgruppen, aber auch deren Lebensumfeld und der Gesellschaft erreicht werden. Um Wirkungen zu erfassen, bedarf es also erstens der Erfassung einer Veränderung, d. h., es gibt einen ersten Zeitpunkt vor der Intervention, an dem es noch keine Wirkung gibt, und einen zweiten Zeitpunkt, an dem eine Veränderung feststellbar ist. Zweitens sollte die Veränderung auf die Intervention zurückzuführen und nicht durch andere, externe Faktoren herbeigeführt worden sein (Kausalität). Wirkungen können auf verschiedenen Ebenen eintreten. Der Wirkungsbegriff wird hierbei sehr unterschiedlich verwendet. Dabei stellt die Definition von direkten und indirekten Wirkungen insbesondere in der Inlandsarbeit eine große Herausforderung dar und ist projekt- und kontextspezifisch. Der Wirkungsbegriff wird in der Inlandsarbeit sehr unterschiedlich verwendet. Im Allgemeinen bezeichnen direkte Wirkungen unmittelbare Veränderungen bei der Zielgruppe der Maßnahme, während indirekte Wirkungen sich auf Veränderungen im Umfeld der Zielgruppe bis hin zu übergeordneten politischen Zielen beziehen. Hier stellt sich z. B. die Frage, ob Bewusstseins-, Verhaltens- und Lebensstilveränderungen bei der Zielgruppe eine direkte Wirkung sein können. Mithilfe einer Wirkungslogik (häufig in Form einer Wirkungskette, à Abbildung 1) können konkrete Projektmaßnahmen mit den beabsichtigten Wirkungen und den übergeordneten politischen Zielstellungen allgemeiner entwicklungspolitischer Inlandsarbeit (z. B. ein erhöhtes Engagement gegen Rassismus, die Entwicklung nachhaltiger Lebensweisen oder allgemeine Einstellungs- und Bewusstseinsänderungen) in einen plausiblen Zusammenhang gestellt werden. Abbildung 1 stellt exemplarisch eine Wirkungskette für ein Seminar zum Thema »Faire Kleidung« dar. Es handelt sich bei der Wirkungskette nur um ein mögliches Wirkungsmodell, und das Beispiel ist sehr vereinfacht. In der Regel werden mehrere unterschiedliche Aktivitäten und Leistungen durchgeführt, die sich ergänzen 3 Wirkungen beobachten – aber wie? AKTIVITÄT LEISTUNG NUTZUNG DER LEISTUNG DIREKTE WIRKUNG Vorbereitung und Durchführung eines Seminars zum Thema Faire Kleidung Zwei Referent_innen bieten anschaulichen Input, es bleibt Raum für Fragen und Diskussionen. Das Seminar ist gut besucht und die Teilnehmenden beteiligen sich aktiv an den Diskussionen. Die Teilnehmenden haben Kenntnisse über die Probleme in der Textilproduktion und kennen eigene Handlungsmöglichkeiten. INDIREKTE WIRKUNG Die Teilnehmenden kaufen fair hergestellte Kleidung und engagieren sich in ihrem Umfeld für das Thema. Abbildung 1: Beispiel einer Wirkungskette für ein Seminar zum Thema Faire Kleidung oder ineinandergreifen und gemeinsam die beabsichtigten Wirkungen erzielen sollen. Im Rahmen eines wirkungsorientierten Arbeitsansatzes in der Praxis sollten die Fragen nach den erwünschten Wirkungen und der zugrunde liegenden Wirkungslogik bereits während der Planungsphase geklärt werden. Ausgehend von dem zu lösenden Problem / der zu verändernden Situation werden die angestrebten Ergebnisse (Leistungen) und Wirkungen formuliert. Mithilfe einer theoretischen Wirkungslogik sollen dann geplante Projektmaßnahmen mit den beabsichtigten Wirkungen bis hin zu übergeordneten politischen Zielstellungen in einen plausiblen Zusammenhang gestellt werden. Bei der Planung stellen sich Fragen, welche Ebenen im Wirkungsgefüge berücksichtigt werden sollten: Ist es beispielsweise notwendig, einen Bezug zu den übergeordneten politischen Zie­len wie Gerechtigkeit herzustellen? Und wie können die Projektmaßnahmen zu den Wir­kungen beitragen, die angestrebt werden? Weitere Schritte der Planungsphase sind die Formulierung von Beobachtungskriterien in Form von Indikatoren, mit denen direkte Wirkungen erfasst werden können, sowie die Planung und Vorbereitung von Monitoring und Evaluierung. Nützliche Hilfen zur wirkungsorientierten Planung sind die Handreichung »Wirkt so oder so. Zweite Handreichung zur wirkungsorientierten Antragstellung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit« des BER und der SNSB sowie die VENRO-Handreichung à »Beispielindikatoren in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit«. Nach einer wirkungsorientierten Planung folgen die Wirkungsbeobachtung in Form eines wirkungsorientierten Monitorings und abschließend eine Evaluierung des Projekts oder einzelner Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkun- gen. Hierbei geht es zum einen um das Erfassen einer Veränderung, d. h. dass entweder zu beiden Zeitpunkten (vor und nach der Maßnahme) Daten erhoben werden, oder dass vom zweiten Zeitpunkt aus eine Veränderung festgehalten wird (z. B. durch Fragen wie »Was hat sich verändert?«). Zum anderen soll (idealerweise) Kausalität nachgewiesen werden, also dass die erfasste Wirkung auch auf die Maßnahme zurückzuführen ist und nicht durch externe Faktoren herbeigeführt wurde. Dabei ergeben sich verschiedene Fragen und Diskussionspunkte für die entwicklungspolitische Inlandsarbeit: Bis zu welcher Ebene können Veränderungen realistisch beobachtet werden? Inwiefern können die Veränderungen auch auf die konkrete Maßnahme zurückgeführt werden? Können relativ kurz angelegte Projekte überhaupt wesentliche Anstöße zur Verhaltensänderung geben? Welche Wirkungen sind realistisch erwartbar (und damit auch erfassbar)? Und wie kann Wirkungserfassung mit den verfügbaren Ressourcen und Mitteln, die insbesondere bei kleineren NRO oder weniger umfangreichen Projekten begrenzt sind, sinnvoll umgesetzt werden? Allgemein gilt, dass unmittelbare, kurz- oder mittelfristige Wirkungen einfacher zu erfassen und nachzuweisen sind als langfristige oder indirekte Wirkungen, bei denen auch andere Maßnahmen oder externe Faktoren einen deutlichen Einfluss auf die Veränderung haben können. Dies gilt in besonderem Maße für intendierte Wirkungen der Bildungs- und Inlandsarbeit, die sich auf Bewusstseins- und Verhaltensänderungen beziehen und damit komplexen und langfristigen Prozessen unterliegen. Insgesamt erfordert der objektive Nachweis von Wirkungen umfangreiche und fundierte Methodenkenntnisse und anspruchsvolle Untersu- 4 chungsdesigns (z. B. ein Design mit Kontrollgruppen, die nicht von der Maßnahme betroffen waren). Dies ist in der Praxis für viele Organisationen nicht umsetzbar. Dennoch gibt es niedrigschwellige Methoden, um eine Wirkungsbeobachtung und Selbstevaluierung handhabbar zu machen. In den folgenden Kapiteln werden anhand von Praxisbeispielen Fragestellungen und Probleme bei der Wirkungsbeobachtung aufgezeigt und des Weiteren eine Auswahl an potenziell geeigneten Methoden der Datenerhebung mit Wirkungsfokus vorgestellt. Dabei sollte die Auswahl der Methoden zur Wirkungserfassung nicht an erster Stelle stehen. Zunächst bedarf es einer eingehenden Auseinandersetzung mit den Fragestellungen und Zielen der Wirkungsbeobachtung sowie der betrachteten Zielgruppe. Die Entwicklung von konkreten, geeigneten Fragestellungen ist jedoch sehr kontext- und projektspezifisch und daher nicht Gegenstand dieser Handreichung. Die vom Evangelischen Entwicklungsdienst und Brot für die Welt herausgegebene à Handreichung »Evaluation entwicklungspolitischer Bildungsarbeit« gibt einen anschaulichen Überblick und Hilfestellungen für Praktiker_innen. Sie empfiehlt, folgenden Ablauf