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in der rechten Hand eine Trophäe, welche einen
römischen Helm und Brustharnisch nebst zwei Schilden
zeigte. Dieselbe erwarb sich sogleich die Spottbe-
zeichnung „Das bucklige Männchen“ und wurde
bereits im November 1794 auf Antrag der „Akademie
der Künste und mechanischen Wissenschaften“ entfernt
und durch eine Panierstange mit einem offenen Kranz,
auf dem ein Adler sich erhebt, ersezt.
Einstmals ging ein Franzose, um die Sehens8-
würdigkeiten der Stadt zu besichtigen, unter
den Linden spazieren und wendete sich schließlich
an einen Berliner mit der Frage: „Monsieur, ou
est 1a porte de Brandebourg; die Brandänbourgär
Thor?“ „Wie sagen Se, Männeken, wat?“, war
die prompte Antwort, „die Brandänburgär Thor?
Nee, io wat jiebt's nich! „Des' BVranden-
hHrger Th02 15 unler'n Linden. mn. der
Brandenburger Thor steht uff'n Leipziger
ZERG
Augenscheinlich war der Auskunftgeber etwas
revolutionär gesinnt.
Ic<h will dieses Kapitel nicht schließen, ohne
einer historischen Anekdote zu gedenken. Als der
große Patriot und Turnvater Friedrich Ludwig
Jähn einst im Jähre 1811 mit seinen Schülern
über den Pariser Plak ging, fragte er plößlich
einen Knaben, der das Brandenburger Thor an-