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Full text: Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst (Rights reserved) Issue 2012 (Rights reserved)

forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 3 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 4 Inhalt Zum Geleit 7 Datengrundlage 9 1. Das Bild des öffentlichen Dienstes 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 Wahrnehmung des öffentlichen Dienstes Das Beamtenprofil Einschätzung der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes Einschätzung der Wichtigkeit öffentlicher Einrichtungen Der öffentliche Dienst aus Sicht seiner Bediensteten 12 15 22 24 25 2. Erfahrungen der Bürger mit dem öffentlichen Dienst 2.1 Inanspruchnahme von Behörden 2.2 Bürger und Verwaltung 32 34 5 3. Staat und Privatisierung 3.1 Die Rolle des Staats und das Ausmaß der Bürokratie 3.2 Öffentliche Dienstleistungen: staatlich oder privat? 38 43 4. Die öffentlich Bediensteten: Zufriedenheiten und Erwartungen 4.1 4.2 4.3 4.4 Zufriedenheit mit der Einkommenssituation Einschätzung der Arbeitsbedingungen Teilzeitbeschäftigung im öffentlichen Dienst Bewertung der jungen öffentlich Bediensteten 50 53 62 66 5. Jugendliche und Beruf Impressum Herausgeber: Bundesleitung des dbb beamtenbund und tarifunion, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin Quelle: forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, Umfrage-Redaktionsschluss: 18. Juli 2012 Redaktion: Dr. Frank Zitka, dbb Fotos: Fotolia: Robert Kneschke, psdesign1, mbc2011, Stauke, kalafoto, iceteaimages Layout: M.-A. Neugebauer Herstellung: dbb verlag gmbh, Friedrichstraße 165, 10117 Berlin 5.1 Motive für die Ausbildungs- und Berufswahl 5.2 Öffentlicher Dienst als potenzieller Arbeitgeber Zusammenfassung 70 72 74 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 6 Zum Geleit Die „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012“ ist eine umfassende demoskopische Erhebung zu Kernthemen des öffentlichen Dienstes. Bereits im sechsten Jahr in Folge legen das Meinungsforschungsinstitut forsa und der dbb beamtenbund und tarifunion damit eine in dieser Form einzigartige Untersuchung vor, auf deren Grundlage sich sowohl kurz- als auch längerfristige Veränderungen im Urteil der Bürger über den öffentlichen Dienst aufzeigen lassen. Gleichzeitig können damit Entwicklungen im Selbstbild der Beschäftigten sowie deren Wahrnehmung ihrer Arbeitsbedingungen nachgezeichnet werden. Die Ergebnisse aus diesem Jahr bestätigen einige erfreuliche Trends, geben aber teilweise auch Anlass zur Besorgnis. Einerseits ist das Ansehen des öffentlichen Dienstes weiterhin sehr positiv und die große Mehrheit der Behördenbesucher ist mit den Leistungen des öffentlichen Dienstes zufrieden. Andererseits blicken die Beschäftigten, insbesondere unter dem Aspekt der Einkommensentwicklung, mit sehr gemischten Gefühlen in die Zukunft. Das mag auch einer der Gründe dafür sein, dass ihr Vertrauen in die Politik weiter nachgelassen hat. In der aktuellen Umfrage haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Teilzeitarbeit gelegt. Auch hier zeigt sich, dass weiterer Reformbedarf besteht, wenn der öffentliche Dienst im härter werdenden Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs bestehen will. Die Dienstherren beziehungsweise die öffentlichen Arbeitgeber sind aufgerufen, sich noch besser auf die Bedürfnisse der Menschen in einer sich wandelnden Gesellschaft einzustellen. Die „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst“ ist ein bewährtes Instrument, um jenseits aller Klischees und Ideologien eine sachliche Diskussionen über den öffentlichen Dienst in Deutschland zu ermöglichen. Denn nur so können wir einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst erhalten, der den Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger sowie den berechtigten Interessen der Beschäftigten gleichermaßen gerecht wird. Berlin, im September 2012 (Peter Heesen) – Bundesvorsitzender – Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 7 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 8 Datengrundlage Im Auftrag des dbb beamtenbund und tarifunion hat forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH 2012 zum sechsten Mal in Folge untersucht, wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland den öffentlichen Dienst wahrnehmen, welches Bild sich bei ihnen von den Behörden und ihren Bediensteten verfestigt hat, welche Erfahrungen sie mit Behörden gemacht haben und welche Erwartungen sie an den Staat als Dienstleister im Wettbewerbsumfeld mit privaten Anbietern öffentlicher Leistungen haben. Geprüft wurde 2012 wie schon in den fünf Vorjahren auch, inwieweit die Selbsteinschätzung der öffentlich Bediensteten mit der Einschätzung der Bevölkerung übereinstimmt beziehungsweise davon abweicht. Die öffentlich Bediensteten wurden zudem nach der Zufriedenheit mit ihren Arbeitsbedingungen befragt. Erstmals wurden im Rahmen der Befragung der öffentlich Bediensteten 2012 auch Teilzeitbeschäftigte nach ihren Einstellungen und Meinungen zur Teilzeitarbeit befragt. Zum zweiten Mal wurden 2012 Jugendliche nach ihrer Sicht zur öffentlichen Hand als potentiellem Arbeitgeber und jüngere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes nach einer Bewertung ihrer Berufswahl befragt. Die Erhebungen für diese sechste „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst“ fanden 2012 im Mai statt. Befragt wurden insgesamt 3.003 Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews. 1.002 der insgesamt Befragten waren Angehörige des öffentlichen Dienstes (411 Beamte; 591 Tarifbeschäftige). Die Auswahl der Befragten erfolgte wie in den Vorjahren nach einem systematischen Zufallsverfahren, das sicherstellt, dass die befragten Bürgerinnen und Bürger sowie die befragten Beamten und Tarifbeschäftigten ein Spiegelbild der Gesamtbevölkerung (ab 14 Jahre alt) sowie der im öffentlichen Dienst Beschäftigten darstellen. Die im nachfolgenden dargestellten Befunde der Untersuchung sind somit lediglich mit den bei allen Stichprobenerhebungen möglichen Fehlertoleranzen (bei der vorliegenden Untersuchung max. +/- 3 Prozentpunkte) auf die Gesamtheit der Bevölkerung beziehungsweise der im öffentlichen Dienst Beschäftigten übertragbar. Die Ergebnisse der sechsten „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst“ werden soweit möglich mit den in den Vorjahren ermittelten Befunden der ersten fünf Monitore verglichen, um so Hinweise auf Entwicklungen und Veränderungen im Zeitverlauf zu erhalten. Auf eine vollständige Darstellung aller Ergebnisse der vergangenen Jahre wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit aber verzichtet. Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 9 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 10 Das Bild des öffentlichen Dienstes forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 12 1. Das Bild des öffentlichen Dienstes 1.1 Wahrnehmung des öffentlichen Dienstes 2012 liegt der Anteil derjenigen, die in der letzten Zeit etwas über den öffentlichen Dienst bzw. die Beamten gehört oder gelesen haben, deutlich über den Werten der Vorjahre. Bei den öffentlich Bediensteten ist das Interesse an Vorgängen aus ihrem Tätigkeitsfeld erwartungsgemäß nach wie vor deutlich größer als das der Bevölkerung allgemein. Auch 2012 ist das Interesse für den öffentlichen Dienst bei den unter 30-Jährigen deutlich weniger ausgeprägt als in den anderen Altersgruppen. > Wahrnehmung des öffentlichen Dienstes > Wahrnehmung des öffentlichen Dienstes Es haben in der letzten Zeit etwas über den öffentlichen Dienst bzw. die Beamten gehört oder gelesen Es haben in der letzten Zeit etwas über den öffentlichen Dienst bzw. die Beamten gehört oder gelesen 12 insgesamt Ost West Arbeiter Angestellte Selbständige 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Anhänger der: CDU/CSU FDP SPD Grünen Linke Piraten 2008 % 60 59 60 50 61 67 46 56 71 68 2009 % 52 53 52 47 57 60 40 52 62 56 Bevölkerung 2010 % 50 51 49 49 51 56 35 47 56 56 2011 % 46 45 46 33 45 51 31 43 50 52 2012 % 76 74 76 72 79 80 58 75 80 79 65 69 61 70 68 – 51 59 56 55 60 – 50 46 54 55 54 – 45 57 47 52 54 – 76 79 79 83 81 81 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 insgesamt Beamte Tarifangehörige Ost West Männer Frauen 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter 2008 % 74 82 67 74 74 79 70 55 73 81 67 öffentlich Bedienstete 2009 2010 2011 % % % 63 63 55 73 69 66 55 59 47 61 61 61 64 64 53 69 68 61 58 59 50 52 53 41 60 62 55 67 66 54 61 64 64 2012 % 92 93 91 90 92 95 89 86 93 91 96 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 13 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 14 2012 haben die Befragten in erster Linie Berichte über die Streiks im öffentlichen Dienst bzw. über die Tarifverhandlungen wahrgenommen. Alle sonstigen Themenbereiche wurden nur von wenigen wahrgenommen. > Wahrgenommene Inhalte der Berichterstattung über den öffentlichen Dienst*) Bevölkerung 14 Streik im öffentlichen Dienst Tarifrunde, Tarifabschluss allgemeine Besoldungsprobleme Altersvorsorge, Pensionen, Rente Abbau von Beamtenstellen, längere Arbeitszeit Berichte über: Gewerkschaftsarbeit Lehrer Polizei Sicherer Job, Vergünstigungen generell negative Berichte weiß nicht mehr 2008 % 17 38 6 – 2009 % 12 24 12 – 2010 % 12 25 4 10 2011 % 4 8 5 6 – – 10 10 2 2 – 4 2 – 22 10 – 7 3 11 15 – 5 2 7 9 14 1 6 4 8 5 16 3 2 2 2 2 3 3 2 1 1 2 1 **) Basis: Diejenigen, die etwas über den öffentlichen Dienst gehört oder gelesen haben **) Prozentsumme größer 100, da Mehrfachnennungen möglich Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 öffentlich Bedienstete 2012**) % % 57 32 41 61 1 2 3 2 1.2 Das Beamtenprofil 2012 bezeichnen 76 Prozent der Bundesbürger die Beamten als pflichtbewusst, 74 Prozent als verantwortungsbewusst, 70 Prozent als zuverlässig und 68 Prozent als rechtschaffen. Als kompetent bezeichnen die Beamten 67 Prozent, als hilfsbereit 66 Prozent. Während in den vergangenen Jahren das Bild der Beamten tendenziell freundlicher geworden war, werden 2012 einige positive Eigenschaften (wie pflichtbewusst, verantwortungsbewusst, zuverlässig, rechtschaffen oder unbestechlich) den Beamten etwas seltener zugeordnet als im letzten Jahr. Im Vergleich zu den ersten beiden Jahren (2007 und 2008) aber ist das Beamtenprofil auch 2012 noch deutlich freundlicher. Auch die eher negativen Eigenschaften wie z.B. stur oder arrogant werden den Beamten 2012 von weniger Befragten als in den Vorjahren zugeschrieben. So meinen 44 Prozent, Beamte seien stur. Für arrogant halten die Beamten 33 Prozent, für ängstlich 18 Prozent und für ungerecht 17 Prozent. > Beamtenprofil 2012: Fremdbild 15 Bevölkerung pflichtbewusst verantwortungsbewusst zuverlässig rechtschaffen kompetent hilfsbereit unbestechlich flexibel stur arrogant ängstlich ungerecht schlecht überflüssig 2007 % 75 70 66 67 59 57 37 28 54 41 20 26 – 24 2008 % 76 71 67 67 60 59 38 28 51 40 20 21 – 22 2009 % 78 72 70 70 64 66 45 34 48 33 20 20 – 20 2010 % 77 75 72 70 64 64 44 32 50 37 23 19 9 21 2011 % 80 77 74 71 66 67 46 31 47 36 21 19 8 20 2012 % 76 74 70 68 67 66 43 31 44 33 18 17 6 19 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 16 Das Selbstbild der Beamten ist erwartungsgemäß auch 2012 freundlicher als das der Bevölkerung insgesamt. Die Beamten ordnen sich alle positiven Eigenschaften deutlich häufiger, alle negativen Eigenschaften deutlich seltener zu als die Bürger insgesamt. 2012 glaubt wie auch schon bei den vorangegangenen “Bürgerbefragungen öffentlicher Dienst“ nur eine Minderheit aller Bürger, dass Beamte generell in der Gesellschaft ein hohes Ansehen haben. Mehr als doppelt so viele glauben, das Ansehen der Beamten bei den anderen Bürgern sei eher niedrig. Die Tarifangehörigen im öffentlichen Dienst sehen auch in 2012 die Beamten nicht ganz so positiv wie die Beamten selbst. Ihr Bild der Beamten entspricht wie in den Vorjahren in etwa dem Bild, das die Bevölkerung insgesamt von den Beamten hat. Persönlich haben allerdings 35 Prozent ein hohes Ansehen von den Beamten und nur 19 Prozent ein niedriges. Obwohl das Bild von Beamten nicht mehr ganz so freundlich wie im letzten Jahr ist, ist das Ansehen der Beamten auch in diesem Jahr wie schon in den vergangenen Jahren bei der Bevölkerung langsam aber stetig positiver geworden. > Beamtenprofil: Eigenbild pflichtbewusst 16 verantwortungsbewusst zuverlässig rechtschaffen kompetent hilfsbereit unbestechlich flexibel stur arrogant ängstlich ungerecht schlecht überflüssig 2008 % 75 72 68 64 62 58 38 27 51 39 23 20 28 Tarifangehörige 2009 2010 2011 % % % 77 81 83 75 74 72 69 65 48 31 44 32 22 17 21 84 80 78 71 74 49 34 44 35 25 16 5 21 83 80 76 73 68 47 33 46 33 20 16 5 22 2012 % 81 2008 % 93 2009 % 94 77 78 71 69 68 47 29 43 33 22 15 4 20 92 90 86 84 84 68 52 36 19 21 9 8 94 93 87 86 85 73 58 26 14 20 5 8 Beamte 2010 2011 2012 % % % 93 96 93 92 93 90 86 83 71 54 32 17 24 8 3 8 93 93 92 89 86 73 51 28 14 21 5 2 6 95 92 90 90 86 76 60 27 11 21 5 2 6 Beamte sowie Tarifangehörige selbst glauben wie der Durchschnitt aller Bürger, dass die Beamten bei den Bürgern kein hohes Ansehen haben. > Einschätzung des Ansehens der Beamten eingeschätztes Ansehen bei den Bürgern generell persönliches Ansehen hoch % niedrig*) % hoch % niedrig*) % 2007 2008 2009 2010 2011 2012 13 13 14 13 15 16 14 11 12 13 16 47 44 40 42 39 37 37 43 49 40 42 28 27 31 30 32 35 65 34 19 30 24 24 20 20 19 18 19 3 12 43 20 22 häufig selten 17 17 23 16 13 16 41 34 30 41 40 34 36 36 37 32 32 41 21 20 15 21 20 17 insgesamt: Beamte Tarifangehörige Arbeiter Angestellte Selbständige Behördenkontakt: 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weder besonders hoch noch besonders gering“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 17 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 18 Auch 2012 wurden die Befragten gebeten anzugeben, wie hoch verschiedene Berufe bei ihnen angesehen sind. Das höchste Ansehen genießt 2012 unverändert der Feuerwehrmann, gefolgt vom Krankenpfleger sowie dem Arzt. Das niedrigste Ansehen haben auch 2012 Versicherungsvertreter, Mitarbeiter von Werbeagenturen sowie Mitarbeiter von Telefongesellschaften. Verbessert hat sich im Vergleich zum letzten Jahr das Ansehen von Briefträgern, Lokführern, Kindergartenmitarbeitern, Lehrern und Studienräten. Ein geringfügig niedrigeres Ansehen als im Vorjahr haben 2012 Unternehmer. Das Ansehen der Beamten ist – trotz einem etwas weniger freundlichen Profil als 2011 – auch in diesem Jahr wieder etwas gestiegen. Seit 2007, dem Jahr der ersten „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst“, ist das Ansehen des „Beamten“ um 9 Prozentpunkte von 27 auf 36 Prozent gestiegen. 18 > Ansehen einzelner Berufsgruppen Feuerwehrmann Kranken-/Altenpfleger Arzt Kita-/Kindergartenmitarbeiter Polizist Pilot Richter Müllmann Hochschulprofessor ***) Lehrer Techniker Lokführer Dachdecker Briefträger Soldat Lebensmittelkontrolleur Unternehmer Anwalt Studienrat Journalist Steuerberater EDV-Sachbearbeiter Bankangestellter Beamter Steuerbeamter Manager Gewerkschaftsfunktionär Politiker Mitarbeiter einer Telefongesellschaft **) Mitarbeiter in Werbeagentur Versicherungsvertreter 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Veränderung % % % % % % 2011 – 2012 90 91 93 92 94 95 +1 85 86 88 88 90 91 +1 86 85 84 84 87 89 +2 – – – – 83 87 +4 78 78 78 80 84 86 +2 –*) 85 86 84 81 83 +2 77 79 78 80 77 79 +2 63 64 67 66 76 79 +3 – – – – – 74 – 63 63 67 66 69 73 +4 –*) 63 64 64 67 69 +2 –*) 65 67 69 66 71 +5 58 57 62 60 63 66 +3 52 54 59 57 63 68 +5 – – – – 62 61 –1 – – – – 62 64 +2 61 60 58 58 58 56 –2 58 60 58 57 54 56 +2 53 52 53 54 52 56 +4 47 45 46 45 46 46 0 47 47 47 44 43 43 0 43 41 39 39 40 41 +1 38 41 36 32 37 36 –1 27 31 33 32 34 36 +2 28 31 32 35 32 32 0 37 36 28 29 30 29 –1 23 25 28 28 27 30 +3 20 21 23 23 18 19 +1 17 18 11 14 17 12 16 16 12 16 14 10 17 14 11 19 15 11 +2 +1 0 ***) 2007 nicht abgefragt ***) bis 2011: Telekom-Mitarbeiter ***) 2012 neu Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 19 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 20 Bei den Tarifangehörigen haben 2012 Anwälte, Dachdecker und Bankangestellte ein deutlich besseres Ansehen als bei Beamten. Bei den Beamten genießen vor allem die Beamten selbst, Studienräte, Steuerbeamte und Richter ein höheres Ansehen als bei den Tarifangehörigen. > „Gewinner“ und „Verlierer“ seit 2007 Müllmann Briefträger Lehrer Beamter > Ansehen einzelner Berufsgruppen Polizist Dachdecker Bevölkerung Gewerkschaftsfunktionär Kranken-/Altenpfleger Techniker Lokführer Kita-/Kindergartenmitarbeiter Steuerbeamter Arzt Richter Studienrat Mitarbeiter einer Telefongesellschaft Versicherungsvertreter –8 20 + 16 Journalist Politiker Pilot Anwalt EDV-Sachbearbeiter Bankangestellter Mitarbeiter in Werbeagentur Steuerberater Unternehmer Manager Das Ansehen einzelner Berufsgruppen unterscheidet sich nach wie vor zwischen Ostund Westdeutschland. Viele Berufsgruppen haben bei den Ostdeutschen ein zum Teil deutlich höheres Ansehen als bei den Westdeutschen. Ein negativeres Bild als die Westdeutschen haben die Ostdeutschen von den Richtern, den Journalisten und vor allem von den Politikern. Das Ansehen der Beamten ist in Ostdeutschland mit 33 Prozent etwas niedriger als in Westdeutschland. Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Feuerwehrmann Alten-/Krankenpfleger Arzt Polizist Kita-/Kindergartenmitarbeiter Pilot Richter Müllmann Hochschulprofessor Lehrer Techniker Lokführer Dachdecker Briefträger Soldaten Lebensmittelkontrolleur Unternehmer Anwalt Studienrat Journalist Steuerberater EDV-Sachbearbeiter Bankangestellter Beamter Steuerbeamter Manager Gewerkschaftsfunktionär Politiker Mitarbeiter einer Telefongesellschaft Mitarbeiter einer Werbeagentur Versicherungsvertreter Ost West % 97 93 93 88 92 89 75 89 77 85 74 85 81 82 64 67 56 57 59 43 44 48 45 33 31 28 34 13 24 13 15 % 95 90 88 86 86 81 80 77 73 70 67 67 63 64 61 64 56 56 55 46 43 39 34 36 33 29 30 21 18 15 10 öffentlich Bedienstete Tarifangehörige % 96 93 85 87 89 81 78 79 68 67 65 72 66 64 56 60 49 51 49 44 34 35 32 33 24 22 30 15 18 13 7 Beamte % 94 93 85 89 86 82 85 76 73 72 60 66 56 58 50 58 49 36 60 40 33 36 24 53 32 24 24 17 11 8 4 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 21 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 22 1.3 Einschätzung der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes Den Befragten wurden wie schon in den letzten fünf Jahren auch 2012 acht Aussagen über den öffentlichen Dienst vorgelegt: eingeschränkt, 72 Prozent meinen, dass zu viel verwaltet wird. Dass die Verwaltung heute viel bürgerfreundlicher ist als früher, meinen 64 Prozent. Die öffentlichen Verwaltungen werden allerdings nur von 35 Prozent als genauso leistungsfähig wie große Wirtschaftsunternehmen angesehen. 1. „Die öffentliche Verwaltung ist viel zu stark aufgebläht und kostet zu viel.“ 2. „Die öffentliche Verwaltung ist heute viel bürgerfreundlicher als früher.“ > Staat und Bürokratie: Notwendigkeit und Effizienz 2008 2009 3. „Heutzutage wird viel zuviel verwaltet. Es sollte mehr der eigenen Initiative der Bürger überlassen werden.“ 4. „In einem Staat, der viel für seine Bürger tun will, ist eine starke öffentliche Verwaltung unerlässlich.“ % % % % Notwendigkeit: – „In einem Staat, der viel für seine Bürger tun will, ist eine starke öffentliche Verwaltung unerlässlich“ ja nein 76 22 82 17 80 19 81 18 83 17 6. „Weil es heute immer mehr Bürokratie und bürokratische Vorschriften gibt, wird die Freiheit des einzelnen Bürgers immer stärker eingeschränkt.“ – „Der öffentliche Dienst garantiert, dass alle Bürger mit öffentlichen Dienstleistungen versorgt werden“ ja nein 54 43 61 38 58 40 61 37 61 38 7. „Der öffentliche Dienst garantiert, dass alle Bürger in gleichem Maße mit öffentlichen Dienstleistungen versorgt werden.“ Effizienz: – „Die öffentliche Verwaltung ist zu aufgebläht und kostet zu viel“ ja nein 78 19 76 22 75 23 77 21 75 22 – „Die Verwaltung ist viel zu schwerfällig“ ja nein 81 16 78 19 81 16 81 16 81 16 – „Wenn es immer mehr Bürokratie und bürokratische Vorschriften gibt, wird die Freiheit des einzelnen ja Bürgers immer stärker eingeschränkt“ nein 80 20 76 23 74 25 75 24 74 26 – „Es wird viel zuviel verwaltet. Es sollte mehr der eigenen Initiative der Bürger überlassen werden“ ja nein 75 24 72 27 73 26 74 26 72 27 – „Die Verwaltung ist heute viel bürgerfreundlicher als früher“ ja nein 58 35 63 28 62 32 66 30 64 30 – „Öffentliche Verwaltungen sind heute genauso leistungsfähig wie große Wirtschaftsunternehmen“ ja nein 28 67 36 60 33 63 33 64 35 62 5. „Die öffentliche Verwaltung ist im Vergleich zur freien Wirtschaft viel zu schwerfällig.“ 22 2010 2011 2012 % 8. „Öffentliche Verwaltungen sind heute genauso leistungsfähig wie große Wirtschaftsunternehmen.“ Zu jeder Aussage wurde der Grad der Zustimmung bzw. Ablehnung ermittelt. Zwei der Aussagen („Starke öffentliche Verwaltung unerlässlich“ und „Versorgung aller Bürger mit öffentlichen Dienstleistungen“) können als Gradmesser interpretiert werden, in welchem Maße der Staat bzw. Dienstleistungen in öffentlicher Hand auch in der heutigen Zeit für erforderlich gehalten werden. Die anderen sechs Aussagen beziehen sich eher auf die Einschätzung der Leistungsfähigkeit und der Effizienz des öffentlichen Dienstes. Die Notwendigkeit öffentlicher Dienstleistungen wird 2012 in noch etwas stärkerem Maße als schon in den Jahren zuvor gesehen: 83 Prozent halten eine starke öffentliche Verwaltung für unerlässlich und 61 Prozent meinen, dass der öffentliche Dienst eine flächendeckende Versorgung garantiert. Die Mehrheit der Bevölkerung hält auch in 2012 die öffentliche Verwaltung für zu aufgebläht und teuer (75 Prozent) sowie für zu schwerfällig (81 Prozent). 74 Prozent der Bürger sehen die Freiheit des einzelnen Bürgers durch bürokratische Vorschriften Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 23 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 24 1.4 1.5 Einschätzung der Wichtigkeit öffentlicher Einrichtungen Die Befragten wurden in 2012 zum zweiten Mal gebeten, 18 öffentliche Einrichtungen nach ihrer Wichtigkeit einzuordnen und in ihrer Arbeit zu benoten. Auch in 2012 sieht nahezu jeder Befragte Schulen, die Polizei, Krankenhäuser, Kindergärten und Fachhochschulen bzw. Universitäten als sehr wichtig an. Als am wenigsten wichtig eingestuft werden Bundes- und Landesministerien, Badeanstalten, Museen und Landesmedienanstalten. Bei der Bewertung der öffentlichen Einrichtungen schneiden Kindergärten und die Straßenreinigung bzw. Müllabfuhr mit einer durchschnittlichen Benotung von 2,0 am besten ab. Am schlechtesten werden Arbeitsämter (3,2) sowie Bundes- und Landesministerien (3,0 bzw. 2,9) bewertet. Insgesamt zeigen sich bei der Bewertung der Einrichtungen der öffentlichen Hand im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen. > Wichtigkeit und Bewertung von Behörden und Einrichtungen der öffentlichen Hand 24 Schulen Polizei/Kriminalpolizei Krankenhäuser Kindergärten Fachhochschulen/Universitäten Gerichte Straßenreinigung/Müllabfuhr Lebensmittelüberwachungsund Veterinärämter Sozialämter Stadt-/Gemeindeverwaltung Bibliotheken Finanzämter Arbeitsämter Hallenbäder/Freibäder Bundesministerien Museen Landesministerien Landesmedienanstalten wichtig % unwichtig*) % Bewertung**) 2011 2012 99 99 99 98 97 96 95 0 0 1 1 1 1 2 2,4 2,1 2,2 2,0 2,2 2,4 2,0 2,4 2,1 2,2 2,0 2,2 2,4 2,0 93 89 84 79 78 78 77 73 71 59 49 3 4 6 9 10 11 11 11 12 19 27 2,6 2,8 2,6 2,3 2,7 3,2 2,5 3,0 2,3 3,0 2,9 2,6 2,8 2,6 2,3 2,7 3,1 2,5 2,9 2,3 3,0 2,9 Der öffentliche Dienst aus Sicht seiner Bediensteten 2012 geht der Anteil der öffentlich Bediensteten, die das Ansehen des öffentlichen Dienstes in der Öffentlichkeit als gering einschätzen, um 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr zurück und liegt mit 27 Prozent nun 13 Prozentpunkte unter dem Wert der ersten Untersuchung im Jahr 2007. Der Anteil derjenigen, die meinen, das Ansehen des öffentlichen Dienstes in der Öffentlichkeit sei groß, ist im Vergleich zum letzten Jahr um 3 Prozentpunkte auf 25 Prozent gestiegen. Seit der ersten Untersuchung aus dem Jahr 2007 schätzen die öffentlich Bediensteten folglich das Ansehen ihres Berufsstandes deutlich positiver ein. Es zeigen sich allerdings Unterschiede in der Bewertung zwischen den öffentlich Bediensteten in Ostund Westdeutschland: Öffentlich Bedienstete im Osten schätzen das Ansehen des öffentlichen Dienstes positiver ein als die westdeutschen Beamten und Tarifangehörigen. > Vermutetes Ansehen des öffentlichen Dienstes in der Öffentlichkeit (Basis: öffentlich Bedienstete) 25 Das Ansehen des öffentlichen Dienstes in der Öffentlichkeit ist insgesamt: Beamte Tarifangehörige Ost West 2007 2008 2009 2010 2011 2012 groß % 18 16 20 20 22 25 25 24 30 23 „normal“ **) % 42 47 51 47 45 48 48 49 51 48 gering *) % 40 37 29 32 32 27 26 27 19 29 Index***) – 22 – 21 – 9 – 12 – 10 – 2 – 1 – 3 + 11 – 6 ***) „normal“ = weder besonders groß, noch besonders gering ***) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ ***) Index: Anteil „groß“ minus Anteil „gering“ **) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weder besonders wichtig noch besonders unwichtig“ bzw. „weiß nicht“ **) Bewertung nach Schulnoten; dargestellt ist immer der Mittelwert Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 26 Nur eine Minderheit der öffentlich Bediensteten glaubt 2012 – wie bereits in den Vorjahren – dass die Einstellung zum öffentlichen Dienst in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren freundlicher geworden ist. Im Jahr 2012 meinen etwas mehr öffentlich Bedienstete als in den Jahren zuvor, dass die Medien alles in allem objektiv und neutral über den öffentlichen Dienst berichten. Entsprechend ist der Anteil derjenigen, die die Medienberichterstattung als nicht objektiv und unfreundlich empfinden, etwas zurückgegangen. Der Anteil derer, die glauben, dass die Einstellung unfreundlicher geworden ist, ist im Vergleich zu 2011 um 4 Prozentpunkte, im Vergleich zu 2010 sogar um 8 Prozentpunkte zurückgegangen. Tarifangehörige schätzen die Medienberichterstattung des öffentlichen Dienstes insgesamt häufiger als objektiv und neutral ein als Beamte. > Entwicklung der Einschätzung des öffentlichen Dienstes (Basis: öffentlich Bedienstete) > Berichterstattung der Medien über den öffentlichen Dienst (Basis: öffentlich Bedienstete) Die Medien berichten über den öffentlichen Dienst alles in allem Die Einstellung zum öffentlichen Dienst in der Öffentlichkeit ist in den letzten Jahren insgesamt: 26 Beamte Tarifangehörige Ost West 2007 2008 2009 2010 2011 2012 freundlicher geworden % 14 16 16 14 16 16 15 16 12 16 unverändert unfreundlicher*) geblieben geworden % % 54 32 50 34 56 28 51 34 52 30 57 26 59 26 56 27 60 27 56 26 **) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ **) Index: Anteil „freundlicher“ minus Anteil „unfreundlicher“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Index**) insgesamt: – 18 – 18 – 12 – 20 – 14 – 10 – 11 – 11 – 15 – 10 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West objektiv und neutral nicht objektiv und unfreundlich*) % 27 36 35 34 36 41 37 43 40 41 % 69 60 60 61 60 56 60 52 52 56 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 27 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 28 Die öffentlich Bediensteten sind 2012 in etwas stärkerem Maße als im Vorjahr der Meinung, dass die Politiker kein Verständnis für die besonderen Probleme des öffentlichen Dienstes hätten (64 Prozent). Verständnis von den Politikern sehen lediglich 32 Prozent. > Einstellung der Politiker zum öffentlichen Dienst (Basis: öffentlich Bedienstete) Die Politiker haben für die besonderen Probleme des öffentlichen Dienstes Verständnis insgesamt: 28 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ ja % 26 29 32 33 35 32 36 28 27 33 nein*) % 70 66 63 63 61 64 60 67 68 63 2012 sehen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst erstmals ihre Interessen am besten durch die SPD vertreten (28 Prozent). Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass vor allem in Nordrhein-Westfalen von der rot/grünen Landesregierung eher geglaubt wird, die Interessen des öffentlichen Diensts ernst zu nehmen als der Vorgängerregierung aus CDU und FDP. 18 Prozent – also 6 Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr – sind der Meinung, die Union könne die Interessen des öffentlichen Dienstes am besten vertreten. Nach wie vor aber sieht fast die Hälfte der öffentlich Bediensteten (48 Prozent) ihre Interessen von keiner Partei vertreten. > Parteien und öffentlicher Dienst (Basis: öffentlich Bedienstete) Die Interessen des öffentlichen Dienstes vertritt am besten: insgesamt: 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West Nordrhein-Westfalen CDU/CSU FDP SPD Grüne Linke keine Partei*) 22 23 22 24 18 23 15 25 17 15 5 4 3 2 1 1 1 0 1 2 20 21 24 21 28 30 26 19 30 33 2 2 2 3 3 3 3 2 3 4 2 2 2 3 2 0 3 6 1 1 49 48 47 47 48 43 52 48 48 45 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 29 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 30 Erfahrungen der Bürger mit dem öffentlichen Dienst forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 32 2. Erfahrungen der Bürger mit dem öffentlichen Dienst Die meisten Kontakte hatten die Bürger auch im letzten Jahr mit der Kommunalverwaltung (74 Prozent). Mit der Finanz- und Steuerverwaltung hatten 46 Prozent, mit Rechts- und Ordnungsbehörden (Polizei, Gericht, Staatsanwaltschaft, etc.) 13 Prozent und mit der Arbeitsverwaltung 12 Prozent Kontakt. 2.1 Inanspruchnahme der Behörden > Behördenbesuche Nach wie vor werden Behörden von den Bürgern in großem Umfang in Anspruch genommen. So geben auch 2012 fast 80 Prozent aller Bürger an, im letzten Jahr Kontakt mit einer Behörde gehabt zu haben. Häufigen Kontakt (mindestens einmal pro Monat) hatten 25 Prozent. Die älteren, über 60 Jahre alten Bürger nehmen Behörden in geringerem Maße in Anspruch als die anderen Altersgruppen. Besonders häufig und intensiv haben wie in den Vorjahren die Selbständigen Kontakt mit Behörden. Es hatten im letzten Jahr zu tun mit: Kommunalverwaltung Finanzverwaltung „Recht und Ordnung“ Arbeitsverwaltung 2008 % 88 36 17 10 Bevölkerung insgesamt 2009 2010 2011 % % % 80 93 81 35 37 49 16 16 16 9 11 12 2012*) % 74 46 13 12 *) Prozentsumme größer als 100 Prozent, da Mehrfachnennungen möglich > Behördenkontakte Es hatten im letzten Jahr Kontakt mit Behörden 32 insgesamt Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Arbeiter Angestellte Selbstständige Rentner „Arme“ *) „Reiche“ **) 2008 % 77 76 77 83 87 80 64 70 85 92 62 73 87 2010 % 77 76 78 81 86 80 67 72 85 89 63 77 87 2012 % 77 75 78 77 87 85 63 73 86 88 62 74 88 Es haben häufig Kontakt (mind. 1-mal pro Monat) 2008 % 25 31 23 32 31 24 16 22 26 49 14 25 31 2010 % 24 226 24 28 29 27 15 18 26 36 15 27 28 2012 % 25 27 25 25 32 31 15 20 28 53 13 31 32 33 **) Haushaltsnettoeinkommen unter € 1.000 **) Haushaltsnettoeinkommen über € 3.000 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 34 2.2 Bürger und Verwaltung Die Bürger, die im letzten Jahr eine Behörde aufgesucht hatten, haben wie bereits in den Vorjahren größtenteils eher positive Erfahrungen gemacht. So geben 86 Prozent an, dass sie von den Mitarbeitern freundlich behandelt wurden. 84 Prozent hatten den Eindruck, dass die Mitarbeiter für ihre Tätigkeit gut qualifiziert und ausgebildet waren und 69 Prozent sagen, ihre Angelegenheit sei sofort bearbeitet worden. Die Urteile der Behördenbesucher über ihre Behandlung bei den Behörden hat sich im Verlauf der letzten Jahre nicht geändert. > Erfahrungen mit dem öffentlichen Dienst (Basis: Behördenbesucher) 2007 % 34 Die Angelegenheit wurde sofort bearbeitet: – ja – nein, man musste längere Zeit warten Die Mitarbeiter waren für ihre Tätigkeit qualifiziert und ausgebildet: – gut – weniger gut, schlecht Die Mitarbeiter waren freundlich: – ja – nein Behördenbesucher*) 2008 2009 2010 2011 % % % % 2012**) % 68 64 68 69 69 69 30 34 30 29 29 30 79 15 82 14 86 11 83 13 84 14 84 14 83 14 84 14 84 13 86 12 86 12 86 12 Häufiger als im Durchschnitt aller Befragten fühlten sich 2012 die jüngeren, unter 30 Jahre alten Bürger, die Ostdeutschen sowie die Großstädter und z.T. die Arbeiter von den Behörden eher schlecht behandelt. > Erfahrungen mit Behörden (Basis: Behördenbesucher) insgesamt Ost West Behördenkontakt: häufig selten 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Arbeiter Angestellte Selbstständige Ortsgröße (Einwohner): – unter 5.000 – 5.000 bis 20.000 – 20.000 bis 100.000 – 100.000 bis 500.000 – über 500.000 Man musste längere Zeit warten % 30 34 29 32 28 43 32 29 25 38 33 27 26 27 30 33 38 Die Mitarbeiter waren: unqualifiziert unfreundlich % 14 15 14 16 12 21 15 14 10 17 15 18 % 12 13 12 15 10 20 14 12 8 14 14 13 14 13 13 14 17 10 10 14 12 16 *) Basis: Diejenigen, die im letzten Jahr Kontakt mit Behörden hatten **) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 35 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 36 Staat und Privatisierung forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 38 3. Staat und Privatisierung 3.1 Die Rolle des Staates und das Ausmaß der Bürokratie Den Befragten wurden auch 2012 wieder zwei Aussagen über die Rolle des Staates in der globalisierten Gesellschaft vorgelegt. Die eine lautete, dass man in einer