zu befolgen: • Zielklärung: Welche Ziele verfolge ich mit meinem Projekt / meiner Maßnahme? Und welche Ziele will ich im Rahmen einer Wirkungsbeobachtung / Evaluierung überprüfen (Fokus der Evaluierung)? • Entwicklung von Indikatoren und Kriterien, d. h. eine Konkretisierung der Ziele, sodass diese messbar bzw. erfassbar sind • Auswahl der Methoden zur Datenerhebung • Auswertung der Daten • Kommunikation der Ergebnisse und Formulierung von Entwicklungszielen und Konsequenzen Häufig angewandte Methoden der Datenerhebung sind Dokumentenanalyse, Beobachtung sowie qualitative und quantitative Methoden der Befragung (hier insbesondere der Fragebogen). Die in Kapitel 4 vorgestellten Methoden sind Befragungsmethoden; einige stammen aus dem Bereich der Feedbackmethoden, die vielen Praktiker_innen bereits aus der Anwendung in Seminaren und anderen Veranstaltungen bekannt sind. Daher eignen sich die Methoden gut zur Anwendung in der Bildungs- und Informationsarbeit, ins- Wirkungen beobachten – aber wie? besondere bei Veranstaltungen. Es handelt sich überwiegend um einfache Methoden, die sich gut eignen, um Meinungen und Stimmungen zu erfassen, aber grundsätzlich auch zur Abfrage von Wissen oder Erfahrungen. Wichtig ist, dass es nicht die eine Methode für alles und auch nicht für jedes Problem die eindeutig beste Methode gibt. Auch empfiehlt es sich häufig, mehrere Methoden einzusetzen, um unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Im Verlauf der Praxisworkshops haben sich einige Leitfragen herauskristallisiert, die bei der Auswahl einer geeigneten Methode bedacht werden sollten: • Liefert die Methode / das Verfahren die passenden Ergebnisse zu meinen Fragestellungen? Welche Art von Daten liefert die Methode, und passen diese zu meiner Fragestellung? Brauche ich »zählbare Erfolge«, also quantitative Daten, oder einen detaillierten Einblick in eine Situation? Kann ich die Fragen, die mich interessieren, im Rahmen der Methode stellen und ist genug Zeit und Raum für die Beantwortung? • Ist die Methode in der Umsetzung praktikabel? Stehen Aufwand und Ertrag in einem angemessenen Verhältnis? Hierbei ist nicht nur der Aufwand für die durchführende NRO von Interesse. Zu aufwendige Erhebungsmethoden können teilweise auch den Befragten nicht zugemutet werden und führen unter Umständen zu geringen Rücklaufquoten. • Passt die Methode in den Kontext, d. h. zur Projektmaßnahme, zur Zielgruppe etc.? Ist die Methode geeignet, meine Zielgruppe zu erreichen? Eine Online-Befragung mit Smartphones bietet sich z. B. eher bei einer jüngeren Zielgruppe an. Bewege ich mich in einem Umfeld, in dem Hierarchien wichtig sind, dann können anonyme Befragungen besser geeignet sein als offene, usw. • Ist das Verfahren kreativ, innovativ, interessant? • Wie aufwendig können die Daten ausgewertet werden? Ist eine Visualisierung einfach möglich? • Kann die_der Zuständige die Methode durchführen? Dies ist nicht unerheblich, da es besser ist, eine einfache und verständliche Methode richtig anzuwenden als eine zu komplexe Methode falsch. 5 Wirkungen beobachten – aber wie? 3 Ideen und Fragen aus der Praxis: Wie können Wirkungen beobachtet werden? Die folgenden Beispiele aus der NRO-Praxis wurden im Rahmen der Workshops »Einfach wirkungsvoll – praktikable Methoden und Instrumente der Wirkungsbeobachtung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit« von Teilnehmenden vorgestellt. Während einer Gruppenarbeit wurden bestehende und potenziell geeignete Datenerhebungsmethoden für das jeweilige Projekt erarbeitet. Es handelt sich im Folgenden nicht unbedingt um die tatsächlich im Projekt genutzten Methoden, sondern um die Ergebnisse der Arbeit in den Workshops, bei denen die Praxisbeispiele als Diskussionsgrundlage dienten. Die Ergebnisse sollen als Anregung dienen, wie Datenerhebung mit Wirkungsfokus im Praxiskontext stattfinden kann, welche Zielsetzungen damit verfolgt werden können und welche Fragen und Probleme dabei auftauchen. Eine vertiefende Beschreibung ausgewählter Datenerhebungsmethoden liefert Kapitel 4. Abbildung 2: Teilnehmende der Praxisworkshops während der Gruppenarbeit 3.1 Schulprojekttag zum Thema »Flucht und Migration verstehen« Im Rahmen seiner Arbeit zu Flucht und Migration führt CARE Deutschland-Luxemburg mehrfach im Jahr an Schulen vierstündige Projekttage mit Schüler_innen der Klassen 8 bis 10 zum Thema »Flucht und Migration verstehen« durch. Die Projekttage starten mit einem Kennenlernen. Darauf folgt eine Reihe von interaktiven Übungen, die den Schüler_innen das Thema Flucht und Migration näherbringen sollen. Bei der ersten Übung »Die Welt in Stühlen«, einem Weltverteilungsspiel, platzieren sich die Schüler_innen zu verschiedenen Fragen (mit Stühlen) im Raum auf einem der fünf Kontinente, wie es ihrer Meinung nach der Verteilung der Weltbevölkerung (oder anderen Kennzahlen) entspricht. In diesem Fall wird nach der Bevölkerung, der Verteilung des Reichtums und der Verteilung von Geflüchteten weltweit (Wohin fliehen die Menschen?) gefragt. Die letzte Frage erzeugt einen Aha-Effekt, da viele der Geflüchteten Binnenflüchtlinge sind. Nach dem Weltverteilungsspiel folgen weitere Übungen, u. a. ein Vier-Ecken-Quiz zum Thema Flucht und Asyl und ein Meinungsbarometer mit einer Skala im Raum zu verschiedenen Aussagen. Der Projekttag schließt mit einer Feedbackrunde. Ziel des Projekttages ist es, Empathie für Flüchtende zu wecken, die in Deutschland ankommen, Fakten zu vermitteln und schließlich Stereotype abzubauen. Das Erkenntnisinteresse bei einer Evaluierung ist die Erreichung dieser Ziele und übergeordnet die Fragestellung: Können Stereotype, die die Schüler_innen mitbringen, aufgebrochen werden? Hierbei handelt es sich um Wirkungen auf unterschiedlichen Ebenen. Die Vermittlung von Informationen und Faktenwissen ist eine direkte Wirkung der Workshops und damit leichter erfassbar als das Vermitteln von Empathie und die noch langfristigere Wirkung des Aufbrechens von Stereotypen. Zur Erfassung einer Veränderung ist eine Erhebung am Anfang und am Ende des Projekttags wichtig. Es bietet sich bei diesem Projekttag an, im Wesentlichen die Übungen 6 selbst für die Erfassung der Wirkungen zu nutzen. So kann das Weltverteilungsspiel einmal zu Beginn und nochmals am Ende eines Projekttags durchgeführt werden, wobei die Frage nach der Verteilung der Geflüchteten erst am Ende aufgelöst würde. So ließe sich eine Veränderung der Einschätzung ableiten. Ähnlich kann auch das Meinungsbarometer genutzt werden. Bei dem Meinungsbarometer handelt es sich um eine soziometrische Aufstellung (à Kapitel 4.5), bei der sich die Teilnehmenden entsprechend ihrer Meinung zu verschiedenen Aussagen an einer Skala im Raum positionieren. Hierbei können die Fragen auf die Ebene der Empathie und des Abbaus von Stereotypen abzielen. Es ist allerdings kritisch anzumerken, dass durch die offene Positionierung soziale Erwünschtheit und Gruppendynamiken das Ergebnis verzerren können. Des Weiteren bietet es sich an, eine Abfrage mit Bildern und Statementkarten (à Kapitel 4.9) entlang der Ziele durchzuführen. Bei dieser Methode bekommen die Teilnehmenden ein Bild (meistens mit Begleittext) und sollen im Anschluss bestimmte Fragen zu der dargestellten Thematik beantworten. In diesem Fall können sich die Statements auf Inhalte (Abfrage von Faktenwissen) sowie auf Haltung und Handlungsmöglichkeiten beziehen. Insgesamt kann der Ansatz sinnvoll sein, Bestandteile der Maßnahme (hier die Übungen) als Erhebungsmethoden für eine Wirkungsbeobachtung zu nutzen. Das spart nicht nur Zeit und Ressourcen aufseiten der Veranstalter_ innen, sondern erzielt auch einen hohen Rücklauf, da die Teilnehmenden ohnehin eingebunden sind und die Befragung nicht als zusätzlicher Aufwand (wie z. B. ein Frage­ bogen im Nachgang der Veranstaltung) empfunden wird. Wirkungen beobachten – aber wie? 3.2 Inklusive Bildungsseminare – Projekt Global Engagiert nach 2015 Mit dem Projekt »Global engagiert nach 2015« setzt sich bezev für eine inklusive Umsetzung der Agenda 2030 ein. Zu den Maßnahmen des Projekts gehörten u. a. Bildungsveranstaltungen wie inklusive Bildungsseminare zur Agenda 2030. Die Seminare sollten jüngeren Menschen den Agenda-2030-Prozess näherbringen sowie Wissen zur Situation von Menschen mit Behinderung im Globalen Süden und der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) vermitteln. