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II. Der Prozeß Dickhoff

Full text : Die Verbrecherwelt von Berlin / Otto, Gustav (Public Domain)

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man  möge  mit  diesem  Urteil  zurückhaltend  sein;  was  noch
ferner  über  die  Thätigkeit  Dickhoffs  zu  berichten  ist,  dürfte
vielen  die  Überzeugung  verschaffen,  daß  einem  so  klug  berechnenden ­
  raffinierten  Verbrecher  gegenüber  leider  die
beste  Polizei  mehr  oder  weniger  hilflos  sein  muß.
Dem  Komissionär  Dickhoff  genügte  der  Verdienst,  den
er  aus  Schwindeleien  der  vorbezeichneten  Art  erzielte,  noch
bei  weitem  nicht.  Er  ging  weiter.  Ihm  war  auch  der
Kreis  der  Komissionäre  mit  ihren  Schwindeleien  zu  beschränkt. ­
  Er  suchte  noch  lohnendere  Quellen  auf.  Wir
finden  ihn  wieder  mitten  in  dem  Abschaum  der  allergefährlichsten ­
  Verbrecher  von  ganz  Berlin.
Dickhoff  hatte  eine  etwas  absonderliche,  aber  streng  regelmäßige ­
  Zeiteinteilung.  Vormittags  verließ  er  in  Rixdorf
seine  Frau  —  die  sich  dort  als  Wäscherin  kärglich,  aber
redlich  ernährte,  und  die  von  seinem  verbrecherischen  Treiben
wohl  eine  dunkle  Ahnung  hatte,  dasselbe  aber  keineswegs
billigte  und  des  näheren  in  seine  schurkigen  Pläne  ganz
gewiß  nicht  eingeweiht  war  —  und  begab  sich  nach  Berlin.
Hier  besuchte  er  die  Mittagsbörse  der  Komissionäre  vor
dem  Rathaus  und  im  Ratskeller  und  die  Nachmittagsbörse
um  5  Uhr  in  der  Passage  der  Kaisergalerie.  Abends  spät,
auch  wohl  in  der  Nacht  kehrte  er  nach  Rixdorf  zurück.
In  den  Zwischenzeiten  pflegten  die  Kommissionäre  ihren
Geschäften  nachzugehen.  Er  that  ein  Gleiches,  nur  auf
seine  Art.  Denn  kaum  hatte  er  sich  von  seinen  Kollegen
getrennt,  so  begann  für  ihn  ein  andres  geheimnisvolles
Leben,  er  begab  sich  in  eine  andre  Welt,  die  Umgebungen
wechselten,  es  traten  andre  als  handelnde  Personen  auf,
und  was  das  Charakteristischste  war,  keine  dieser  beiden
            
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