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Die städtische Irren- und Idiotenanstalt zu Dalldorf.
Die Pavillons sind zum grössten Theile mit Dampfluftheizung,
die kleineren und entlegenen Räume mit Dampfwasserheizung versehen.
Die Luftheizkammern haben in 6 Pavillons Röhrensysteme,
in den 4 anderen Rippenregister. Die Dampfwasseröfen werden
durch den direkt einströmenden Dampf und demnächst durch das
Kondensationswasser erwärmt. Die gesammte Länge der Dampf-Zu-
und Ableitungsröhren einschl. der Rundstränge beträgt 11 625 m,
die gesammte Heizfläche rund 7 000 qm oder pro 100 kbm Raum
etwa 7 qm. Die Kosten der Heizungsanlagen haben 515 000 M.
oder für 100 kbm Raum rund 520 M. betragen.
Das Kondensationswasser sammelt sich innerhalb der einzelnen
Pavillons und wird, da die Länge der Leitung und die Lage des
Grundwassers Röhren mit fortlaufendem Gefalle nicht gestattete,
mittelst zweier Dampfpumpen nach dem Kesselhause zurückgedrückt.
Luftabführung. Die Absaugung der verdorbenen Luft aus
den oberen Stockwerken erfolgt durch direkt über Dach ausmündende
Röhren, aus dem Erdgeschosse dagegen nach den unter dem Fussboden
belegenen Hohlräumen und von hier (zum Theil unter dem
Korridorfussboden hinweg) nach Ventilationsschächten, welche mittelst
Dampf durch schmiedeeiserne Spiralen von zusammen 382 qm Heizfläche
erwärmt werden. Auf diese Weise wird der Hohlraum unter
dem Fussboden des Erdgeschosses trocken und warm erhalten. Zur
Beförderung des Zuges sind sämmtliche Ventilationsröhren mit
Wolpertschen Saugeköpfen und zur Regulirung des Abzuges theils
mit Wechsel- theils mit Drosselklappen versehen. Jeder Abzugskanal
hat zwei Einströmungsöffhungen, dicht über dem Fussboden für den
Winter und dicht unter der Decke zur Sommerventilation.
Entwässerung. Die Abflussleitungen für Regen- und Hauswasser
bestehen aus Thonröhren. Von dem ersteren wird ein Theil
direkt oder mittelst der Grunddrains den offenen Abzugsgräben zugeleitet;
der Rest und das sämmtliche Hauswasser sammelt sich in
einer westlich vom Küchengebäude belegenen Cisterne und läuft von
hier mit natürlichem Gefalle auf die niedriger belegenen Rieselfelder,
oder es wird mittelst eines im Maschinenhause aufgestellten Pulsometers
auf die höheren Terrains gedrückt. Der Pulsometer hat eine Leistungsfähigkeit
von 1,5 bis 2 kbm pro Minute, was mehr als ausreichend
ist, da für die höheren Felder bis jetzt nicht viel Wasser verfügbar
bleibt. Eine geringere Leistung wäre sogar wünschenswert!!, um
das wenige Wasser in längerer Zeitdauer besser vertheilen zu können.