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VIII. Die städtischen Kranken- und Irrenanstalten 3. Die städtische Irren- und Idiotenanstalt zu Dalldorf

Full text : Die Anstalten der Stadt Berlin für die öffentliche Gesundheitspflege und für den naturwissenschaftlichen Unterricht (Public Domain)

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Die  städtische  Irren-  und  Idiotenanstalt  zu  Dalldorf.

Die  Pavillons  sind  zum  grössten  Theile  mit  Dampfluftheizung,
die  kleineren  und  entlegenen  Räume  mit  Dampfwasserheizung  versehen. ­
  Die  Luftheizkammern  haben  in  6  Pavillons  Röhrensysteme,
in  den  4  anderen  Rippenregister.  Die  Dampfwasseröfen  werden
durch  den  direkt  einströmenden  Dampf  und  demnächst  durch  das
Kondensationswasser  erwärmt.  Die  gesammte  Länge  der  Dampf-Zu-
  und  Ableitungsröhren  einschl.  der  Rundstränge  beträgt  11  625  m,
die  gesammte  Heizfläche  rund  7  000  qm  oder  pro  100  kbm  Raum
etwa  7  qm.  Die  Kosten  der  Heizungsanlagen  haben  515  000  M.
oder  für  100  kbm  Raum  rund  520  M.  betragen.
Das  Kondensationswasser  sammelt  sich  innerhalb  der  einzelnen
Pavillons  und  wird,  da  die  Länge  der  Leitung  und  die  Lage  des
Grundwassers  Röhren  mit  fortlaufendem  Gefalle  nicht  gestattete,
mittelst  zweier  Dampfpumpen  nach  dem  Kesselhause  zurückgedrückt.
Luftabführung.  Die  Absaugung  der  verdorbenen  Luft  aus
den  oberen  Stockwerken  erfolgt  durch  direkt  über  Dach  ausmündende
Röhren,  aus  dem  Erdgeschosse  dagegen  nach  den  unter  dem  Fussboden ­
  belegenen  Hohlräumen  und  von  hier  (zum  Theil  unter  dem
Korridorfussboden  hinweg)  nach  Ventilationsschächten,  welche  mittelst
Dampf  durch  schmiedeeiserne  Spiralen  von  zusammen  382  qm  Heizfläche ­
  erwärmt  werden.  Auf  diese  Weise  wird  der  Hohlraum  unter
dem  Fussboden  des  Erdgeschosses  trocken  und  warm  erhalten.  Zur
Beförderung  des  Zuges  sind  sämmtliche  Ventilationsröhren  mit
Wolpertschen  Saugeköpfen  und  zur  Regulirung  des  Abzuges  theils
mit  Wechsel-  theils  mit  Drosselklappen  versehen.  Jeder  Abzugskanal
hat  zwei  Einströmungsöffhungen,  dicht  über  dem  Fussboden  für  den
Winter  und  dicht  unter  der  Decke  zur  Sommerventilation.
Entwässerung.  Die  Abflussleitungen  für  Regen-  und  Hauswasser ­
  bestehen  aus  Thonröhren.  Von  dem  ersteren  wird  ein  Theil
direkt  oder  mittelst  der  Grunddrains  den  offenen  Abzugsgräben  zugeleitet; ­
  der  Rest  und  das  sämmtliche  Hauswasser  sammelt  sich  in
einer  westlich  vom  Küchengebäude  belegenen  Cisterne  und  läuft  von
hier  mit  natürlichem  Gefalle  auf  die  niedriger  belegenen  Rieselfelder,
oder  es  wird  mittelst  eines  im  Maschinenhause  aufgestellten  Pulsometers
auf  die  höheren  Terrains  gedrückt.  Der  Pulsometer  hat  eine  Leistungsfähigkeit ­
  von  1,5  bis  2  kbm  pro  Minute,  was  mehr  als  ausreichend
ist,  da  für  die  höheren  Felder  bis  jetzt  nicht  viel  Wasser  verfügbar
bleibt.  Eine  geringere  Leistung  wäre  sogar  wünschenswert!!,  um
das  wenige  Wasser  in  längerer  Zeitdauer  besser  vertheilen  zu  können.
            
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