globalisierten Gesellschaft immer weniger Staat brauche, weil der Markt letztendlich schon alles richten werde. Die zweite lautete, dass man gerade in einer globalisierten Gesellschaft einen starken Staat brauche, der die Bürger vor ausufernden Entwicklungen schützen könne. Der Auffassung, dass man heute immer weniger Staat brauche, stimmen 2012 noch etwas weniger Bürger (11 Prozent) zu als in den Vorjahren. Demgegenüber sind 79 Prozent (noch etwas mehr als bisher) der Meinung, dass ein starker Staat benötigt wird, der die Bürger vor ausufernden Entwicklungen schützen kann. Dass man heute immer weniger Staat brauche, meinen häufiger als im Durchschnitt aller Befragten die Arbeiter und Selbständigen sowie vor allem die Anhänger der FDP. 38 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 > Die Rolle des Staates in einer globalisierten Gesellschaft insgesamt Beamte Tarifangehörige Arbeiter Angestellte Selbstständige Ost West Anhänger der: CDU/CSU FDP SPD Grünen Linke Piraten Es stimmen der Auffassung zu: In einer globalisierten Gesellschaft braucht man ... ... immer weniger Staat, ... einen starken Staat, der Markt wird der die Bürger vor alles richten ausufernden Entwicklungen schützen kann 2008 2010 2012 2008 2010 2012 % % % % % % 16 12 11 70 77 79 6 6 4 78 85 85 12 7 8 78 81 81 22 13 20 74 72 77 11 10 10 71 78 78 22 18 18 57 64 70 15 11 12 76 81 83 16 12 11 69 76 78 15 29 14 9 4 – 15 20 11 3 11 – 13 33 9 8 11 17 73 58 77 69 74 – 83 69 80 74 78 – 79 50 84 80 90 72 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 39 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 40 Wie bereits in den Vorjahren meinen die meisten Bürger (74 Prozent) auch 2012, dass sich der Staat nicht mehr gegen die Interessen der international tätigen Konzerne durchsetzen kann, sondern die Wirtschaft letztendlich mache, was sie wolle. Dass sich der Staat noch gegen die international tätigen Konzerne durchsetzen kann, meinen 23 Prozent. In überdurchschnittlichem Maße meinen die jüngeren, unter 30 Jahre alten Bürger sowie die Anhänger der CDU und FDP, dass der Staat sich gegen die internationalen Großkonzerne durchsetzen kann. Dass die Wirtschaft macht was sie will, meinen vor allem Ostdeutsche, über 60-Jährige, Arbeiter sowie die Anhänger der Linkspartei und der Piraten. Obwohl eine klare Mehrheit der Bürger einen starken Staat befürwortet, meinen 57 Prozent der Befragten, dass es derzeit in Deutschland zu viel staatliche Bürokratie gebe. 35 Prozent halten das Ausmaß der staatlichen Bürokratie in Deutschland für gerade richtig, 6 Prozent für zu gering. Ein „zu viel“ an staatlicher Bürokratie in Deutschland sehen vor allem Arbeiter und Angestellte, sowie die Anhänger der FDP und der Piratenpartei. > Meinungen zum Ausmaß der staatlichen Bürokratie in Deutschland Staatliche Bürokratie gibt es in Deutschland > Einfluss des Staates auf die Wirtschaft Der Staat kann sich noch gegen die Interessen der international tätigen großen Konzerne durchsetzen ja nein, die Wirtschaft macht, was sie will*) insgesamt: 40 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Arbeiter Angestellte Selbstständige Anhänger der: 2008 2009 2010 2011 2012 CDU/CSU FDP SPD Grünen Linke Piraten % 20 28 23 23 23 27 23 15 25 37 27 21 17 15 25 25 31 29 20 23 15 13 % 76 68 73 74 74 72 74 81 72 60 70 77 79 85 71 74 64 67 76 74 83 87 insgesamt: 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Arbeiter Angestellte Selbstständige Behördenkontakt: häufig selten Anhänger der: CDU/CSU FDP SPD Grünen Linke Piraten zu viel gerade richtig zu wenig *) % 69 62 53 60 60 57 43 57 74 60 73 % 24 28 40 33 33 35 52 37 17 33 20 4 6 4 5 5 6 4 5 9 5 3 60 53 58 75 51 52 51 69 33 7 35 21 42 41 36 24 6 36 4 4 6 7 9 3 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 41 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 42 2012 ist der Anteil derer, die meinen, dass der öffentliche Dienst den Steuerzahler zu viel Geld koste, wieder etwas zurückgegangen (auf 45 Prozent) und liegt somit ungefähr auf dem Niveau von 2009 und 2010. Der öffentliche Dienst kostet die Steuerzahler zu viel Geld 42 Beamte Tarifangehörige Arbeiter Angestellte Selbständige Anhänger der: 2007 2008 2009 2010 2011 2012 CDU/CSU FDP SPD Grünen Linke Piraten Öffentliche Dienstleistungen: staatlich oder privat? In der öffentlichen Diskussion wird von manchen immer wieder eine über den bisherigen Umfang hinausgehende Privatisierung weiterer bislang staatlicher Dienstleistungen gefordert. > Meinungen zu den Kosten der Bürokratie insgesamt: 3.2 ja nein*) % 58 50 45 46 49 45 22 28 60 48 60 48 58 38 37 41 53 % 37 45 48 48 47 50 77 69 37 49 37 47 38 60 59 56 45 Trotz aller Kritik an der Bürokratie teilten viele Bürger diesen Ruf nach mehr Privatisierung in den letzten sechs Jahren nicht. Die Privatisierungs-Skepsis ist seither eher noch größer geworden. Auch 2012 ist für nahezu alle Bürger nicht vorstellbar, dass Aufgaben wie die der Polizei, des Gerichtswesens oder des Strafvollzugs privatisiert werden könnten. Ebenfalls eine große Mehrheit kann sich dies auch nicht von der Finanzverwaltung, der Feuerwehr, den Schulen und der Rentenversicherung vorstellen. Von den Hochschulen, den Krankenhäusern und der Arbeitsvermittlung meinen in 2012 etwas mehr Befragte als im Vorjahr, dass diese Leistungen im öffentlichen Dienst verankert bleiben sollten. Eine Privatisierung der Dienstleistung können sich die Bürger am ehesten noch im Bereich der Müllentsorgung, der Energieversorgung, beim öffentlichen Nahverkehr sowie bei Theatern und Museen vorstellen. *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 43 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 44 die Leistungen hätten sich verbessert. Demgegenüber stehen 30 Prozent, die keine Veränderung sehen und 45 Prozent, die die Leistungen der Bahn nach der Privatisierung als schlechter beurteilen. > Erledigung öffentlicher Aufgaben durch den Staat oder durch Privatfirmen? Die Aufgaben bzw. Dienstleistungen sollten unbedingt im öffentlichen Dienst bleiben 46 46 47 52 45 48 53 47 46 51 45 48 53 48 48 sollten unbedingt privatisiert werden*) % 1 1 5 9 13 13 13 20 29 % 0 1 1 2 1 2 5 2 3 36 42 39 9 9 12 Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Einschätzung der Kosten der privatisierten bzw. zum Teil privatisierten Dienstleistungen. Nur die Kosten der Telekommunikation sind nach Meinungen von 49 Prozent nach der Privatisierung niedriger als vorher; in allen anderen Bereichen sehen die Befragten mehrheitlich eine Kostensteigerung. Nach Meinungen der Befragten sind vor allem Krankenhäuser, Wohnungen, die Energieversorgung, der öffentliche Nahverkehr sowie die Bahn nach der Privatisierung teurer geworden. > Qualität und Kosten von Dienstleistungen nach der Privatisierung Die Leistungen sind nach der Privatisierung 70 besser in % 62 unverändert in % 60 45 schlechter in %*) 46 33 46 31 45 36 40 35 44 33 45 54 10 12 50 49 49 46 45 45 41 40 38 35 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ 30 34 29 29 29 28 24 In den anderen Bereichen (Brief-Post, Energieversorgung, Wohnungen, öffentlicher Nahverkehr, Krankenhäuser) sieht die Mehrheit der Befragten keine Verbesserungen der Leistungen nach der Privatisierung. Vor allem die Bahn kommt bei der Beurteilung der Leistung nach der Privatisierung schlecht weg: 16 Prozent sind der Meinung, Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 22 22 22 20 19 16 16 10 8 hn Ba Kr an hä ken us er ÖP NV W oh nu ng en ve En rs er or gi gu eng M so ülle rg nt un g t ief -P os Br st 0 ien Bei der Telekommunikation und dem Paketdienst glauben zumindest einige (49 bzw. 46 Prozent), dass die Leistungen heute besser sind als beim früheren staatlichen Unternehmen Post. 30 29 24 22 20 Pa ke td Die Einschätzung der Leistungen der privatisierten bzw. zum Teil privatisierten Dienstleistungen hat sich in 2012 im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert. Immer noch ist die Mehrheit der Befragten nicht der Meinung, dass die Leistungen der abgefragten Unternehmen nach der Privatisierung besser geworden sind. Te lek o ni mm ka u tio n 44 Polizei Gerichtswesen Strafvollzug Finanzverwaltung Feuerwehr Schulen Rentenversicherung Hochschulen Krankenhäuser Arbeitsvermittlung/ -ämter Müllentsorgung Energieversorgung öffentlicher Nahverkehr Theater, Museen 2008 2009 2010 2011 2012 % % % % % 96 98 97 98 98 95 96 96 97 97 