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich junge Menschen für die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) einsetzen können. Die Seminare sind inklusiv und richten sich an junge Menschen mit und ohne Behinderung. Bei einer Evaluierung interessiert die Mitarbeitenden von bezev, ob die Teilnehmenden in den Workshops etwas über die vermittelten Themen gelernt und erfahren haben (Wissen vermitteln) und inwieweit sie sich engagieren wollen (Handlungsabsicht). Zur Evaluierung wurde in den Seminaren bisher mündliches Feedback erfragt und ein Feedbackbogen verteilt. Besondere Herausforderungen waren dabei die Heterogenität der Gruppen aus jungen Menschen verschiedenen Alters mit und ohne Behinderung sowie die Frage, inwieweit ein Fragebogen einfach und inklusiv gestaltet werden kann und gleichzeitig komplexes Feedback ermöglicht. Eine Herangehensweise ist, in den Seminaren sowohl soziometrische Aufstellungen zu Fragen nach Behinderung und Inklusion weltweit als auch die Bilder-und-Statementkarten-Methode für eine Vorher-Nachher-Befragung anzuwenden. Beide Methoden haben den Vorteil, dass sie weniger komplex sind als ein Fragebogen. Insbesondere Bilder wecken bei jedem Teilnehmer Assoziationen und die vorformulierten Statements können in der Gruppe diskutiert und/oder erklärt werden. Für das Feedback zur Veranstaltung kann eine Punktabfrage (à Kapitel 4.4), z. B. die »Zielscheibe«, durchgeführt werden, bei der die Teilnehmenden ihre Zustimmung bzw. Ablehnung zu bestimmten Aussagen mit einem Klebepunkt auf einer Skala markieren. 7 Wirkungen beobachten – aber wie? Gegebenenfalls kann weiterhin ergänzend ein Feedback­ bogen verteilt werden. 3.3 Thebit: Thüringer entwicklungspolitische Bildungs- und Informa­ tionstage Die thebit (Thüringer entwicklungspolitische Bildungsund Informationstage) sind ein Projekt des Eine Welt Netzwerk Thüringen (EWNT) zum Globalen Lernen. Im Rahmen der thebit werden von zivilgesellschaftlichen Akteuren der Entwicklungspolitik u. a. Bildungsveranstaltungen im schulischen Kontext zu verschiedenen Themen durchgeführt, die sich an den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung anlehnen. Seit 2016 liegt zudem der Schwerpunkt auf Inhalten mit Bezug zur Agenda 2030 und den SDGs. Die erwünschten Wirkungen werden von der Projektkoordination wie folgt formuliert: Die Teilnehmenden erkennen globale Zusammenhänge und deren Einflüsse auf den einzelnen Menschen. Die Teilnehmenden werden unterstützt, sich eine eigene Meinung zu bilden und Handlungsoptionen zu erkennen. Die im Projektantrag formulierten Indikatoren werden mithilfe von Fragebögen an Referent_innen und die Institutionen zu messen versucht. Die besondere Herausforderung bei der Evaluierung des Projekts liegt für die Koordination im EWNT in der Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen, die auch von unterschiedlichen Referent_innen durchgeführt werden. Daraus ergeben sich zwei Zielgruppen einer Befragung: die Referent_innen (die selbst auch Feedback zu ihren Veranstaltungen einholen) und die Teilnehmenden der Veranstaltungen. Die Referent_innen können zusätzlich (oder alternativ) zum Fragebogen in einem oder mehreren Gruppeninterviews (à Kapitel 4.6) befragt werden. So kann auch die unterschiedliche Gestaltung der Bildungsveranstaltungen durch die Referent_innen direkt berücksichtigt werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Zeitpunkt der Befragung bei einem Interview eine Rolle spielt. Zum einen ist der zeitliche Abstand zur Maßnahme relevant, aber auch, dass ein Zeitpunkt gefunden wird, an dem die Befragten genug Zeit und Ruhe für das Interview haben. Insbesondere bei einem Gruppeninterview muss der Zeitpunkt mit allen Befragten koordiniert werden. Allerdings besteht der Vorteil gegenüber Fragebögen darin, dass bei guter Terminwahl alle mitmachen, während die Versendung eines Fragebogens manchmal ohne Rücklauf bleibt. Weiterhin ist ein Gruppeninterview eine Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit relativ viele Informationen in Form eines umfassenden Meinungsbildes zu bekommen. Daher eignen sich Gruppeninterviews auch für die Befragung der Teilnehmenden. Dabei können beide Wirkungen, das Verständnis für globale Zusammenhänge und die Meinungsbildung, erfasst werden. Insbesondere für die Abfrage der Meinungsbildung eignet sich zudem eine Punktabfrage, wie die Wirkungspizza. Zusätzlich kann noch eine schriftliche Meinungserhebung in Form einer Kartenabfrage (à Kapitel 4.3) in bzw. vor/nach der Veranstaltung stattfinden. Zur Erfassung der Handlungsoptionen eignet sich ebenfalls eine Kartenabfrage, bei der die Teilnehmenden ihre Antworten zu einer oder mehreren offenen Fragen notieren. Diese Methoden eignen sich gut zur Anwendung direkt in der Veranstaltung (idealerweise am Anfang und Ende) und können auch für eine weitere Diskussion mit Offenlegen und Clustern der Karten genutzt werden. Das Gruppeninterview sollte allerdings gesondert terminiert werden. Hierbei können z. B. stichprobenartig Teilnehmende von verschiedenen Veranstaltungen im Nachhinein eingeladen werden. 3.4 Wanderausstellung »Süß & Bitter« INKOTA bietet im Rahmen der Kampagne »Make Chocolate Fair!« u. a. eine Wanderausstellung zum Thema Faire Schokolade an. Die Ausstellung umfasst fünf Entdeckungsstationen und will Besucher_innen aktivieren und informieren. Die Präsentationen werden bundesweit von Basisgruppen wie Weltläden, Kirchengemeinden und Aktionsgruppen durchgeführt und finden bewusst nicht in einem typischen Lernumfeld, sondern z. B. in Rathäusern, Krankenhäusern oder Einkaufszentren statt. Damit soll die Zielgruppe, neben den Basisgruppen in erster Linie junge Erwachsene (20–40 Jahre), erreicht werden. 