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II. Der Prozeß Dickhoff

Full text : Die Verbrecherwelt von Berlin / Otto, Gustav (Public Domain)

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Welten,  in  denen  er  verkehrte,  hatte  irgend  welche  Berührungspunkte ­
  mit  der  andern,  mit  Ausnahme  der  Persönlichkeit ­
  Dickhoffs  selbst;  keine  wußte  von  der  andern.
Nur  einige  wenige  Male  ist  es  vorgekommen,  daß  Dickhofs
einen  ihm  sehr  befreundeten  Kommissionär  mit  in  jene
Kreise  genommen  hat,  und  das  hatte  eine  sehr  äußerliche
Veranlassung:  die  Zusammenkünfte  fanden  statt  in  einer
Höhle  der  Prostitution.
Das  war  nun  zwar  für  einen  Dickhoff  kein  besonderer
Anziehungsgrund.  Denn  wenn  er  auch  in  dieser  Richtung
kein  Kostverächter  war,  wie  seine  vielen  unsittlichen  Beziehungen ­
  zu  Prostituierten  und  andern  Frauenspersonen
beweisen,  so  war  dies  für  ihn  doch  gewissermaßen  nur
Nebenbeschäftigung  und  nicht  eigentlich  Zweck.  Sein  Augenmerk ­
  war  vielmehr  allein  auf  den  Erwerb  gerichtet,  den
unlauteren  mühelosen  Erwerb,  und  um  diesen  zu  erlangen,
scheute  er  kein  Mittel.  Da  kamen  ihm  denn  die  Gestalten
gerade  recht,  die  in  diesen  Prostitutionsnesten  verkehrten,
nicht  als  vorübergehende,  auch  nicht  als  Stammgäste,  sondern
als  Freunde  der  Prostituierten.  Es  war  eine  sehr  zahlreiche ­
  Gesellschaft,  die  sich  da  zusammenfand,  aber  es  war
nicht  einer  unter  ihnen,  der  nicht  schon  auf  Jahre  das  Zuchthaus ­
  geziert  hatte.  Sie  alle  waren  Diebe  und  Hehler
von  Profession,  die  einen  andern  Broterwerb  wohl  in
früheren  Jahren  einmal  gekannt,  aber  längst  aufgegeben
hatten;  und  jeder  von  ihnen  hatte  seine  Spezialität.  Da
waren  ehemalige  Kunstschlosser,  die  eine  solche  Kunstfertigkeit ­
  besaßen,  daß  sie  ein  Schlüsselloch  nur  anzusehen  brauchten,
um  alsbald  nach  dem  Augenmaß  den  passenden  Schlüssel
oder  doch  einen  zum  Öffnen  geeigneten  Dietrich  anfertigen
            
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