91 92 91 91 93 84 84 84 89 88 83 86 85 84 86 78 79 78 82 85 71 72 77 81 81 69 70 71 75 77 63 63 60 64 67 könnten ebenso gut von Privatfirmen erledigt werden *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 46 Die Kosten sind nach der Privatisierung niedriger in % 80 78 77 73 unverändert in % 70 Der Anteil derer, die für weitere Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen sind, ist mit 17 Prozent in den letzten vier Jahren stabil geblieben. Auch der Anteil derer, die das momentane Verhältnis öffentlicher und privater Dienstleistungen als ideal ansehen, hat sich mit 51 Prozent in den letzten Jahren kaum geändert. Ebenfalls stabil ist der Anteil derjenigen, die meinen, dass privatisierte Leistungen wieder in den öffentlichen Dienst überführt werden sollten (27 Prozent). höher in %*) 65 60 57 50 49 50 Für weitere Privatisierungen sprechen sich wie schon in den Vorjahren Selbständige sowie die Anhänger der FDP häufiger als der Durchschnitt aller Befragten aus. > Meinungen zu weiteren Privatisierungen 44 41 40 40 34 32 31 30 24 20 17 17 17 16 10 10 10 9 10 7 46 3 3 2 1 insgesamt: Kr an hä ken us er NV nu ng en W oh ÖP hn Ba M so ülle rg nt un g ve En rs er or gi gu eng t ief -P os Br st en di Pa ke t Te le ko ni mm ka u tio n 0 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Beamte Tarifangehörige Arbeiter Angestellte Selbstständige Ost West Anhänger der: 2007 2008 2009 2010 2011 2012 CDU/CSU FDP SPD Grünen Linke Piraten Es sollten Das Verhältnis Privatisierte*) noch mehr zwischen Leistungen sollten öffentliche öffentlichen wieder in den Dienstleistungen und privaten öffentlichen Dienst privatisiert Dienstleistungen überführt werden werden sollte so bleiben wie jetzt % % % 24 50 19 18 52 25 17 50 29 17 52 27 17 53 26 17 51 27 13 53 33 14 50 31 12 50 33 21 49 25 30 36 29 11 54 31 18 50 26 20 54 21 38 42 13 13 53 31 20 45 30 10 39 50 15 47 35 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 47 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:58 Seite 48 Die öffentlich Bediensteten: Zufriedenheit und Erwartungen forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 50 4. Die öffentlich Bediensteten: Zufriedenheit und Erwartungen 4.1 Zufriedenheit mit der Einkommenssituation Der Anteil der öffentlich Bediensteten, die meinen, dass die Einkommen im öffentlichen Dienst weniger stark gestiegen seien als die Einkommen der freien Wirtschaft, liegt 2012 mit 85 Prozent höher als jemals zuvor. Nur 8 Prozent gehen von einer gleichförmigen, 4 Prozent von einer stärkeren Einkommenssteigerung im Vergleich zur freien Wirtschaft aus. Die große Mehrheit der öffentlich Bediensteten (82 Prozent) glaubt ebenfalls, dass die Einkommen im öffentlichen Dienst auch in den nächsten Jahren nicht so stark steigen werden wie die der freien Wirtschaft. > Einschätzung der Entwicklung der Einkommenssituation im öffentlichen Dienst (Basis: öffentlich Bedienstete) > Vermutete Entwicklung der Einkommenssituation im öffentlichen Dienst (Basis: öffentlich Bedienstete) Diese Einschätzung hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert. Im Vergleich zur freien Wirtschaft werden die Einkommen im öffentlichen Dienst in den nächsten Jahren stärker in gleichem in geringerem steigen Maße steigen Maße steigen*) Im Vergleich zur freien Wirtschaft sind die Einkommen im öffentlichen Dienst stärker in gleichem weniger stark gestiegen Maße gestiegen gestiegen*) 50 insgesamt: 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West % 5 5 4 5 7 4 2 5 8 3 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ % 10 9 10 15 14 8 7 9 12 8 % 82 84 82 76 77 85 89 82 76 87 insgesamt: 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter % 3 4 4 3 4 4 3 5 5 4 5 4 5 1 % 13 15 19 16 15 13 11 14 16 12 10 14 12 14 % 84 80 74 79 79 82 86 80 77 83 85 81 82 83 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 51 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 52 Fast die Hälfte der öffentlich Bediensteten (48 Prozent) hält analog zur negativen Beurteilung der Einkommensentwicklung auch die aktuelle Bezahlung im öffentlichen Dienst im Vergleich zur freien Wirtschaft für zu gering. Ähnlich viele (49 Prozent) allerdings finden die Bezahlung im Vergleich angemessen. Beamte halten ihr Gehalt mehrheitlich (57 Prozent) für angemessen, während Tarifangehörige überwiegend (54 Prozent) der Meinung sind, ihr Gehalt sei zu gering. 4.2 Einschätzung der Arbeitsbedingungen Die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen ist 2012 bei den öffentlich Bediensteten mit 71 Prozent etwas geringer als im Vorjahr (75 Prozent) und zum ersten mal seit 2008 wieder rückläufig. Allerdings geben auch 2012 lediglich 12 Prozent an, mit ihren Arbeitsbedingungen nicht zufrieden zu sein. Diese Einschätzung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. > Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst > Angemessene Bezahlung im öffentlichen Dienst? (Basis: öffentlich Bedienstete) insgesamt: 52 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Im Vergleich zur freien Wirtschaft ist die Bezahlung im öffentlichen Dienst zu hoch angemessen zu niedrig*) % % % 2 42 53 2 40 56 2 43 53 1 48 48 2 46 50 2 49 48 2 57 40 2 42 54 2 54 43 2 47 50 0 33 67 3 51 45 1 48 49 1 52 44 (Basis: öffentlich Bedienstete) Es sind mit ihren Arbeitsbedingungen insgesamt: Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter 2007 2008 2009 2010 2011 2012 zufrieden % 65 64 68 72 75 71 67 75 75 71 61 73 69 82 unzufrieden*) % 20 16 14 14 11 12 15 10 11 12 15 13 12 7 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weder besonders zufrieden noch unzufrieden“ *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 53 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 54 Entsprechend des geringfügig gesunkenen Zufriedenheitswerts der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst ist auch der Anteil derer, die meinen die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst hätten sich in den letzten Jahren verschlechtert, im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 40 Prozent angestiegen. 21 Prozent sagen, ihre Arbeitsbedingungen hätten sich verbessert und 37 Prozent sehen in den letzten Jahren keine Veränderung ihrer Arbeitsbedingungen. Häufiger als im Durchschnitt aller Befragten sehen Ostdeutsche eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. 56 Prozent – und somit etwas weniger als in 2010 und 2011 – empfinden ihre Arbeit als in ausreichender Weise durch ihren Vorgesetzten gewürdigt. 42 Prozent hingegen fühlen ihre Arbeit nicht ausreichend gewürdigt und wünschen sich mehr Anerkennung. > Anerkennung durch Vorgesetzte (Basis: öffentlich Bedienstete) Die Arbeit wird durch den Vorgesetzten in ausreichender Weise gewürdigt ja nein, es wünschen sich mehr Anerkennung*) > Entwicklung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst in den letzten Jahren (Basis: öffentlich Bedienstete) Die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst haben sich in den letzten Jahren verbessert verschlechtert sind unverändert geblieben*) insgesamt: 54 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter % 24 18 22 23 23 21 17 24 29 19 17 24 21 19 % 47 46 40 40 38 40 49 34 30 42 24 32 45 44 % 27 34 30 35 37 37 31 41 40 36 50 42 33 34 insgesamt: 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter % 59 53 56 60 59 56 56 57 54 57 59 58 54 60 % 41 46 43 39 40 42 42 42 45 42 41 41 45 34 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 55 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 56 Nachdem der Anteil der öffentlich Bediensteten, die den öffentlichen Dienst für Berufseinsteiger für einen attraktiven Arbeitgeber halten, schon im letzten Jahr etwas zurückgegangen ist, ist er in 2012 nochmals um 4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2011 auf nunmehr 57 Prozent zurückgegangen. 33 Prozent halten den öffentlichen Dienst für Berufseinsteiger für nicht so attraktiv, 9 Prozent sogar für unattraktiv. 