8 Die INKOTA-Mitarbeitenden wollen u. a. erfassen, ob die beabsichtigten (direkten und indirekten) Wirkungen der Ausstellung bei den Besucher_innen erzielt werden, d. h. ob neue Erkenntnisse vermittelt und zu weiteren Handlungen (wie z. B. Fair-Trade-Schokolade kaufen) angeregt wurde. Dabei stellt sich zunächst die Frage, ob die gewünschte Zielgruppe überhaupt durch die Ausstellung angesprochen wird. In bisherigen Erhebungen mithilfe eines Feedback-­Bogens (mit Quiz-Teil) zeigte sich, dass häufig Schüler_innen die Bögen zurückspielen. Rückmeldungen der lokalen Gruppen weisen jedoch darauf hin, dass die Ausstellung ebenso häufig von Erwachsenen besucht wird. Daraus lässt sich schließen, dass der Feedback-Bogen mit Quiz zwar ein attraktives Angebot für Schüler_innen ist, aber ältere Besucher_innen diesen nicht nutzen. Zunächst ist anzumerken, dass viele der im folgenden Kapitel vorgestellten Methoden für eine Ausstellung weniger gut geeignet sind. Bei einer Ausstellung ist es meist schwieriger, direkten Zugang zu den Besucher_innen zu bekommen als zu Teilnehmenden anderer Veranstaltungen. Ein Feedbackbogen in seiner bisherigen Form hat jedoch geringen Rücklauf von der Zielgruppe, sodass sich damit nur schwer Aussagen treffen lassen. Eine Möglichkeit wäre, den Fragebogen anders zu verteilen, z. B. über eine Online-­ Befragung mit Smartphone (à Kapitel 4.2) direkt zugänglich zu machen. Eine alternative Vorgehensweise sind direkte Befragungen vor Ort, z. B. ein Meinungsbarometer an einer letzten Entdeckungsstation oder kurze Interviews mit den Besucher_­innen. Auch eine reine Beobachtung vor Ort (z. B. stichprobenhaft an einigen Tagen, an einigen Orten) kann Aufschluss über die Zielgruppe und deren Reaktionen geben. Hierbei ist anzumerken, dass die meisten Organisationen in der Bildungsarbeit zunächst Fragebögen einer Beobachtung vorziehen, da diese vermeintlich aufschlussreicher und mit geringerem Aufwand verbunden sind. Dies muss so nicht zutreffen und hängt vom Kontext und den Fragestellungen ab. Fragebögen kosten Zeit in der Erstellung und Auswertung, und eine Beobachtung muss auch nicht über die gesamte Veranstaltungsdauer erfolgen, sondern kann stichprobenhaft erfolgen. Insbesondere im Fall einer Ausstellung (oder z. B. eines Kinobesuchs) kann eine Teilnahme der Erhebenden vor Ort viel Aufschluss über die Zielgruppe geben, die so direkter erreicht werden kann als über einen Fragebogen mit oft geringen Rücklaufquoten. Wirkungen beobachten – aber wie? 3.5 Projekt zum Empowerment von geflüchteten Mädchen und Frauen Im Rahmen eines Pilotprojekts zum Empowerment von geflüchteten Mädchen und Frauen bildet AMICA e. V. gemeinsam mit der FABRIK für Handwerk, Kultur und Ökologie e. V. ca. 12 bis 15 interkulturelle Tandems aus geflüchteten Frauen und Mädchen sowie Ehrenamtlichen zu Multiplikator_innen aus. Neben Öffentlichkeitsarbeit und verschiedenen Workshops für die Tandems (z. B. zu den Themen Empowerment, Laien-­ Dolmetschen und Antirassismus) organisiert AMICA e. V. einen internationalen Fachtag zum Austausch mit Fachkräften sowie verschiedene Vernetzungstreffen mit Beratungsstellen. Das Projekt startet mit einem gemeinsamen Kick-off mit Tandems und Projektteam, in dem auch partizipativ Ziele formuliert werden sollen. Ziel des Projekts ist zum einen die Befähigung der geflüchteten Frauen und Mädchen und zum anderen die Bildung der Tandems, sodass diese im Nachgang des Projekts selbstständig andere Geflüchtete betreuen können. Eine weitere Unterstützung durch AMICA e. V. und die FABRIK e. V. ist vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt durch Aktion Mensch und die Volksbank Freiburg. Eine Evaluierung sollte auf mehreren Ebenen stattfinden. Zum einen sollten Struktur und Inhalte des Prozesses seitens der Organisation evaluiert werden. Zum anderen sollte eine Evaluierung aufseiten der Teilnehmenden zu der Fragestellung erfolgen, was sich für sie durch die Teilnahme am Programm geändert und inwieweit eine Befähigung stattgefunden hat. Dies soll idealerweise als partizipative Selbstevaluierung stattfinden. Neben einer Befragung der Teilnehmenden und der externen Referent_innen während oder im Nachgang der Workshops eignet sich eine Ratingkonferenz (à Kapitel 4.7) als Methode, um im Kick-off-Workshop die Ziele und Erwartungen der Teilnehmenden abzufragen. Die Methode kann gut am Ende des Programms wiederholt werden, um eine Veränderung zu erfassen. Bei einer Ratingkonferenz wird ein kurzer Fragebogen mit einem strukturierten Gruppeninterview kombiniert und durch die direkte Auswertung 9 Wirkungen beobachten – aber wie? eine Interpretation der Ergebnisse in der Gruppe ermöglicht. Der Vorteil der Ratingkonferenz ist, dass sie relativ viele verschiedene Informationen in einem überschaubaren Zeitrahmen liefert und etwas weniger komplex ist als eine Einflussmatrix (à Kapitel 4.8), bei der die Teilnehmenden den Zusammenhang zwischen verschiedenen Maßnahmen und beobachteten Veränderungen quantifizieren sollen. Da beim Kick-off-Workshop alle Teilnehmenden versammelt sind, bietet dieser ein gutes Setting für eine Ratingkonferenz. Diese eignet sich potenziell auch als Tool zur Selbstevaluierung der Teilnehmenden, wobei hier vermutlich ein Training oder z. B. eine regelmäßige Wiederholung nach jeder Aktivität stattfinden müsste. Zur Erfassung langfristiger Effekte könnten zudem im Kontext der weiteren Begleitung der Tandems durch Amica Gruppen- oder Einzelinterviews durchgeführt werden. 4 Fragebogen mal anders: Alternative Methoden zur Datenerhebung 4.1 Übersicht und Einordnung der vorgestellten Methoden Im Folgenden wird eine Auswahl von niedrigschwelligen Datenerhebungsmethoden vorgestellt, die in den VENRO-­ Praxisworkshops für die oben erläuterten Praxisbeispiele diskutiert wurden. Das Kapitel basiert auf einem Input von Susanne Höck und Dr. Jean-Marie Krier, die als Trainer_­ innen die Workshops begleitet haben. Die Auswahl der Methoden basiert u. a. auf Erfahrungen aus der Evaluationspraxis der Trainer_innen und stellt nur einen Ausschnitt von möglichen geeigneten Datenerhebungsmethoden dar. Die vorgestellten Methoden eignen sich für die Bildungsund Informationsarbeit, insbesondere für den Einsatz bei Veranstaltungen, sind relativ einfach zu erlernen und um- Tabelle 1: Einordnung ausgewählter Datenerhebungsmethoden Art der Daten Visualisierung Gruppengröße Zeitaufwand Online-Befragung mit Mobiltelefon Quantitativ und qualitativ Möglich mit Online-­ Tool Egal Kartenabfrage Eher qualitativ Nicht direkt möglich Auch für große Gruppen geeignet Punktabfrage Eher quantitativ Direkt möglich Soziometrische Aufstellung Gruppeninterview Qualitativ und quantitativ Eher qualitativ Direkt möglich Kleine bis mittelgroße Gruppen (bis zu 40 Personen) Egal Anonym Ca. 5–10 Minuten (mal 2 bei Prä-Post) Abhängig von Anzahl Anonym der Fragen, ca. 30 Minuten oder mehr Eher offen 5–15 Minuten Ratingkonferenz Direkt möglich Einflussmatrix Qualitativ und quantitativ Eher quantitativ Bilder und Statementkarten Qualitativ und quantitativ Eingeschränkt möglich Nicht direkt möglich Direkt möglich Interview mit 5–8 Personen, aber auch mehrere Interviews möglich Konferenz mit 7–15 Personen Kleine bis mittlere Gruppen Verschiedene Gruppengrößen, Aufteilung in Kleingruppen mit 4–5 Personen Abfragemodus 5–15 Minuten Offen Ca. eine Stunde pro Interview Offen (innerhalb der Gruppe) 60–90 Minuten Teilweise anonym, teilweise offen Offen Mindestens eine Stunde Unterschiedlich Teilweise offen 10 zusetzen und können somit eine kreative Alternative zum klassischen Fragebogen darstellen. Bei der Auswahl geeigneter Methoden ist es wichtig, die projektspezifischen Fragestellungen und die in Kapitel 2 genannten Leitfragen im Kopf zu behalten. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht der vorgestellten Methoden anhand einiger Eigenschaften, die sich als potenzielle Auswahlkriterien eignen und im Folgenden kurz erläutert werden: • Bei der Art der erhobenen Daten unterscheidet man zwischen quantitativen und qualitativen Daten. Quantitative Daten sind Informationen, die anhand einer metrischen Skala erfasst werden können (z. B. das Alter, ein Maß für Leistung oder die Anzahl an zufriedenen Teilnehmenden). Sie können mithilfe statistischer Verfahren analysiert werden, sind vergleichbar und eignen sich gut, um sich einen Überblick zu verschaffen. Qualitative Informationen bestehen aus Beschreibungen und Informationen, die in Worte und nicht in Zahlen gefasst sind. Bei der qualitativen Datenerhebung werden detaillierte subjektive und individuelle Erkenntnisse über Einstellungen und Handlungen ermittelt. Hierfür werden Einzelfälle auf ihre Besonderheiten hin untersucht. Sie dienen der Beschreibung eines Sachverhalts und helfen, ein vertieftes Verständnis von einer Situation zu bekommen. • Eine Visualisierung ist nicht nur hilfreich für eine weitere Diskussion mit den Befragten, sondern kann auch für die Dokumentation der Ergebnisse genutzt werden. • Die Gruppengröße bezieht sich auf eine sinnvolle Anzahl von Teilnehmenden an der Methode. Vor allem bei interaktiven Methoden sollte die Gruppe nicht zu groß sein. Dies kann aber ein wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen eine Methode sein, wenn man z. B. größere Stichproben durchführen möchte. • Der Zeitaufwand basiert auf Erfahrungswerten von Susanne Höck und Dr. Jean-Marie Krier. • Der Abfragemodus beschreibt, ob die Befragung mit der Methode anonym erfolgen kann oder nicht. Dies hat unter Umständen eine Auswirkung auf die Antworten der Befragten. Wirkungen beobachten – aber wie? 4.2 Online-Befragung mit Mobiltelefon Die Online-Befragung mit Mobiltelefon ist eine Erhebungsmethode, die sich gut als quantitative Feedbackmöglichkeit zu Beginn und/oder am Ende einer Veranstaltung eignet, z. B. zur Erhebung des Kenntnisstands der Teilnehmenden. Dazu wird im Vorfeld der Veranstaltung mithilfe eines Online-Tools (z. B. à Surveymonkey) ein kurzer Fragebogen erstellt, den die Teilnehmenden über einen Link oder QR-Code »live« am Mobiltelefon ausfüllen können. Es empfiehlt sich, den Fragebogen einmal zu testen, bevor er in der Veranstaltung angewendet wird. Bei der Anwendung sollten Start- und Endzeitpunkt der Eingabe bekannt gegeben werden. Abschließend kann dann über eine direkte Online-Auswertung ein gemeinsamer Blick auf die Ergebnisse geworfen werden. Je nach Anzahl der Fragen und Vorerfahrung der Teilnehmenden dauert die Befragung fünf bis zehn Minuten. Tipps Es empfiehlt sich, maximal fünf bis sieben Fragen zu stellen und diese idealerweise auf unterschiedlichen Ebenen von Wirksamkeit anzusiedeln (Wissen / Urteilen / Handeln, s. o.). Insbesondere wenn vor und nach der Maßnahme erhoben wird, bietet es sich an, die Fragen an den Zielsetzungen der Maßnahme zu orientieren, d. h. bis zu welchem Grad die Ziele erreicht wurden (x % der Teilnehmenden sagen nach dem Workshop, dass sie viel über das behandelte Thema wissen). Voraussetzung für eine erfolgreiche Online-Befragung ist, dass die Teilnehmenden über internetfähige Telefone oder anderweitigen Internetzugang (z. B. Laptops) verfügen. Zudem sollte eine gute Internetverbindung gewährleistet sein, da es sonst zu Verzögerungen und Unmut bei den Befragten kommen kann. 11 Wirkungen beobachten – aber wie? 4.3 Kartenabfrage Die Kartenabfrage eignet sich als Feedbackmethode für Gruppen (auch große Gruppen, wie z. B. bei Film- oder Theaterveranstaltungen). Es können insbesondere qualitative, aber auch quantitative Rückmeldungen erhoben werden. Pro Teilnehmer_in werden ein Briefumschlag mit zwei (maximal drei) Karten und ein Stift ausgeteilt. Die Fragen sollten für alle deutlich lesbar an einem Flipchart oder als PowerPoint-Präsentation dargestellt werden. Die Fragen bei einer Filmvorführung könnten beispielsweise lauten: »Was hat dich in diesem Film besonders zum Nachdenken angeregt?« oder »Welche Szene ist dir besonders in Erinnerung geblieben?«. Die_der Veranstaltungsleiter_in lässt die Fragen nacheinander bearbeiten. Die Teilnehmenden stecken ihre Antworten in Umschläge, die dann eingesammelt werden. Der Zeitaufwand hängt von Umfang und Anzahl der qualitativen Fragen ab und liegt meist bei einer halben Stunde und mehr. Eine Inhaltsanalyse kann dann im Nachhinein erfolgen oder bei kleineren Gruppen auch interaktiv. prägungen der Antworten ab. So kann der Ausprägungsgrad eindimensional an einer Linie (Skala) vorgegeben werden, zweidimensional in einer Matrix oder anhand einer mehrstufigen Skala. Auch kreativere Darstellungsformen wie die Wirkungspizza bzw. Zielscheibe sind möglich. Bei der Zielscheibe können in einer Darstellung mehrere Themen abgefragt werden, wobei näher an der Mitte der Zielscheibe »hohe Zustimmung«, »sehr zufrieden« oder Ähnliches bedeutet. Die Methode dauert nur ca. fünf bis 15 Minuten und lässt sich deshalb gut mehrmals anwenden. Die Auswertung kann direkt und interaktiv erfolgen. Zudem ist es gut möglich, eine Vorher-Nachher Auswertung zu bekommen, indem man farbig unterschiedliche Punkte vergibt (z. B. »gelb« für vorher und »rot« für nachher). Alle Teilnehmende können anonym eine Nummer auf ihre beiden Punkte schreiben, sodass über die Nummerierung auch eine individuelle (aber anonyme) Zuordnung möglich ist. Tipps Zusätzlich zu den Karten sollten ausreichend Stifte mitgebracht werden. Bei Abendveranstaltungen z. B. haben die Teilnehmenden oft kein Schreibzeug dabei. Außerdem sollten die Fragen sehr klar formuliert werden. Abbildung 3: Beispiel für eine Anwendung der Punktabfrage aus einer à Handreichung der Hochschule Esslingen 4.4 Punktabfrage Die Punktabfrage ist eine Feedbackmethode für Veranstaltungen, die in erster Linie quantitative Daten erhebt. Sie eignet sich insbesondere für Workshops und Seminare mit kleinen bis mittelgroßen Gruppen (weniger als 40 Personen) und für Abfragen von Veränderungen, da sie eine direkte Visualisierung der Ergebnisse ermöglicht. Mit der Punktabfrage können mit geringem Aufwand der Informationsstand oder das Meinungsbild der Teilnehmenden zu einem bestimmten Thema, einer Frage oder auch zu einer These transparent dargestellt werden. Dabei kleben die Teilnehmenden zu bereits vorformulierten Fragen, Aussagen bzw. Stellungnahmen einen Punkt auf ein vorbereitetes Flipchart oder Poster. Die Visualisierungsmöglichkeiten sind vielfältig und hängen von der Fragestellung und den möglichen Aus- Tipps Die Methode sollte trotz offener Bepunktung so anonym wie möglich ablaufen, d. h., dass alle gleichfarbige Punkte vergeben und dass möglichst wenig Austausch darüber besteht, wer wo einen Punkt aufklebt, um Beeinflussung zu vermeiden. Da es aber nicht möglich ist, dass alle gleichzeitig ihre Punkte aufkleben, bietet es sich an, den Teilnehmenden die Gelegenheit zu geben, vorher kurz über die Bepunktung nachzudenken. Je nachdem, wie umfangreich die Visualisierungen sind, sollten diese außerdem bereits vorbereitet sein. 12 Wirkungen beobachten – aber wie? 4.5 Soziometrische Aufstellungen Eine sogenannte soziometrische Aufstellung3 ist eine leicht anwendbare und anregende Methode für