Path:

Full text: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1899 (Public Domain)

135 
ad M 13. 
(136—191.) 
Dorlagen, 
welche den Zeitungen nicht mitgetheilt find. 
LS«. Vorlage (J.-Nr. 153 6. B. I. 99) — zur Beschlußfassung —, 
betreffend die Weiterbewilligung einer laufenden 
Unterstützung. 
Wir beantragen, zu beschließen: 
Die Versammlung erklärt sich damil einverstanden, daß 
dem Stadtsergeanten a. D. Brabant die laufende Unter 
stützung von 300 Jt jährlich vom 1. April 1899 ab auf die 
Dauer von 2 Jahren weiter gezahlt werde. 
Begründung. 
Der am 1. April v. Js. in den Ruhestand versetzte Stadtsergeant 
Brabant, Alerandrinenstraße 19 wohnhaft, welchem in Folge des 
Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung von, 24. Februar 
1898 — Protokoll Nr. 21A — neben seiner Dienstpension von 
1614 Jt jährlich, wovon 72 M Militärpeufion aus Staats-Fonds 
gezahlt werden, eine laufende Unterstützung von 300 Jt bis Ende 
März d. Js. bewilligt worden sind, hat um Wcitergewährung dieser 
Unterstützung gebeten. In seinen Verhältnissen ist eine Wendung zum 
Bessern nicht eingetreten. Wegen seines chronischen Magen- und 
Halsleidens hat er größere, kostspielige Kuren unternehmen müssen 
und bedarf er auch nach ärztlichem Gutachten, da er das 70. Lebensjahr 
überschritten hat. einer außerordentlichen Pflege. 
Der älteste Sohn, welcher als Musiker nach 1050 M Jahres 
einkommen zur Steuer veranlagt ist, befindet sich zur Zeit in Ruß 
land. Der zweite Sohn — Matrose — ist nach achtjähriger See 
fahrt ohne Mittel zurückgekehrt und liegt nun den, Vater zur Last, 
der ihn vorläufig in einem Destillationsgeschäft in Köpenick unter 
gebracht hat. Der dritte Sohn ist auch jetzt noch ohne Einkommen, 
da er von der landwirthschaftlichen Hochschule aus zu seiner weiteren 
Ausbildung auf ein Gut bei Pasewalk geschickt worden ist. 
Von der Tochter, welche an den Schornsteinfegermeister Schmidt, 
Menerstraße 64, verheiratet ist, erhält Brabant keine Beihilfe. 
Berlin, den 14. Februar 1899. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
K i r s ch n e r. 
137. Vorlage (J.-Nr. 5 322 V. 15. I. 99) — zur Beschluß 
fassung —, betreffend die Wahl eines Vürger- 
Deputirten für die Steuer-Deputation. 
Steuer-Deputation des Magistrats, 
Abtheilung I. 
J.-Nr. 77 8t. I. 99. 
Berlin, den 10. Februar 1899. 
Der durch Beschluß der Stadtverordneten Versammlung vom 
8. April 1897 — Protokoll Nr. 20 — zum Bürger-Deputirten 
gewählte Zimmermeister Naß, Lothringerstraße 80, ist am 7. d. Mts. 
gestorben. 
Wir bitten um Herbeiführung einer Neuwahl. 
Tonrbiö. 
An den Magistrat. 
Die Stadtverordneten-Versammlung ersuchen wir, die erforderliche 
Wahl vorzunehmen. 
Berlin, den 18. Februar 1899. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
138. Vorlage (J.-Nr. 38 6. B. I. 99) — zur Beschlußfassung —, 
betreffend die Weiterbewilligung einer laufenden Unter 
stützung. 
Wir beantragen, zu beschließen: 
Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß 
der verwittweten Jnspektions-Assistent Rathke vom 1. April er. 
ab die lausende Unterstützung von 400 Jt jährlich zu Lasten 
des Viehmarkt-Kontos auf 2 Jahre weiter gezahlt werde. 
Begründung. 
In Gemäßheit des Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung 
vom 18. März 1897 — Protokoll Nr. 26a — ist der Wittwe Rathke, 
Amanda, geb. Maltern, Graudenzerstraße 8 III wohnhaft, eine 
laufende Unterstützung von 600 ,At jährlich bis Ende März d. Js. 
bewilligt worden. Frau Rathke. welche uns gebeten hat, ihr diese 
Beihilfe auch fernerhin zu belassen, ist nicht erwerbsfähig. 
Sie hat 5 Kinder und zwar 1 Sohn und 4 Töchter. Der Sohn 
dient zur Zeit beim Garde-Pionier-Bataillon in Spandau als Ein 
jährig-Freiwilliger. Das Geld hierzu hat er sich geliehen und muß 
es später ratenweise abzahlen. Die älteste Tochter ist Fleisch 
beschauerin und verdient 75 Jt monatlich; die zweite Putzmacherin, 
die dritte Komptoirgehilstn. Die beiden letzteren verdienen je 50 Jt 
monatlich. Die jüngste Tochter — 16 Jahre alt — führt die Wirth 
schaft. Die Wittwe Rathke ist derart schwerhörig, daß sie sich nur 
niittelst Sprachrohrs verständigen kann; außerdem ist sie leidend und 
bedarf ständig besonderer Pflege. 
Anderweite Unterstützungen als die oben gedachte hat sie nicht. 
Mit Rücksicht darauf, daß der Sohn inzwischen sein Studium 
beendet hat, haben wir die bisher gewährte Unterstützung vonfiOOM 
auf 400 Jt herabgesetzt. 
Berlin, den 2. Februar 1899. 
Magistrat hiesiger Königl. Haupt- und Residenzstadt. 
Kirschner. 
139. Vorlage (J.-Nr. 6 204 Sch. I. 98) — zur Bcschlußfaffung —, 
betreffend die Erhöhung des Ruhegehalts des pen 
sionirtenGemeindeschullehrersJ ohonnesKranepfuhl 
nach der auf Grund des Volksschullehrer-Besoldungs 
gesetzes vom 3. März 1897 für die Lehrkräfte an den 
hiesigen Gemeindeschulcn beschloffenen neuen Be 
soldungsordnung. 
Durch Beschluß vom 4. März 1897 — Protokoll Nr. 29, 11. 8 
— hat die Stadtverordneten-Versammlung für den am 1. Mai 1897 
in den Ruhestand getretenen Gemeindcschullehrer Johannes Krane 
pfuhl eine Pension von jährlich 1000 Jt bewilligt. 
l
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.