47 Prozent halten 2012 die Bezahlung der Referendare und Auszubildenden im öffentlichen Dienst für angemessen, 37 Prozent für zu niedrig. > Meinung zur Bezahlung der Anwärter, Referendare und Auszubildenden (Basis: öffentlich Bedienstete) > Attraktivität des öffentlichen Dienstes für Berufseinsteiger (Basis: öffentlich Bedienstete) insgesamt: 56 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Der öfffentliche Dienst ist für Berufseinsteiger attraktiv nicht so attraktiv unattraktiv*) % % % 57 33 10 60 30 10 63 28 8 61 31 7 57 33 9 58 32 9 57 33 9 65 26 7 56 34 9 64 31 5 60 29 10 54 34 10 57 36 6 insgesamt: Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter 2008 2009 2010 2011 2012 Die Referendare und Auszubildenden im öffentlichen Dienst werden bezahlt angemessen zu niedrig zu hoch*) % % % 47 36 4 45 35 4 50 32 4 51 35 4 47 37 3 50 41 4 45 34 3 54 23 3 46 39 3 53 34 7 46 37 3 47 35 3 46 42 1 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 57 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 58 Die Aufstiegs- und Karrierechancen im öffentlichen Dienst werden 2012 wieder etwas schlechter eingeschätzt als in 2011. So meinen 65 Prozent, die Aufstiegs- und Karrierechancen im öffentlichen Dienst seien im Vergleich zur Privatwirtschaft schlechter. Für besser halten 8 Prozent die Aufstiegs- und Karrierechancen, 26 Prozent sehen keinen Unterschied. Trotz des etwas rückläufigen Urteils über die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst würden auch 2012 nur eine Minderheit der öffentlich Bediensteten (19 Prozent) in die Privatwirtschaft wechseln, wenn es die Möglichkeit dazu gäbe. > Einschätzung der Aufstiegs- und Karrierechancen im öffentlichen Dienst (Basis: öffentlich Bedienstete) > Wechsel in die Privatwirtschaft (Basis: öffentlich Bedienstete) insgesamt: 58 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Die Aufstiegs- und Karrierechancen im öffentlichen Dienst sind im Vergleich zur Privatwirtschaft besser genauso schlechter*) % % % 7 23 70 7 26 64 8 22 68 10 28 60 8 26 65 6 24 67 8 27 63 13 31 52 6 25 67 16 24 60 6 24 68 8 25 64 4 32 63 Am ehesten würden noch unter 45-jährige öffentlich Bedienstete in die Privatwirtschaft wechseln wollen. Es würden in die Privatwirtschaft wechseln, wenn es die Möglichkeit dazu gäbe % insgesamt: 2008 2009 2010 2011 2012 Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter 24 20 20 22 19 19 20 18 20 24 26 19 7 *) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 59 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 60 Die Mehrheit der im öffentlichen Dienst Beschäftigten (57 Prozent) sieht ihren Arbeitgeber beim Werben um Berufseinsteiger und Fachkräfte gegenüber der Privatwirtschaft im Nachteil. Jeweils 21 Prozent sehen ihren Arbeitgeber im Vorteil bzw. weder im Vor- noch im Nachteil. Von denen, die den öffentlichen Dienst beim Werben um Berufseinsteiger und Fachkräfte im Vorteil sehen, geben 79 Prozent als Grund hierfür die höhere „Sicherheit“ der Arbeitsverhältnisse an. Die Sicherheit der Arbeitsverhältnisse sehen Beamte deutlich häufiger als Tarifangehörige als Vorteil. Mit deutlichem Abstand folgen die Entlohnung, die Vielfalt und Aufstiegsmöglichkeiten, die Arbeitsbedingungen, die generelle Attraktivität sowie der Status beziehungsweis die öffentliche Wertschätzung. Diejenigen, die den öffentlichen Dienst im Nachteil sehen, nennen zuerst mit 55 Prozent die „schlechtere Entlohnung“ als Hauptgrund. Mit etwas Abstand folgt mit 30 Prozent das Argument der „mangelnden Vielfältigkeit bzw. Karrieremöglichkeiten“ im Vergleich zur Privatwirtschaft. In der mangelnden Flexibilität, generellen Unattraktivität sowie mangelnden Kommunikation des öffentlichen Dienstes sehen nur wenige den Grund dafür, dass der öffentliche Dienst beim Werben von Berufseinsteigern und Fachkräften im Nachteil ist. 60 > Einschätzungen zur Stellung des öffentlichen Dienstes gegenüber der Privatwirtschaft beim Werben von Berufseinsteigern und Fachkräften (Basis: öffentlich Bedienstete) insgesamt % Beamte % Angestellte % im Vorteil, wegen: *) – Sicherheit – Entlohnung – Arbeitsbedingungen – Vielfalt und Aufstiegsmöglichkeiten – generelle Attraktivität – Status 21 79 10 8 6 3 2 20 91 9 9 1 4 4 21 71 10 7 9 2 2 im Nachteil, wegen: **) – schlechtere Entlohung – nicht so vielfältig und weniger Karrieremöglichkeiten – mangelnde Flexibilität – generelle Unattraktivität – mangelnde Kommunikation des öffentlichen Dienstes – geringerer Status – schlechtere Arbeitsbedingungen – wachsende Unsicherheit im öffentlichen Dienst – Personalstruktur des öffentlichen Dienstes weder noch 57 55 61 54 55 55 30 12 12 34 14 11 27 10 12 9 8 5 10 11 6 8 6 4 3 3 3 1 21 0 19 2 24 Beim Werben um Berufseinsteiger und Fachkräften ist der öffentliche Dienst gegenüber der Privatwirtschaft ***) Basis: Befrage, die den ÖD im Vorteil sehen ***) Basis: Befragte, die den ÖD im Nachteil sehen Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 61 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 62 4.3. Teilzeitbeschäftigung im öffentlichen Dienst > Gründe für Teilzeitbeschäftigung (Basis: Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst) 2012 wurden zum ersten Mal Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst nach ihren Beweggründen für die Teilzeitbeschäftigung sowie der Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen gefragt. 22 Prozent der befragten öffentlich Bediensteten geben an, derzeit in Teilzeit zu arbeiten. Während nur 5 Prozent der Männer angeben in Teilzeit zu arbeiten, liegt dieser Anteil bei den Frauen mit 36 Prozent deutlich höher. Auch sind es eher Tarifangehörige als Beamte, die in Teilzeit beschäftigt sind. > Teilzeitbeschäftigung im öffentlichen Dienst 62 insgesamt Männer Frauen Beamte Tarifangehörige Ost West 14- bis 29-Jährige 30- bis 44-Jährige 45- bis 59-Jährige 60 Jahre und älter Es arbeiten in Teilzeit % 22 5 36 14 28 19 23 19 26 21 20 Es arbeiten in Teilzeit ... ... um mehr Zeit für die Familie zu haben ... von sich aus ... weil die Stelle als Teilzeitstelle ausgeschrieben war ... aus Altersgründen (Altersteilzeit) sonstige Gründe insgesamt *) % Junge % Ältere **) % 43 28 58 27 35 28 22 26 19 5 14 0 8 8 17 **) Prozentsumme größer 100, da Mehrfachnennungen möglich **) Junge = unter 45-Jährige, Ältere = 45 Jahre und älter Rund ein Drittel aller Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst (32 Prozent) gibt an, gerne in Vollzeit arbeiten zu wollen. Zwei Drittel der derzeit in Teilzeit Beschäftigten haben kein Interesse daran, Vollzeit zu arbeiten. Von den Tarifangehörigen würden 37 Prozent, von den Beamten in Teilzeit nur 17 Prozent gerne Vollzeit arbeiten. Ostdeutsche und jüngere Befragte geben überdurchschnittlich häufig an, gerne in Vollzeit arbeiten zu wollen. > Wunsch nach Vollzeit? (Basis: Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst) Die meisten Teilzeitbeschäftigten (43 Prozent) arbeiten in Teilzeit, um mehr Zeit für ihre Familie zu haben. 28 Prozent wollten von sich aus keine Vollzeitstelle und 22 Prozent geben an Teilzeit zu arbeiten, da ihre Stelle nur so ausgeschrieben war. Aus Altersgründen arbeiten lediglich 5 Prozent in Teilzeit. Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 insgesamt Beamte Tarifangehörige Ost West Junge Ältere Es würden gerne in Vollzeit arbeiten % 32 16 37 47 29 38 28 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 63 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 64 Die Hälfte derjenigen, die gerne in Vollzeit arbeiten würden, planen eine Rückkehr in eine Vollzeitstelle in den nächsten zwei Jahren. 14 Prozent wollen innerhalb der nächsten fünf Jahre, 17 Prozent später wieder in Vollzeit arbeiten. 19 Prozent planen derzeit keine Rückkehr in eine Vollzeitbeschäftigung. Die große Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten hat den Eindruck, dass ihre Arbeitsleistung sowohl von den Kollegen als auch von den Vorgesetzten in gleichem Maße wie bei den Vollzeitbeschäftigten anerkannt wird. > Rückkehr in eine Vollzeitstelle (Basis: Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst, die gerne Vollzeit arbeiten würden) > Anerkennung der Arbeitsleistung durch Kollegen und Vorgesetzten (Basis: Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst) Die Arbeitsleistung wird in gleichem Maße anerkannt wie bei den Vollzeitbeschäftigten... Es planen eine Rückkehr in eine Vollzeitstelle in den nächsten zwei Jahren insgesamt Junge Ältere 64 % 50 53 47 innerhalb der nächsten fünf Jahre % 14 23 8 später nein % 17 17 18 % 19 7 27 Beamte Tarifangehörige Ost West Junge Ältere insgesamt ... von den Kollegen % 85 81 91 81 79 84 82 ... von den Vorgesetzten % 91 87 97 86 86 89 88 65 Die Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst sind mehrheitlich (72 Prozent) der Meinung, dass sie im Vergleich zu Vollzeitbeschäftigten schlechtere Chancen auf eine Führungsposition haben. 