kurzes Feedback oder um die Positionen einer Gruppe zu einem Thema herauszufinden. Dabei legt der_die Moderator_in bestimmte Kriterien fest, nach denen sich die Teilnehmenden im Raum aufstellen. Je nach Fragestellung kann dies als Achse (z. B. von keine Zustimmung bis starke Zustimmung), gruppiert (z. B. bei Ja/Nein-Fragen, verschiedenen sich ausschließenden Antwortmöglichkeiten) oder auch über den ganzen Raum verteilt erfolgen. Es wird dann eine eindeutige Frage oder Aussage formuliert und die Teilnehmenden stellen sich zu dem Punkt, der ihrer Haltung bzw. Position am besten entspricht. Somit ergibt sich direkt ein Bild über die Einstellung der gesamten Gruppe. Stichprobenartig werden dann Begründungen abgefragt. Der Vorgang kann wiederholt werden, allerdings sollte eine zu häufige Wiederholung vermieden werden, um die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden aufrechtzuerhalten. Die soziometrische Aufstellung eignet sich für verschiedene Gruppengrößen. Es sollte jedoch ausreichend Platz für die Verteilung im Raum vorhanden sein. Die Dauer der Aufstellung variiert zwischen fünf und 15 Minuten und ist abhängig von der Anzahl und Komplexität der Fragen. Die Methode ist grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt der Veranstaltung möglich und lässt sich besonders gut zu Beginn und/oder am Ende einer Veranstaltung einsetzen, um z. B. den Wissenstand der Teilnehmenden zu erfragen. Sie eignet sich auch gut als Kennenlernspiel, da sie die Interaktion zwischen den Teilnehmenden ermöglicht. Zu beachten ist allerdings, dass je nach Fragestellung durch die offene Positionierung soziale Erwünschtheit und Be­einflussung durch die Gruppe bei der Beantwortung eine Rolle spielen können (z. B. bei Meinungsabfragen zum Thema Rassismus). ren Gruppen) sollte es mehr als eine_n Moderator_in geben. Eine Anonymisierung der Dokumentation ist z. B. möglich, wenn die Teilnehmenden eine Karte an ihre Position im Raum legen, die dann statt der Teilnehmenden fotografiert wird. 4.6 Gruppeninterview Das Gruppeninterview ist eine Gesprächssituation, in der die interviewende Person einer Gruppe von zu befragenden Personen bestimmte vorher festgelegte Fragen stellt. Es ist eine Form des strukturierten Interviews und unterscheidet sich von der weniger strukturierten Gruppendiskussion. In einer Gruppendiskussion wird lediglich ein Eingangsimpuls gesetzt, um eine möglichst natürliche Diskussion in Gang zu setzen. Dabei stehen die Gruppenmeinung und der Meinungsbildungsprozess im Vordergrund, während bei einem Gruppeninterview die Individuen im Fokus stehen und tendenziell alle Teilnehmenden zu Wort kommen sollen. Bei beiden Methoden handelt es sich um eine qualitative Erhebung mit integrierter Gruppenreflexion und gemeinsamem Lernen. Sie sollte in einem ruhigen, ungestörten Raum stattfinden. Schon im Vorfeld des Interviews sollten die Teilnehmenden Infos über das Erkenntnisinteresse und den Hintergrund des Interviews (z. B. Informationen zum Projekt) erhalten. Das Interview beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde und der Frage, ob das Interview aufgezeichnet werden darf. Falls nicht, sollte Protokoll geführt werden (möglichst von einer weiteren Person). Es folgt die Beantwortung der Fragen. Idealerweise sollte man sechs bis zehn Fragen stellen. Hierbei sollte beachtet werden, dass unter den Teilnehmenden Gespräche entstehen, die weitere wertvolle Informationen liefern können. Der Zeitaufwand beträgt ca. eine Stunde, wesentlich länger sollte man das Interview nicht ansetzen. Tipps Tipps Die Dokumentation der Aufstellung (Fotos, Grafiken, Klebepunkte, Klebezettel) und der erfragten Begründungen (Audio-Aufzeichnung oder Moderationskarten) sollte im Vorfeld geplant werden. Idealerweise (insbesondere bei größe- Die ideale Gruppengröße beträgt zwischen fünf und acht Personen. Der_die Interviewende sollte auf Hierarchien in der Gruppe achten und dass alle zu Wort kommen. Außerdem sollte Anonymität gewährleistet sein, insbesondere bei Abhängigkeitsverhältnissen (z. B. Schüler_innen und Lehrende). Das Protokoll (Audioaufzeichnung oder schriftlich) sollte im Nachhinein inhaltsanalytisch ausgewertet werden. 3 Weitere Informationen liefert u. a.: à Soziometrische Aufstellung – Portal für DAF/DAZ (pdf) 13 Wirkungen beobachten – aber wie? 4.7 Ratingkonferenz Tipps Die Ratingkonferenz4 ist eine Kombination aus standardisierter Befragung und einem kurzen, strukturierten Gruppeninterview. Sie eignet sich gut als Befragung am Abschluss einer Veranstaltung, bei der Einzelmeinungen nicht im Vordergrund stehen und neben den vorher definierten Fragen und Themen eine Offenheit gegenüber weiteren Aspekten aus dem Kreis der Befragten besteht. Die Ratingkonferenz liefert eine Mischung aus qualitativen und quantitativen Rückmeldungen, die gut grafisch darstellbar sind. Eine Ratingkonferenz beginnt mit einem einfachen quantitativen Fragebogen (max. acht bis zwölf Fragen), der von den Befragten ausgefüllt wird. Direkt im Anschluss werden die Fragebögen eingesammelt, ausgewertet und die Ergebnisse sofort visualisiert. Während der Auswertung bearbeiten die Teilnehmenden zwei bis drei qualitative Fragen und halten die Ergebnisse auf Moderationskarten fest. Abschließend folgt eine Diskussion und Interpretation der Ergebnisse aus der quantitativen und qualitativen Auswertung. Die Diskussion sollte protokolliert werden. Die Ratingkonferenz dauert ca. 60 bis 90 Minuten. Sie liefert damit in relativ kurzer Zeit viele Informationen. Die Ratingkonferenz sollte idealerweise mit kleineren Gruppen durchgeführt werden (zwischen sieben und 15 Teilnehmende), um eine effiziente Durchführung und eine produktive Diskussion zu ermöglichen. Zudem ist es am besten, wenn die Ratingkonferenz von zwei Personen durchgeführt wird. Für die grafische Darstellung der Fragebogenauswertung bietet sich ein DIN-A1-Ausdruck des Fragebogens an. Projektaktivitäten Beobachtete Veränderungen 4.8 Einflussmatrix Die Einflussmatrix5 ist eine im Vergleich zu den vorherigen Methoden komplexere, aber dennoch relativ einfach durchzuführende Methode. Gegenüber den vorherigen Methoden hat die Einflussmatrix den Vorteil, dass sie systematisch die Zuordnungsfrage betrachtet. Die Einflussmatrix stellt einen aus der Perspektive der Befragten bestehenden direkten Zusammenhang zwischen Aktivitäten und Wirkungen eines Projekts oder einer Maßnahme her, z. B. welche Aktivitäten einer Kampagne (Blog, Veranstaltung, Publikationen etc.) einen Einfluss auf Wissensstand oder Engagement der Zielgruppe haben. Sie kombiniert dabei quantitative und qualitative Elemente und bietet eine wirkungsbetonte, quantitativ orientierte Reflexionsmöglichkeit. Die Einflussmatrix eignet sich sowohl in der Projektplanung als auch zur Evaluierung Workshop für Lehrkräfte Bildungsmaterial Projekttag in der Schule Wettbewerb Passivsumme (Was wurde beeinflusst?) Kenntnisstand der Lehrkräfte 4 3 3 0 10 Kenntnisstand der Schüler_innen 0 4 3 2 9 Gestaltung der Lehrpläne 2 2 1 0 5 Aktivsumme (Was hat beeinflusst?) 6 9 7 2 Abbildung 4: Beispielhafte Darstellung einer Einflussmatrix für ein Programm zu Multiplikator_innen-Schulungen 4 Die Ratingkonferenz stammt von Keller, Heinemann & Kruse, die einen anschaulichen Praxisbericht à »Die Ratingkonferenz – Eine Kombination von Kurzfragebogen und Gruppeninterview« veröffentlicht haben. 