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II. Der Prozeß Dickhoff

Full text : Die Verbrecherwelt von Berlin / Otto, Gustav (Public Domain)

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zu  können;  da  waren  andre  mit  so  herkulischer  Körperkraft,
daß  keine  Thür  und  keine  Rolljalousie  zu  widerstehen  vermochte, ­
  wenn  sie  das  Brecheisen  ansetzten;  wieder  andre
mit  geringeren  Fähigkeiten,  aber  guten  Augen  pflegten
das  Geschäft  des  Wachehaltens  bei  Ausübung  von  Diebstählen ­
  zu  übernehmen,  sie  hatten  zugleich  eine  genaue
Kenntnis  aller  uniformierten  und  nicht  uniformierten  Polizeibeamten; ­
  andern  fiel  die  Aufgabe  zu,  die  gestohlene  Ware
rasch  vom  Orte  der  That  und  aus  den  Augen  der  Sicherheitsorgane ­
  zu  entfernen  und  dem  Hehler  in  die  Hände
zu  spielen;  und  wieder  andre  waren  die  Hehler  selbst,  unter
ihnen  sogar  ein  Goldschmelzer  von  Beruf,  der  gestohlene
Goldsachen  alsbald  in  seinem  Tiegel  verschwinden  ließ.
Das  war  die  zweite  Welt,  in  der  Dickhoff  sich  bewegte.
Alle  diese  Personen  waren  jeden  Augenblick  zu  jedem  gewaltsamen ­
  Diebstahl  bereit,  sie  alle  waren  mit  Dickhoff  eng
befreundet,  und  das  hatte  seinen  guten  Grund,  denn
er  war  ihnen  unentbehrlich,  weil  er  nach  dem  Prinzip  der
Arbeitsteilung  eine  Rolle  in  der  Kette  ihrer  verbrecherischen
Handlungen  übernommen  hatte,  die  sie  sämtlich  zu  spielen
unfähig  waren,  und  die  doch  fast  die  wichtigste,  jedenfalls
eine  unentbehrliche  ist.  Dickhoff  war  gewerbsmäßiger  „Ausbaldowerer",
  das  heißt  er  kundschaftete  Gelegenheiten  aus,
wann  und  wo  ein  Diebstahl  auszuführen  sei.
Hierin  besaß  er  eine  große  Fertigkeit,  die  ihm  noch
sehr  wesentlich  dadurch  erhöht  wurde,  daß  er  in  seiner
Eigenschaft  als  Kommissionär  stets  unauffällig  Zutritt  zu
den  verschiedensten  Wohnungen  und  Muße  hatte,  sich  längere
Zeit  in  denselben  aufzuhalten.  Seinem  Kennerblick  entging ­
  bei  solchen  Gelegenheiten  nichts,  was  in  der  Örtlich-
            
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