24 Prozent meinen, sie hätten vergleichbare Chancen wie andere. So gut wie niemand (2 Prozent) meint, bessere Aufstiegschancen zu haben. > Aufstiegschancen für Teilzeitbeschäftigte (Basis: Teilzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst) Die Chancen von Teilzeitbeschäftigten auf eine Führungsposition sind im Vergleich zu Vollzeitbeschäftigten insgesamt Beamte Tarifangehörige Ost West Junge Ältere besser % 2 4 1 3 2 0 3 schlechter % 72 75 72 53 76 67 75 gleich *) % 24 22 25 38 22 29 21 *) 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 66 4.4 Bewertung der jungen öffentlich Bediensteten Zum zweiten Mal wurden im Rahmen der Bürgerbefragung 2012 auch die 16- bis 30Jährigen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, nach ihren Gründen für die Berufswahl bzw. nach ihrer Zufriedenheit mit dem ergriffenen Beruf befragt. Die jüngeren öffentlich Bediensteten geben an, sich für den öffentlichen Dienst entschieden zu haben, weil dies ihrem Berufswunsch entsprochen hätte (31 Prozent), es sich per „Zufall“ so ergeben hat (26 Prozent) oder weil ihnen durch die Berufsberatung dazu geraten wurde (11 Prozent). Durch die Familie, wegen des Geldes oder der Sicherheit im öffentlichen Dienst oder aufgrund eines Praktikums haben wenige der jüngeren öffentlich Bediensteten ihre Berufswahl getroffen. 66 entsprach Berufswunsch hat sich so ergeben durch die Berufsberatung durch die Familie Sicherheit durch ein Praktikum finanzielle Aspekte Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 60 Prozent haben den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber schon einmal weiterempfohlen. Im Vergleich zu ehemaligen Klassenkameraden bzw. Kommilitonen meinen 36 Prozent, die bessere Wahl getroffen zu haben. 61 Prozent meinen, dies könne man so nicht sagen. > Bindungen an den öffentlichen Dienst (Basis: im öffentlichen Dienst beschäftigte 16- bis 30-Jährige) > Gründe für die Arbeit im öffentlichen Dienst (Basis: im öffentlichen Dienst beschäftigte 16- bis 30-Jährige) 2011 % 40 16 4 10 8 6 8 Die große Mehrheit der jungen Beschäftigten im öffentlichen Dienst (89 Prozent) gibt an, ihre Entscheidung im öffentlichen Dienst zu arbeiten noch nicht bereut zu haben. 11 Prozent haben diese Entscheidung „schon mal“ bereut. 2012 % 31 26 11 7 4 4 1 ja % nein *) % Die Entscheidung im öffentlichen Dienst zu arbeiten wurde schon einmal bereut 11 89 Der öffentliche Dienst wurde schon einmal als Arbeitgeber weiterempfohlen 60 40 Im Vergleich zu ehemaligen Klassenkameraden bzw. Kommilitonen wurde die bessere Wahl getroffen 36 61 *) 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 67 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 68 Jugendliche und Beruf forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 70 5. Jugendliche und Beruf > Motive für die Ausbildungs- und Berufswahl (Basis: 14- bis 18-Jährige) Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion über Fachkräftemangel und Nachwuchsprobleme wurden im Rahmen der Bürgerbefragung 2012 wiederum 14- bis 18jährige Jugendliche nach ihren Motiven für ihre anstehende Ausbildungs- und Berufswahl und der Attraktivität des öffentlichen Dienstes befragt. 5.1. Motive für die Ausbildungs- und Berufswahl Den Jugendlichen wurden vierzehn mögliche Motive für die anstehende persönliche Ausbildungs- bzw. Berufswahl benannt. Die Befragten konnten mehrere mögliche Motive auswählen. 70 Für fast alle Jugendlichen sind ein sicherer Arbeitsplatz (97 Prozent), gute Weiterbildungsmöglichkeiten (97 Prozent), das Entfalten von Interessen und Neigungen (94 Prozent) und das Leisten hochwertiger Arbeit (92 Prozent) bei der Ausbildungsund Berufswahl besonders wichtig. Im Hinblick auf eine Berufswahl im öffentlichen Dienst spielen die einzelnen Motive für die Jugendlichen – mit Ausnahme der Zusammenarbeit mit anderen Menschen, der Übernahme von Führungsverantwortung sowie die Arbeit mit modernster Technik – eine etwas geringerer Rolle wie für ihre generelle Berufswahl. Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 sicherer Arbeitplatz gute Weiterbildungsmöglichkeiten Interessen und Neigungen entfalten hochwertige Arbeit leisten viel Geld verdienen aufsteigen und Karriere machen Nähe zur Familie erfinderisch und kreativ arbeiten Verantwortung übernehmen Zusammenarbeit mit anderen Menschen Führungsverantwortung übernehmen mit modernster Technik arbeiten Anerkennung bei Freunden finden irgendwann eigenes Unternehmen gründen Generelle Gründe für Ausbildungsund Berufswahl % Gründe für Ausbildungsund Berufswahl im öffentlichen Dienst % 97 85 97 74 94 92 77 74 74 73 71 58 68 50 53 64 30 64 68 77 61 48 45 71 52 36 29 18 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 71 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 72 5.2 Öffentlicher Dienst als potenzieller Arbeitgeber > Öffentlicher Dienst als potenzieller Arbeitgeber (Basis: 14- bis 18-Jährige) Für 39 Prozent der Jugendlichen kommt eine Ausbildung oder ein späterer Berufseinstieg im öffentlichen Dienst in Betracht, 58 Prozent schließen das aus. 65 Prozent der 14- bis 18-Jährigen, die sich eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst vorstellen können, haben bereits eine Vorstellung davon, welche spezielle Behörde oder öffentliche Einrichtung sie interessiert. 35 Prozent haben keine konkrete Vorstellung. 62 Prozent der Jugendlichen, für die der öffentliche Dienst als Arbeitgeber in Betracht kommt, sagen, ihre Freunde hätten positiv auf ihre Überlegungen reagiert, im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Nur wenige – 8 Prozent – berichten von negativen Reaktionen ihrer Freunde. Diejenigen Befragten, für die der öffentliche Dienst als Arbeitgeber nicht in Betracht kommt, geben überwiegend an, dass sie sich bereits für eine andere Berufswahl entschieden hätten. Ein geringes Interesse am öffentlichen Dienst ist nur für wenige der Grund, dass der öffentliche Dienst für sie als Arbeitgeber nicht in Betracht kommt. ja % nein *) % Öffentlicher Dienst kommt als Arbeitgeber in Betracht 39 58 Gibt es eine Vorstellung über spezielle Behörde oder öffentliche Einrichtung **) 65 35 Die Reaktion von Freunden auf diese Überlegung war: **) – eher positiv – eher negativ 62 8 **) an 100 Prozent fehlende Angaben = „weiß nicht“ 72 73 **) Basis: Befragte, für die der öffentliche Dienst als Arbeitgeber in Betracht kommt Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 forsa_2012-inhalt_forsa 2011 21.08.12 11:59 Seite 74 Zusammenfassung Das Bild des öffentlichen Dienstes bei den Bürgern unterscheidet sich 2012 nicht wesentlich von dem Bild, das sich bei den „Bürgerbefragungen öffentlicher Dienst“ in den Vorjahren ergeben hat. So wird wie bisher auch schon vermutet, dass das Ansehen der Beamten in der Bevölkerung noch nicht sonderlich hoch ist. Doch dem Beamten werden – wenn auch in etwas geringerem Maße als noch vor einem Jahr – überwiegend positive Eigenschaften wie Pflichtbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein, Rechtschaffenheit und Zuverlässigkeit zugeordnet. Die Inanspruchnahme der Behörden ist unverändert hoch. Dabei haben die Behördenbesucher wie auch schon in den Vorjahren überwiegend positive Erfahrungen bei ihren Kontakten mit den verschiedenen Behörden gemacht. Weiterhin halten über 80 Prozent der Behördenbesucher die Mitarbeiter, mit denen sie zu tun hatten, für qualifiziert und freundlich. 74 Zwar gibt es bei den Bürgern weiterhin Zweifel an der Effizienz des öffentlichen Dienstes, doch wird die Notwendigkeit eines starken Staates in noch etwas stärkerem Maße als schon bisher bewertet. Dazu mögen auch die Ängste beigetragen haben, die die Krisen der letzten Jahre sowie die aktuelle Euro-Krise bei den Menschen ausgelöst haben. Auch 2012 ist eine Mehrheit der öffentlich Bediensteten mit ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen zufrieden, obwohl 2012 die Diskrepanz zwischen der Entlohnung im öffentlichen Dienst und der freien Wirtschaft als größer wie noch in den letzten Jahren empfunden wird. Der Anteil derer, die einen Wechsel in die Privatwirtschaft anstreben würden, bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau. Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012
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