5 In à NGO Ideas Tiny Tools ausführlich erklärt 14 Wirkungen beobachten – aber wie? von Projekten und Maßnahmen und wird von einer Gruppe gemeinsam ausgefüllt. Ein Beispiel für eine Einflussmatrix findet sich in der Abbildung 4. Dabei listen die Befragten zunächst zentrale von ihnen beobachtete Veränderungen sowie zentrale Projektaktivitäten auf. Dann bewerten die Befragten den Einfluss der genannten Aktivitäten auf die jeweiligen Veränderungen auf einer Skala von 0 bis 4 (0 kein Einfluss, 1 gering, 2 etwas, 3 hoch, 4 sehr hoch). Zu beachten ist hierbei, dass die Einflussmatrix direkte, d. h. unmittelbare Wirkungen abbildet. Darauf sollte bei den Begründungen geachtet werden. Nachdem sich die Gruppe auf Werte in den einzelnen Zellen geeinigt hat, werden diese zu Spalten- und Zeilensummen addiert. Diese Summen zeigen nun sowohl die Aktivitäten, die (nach Einschätzung der Befragten) den stärksten Einfluss auf die Veränderungen haben, als auch die stärksten Veränderungen in Abhängigkeit von den Aktivitäten. Dabei kann eine weitere Analyse sogenannte Schlüsselfaktoren identifizieren.6 Das Ausfüllen und Diskutieren der Einflussmatrix dauert je nach Gruppengröße eine Stunde und länger. Tipps Häufig zeigen sich ein gewisser Widerwillen oder Berührungsangst bezüglich der Quantifizierung von Wirkzusammenhängen. Es empfiehlt sich, als Moderator_in dies erst einmal so stehen zu lassen. Insbesondere der »Zwang«, sich auf einen Wert festlegen zu müssen, führt zu Diskussionen, Reflexion der Zusammenhänge und Begründungen der Bewertung, die wiederum qualitative Informationen liefern. Es ist daher wichtig, diese Diskussionen zu protokollieren oder aufzunehmen. Bevor man eine Einflussmatrix anwendet, empfiehlt es sich, diese in einer kleinen Gruppe (drei bis vier Personen) zu testen. 4.9 Arbeit mit Bildern und Statementkarten Die Arbeit mit Bildern und Statementkarten ist eine Methode für den Einsatz bei Bildungsveranstaltungen, insbesondere im schulischen Kontext. Dabei bekommen die Teil6 à http://www.innovations-wissen.de/fileadmin/Innowissen/ Methoden/Szenario-Technik/Szenario-Technik_HowTo_Einfluss matrix.pdf nehmenden ein Bild (meistens mit Begleittext) und sollen im Anschluss bestimmte Fragen zu der dargestellten Thematik beantworten. Hierzu befinden sich auf den Statementkarten verschiedene Aussagen und Antworten, die die Teilnehmenden nach ihrer Zustimmung anordnen. Die Methode eignet sich zum einen zur Evaluierung, zum anderen auch als Einstieg in eine Diskussion im Rahmen einer Bildungsmaßnahme. Die Nutzung von Bildern weckt andere Impulse und Assoziationen als reiner Text. Bilder sprechen die Betrachtenden direkter und ausdrucksvoller an und bringen sie schnell in Kontakt zu dem dargestellten Problem. Sie eignen sich deshalb, um eine Beziehung zwischen den Teilnehmenden und dem Thema herzustellen. Die Methode bietet eine qualitative und quantitative Reflexionsmöglichkeit und kann gut in eine Bildungsmaßnahme integriert werden. Die Methode teilt sich in drei Phasen: eine Phase vor der Maßnahme (z. B. Projekttag, Workshop, Schulstunde), eine Auswertung und eine Phase nach der Durchführung der Maßnahme. In der ersten Phase werden die Teilnehmenden in Gruppen aufgeteilt (vier bis fünf Personen pro Gruppe). Jede Gruppe erhält ein passendes Bild mit erläuterndem Begleittext, die Statementkarten und ausreichend Klebepunkte in verschiedenen Farben. Nun sollen die Teilnehmenden in Ruhe das Bild und den Begleittext anschauen. Im Anschluss antworten die Teilnehmenden auf vorformulierte Fragen, indem sie die Statements in eine Reihenfolge bringen. Die Statements mit der größten Zustimmung erhalten die meisten Klebepunkte. Wichtig ist auch, die Diskussion in der Gruppe festzuhalten (oder von den Gruppen festhalten zu lassen). Zuletzt werden die Ergebnisse der Gruppen präsentiert und im Plenum diskutiert. Auch diese Diskussion sollte protokolliert werden. Es folgt die Phase der Auswertung: zum einen das Ranking der Karten auf Basis der Anzahl der Klebepunkte (quantitativ) und zum anderen die Auswertung des Diskussionsprotokolls (qualitativ). Schließlich sollten die Ergebnisse von den erhebenden Personen bewertet werden. Dabei ist eine unterschiedliche Tiefe möglich. Die letzte Phase findet dann nach Setzen des Impulses statt, d. h. nach Durchführung der Maßnahme (z. B. Projekttag). Dabei erfolgt ein erneuter Durchlauf der Bewertung der Statements, diesmal anhand eines anderen Bildes. Dies soll die Teilnehmenden erneut anregen und Reaktionen erzeugen. Insbesondere im schulischen Kontext senkt die Verwendung desselben Bildes die Motivation unter Umständen erheblich. Abschließend erfolgt ein Vergleich der Karten- 15 Wirkungen beobachten – aber wie? rankings und Diskussionsprotokolle sowie der Ergebnisse aus dem Plenum. 6 Tipps scher Evaluationsforschung für Globales Lernen im (außer-)schulischen Kontext. ZEP: Zeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik, 35(2), 4–10. à Causemann, B., Gohl, E. & Brenner, V. (2012): NGO-IDEAs »Tiny Tools«. Measuring Change in Communities and Groups. à Krisch, F. (2012): Wirkungsorientierung von Advocacy – Eine Handreichung für Planung, Monitoring und Evaluierung von Advocacy-­ Arbeit. Hrsg.: Diakonisches Werk der EKD e. V. für die Aktion »Brot für die Welt«. Stuttgart. Massing, A., Rosen, A. & Struck, G. (2010): Wirkt so. Handreichung zur Wirkungsorientierung und Antragstellung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Hrsg.: Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) und Stiftung Nord-Süd-Brücken. Berlin. [Nicht mehr erhältlich] à Erhältlich beim Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER): http://eineweltstadt.berlin/publikationen/ber-publikationen-bestellen/ Bei der Auswahl der Bilder und dem Aufstellen der Statements sollte die Relevanz für die Zielgruppe beachtet werden. Geht es in den Fragen z. B. um Handlungsmöglichkeiten, haben Erwachsene andere Möglichkeiten als Kinder. Zudem sollten bei der Bildauswahl ethische Grundsätze und Sensibilität gewahrt werden. Ideen und Anregungen für Bilder und Statements finden sich auch auf à http://toolkit.risc.org.uk/ search/. 5 Ausblick Diese Handreichung liefert einen Einblick in praktische Fragestellungen der Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Die vorgestellten Methoden zur Datenerhebung und die Praxisdiskussionen sollen einen Anstoß geben, sich mit dem Thema der Wirkungsbeobachtung zu beschäftigen und auch bei begrenzten Ressourcen kreativ zu nähern. Weiterführende Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse sind von der Studie »Wirkungen und Methoden der Wirkungsbeobachtung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit« zu erwarten, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beauftragt wurde. Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich im Herbst 2018 im Rahmen einer Konferenz veröffentlicht und sollen eine Grundlage für die Erarbeitung von praktisch handhabbaren Methodentools, Empfehlungen und Qualitätsprinzipien schaffen, Orientierung ermöglichen und zugleich Raum für innovative Arbeit lassen. Um die Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Studie sicherzustellen, begleitet VENRO die Studie durch Mitarbeit in der zivilgesellschaftlichen Steuerungsgruppe sowie durch die Umsetzung eines Begleitprojekts. Ziel des Projekts ist es, möglichst vielen NRO durch die Teilnahme an der Erstellung, Umsetzung und Auswertung der Wirkungsstudie die Möglichkeit des Mit-Lernens einzuräumen. In diesem Kontext wurden auch die Praxisworkshops abgehalten, die die Basis für diese Handreichung bilden. Nützliche Handreichungen à Bergmüller, C. (2012): Wirkungen beobachten? Anregungen schuli- à Scheunpflug, A., Bergmüller, C. & Schröck, N. (2010): Evaluation entwicklungsbezogener Bildungsarbeit: eine Handreichung. Hrsg.: Evangelischer Entwicklungsdienst (EED). Waxmann Verlag. à VENRO (2012): Jahrbuch Globales Lernen 2012: Wirkungsbeobachtung und Qualitätsentwicklung. Berlin. à VENRO (2012): Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Diskussionspapier. Berlin. à VENRO (2013): Beispielindikatoren für die entwicklungspolitische Inlandsarbeit. Ergebnisse der Konferenz »Wirkungsorientierung und Evaluation in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit« vom 21.–22. November 2012 in Berlin, Berlin. à VENRO (2014). Wirkungserfassung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Eine methodische Bestandsaufnahme von Evaluationen zivilgesellschaftlicher Angebote, Berlin. 16 Wirkungen beobachten – aber wie? VENRO-Mitglieder • • • • • • • • • • • • • • action medeor ADRA Deutschland Aktion Canchanabury AMICA e.V. Andheri-Hilfe Bonn Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland Arbeitsgemeinschaft der Eine-WeltLandesnetzwerke in Deutschland (agl) Arbeitsgemeinschaft Entwicklungsethnologie Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) arche noVa Ärzte der Welt ASW – Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt AT-Verband AWO International • Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) • BONO-Direkthilfe • BORDA e.V. • Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst • Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) • Bundesvereinigung Lebenshilfe • • • • • • • CARE Deutschland-Luxemburg Caritas International Casa Alianza – Kinderhilfe Guatemala CHANGE e.V. ChildFund Deutschland Christliche Initiative Romero Christoffel-Blindenmission Deutschland • Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) • Das Hunger Projekt • DED-Freundeskreis • Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen (DESWOS) • Deutsche Kommission Justitia et Pax • Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) • Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband • Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge Deutsch-Syrischer Verein e.V. (DSV) • DGB-Bildungswerk BUND – Nord-SüdNetz • Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission • Don Bosco Mondo • DVV International – Institut für Interna­ tionale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes • Eine Welt Netz NRW • Eine Welt Netzwerk Hamburg • EIRENE – Internationaler Christlicher Friedensdienst • EMA – Euro-Mediterranean Association for Cooperation and Development • EPIZ – Entwicklungspolitisches Bildungszentrum Berlin • Erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung • Evangelische Akademien in Deutschland (EAD) • NETZ Bangladesch • nph deutschland e.V.* • • • • • • Ökumenische Initiative Eine Welt OIKOS EINE WELT Opportunity International Deutschland Ora International Deutschland OroVerde – Die Tropenwaldstiftung Oxfam Deutschland • Plan International Deutschland • • • • Fairventures Worldwide FIAN Deutschland Forum Fairer Handel FUTURO SÍ • • • • Gemeinschaft Sant´Egidio German Doctors German Toilet Organisation Germanwatch • • • • • • • Habitat for Humanity Deutschland Handicap International Help – Hilfe zur Selbsthilfe HelpAge Deutschland Hilfswerk der Deutschen Lions Hoffnungszeichen / Sign of Hope humedica • • • • • Indienhilfe INKOTA-netzwerk Internationaler Bund (IB) Internationaler Hilfsfonds International Justice Mission Deutschland • Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst (ILD) • Internationaler Verband Westfälischer Kinderdörfer • Islamic Relief Deutschland • JAM Deutschland • Jambo Bukoba • Johanniter-Auslandshilfe • KAIROS Europa • Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie • KATE – Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung • Kindernothilfe • Kinderrechte Afrika • Lateinamerika-Zentrum • Lesben- und Schwulenverband (LSVD)* • Lichtbrücke • • • • • • • Malteser International Marie-Schlei-Verein materra – Stiftung Frau und Gesundheit medica mondiale medico international MISEREOR Missionsärztliches Institut Würzburg • Rhein-Donau-Stiftung • • • • • • • SALEM International Samhathi – Hilfe für Indien Save the Children Deutschland Senegalhilfe-Verein Senior Experten Service (SES) Society for International Development Chapter Bonn (SID) SODI – Solidaritätsdienst International Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes (SEK) Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) Stiftung Kinderzukunft Stiftung Nord-Süd-Brücken SÜDWIND – Institut für Ökonomie und Ökumene Susila Dharma – Soziale Dienste • • • • • Terra Tech Förderprojekte TERRE DES FEMMES terre des hommes Deutschland Tierärzte ohne Grenzen TransFair • • • • • • • Verband Entwicklungspolitik Nieder­ sachsen (VEN) • Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs (VENROB) • W. P. Schmitz-Stiftung • WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung • Weltfriedensdienst • Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee • Welthaus Bielefeld • Welthungerhilfe • Weltladen-Dachverband • Weltnotwerk der KAB Deutschlands • Werkhof Darmstadt • Werkstatt Ökonomie • World University Service • World Vision Deutschland • Zukunftsstiftung Entwicklung bei der GLS Treuhand * Gastmitglied VENRO hat aktuell 132 Mitglieder (Stand: März 2018) Impressum Herausgeber: Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) e. V. Stresemannstr. 72 10963 Berlin Telefon: 030/2 63 92 99-10 Fax: 030/2 63 92 99-99 E-Mail: sekretariat@venro.org Internet: www.venro.org Autorin: Katharina Stahlecker Redaktion: Chris Boppel, Albert Eiden Endredaktion: Eva Wagner Fotonachweis: Anastasia Esau (Cover), VENRO (S. 5) Layout: just in print Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers Berlin, April 2018 Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ VENRO ist der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Deutschland. Der Verband wurde im Jahr 1995 gegründet. Ihm gehören aktuell mehr als 120 Organisationen an. Sie kommen aus der privaten und kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Das zentrale Ziel von VENRO ist die gerechte Gestaltung der Globalisierung, insbesondere die Überwindung der weltweiten Armut. Der Verband setzt sich für die Verwirklichung der Menschenrechte und die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ein. VENRO • vertritt die Interessen der entwicklungspolitischen und humanitären NRO gegenüber der Politik • stärkt die Rolle von NRO und Zivilgesellschaft in der Entwicklungspolitik und Humanitären Hilfe • vertritt die Interessen der Entwicklungsländer und armer Bevölkerungsgruppen • schärft das öffentliche Bewusstsein für entwicklungspolitische und humanitäre Themen VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen www.venro.org
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.